Leserbriefe 14-2026
Sanfte Mobilität im Oberen Vinschgau:
Auf dem Weg in eine sichere, grüne Zukunft - ein Impuls
Der Obere Vinschgau ist ein wunderbarer Lebensraum, den wir lieben und schützen möchten. Unsere Gemeinde Mals hat in den vergangenen Jahren bereits viel für eine nachhaltige, grüne Mobilität getan, beispielsweise durch nachhaltige Mobilitätsprojekte. Auf diesen Erfolgen kann man aufbauen und einen weiteren großen Schritt wagen: die Stärkung unseres Radwegenetzes für den Alltag.
Eine Vision: Mals und Umgebung mit dem Rad verbinden
Bisherige Radkonzepte fokussieren sich oft stark auf den Tourismus und die Freizeit. Das ist gut so, doch das Potenzial des Fahrrads als tägliches Fortbewegungsmittel ist noch viel größer. Wenn wir kurze Strecken – den Weg zur Arbeit, den Einkauf oder schnelle Erledigungen – vermehrt mit dem Rad oder E-Bike zurücklegen, gewinnen wir alle.
Um das Fahrradfahren im Alltag attraktiv und sicher zu machen, braucht es ein klares Konzept:
• Sichere Schul-, Arbeits- und Alltagswege: Eine direkte und schnelle Anbindung zwischen Mals-Tartsch und Mals-Laatsch ist essenziell. Gerade der aktuelle Gehsteig zwischen Mals und Tartsch ist für Fußgänger und Radfahrer in Kombination mit dem Schwerverkehr eng. Das Radfahren auf der Staatsstraße ist gefährlich und bringt den massiven Verkehrsfluss ins Stocken. Ein eigener Radweg würde hier maximale Sicherheit bringen.
• Schnelle und direkte Verbindungen: Schnelle und direkte Radverbindungen zwischen Tartsch-Mals, Laatsch-Mals, Mals-Glurns und Schluderns-Glurns fördern das Pendeln ohne Auto. Der Radfahrer, der zur Arbeit fährt und schnelle Besorgungen zu tätigen hat, möchte keine Umwege machen müssen.
• Entlastung für alle: Ein gut ausgebautes Radnetz sorgt dafür, dass sich Autofahrer seltener über Radfahrer auf der Staatsstraße ärgern müssen und entlastet gleichzeitig die Parkplatzsituation in den Ortskernen.
• Motivation zum Umstieg auf das Fahrrad
Gute, sichere und schnelle Fahrradwege sind Einladung und Ansporn zugleich, bei kurzen Strecken auf das Auto zu verzichten und das Fahrrad zu benützen.
Inspiration von Nah und Fern
Dass ein Umstieg funktioniert, zeigen beeindruckende Vorreiter. In Deutschland setzen Städte wie Münster, Freiburg oder Erlangen Maßstäbe in der Radverkehrsförderung.
Aber auch bei uns in Südtirol zeigen Vorreiter wie Bozen, Brixen und Bruneck, wie sich das Fahrrad erfolgreich als bequemes, schnelles und sicheres Alltagsverkehrsmittel etablieren lässt.
Ein konkreter Beitrag zum Klimaschutz
Viele kurze Autofahrten lassen sich problemlos durch das E-Bike ersetzen. Das Fahrrad ist nicht nur gesund und spart Zeit bei der Parkplatzsuche, sondern ist auch ein ganz konkreter, persönlicher Beitrag jedes Einzelnen zum Umweltschutz in Zeiten der Klimakrise.
Gemeinsam weiterdenken: Dieser Beitrag ist eine Einladung zum Weiterdenken und Handeln. Mit mutigen Investitionen in sichere Radwege investieren wir direkt in die Gesundheit und Sicherheit der Menschen und Kinder vor Ort und in die Bewahrung der Schöpfung.
