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Leserbriefe

Leserbriefe 15-2026

veröfftl. am 22. Juli 2026

Mehr als nur ein Social Media Verbot!
Das Forum begrüßt die Debatte um ein gesünderes Internet
Eine Stellungnahme des Forums Prävention

Die aktuelle EU-Debatte über ein Mindestalter von 13 Jahren für den Zugang zu sozialen Medien wird als absolut notwendig erachtet. Eine von der EU-Kommission eingesetzte Expertengruppe schlägt in diesem Zusammenhang eine weitreichende Regulierung vor, die weit über reine Social-Media-Plattformen hinausgeht: Empfohlen werden flächendeckende Alterskontrollen im Netz, was auch Videospiele, App-Marktplätze und sogenannte KI-Begleiter (AI Companions, also chatbasierte „KI-Freunde“) einschließt. Im Grunde liegt damit ein Konzept für ein altersmäßig „abgestuftes Internet“ vor, über dessen gesetzliche Umsetzung die EU-Kommission berät.
Da Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene in all diesen digitalen Räumen täglich manipulativen Sucht-Designs, Hetze, Desinformation und verängstigenden Inhalten ausgesetzt sind, begrüßt das Forum Prävention diese grundlegende Diskussion, äußert jedoch auch deutliche Bedenken hinsichtlich der konkreten Vorschläge der Expertengruppe:
Warum das Forum Prävention eine Regulierung begrüßt
• Klares Signal und Orientierung für Familien: Auch wenn technische Kontrollen schwer umsetzbar sind, setzt ein gesetzliches Mindestalter ein deutliches Zeichen. Es sensibilisiert Familien dafür, dass das Internet kein harmloser, unregulierter Spielplatz ist.
• Schutz vor Suchtmechanismen: Minderjährige müssen vor Mechanismen geschützt werden, die gezielt psychische Abhängigkeiten erzeugen.
• Staffelung nach Entwicklungsphasen: Ähnlich wie im eigenen Positionspapier wird ein nach alter gestaffelter Medienzugang befürwortet. Besonders in den ersten Lebensjahren ist die bildschirmfreie Entwicklung besonders wichtig.
• Einbeziehung neuer Technologien: Dass der Vorschalg moderne Entwicklungen wie KI-Freunde und Online-Spiele direkt mitdenkt, wird als ein wichtiger und zeitgemäßer Schritt bewertet.
Warum erhebliche Bedenken geäußert werden
• Sperrung bedeutsamer Räume: Es besteht die Gefahr, dass auch kinder- und jugendrelevante Kulturplattformen, Nachrichtenseiten oder digitale Aufklärungsangebote (z. B. zu Sexualität, mentaler Gesundheit oder Gesellschaftskritik) blockiert werden.
• Gefahr von politischem Missbrauch: Wer bestimmt am Ende, welche Inhalte junge Menschen sehen dürfen? Wenn demokratiefeindliche Regierungen an die Macht kommen, könnten allumfassende Kontroll- und Filtersysteme leicht zur politischen Zensur missbraucht werden.
• Datenschutz und Privatsphäre: Um ein altersgestuftes Internet zuverlässig zu erzwingen, sind Altersprüfungen nötig. Das Scannen von Ausweisen oder biometrische Gesichtserkennungen gefährden die Anonymität und die Privatsphäre von Minderjährigen im Netz massiv.
• Flucht auf unregulierte Plattformen: Strikte Sperren im regulären Netz könnten Jugendliche auf unkontrollierbare Plattformen abdrängen, die völlig außerhalb des Radars von Eltern, Medien sowie Kinder- und Datenschützerinnen liegen.
Das Fazit des Forums Prävention
Altersbegrenzungen bieten eine wertvolle Orientierung und stoßen eine überfällige Debatte an. Gleichzeitig ist das Thema auch viel komplexer als einfache Verbote. Den Zugang zu Webplattformen zu beschränken, bedeutet zwar Schutz für Kinder und Jugendliche, birgt aber auch technische Hürden sowie Bedenken hinsichtlich der Teilhabe, des Informationszugangs und des Datenschutzes.
Der weitaus bessere und nachhaltigere Weg besteht darin, die Plattformen, KI-Anwendungen und Videospiele gesetzlich zu zwingen, manipulative Sucht-Designs abzuschalten, und sie für die Verbreitung von Hetze, Gewalt und manipulativen Inhalten haftbar zu machen. Die Beweislastumkehr ist hierbei ein guter Weg: Die Anbieter sollen künftig aktiv beweisen müssen, dass ihre Dienste sicher sind und den gesetzlichen Vorgaben für den Kinder- und Jugendschutz entsprechen.

