Zum Hauptinhalt springen

Leserbriefe

Leserbriefe 17-2026

veröfftl. am 19. August 2026

Schwimmbäder meiden?

Verschiedene Studien aus Europa berichten, dass viele Mädchen und junge Frauen aus Scham über ihren Körper oder aus Angst vor wertenden Kommentaren Schwimmbäder, Strände und all jene Orte meiden, an denen der Körper zur Sachau gestellt wird.
Laut Statistiken aus unserem Lande meiden 13 % der Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren Schwimmbäder, mehr als 50 % geben jedoch an, bereits wertende Kommentare über ihr Aussehen erlebt zu haben.
Nach den Diskussionen der vergangenen Wochen rund um das Schwimmbad von Salurn, bin ich gestern gemeinsam mit etwa fünfzig anderen Frauen von 18:30 bis 19:30 Uhr dort schwimmen gewesen. Das Wetter war uns nicht wohlgesonnen, aber aus Neugier machte ich mich mit einigen Freundinnen auf den Weg in Richtung Süden.
Ich bin inzwischen eine reife Frau und habe mich in meinem Körper nie besonders unwohl gefühlt. An blöde Kommentare oder an durchdringende Blicke auf Busen und Hintern, habe ich mich – wie viele, vielleicht wie alle Frauen – gewöhnt. Wenn möglich, gehe ich lieber an Frauenabenden in die Sauna, aber dieselbe Erfahrung hatte ich im Schwimmbad noch nie gemacht.
Im Bikini über die Wiese zu laufen, ohne diese eindringlichen Blicke auf sich zu spüren, an die wir uns eben gewöhnt haben, war ausgesprochen angenehm. Ein tiefes Gefühl von Freiheit.
Es wäre sehr schön, wenn alle Schwimmbäder, auch in Bozen, Meran, Klobenstein oder Gargazon, Frauen die Möglichkeit geben würden, einige Stunden pro Woche unter sich zu sein.
Ohne Polemik, ohne jegliche Diskriminierung – einfach, weil man weder Muslimin noch unterdrückt sein muss, um es angenehm zu finden, ab und zu im Badeanzug zu sein, ohne dabei aufdringliche Blicke von Männern auf sich zu spüren.
Ich weiß, viele Männer fühlen sich von solchen Argumenten angegriffen und müssen immer wieder betonen: Nicht alle Männer sind so …
Aber glaubt mir: Ich habe 60 Jahre Erfahrung, und es müssen wirklich nicht alle so sein. Es reicht schon einer. Und an öffentlichen Orten, in Schwimmbädern, in Lokalen, auf der Straße begegnen wir immer wieder einem, der glaubt, er müsse kommentieren, urteilen oder so eindringlich schauen, dass es unangenehm wird. Lasst uns bitte ab und zu einfach darauf verzichten.

Raffaela Vanzetta
Koordinatorin Fachstelle Essstörungen
im Forum Prävention

 

Baustart

Baustart für das EU-geförderte Projekt PARTES – Energetische Sanierung der Mittelschule „Peter Mitterhofer“ in Partschins:
Am 17. Juni 2026 sind die Bauarbeiten des Projekts PARTES – Energetische Sanierung der Mittelschule „Peter Mitterhofer“ in Partschins gestartet. Das Vorhaben wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2021–2027, Priorität 2 „GREEN“, kofinanziert und zielt darauf ab, die Energieeffizienz des Schulgebäudes deutlich zu verbessern.
Die Arbeiten umfassen die Dämmung der Außenhülle, der Decke und des Daches sowie den Austausch der Fenster und Eingangstüren. Dadurch soll die Energieeffi-zienzklasse des Gebäudes von KlimaHaus F auf KlimaHaus B verbessert werden.
„Mit dem Baustart investieren wir in eine energieeffiziente und zukunftsfähige Schule für Partschins“, betont Bürgermeister Alois Forcher.
Das Projekt verfügt über ein Gesamtbudget von 1.363.053,43 Euro, wovon 80 % durch den EFRE finanziert werden. Die Umsetzung ist bis Dezember 2026 vorgesehen. Mit diesem Projekt investiert die Gemeinde Partschins in die Modernisierung ihrer öffentlichen Infrastruktur und in mehr Nachhaltigkeit.
Die Gemeindeverwaltung von Partschins