Stefan Hainz
Zu lange Wartezeiten für Physiotherapien
Immer wieder höre ich von Menschen mit Schmerzen im Gelenk- und Muskelapparat, dass es nicht möglich ist einen angemessen zeitnahen Termin für Therapien im Rehadienst des KH Schlanders zu erhalten. Das bedeutet konkret, dass man für nicht dringende Fälle, trotz ärztlicher Verschreibung, einen Termin frühestens in einem Jahr, zum Teil aber auch viel später erhält. Vom Team K wurde daraufhin eine Anfrage an den Landtag gestellt, um Einblick in die Wartezeiten und die Personalbesetzung der Rehadienste in allen Krankenhäusern Südtirols zu erhalten. Die Antwort ließ mich doch etwas aufhorchen, denn das KH Schlanders weist tatsächlich die geringste Anzahl an vorgesehenen Stellen und einen der längsten Wartezeiten für den Dienst der Physiotherapie auf. Wenn wir diese Zahlen mit anderen kleinen Spitälern des Landes vergleichen, sind in Schlanders 9,25 Stellen für PhysiotherapeutenInnen auf dem Stellenplan vorgesehen, in Innichen 11,20 und in Sterzing 15,50, welche überall besetzt sind. Die Wartezeiten liegen dort bei 3, max. bei 6 Monaten, während jene im Krankenhaus Schlanders mit 12 bis 18 Monaten angegeben werden, wobei ich anmerken muss, dass Betroffene im Vinschgau mir von Wartezeiten bis zu 2 Jahren erzählt haben. Schmerzpatienten können vielleicht einige Monate warten, aber alles, was darüber hinausgeht ist im Grunde unzumutbar. Es bleibt für sie eigentlich nur der Weg in eine Privatpraxis, welcher natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden ist, und bei vielen Ärger, Frust und Unmut auslöst. So betrachte ich diesen Zustand als Armutszeugnis für unser Land Südtirol, zumal der Landeshaushalt eine enorme Summe für das Gesundheitswesen vorsieht. Außerdem haben wir ausgebildete TherapeutenInnen vor Ort, welche auf eine Stelle im öffentlichen Dienst warten und denen gesagt wird, dass im Stellenplan alle Stellen besetzt und keine weiteren vorgesehen wären. Im Namen der Menschen mit Behandlungsbedarf und jener mit entsprechender Ausbildung, die keine Stelle erhalten, appelliere ich an die Verantwortlichen in Land und Sanität, sich dieses Problems anzunehmen und sich für die Schaffung weiterer Stellen für den Rehadienst im KH Schlanders einzusetzen.
Dorothea Kurz
Jugendcamp
Mit dem Zivilschutz veranstaltet die Weiß-Kreuz-Jugend Naturns im August das Jugendcamp „Campi Scuola“ für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Eine Woche lang werden Einblicke in die Arbeit von Blaulicht- und Zivilschutzorganisationen geboten. Das Camp findet von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr statt. Für Verpflegung ist gesorgt. Die Teilnahme am Camp ist kostenlos. Anmeldung über https://www.weisseskreuz.bz.it/smartedit/documents/download/anmeldeformular_campi-scuola.pdf.
HAIKU – Gedicht
Roter Klatschmohn –
ich vergesse kurz, dass
ich im Stau steh’.
© Helga Maria Gorfer
Kommentare und Anfragen zum Thema Haiku an
Ökologischer Unfug
Skigebiet Tarscher Alm
Umweltschützer kritisieren Pläne für Großzusammenschluss als ökologischen Unfug
Die Pläne für eine neue Seilbahnerschließung der Tarscher Alm von Latsch aus stoßen auf scharfen Widerstand. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz kündigen gemeinsamen Widerstand gegen das Projekt an. Nach Ansicht der Organisationen ist das Vorhaben weder wirtschaftlich tragfähig noch ökologisch zu verantworten; es drohe die Zerstörung unberührter alpiner Lebensräume.
Hintergrund der Kritik sind Pläne, das Skigebiet Tarscher Alm über eine neue Seilbahn auszubauen. Wirtschaftlich sinnvoll wäre dieses Projekt laut den Umweltschützern jedoch nur, wenn langfristig ein Zusammenschluss mit der Schwemmalm realisiert wird. Ein solches Megaprojekt würde Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursachen und massive Eingriffe in die Natur nach sich ziehen. Neben dem bereits stark belasteten Kuppelwiesertal wären vor allem die hochempfindlichen Flächen zwischen dem Vinschgau und dem Ultental betroffen – sensible Rückzugsgebiete geschützter Tier- und Pflanzenarten.