Forum Prävention - Manuel Oberkalmsteiner, Co-Koordinator der Fachstelle Sucht und Fachbereichsleiter Digitale Lebenswelten

 

 

MitfahrApp LightRide – es bewegt sich etwas

Ein Novum im Bereich der Mobilität hat das Potential eine wesentliche Veränderung für alle Verkehrsteilnehmer zu erwirken und ehrenamtlichen Vereinen deutlich unter die Arme zu greifen. Worum geht es? Die neu entwickelte MitfahrApp LightRide erleichtert es Fahrgemeinschaften zu bilden und ehrenamtliche Vereine finanziell zu unterstützen. Großes Interesse von Seiten vieler Einrichtungen und Organisationen für diese Neuerung lässt auf eine breite Anwendung hoffen.
Die Umweltschutzgruppe Vinschgau hat heuer in Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsberater Sergio Fedele ein Projekt gestartet, um der Bildung von Fahrgemeinschaften einen erneuten Impuls zu verleihen und diese für die Interessierten zu erleichtern. Sergio Fedele (Meran/Bologna) hat zusammen mit seinem Team die MitfahrApp LightRide entwickelt. Diese kann kostenlos heruntergeladen und genutzt werden (www.lightride.it)
Mit der MitfahrApp LightRide sind ökologische und solidarische Entscheidungen einfache Gesten: Verkehrsteilnehmer können eine Fahrt finden oder eine anbieten und eine Spende an einen gemeinnützigen Verein leisten.
Der Mechanismus ist einfach: Man kann eine Anzeige als Fahrer oder Mitfahrer für eine einzelne oder wiederkehrende Fahrt schalten und andere Benutzer, die die gleiche Route fahren müssen, antworten, um einen Sitzplatz anzubieten oder einen zu bekommen. Der Fahrer hat die letzte Wahl, ob er den Kostenbeitrag behält oder ihn an einen gemeinnützigen Verein seiner Wahl spendet. LightRide ermöglicht es dem Fahrer, einen Verein seinen Neigungen und seinen Interessen entsprechend auszuwählen. Der Beitrag geht sodann vollständig an den Verein.
Die alltägliche Mobilität wird so zu einem solidarischen Akt mit positiven Auswirkungen:
• das Verkehrsaufkommen wird verringert
• die CO2 Emissionen werden reduziert
• die finanziellen Zuwendungen für gemeinnützige Vereine steigen
• mehr zwischenmenschliche Beziehungen werden ermöglicht
• jeder kann Fahrtkosten sparen
Um die Sicherheit der Fahrer und Mitfahrer zu gewährleisten und die Vertrauenskette zu schließen, wurden mehrere Sicherheitsfilter eingebaut: So kann u. a. jeder bis zu 10 Personen den Einladungslink schicken oder Betriebe können ihre Mitarbeiter zertifizieren. Die Höhe des Kilometergeldes, das vom Fahrer eingehoben wird, richtet sich nach den gängigen gesetzlichen Bestimmungen. Wenn ein gemeinnütziger Verein auf die Liste von LightRide aufgenommen werden möchte, kann er sich an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. wenden.

für die Umweltschutzgruppe Vinschgau, Karl Zerzer