Zum Hauptinhalt springen

Leserbriefe 10-2026

veröfftl. am 13. Mai 2026

Süd-Tiroler Freiheit Vinschgau: Wir zahlen, andere kassieren. Schluss damit!

Die neuen Zahlen der Bezirksgemeinschaft Vinschgau zur Verteilung finanzieller Sozialhilfe im Bezirk zeigen eine massive Schieflage im Sozialsystem – knapp die Hälfte der finanziellen Mittel gingen an durchschnittlich 8,4 Prozent der Bevölkerung. In den Gemeinden des Sozialsprengels Mittelvinschgau - Kastelbell-Tschars, Latsch, Laas, Schlanders und Martell - lag der Ausländeranteil am 31.12.2024 bei durchschnittlich 8,4 Prozent der Bevölkerung (ASTAT info 10/2026). 2025 waren jedoch im Sprengel Mittelvinschgau 43,75 Prozent der Bezieher finanzieller Sozialhilfe keine italienischen Staatsbürger – und sie erhielten in Summe 48,96 Prozent der gesamten ausbezahlten Geldmittel. Für die Süd-Tiroler Freiheit ist klar, dass dieses Missverhältnis nicht mehr rechtfertigbar und für die einheimische Bevölkerung nicht mehr hinnehmbar ist.
Bereits die Antwort auf eine entsprechende Landtagsanfrage der Bewegung vor Kurzem hatte gezeigt, dass sich diese Entwicklung durch den gesamten Vinschgau und mit ähnlichen Zahlen auch durch ganz Süd-Tirol zieht. Besonders brisant ist dieser Umstand jedoch im teilweise von Abwanderung gefährdeten Vinschgau, wo laut AFI-Studie die Bürger vieler Gemeinden - gemessen am Landesdurchschnitt - ohnehin schon unterdurchschnittliche Einkommen aufweisen.
Im Sprengel Mittelvinschgau lagen die finanziellen Sozialbeiträge für Ausländer bzw. „Nicht-Italiener“ 2015 bei ca. 39% der Gesamtausgaben, 31,4% der Betreuten waren damals Ausländer. In den fünf Gemeinden des Sprengels Mittelvinschgau, Laas, Latsch, Kastelbell-Tschars, Schlanders, Martell, hat sich der Ausländeranteil innerhalb von zehn Jahren (von 2015 auf 2025) von durchschnittlich 5,2% auf durchschnittlich 8,4% erhöht.
Im Sprengel Obervinschgau lag 2015 der Anteil an ausländischen Beitragsbeziehern und der an Ausländer ausbezahlten Beiträge noch bei rund 25%. In den sieben Gemeinden des Sprengels Obervinschgau - Graun, Glurns, Mals, Schluderns, Taufers, Prad, Stilfs - hat sich die ausländische Bevölkerung von 2015 bis 2025 von durchschnittlich 4,8% auf durchschnittlich 8,3% erhöht.
„Was die Menschen seit Jahren spüren, wird jetzt endgültig bestätigt. Wer hier lebt, arbeitet und einzahlt, fühlt sich zunehmend wie ein Bürger zweiter Klasse“, erklärt Benjamin Pixner, Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit im Vinschgau.
„Gerade Alleinerziehende und Familien mit Kindern, wo beide Eltern berufstätig sind, fallen sehr oft durch das Raster. Gleichzeitig reicht in anderen Fällen eine Eigenerklärung, dass man im Herkunftsland nichts besitzt, um hier Leistungen zu erhalten. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen – dies empfinden viele als zutiefst ungerecht“, betont Karin Meister, Bezirksrätin im Vinschgau und Frauensprecherin der Süd-Tiroler Freiheit.
Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert scharf, dass die Landesregierung diese Entwicklung seit Jahren ignoriert, kleinredet und verleugnet. Für die Süd-Tiroler Freiheit steht fest, dass finanzielle Sozialhilfe in erster Linie jenen zugutekommen muss, die dieses Land aufgebaut haben und tagtäglich finanzieren. Es braucht eine sofortige Kursänderung bei der Vergabe von Sozialleistungen und eine gerechte Auszahlung an bedürftige Einheimische, bevor noch mehr Menschen aus Perspektivlosigkeit und Existenzängsten das Land verlassen.

