Laatsch schlägt Alarm
Die Vorgangsweise der Glurnser ist nicht die feine englische Art... Andreas Paulmichl
Vinschgerwind: Sie haben bei der Gemeinderatssitzung in Mals am 30. April heftig gegen die bevorstehende Verkehrssperre in Glurns protestiert. Warum denn?
Andreas Paulmichl: Laatsch würde bei einer Verkehrssperre in Glurns einen Haufen zusätzlichen Durchzugsverkehr abbekommen. Wir haben in der Früh den Pendlerverkehr Richtung Schweiz aus dem Oberland. Ab 5 Uhr in der Früh schafft es keine Katze über die Straße, auch weil sich keiner an die 30er Beschränkung hält. Am Abend ist es dasselbe. Wenn Glurns im Sommer schließt haben wir den Verkehr auch untertags.
Vinschgerwind: Sie verlangen Gespräche. Was soll man da reden?
Andreas Paulmichl: Ich habe schon Verständnis für Glurns. Dass man allerdings solche Maßnahmen wie eine Sperre ergreift ist für uns unverständlich. Reden müsste man mit den Nachbarn schon. Wir haben übergemeindliche Zusammenarbeiten bei den Ämtern, beim Rambachwerk sind wir auch zusammengekommen. Wir sind also schon Partner, mit denen man reden könnte. Mit gegenseitigen Erpressungen ist man noch nie weit gekommen.
Vinschgerwind: Der Glurnser BM sagt im Interview mit dem Vinschgerwind, dass er bei einer größeren Umfahrung immer auf Unverständnis stoße.
Andreas Paulmichl: Es geht nur, wenn man sich zusammensetzt, die Gemeinden Mals, Glurns, Prad und Schluderns.
Vinschgerwind: Muss man da über eine große Umfahrung reden?
Andreas Paulmichl: Das ist ein schwieriges Thema. Kulturgrund will niemand opfern. Aber es geht auch nicht, dass Glurns seine Probleme auf andere abwälzt.
Vinschgerwind: Es wird seit 50 Jahren über eine große Umfahrung geredet.
Andreas Paulmichl: In Tartsch wäre eine Umfahrung längst im Bauleitplan eingetragen. In Glurns ist in der Vergangenheit auch über eine Variante von Mals kommend rechts um Glurns herum diskutiert worden. Man wird sich die Frage stellen müssen, welches Ziel man verfolgt. Will man kleine Umfahrungen für einzelne Dörfer? Oder will man eine große Umfahrung. Da ist dann auch die Prader Gemeinde gefragt. Die Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch hat bei ihrem Antritt gesagt, dass man über eine Umfahrung reden muss. Jedenfalls haben wir Laatscher die Unterstützung von BM Josef Thurner, der auf allen Ebenen Beschwerde einlegen wird. Es könnte auch einen Verkehrstisch geben.