Mit Humor gegen Hass und Hetze
Der Journalist Hasnain Kazim antwortet auf Hassmails mit Humor und Ironie. Sein Buch „Post von Karlheinz.“ wurde vom Metropoltheater unter der Regie von Jochen Schölch für die Bühne bearbeitet und in Schlanders aufgeführt. Nach der Aufführung signierte Kazim seine Bücher.
Wut und Hass verbreiten sich laut und hemmungslos. Doch wie reagiert man auf Hassmails, rassistische, ausländerfeindliche, islamfeindliche Kommentare, Vorwürfe und Anschuldigungen? Hasnain Kazim, ehemaliger Journalist beim deutschen Wochenmagazin „Der Spiegel“, 1974 in Oldenburg in Niedersachsen geboren, ist Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer. Seit seinem 17. Lebensjahr erhält er fremdenfeindliche und beleidigende Emails wie etwa: „Herr Kazim, Sie sind ein Schmierfink, der antideutsch denkt und schreibt! Komm du Schreiberling zu mir, dann zeige ich dir, was ein echter Deutscher ist!“ Diese Zeilen schrieb ein Karlheinz S. und Hasnain Kazim antwortete ihm: „Lieber Herr S! Ich freue mich sehr über Ihre Einladung, sehr gerne komme ich zu Ihnen mit meiner Familie (Großeltern, Eltern, Geschwister, drei Ehefrauen, 8 Kinder, 17 Cousinen, 17 Cousins und 22 ihrer Kinder). Wir würden am 4. Dezember vorbeischauen und mit Ihnen Advent feiern. Wir alle freuen uns sehr, von Ihnen zu lernen, was ein echter Deutscher ist!“. Weitere Beispiele von Hassmails: „Du bist zugewanderter Gast und hast gefälligst dankbar zu sein, in Deutschland aufgenommen worden zu sein.“ „Kazim, raus aus Deutschland, geh‘ zu deinen Eselfickern!“. „Du bist ein Islamist.“ Hasnain Kazim beschließt auf die Vorwürfe mit Humor, Witz und Ironie zu antworten. 2018 hat Kazim das Buch „Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte“ herausgegeben. Das Metropoltheater in München hat Auszüge aus dem Buch unter der Regie von Jochen Schölchauf auf die Bühne gebracht. Am 22. April wurde die szenische Lesung mit den Schauspielern Thorsten Krohn, Thomas Schweiberer, Bijan Zamani und Lucca Züchner im Kulturhaus von Schlanders präsentiert. Auch der Autor Hasnain Kazim war anwesend und sprach bei der gut besuchten Einführung in einem Gespräch mit Gertrud Wellenzohn über seine Motivation auf Beleidigungen mit Humor zu reagieren, um die Würde des Menschen zu verteidigen. (hzg)