Grüßen
Wenn wir uns begegnen, grüßen wir einander; das ist wie die Eingangspforte für den gemeinsamen Moment oder die gemeinsame Zeit, die man verbringen kann – oder manchmal muss. Früher gab es in unseren Tiroler Breitengraden nur diese eine Grußformel „Griassti“, abgeleitet von Grüß Dich (Gott). Niemand sagte „Hallo“ oder „Hoi“ oder „Hoila“; auch „Ciao“ war besonders nach der Faschistenzeit eher verpönt bei eingefleischten (Süd)Tirolern.
Heutzutage höre ich so oft „Tschüss“ und kaum mehr „Pfiati“ und „Griassti“.
„Pfiati“ hat sich aus „Behüt Dich (Gott)“ entwickelt. Was gibt es Schöneres, als diese Begegnung unter einen guten Stern, unter eine gute Führung zu stellen? Jenseits von Kirche und Religion geht es mir um die bewusste Verwendung von Sprache, von Wörtern, von Formulierungen, von Gesten und Mimiken. Jedes Wort hat Kraft. Und es liegt mir fern, jemandem etwas vorzuschreiben. Jedoch schmerzt mein Tiroler Herz, wenn ich fast nur mehr das aus deutschen Landen kopierte „Tschüss“ höre statt unserer Tiroler Grußformeln PFIATI und GRIASSTI. Wo ist unsere Tiroler Identität geblieben? Müssen wir jedem Wandel statt geben oder wollen wir uns unserer Wurzeln besinnen und ganz bewusst einander herzlich grüßen?!
Petra Gamper
GesundSein
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