„In Zeiten von Klimawandel, Biodiversitätskrise, der akuten Wasserknappheit, des Overtourismus, der Vollbeschäftigung und des Wohnungsmangels ist der Ausbau unberührter Naturräume zu einem touristischen Rummelplatz völlig rückwärtsgewandt“, erklärt die Umweltschutzgruppe Vinschgau. Das Projekt erfordere gigantische Erdbewegungen für neue Pisten, den Bau von Beschneiungsbecken, Pumpstationen, ein ausgedehntes Leitungsnetz und Gastronomiebetriebe. Dies stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Die Umweltschützer fordern daher ein Umdenken in der regionalen Entwicklung. Anstatt Projekte allein nach den Kriterien der technischen Machbarkeit und der Verfügbarkeit von ausländischem Investorengeld zu beurteilen, müsse die ökologische und soziale Verantwortbarkeit an erster Stelle stehen. Jedenfalls wird sich die Umweltschutzgruppe gemeinsam mit dem Dachverband für Natur- und Umweltschutz rüsten, um diesen ökologischen und wirtschaftlichen Unfug abzuwenden.
Umweltschutzgruppe Vinschgau
Die Sperre
Pressemitteilung der Stadtgemeinde Glurns: Zeitweilige Sperrung für den Durchzugsverkehr
Die Stadtgemeinde Glurns informiert die Bevölkerung sowie alle Verkehrsteilnehmer über eine zeitweilige Verkehrsregelung zur Entlastung der historischen Altstadt.
Vom 06. Juli 2026 bis einschließlich 31. August 2026, jeweils von 00:00 bis 24:00 Uhr, wird die Innenstadt für den Durchzugsverkehr gesperrt. Die Maßnahme dient dem Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner vor der mittlerweile als unerträglich empfundenen Belastung durch Verkehrslärm, Abgase und das hohe Verkehrsaufkommen. Nach Angaben der Gemeinde passieren an Spitzentagen tausende Fahrzeuge die Stadt, was die Lebensqualität innerhalb der historischen Stadtmauern erheblich beeinträchtigt.
Von der Sperre ausgenommen sind:
• alle Inhaber der verschiedenen Parkvignetten der Gemeinde Glurns
• landwirtschaftliche Fahrzeuge
• Beherberungsgäste mit Buchungsnachweis
• Invaliden
• Bewohner mit meldeamtlichen Wohnsitz in Glurns
• Linienbusse
• Ladetätigkeit von 7.00 – 10.00 Uhr
• Fahrräder
• Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Polizei und
Rettungsdiensten
• Inhaber von Sondergenehmigungen
Mit der Maßnahme verfolgt die Gemeinde das Ziel, die Lebensqualität in der Innenstadt zu verbessern, die Lärm- und Schadstoffbelastung zu reduzieren sowie die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen. Die Verkehrsberuhigung wird während der Sommermonate evaluiert und ihre Auswirkungen auf Verkehr, Wirtschaft und Wohnqualität werden dokumentiert.
Die Stadtverwaltung ersucht alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis und Kooperation und bedankt sich bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihren Beitrag zu einer lebenswerten und nachhaltigen Entwicklung der Altstadt.
Stadtgemeinde Glurns
Rathausplatz 139020 Glurns, Südtirol, Italien
Tel. 0473 831209
Aussichtsplattformen
Unsere Berge brauchen dringend unsere Nachhilfe:
Ohne die Aussichtsplattform mit dem patriotisch-umbenannten Namen „Iceman Ötzi Peak“ wüsste der Gast nicht, dass er am Gipfel der Grawand steht, er käme ohne dieses Stahlmonster niemals auf die Idee, dass er von hundert Dreitausenden umgeben ist. Die kühne Rampe auf Unterstell ist ohne Zweifel unverzichtbar für eilige Fotografen, nicht aber um den gewaltigen Rundblick zu genießen. Und um in Zukunft das neue Hotel in Martell besser bestaunen zu können, soll auf dem Kreuzjöchl eine geile Aussichtsplattform entstehen. Das ist die praktische Seite. Und die Ästhetik? Was für einen schönen Hals ein Kropf, ist für den Berg die Plattform!
Erich Daniel, Schlanders