 

Schlanders setzt wichtigen Impuls

Beschlussantrag der Süd-Tiroler Freiheit zur Förderung von Klein- und Kleinstunternehmen einstimmig angenommen
Der Gemeinderat von Schlanders hat in seiner Sitzung vom 30. Juli 2026 einen Beschlussantrag der Süd-Tiroler Freiheit zur Einführung einer gezielten Wirtschaftsförderung für Klein- und Kleinstunternehmen einstimmig angenommen. In den letzten Jahren haben mehrere Gemeinden in Süd-Tirol vergleichbare Fördermodelle umgesetzt. Auch in Schlanders lag der Vorschlag seit 2015 auf dem Tisch, wurde jedoch aufgrund von Bedenken bezüglich der Gesetzmäßigkeit solcher Förderungen bislang nicht realisiert. Der Südtiroler Gemeindenverband hat gemeinsam mit dem Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol eine Musterverordnung samt Rechtsgutachten ausgearbeitet und den Gemeinden im April des Jahres übermittelt. Nun sind nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit die Voraussetzungen für eine konkrete Umsetzung geschaffen.
„Es ist höchst an der Zeit, dass wir den vielen Ankündigungen jetzt auch konkrete Maßnahmen folgen lassen. Unsere Kaufleute, Dienstleister und Wirtschaftstreibenden leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag zur Nahversorgung, zur Lebensqualität und zur Attraktivität von Schlanders. Diese Leistung verdient nicht nur Anerkennung und Dank, sondern auch eine aktive Unterstützung durch die Gemeinde“, erklärt Karin Meister.
Die geplante Verordnung soll der Gemeinde ermöglichen, die Ansiedlung von Klein- und Kleinstunternehmen durch wirtschaftliche Beiträge beziehungsweise Kostenrückerstattungen gezielt zu fördern. Die konkreten Förderkriterien können an die Bedürfnisse von Schlanders angepasst werden. So kann festgelegt werden, welche Branchen besonders unterstützt werden, ob etwa Jungunternehmer, Neugründer oder Unternehmerinnen besondere Berücksichtigung finden und ob sich die Förderung auf leerstehende Geschäftslokale, den Hauptort oder auch die Fraktionen erstrecken soll.
Gerade nachdem Schlanders im Januar 2026 mit dem europäischen Einzelhandelspreis „European Capitals of Small Retail“ ausgezeichnet wurde, soll dieses Bekenntnis zum lokalen Handel nun mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden. Ziele der neuen Förderung sind die nachhaltige Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung, die Belebung der Ortszentren, der Abbau von Leerständen und die langfristige Stärkung des Wirtschaftsstandortes Schlanders.
Mit der einstimmigen Annahme des Beschlussantrages wird der Gemeindeausschuss aufgefordert, dem Gemeinderat innerhalb der kommenden sechs Monate eine an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Verordnung zur Genehmigung vorzulegen.
Karin Meister bedankt sich bei allen Gemeinderäten für die breite Unterstützung und die Anerkennung, dass gezielte wirtschaftliche Impulse notwendig sind, um bestehende Betriebe zu stärken, neue Unternehmen anzusiedeln und Schlanders als lebendigen und attraktiven Vinschger Hauptort weiterzuentwickeln.
Karin Meister, Fraktionssprecherin der Süd-Tiroler Freiheit Schlanders

 

HAIKU – Gedicht

Am Bergkamm ruht er
sich kurz aus, dann steigt er auf – der Erntevollmond.

© Helga Maria Gorfer

Kommentare und Anfragen zum Thema Haiku an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.