Größtes Echo
Die Schleusen haben sich geöffnet. Denn das Porträt von Gernot Paulmichl (Vinschgerwind Nr. 3, 05.02.2026), in dem er erstmals über den Missbrauch durch einen Pfarrer erzählt, ist im Internet „viral“ gegangen und wurde weit mehr als 100.000 Mal aufgerufen. Das bedarf, so sind wir der Meinung, einer Reflexion. Das von Magdalena Dietl Sapelza einfühlsam geschriebene Porträt hat große Wellen geschlagen und große Beachtung gefunden. Der Alto Adige hat mit einem Interview nachgezogen, die Neue Südtiroler Tageszeitung hat das Porträt zur Gänze und ungeändert übernommen. Dem Gernot Paulmichl wurde in den bis Redaktionsschluss 56 Kommentaren auf Facebook großer Respekt über seinen Mut entgegengebracht und es wurde ihm viel Kraft gewünscht. Weil die Kommentare äußerst positiv und kraftgebend sind, seien einige davon zitiert: So schreibt eine Rina Rossner: „Respekt, dass du des öffentlich gmocht hosch! Des wert nu einige in Muat gebn, des a zu tian ! Und so wert enkre Loscht a bissl ringer! Olls Guate und viel Kroft diar und deiner Familie.“ Astrid Kofler schreibt: „Umso trauriger auch noch, dass das immer weiter ging, bis nach Libyen… in die Ehe, ins Jetzt. Das geht nicht vorbei und so schön und wichtig und bewundernswert, auch für die Familie, das Schweigen zu brechen. Danke auch an Magdalena Dietl Sapelza, dass sie dieser Erzählung so viel Aufmerksamkeit schenkte, und auch die Würde, die sie braucht. Kompliment an euch alle, auch an den Vinschger Wind“. Eine Kristin Müller schreibt: „Meinen größten Respekt für diesen mutigen Schritt. Es ist das einzig richtige diese Geschichte an die Öffentlichkeit zu bringen und die Missetäter an den Pranger zu stellen. Bravo.“ Mit dem Erscheinen des Porträts wurde uns von mehreren Seiten auch der Verbrecher mitgeteilt, der Gernot Paulmichl mehrfach missbraucht hat. Es handelt sich um den Pfarrer Johann Huber, der im Jänner 2024 verstorben ist und damit im Diesseits nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann. „Bravo Gernot!! Hut ab! Ich komme aus dem Pustertal u kannte diesen Priester“, kommentiert etwa eine Angelika Weiss auf Facebook.
Ein erstes Interview im Katholischen Sonntagsblatt, welches Gernot Paulmichl gegeben hat und welches dem Porträt im Vinschgerwind vorausgegangen ist, hat in der breiten Öffentlichkeit kaum Staub aufgewirbelt, hat aber den Missbrauchsfall in kirchlichen Kreisen mit Sicherheit dermaßen nachhaltig bekannt gemacht, so dass er innerkirchlich nicht ignoriert werden kann.