Benjamin Pixner, Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit Vinschgau
Karin Meister, Bezirksrätin im Vinschgau und Frauensprecherin der Süd-Tiroler Freiheit

 

„Solide unterwegs“

Der Gemeinderat von Naturns hat bei seiner letzten Sitzung die Abschlussrechnung 2025 mit voller Zustimmung gutgeheißen. Die Gemeindebilanz weist einen Überschuss von Euro 4.622.817.- auf, wovon Euro 2.036.910.- nun für Investitionen zur Verfügung stehen.
„Die Abschlussrechnung 2025 zeigt wieder, dass die Gemeinde solide unterwegs ist und die schwierige finanzielle Lage vergangener Jahre gut überwunden hat. Der Überschuss ergibt sich vor allem aus Mehreinnahmen bei den Gebühren und diversen Einsparungen. Die frei zur Verfügung stehenden Gelder können für geplante Vorhaben genutzt werden. So hat der Gemeinderat für die dritte Phase zur Sanierung und Erweiterung der Erlebnistherme die Mittel für die ersten technischen Spesen im Ausmaß von Euro 700.000.- eingeplant. Die Realisierung, welche in den kommenden drei Jahren erfolgen soll, wird insgesamt voraussichtlich knapp 7 Millionen Euro kosten. Weitere größere Positionen sind die Umsetzung des Zivilschutzprojektes Weintal, bei dem die Restfinanzierung Euro 871.310.- ausmacht, sowie der Neubau des Recyclinghofes (Teilbetrag Euro 350.000.-), die Sanierung der Infrastrukturen in der Mühlgasse (Euro 370.000.-), der Ankauf eines neuen Traktors mit Zubehör für den Gemeindebauhof (Euro 292.000.-) und die technischen Spesen für den Neubau der Eisanlage in der Sportzone (Euro 171.000.-). Daneben legt der Gemeinderat weiterhin Wert darauf, dass die öffentlichen Gebäude angemessen instandgehalten werden. Deshalb sind Euro 68.500.- für die neue Rufanlage im Seniorenwohnheim vorgesehen, Euro 30.000.- für den Austausch von Böden in der Mittelschule, Euro 35.000.- für Investitionen in der Erlebnistherme, Euro 45.000.- für die Sanierung der Fassade bei der Feuerwehrhalle Naturns und Euro 40.000.- bei jener des Rathauses. Ebenso wurden die Gelder für Anpassungen im Zuge der Umsiedlung von Kindergarten, Kindertagesstätte und Eltern Kind Zentrum von insgesamt 50.000.- € berücksichtigt. Mit der Aktivierung der entsprechenden Fonds hat der Gemeinderat mit der dritten und vierten Bilanzänderung Euro 3.701.721.- neu eingebaut.
Im Zuge der Diskussion gab Generalsekretärin Katja Götsch auch einen Überblick zu den Deckungsgraden bei den Gebühren. Im Jahr 2025 kam es zu einer Überdeckung im Bereich Abwasser. Die Mehreinnahmen daraus sollen anhand eines zusätzlichen Fonds für neue Investitionen von Euro 141.959.- „zurückgegeben werden“.
Als letzten Punkt der Tagesordnung berichtete Gemeindereferentin Astrid Pichler zur Bilanz 2025 der Erlebnistherme. „Die große Beliebtheit des Bades vor allem bei Familien wird durch die höheren Besucherzahlen und auch durch die Steigerung beim Umsatz von +18% im Vergleich zu 2023 belegt“, berichtete Pichler, die gleichzeitig auch Vize-Präsidentin der Inhouse-Gesellschaft ist. Aufgrund der höheren Personal- und Energiekosten weist die Erlebnistherme für 2025 trotzdem einen Abgang auf, welcher durch eine Kapitalaufstockung von Euro 124.000.- durch die Gemeinde ausgeglichen werden soll. Die Gemeinderäte stimmten mit großer Mehrheit (zwei Enthaltungen) zu. Die überparteiliche Haushaltskommission, bestehend aus Bürgermeister Zeno Christanell (SVP), Gemeinderat Julian Müller (SVP), Gemeinderätin Astrid Tappeiner Auer (Zukunft Naturns) und Gemeinderat Elmar Karl Müller (Süd-Tiroler Freiheit) merkte in ihrem Gutachten dazu an: „Es ist aber notwendig die Bilanz genau im Blick zu behalten und gezielte Maßnahmen zur Kostenreduzierung zu treffen. In diesem Kontext ist ein schnellstmöglicher Austausch der alten Gebäudetechnik und die geplante Erweiterung der Zusatzangebote zielführend, um laufende Kosten zu senken und zusätzliche Einnahmen zu generieren.“
Pressemitteilung (gekürzt) zum 30. April 2026 Gemeinde Naturns