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Leserbriefe

Leserbriefe 19-2026

veröfftl. am 16. September 2026

Friedenserziehung: ein zentraler Auftrag der Schule

Die Schule ist neben der Familie der wichtigste Lernort, an dem Kinder und Jugendliche den respektvollen Umgang miteinander und die gewaltfreie Lösung von Konflikten lernen. Friedenserziehung ist kein einzelnes Schulfach, sondern eine Haltung und ein Konzept für den gesamten Schulalltag und ein Auftrag an alle Unterrichtenden. Sie verbindet das Miteinander im Klassenzimmer mit der Vermittlung von Wissen, aber nicht nur über globale Konflikte, sondern auch über deren Ursachen und über mögliche Mittel zur friedlichen Lösung. Dazu braucht es eine souveräne und kritische Haltung der Lehrkräfte, die sich vom Mainstream in Politik und Medien nicht mitreißen lassen.
Ein wichtiges Ziel der Friedenserziehung ist die Stärkung der Toleranz. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Lernens steht der Respekt vor anderen Meinungen, Kulturen und Lebensweisen. So kann die Schule ein
Friedensraum werden, der auf die Familien und die Gesellschaft ausstrahlt, damit wir eine große Menschheitsfamilie werden.
Friede wächst von ganz unten. Die Mächtigen oben profitieren von Konflikten.
Für den „Friedensblog Südtirol“: Erwin Demichiel, Susanne Elsen, Johannes Fragner Unterpertinger, Sepp Kusstatscher, Arno Teutsch

 

Politik der schönen Bilder

Bei der medienwirksamen Jubiläumsfeier zum 120-jährigen Bestehen der Vinschgerbahn am 18. Juli, an der auch zahlreiche hochrangige Politiker teilnahmen, wurde neben dem Jubiläum der neue elektrifizierte Zug der Vinschgerbahn präsentiert. Für jene, die täglich auf die Bahn angewiesen sind, gibt es allerdings wenig zu feiern: Pendler, Schüler und andere regelmäßige Fahrgäste erleben weiterhin einen öffentlichen Verkehr, der von technischen Problemen, Ausfällen und erheblichen Verspätungen geprägt ist.
Technische Störungen gehören weiterhin zum Alltag. Von Fahrgästen werden unter anderem längere Aufenthalte von rund 20 Minuten in Marling oder mehr als 40 Minuten im Bereich Schlanders berichtet. Auch Verspätungen von deutlich über einer Stunde kommen vor. Wer pünktlich ankommen will und nicht aufs Auto ausweichen kann, muss entsprechend mehr Zeit einplanen.
Auch beim parallel eingesetzten Busersatzverkehr kommt es laut Fahrgästen wiederholt zu verspäteten Abfahrten, fehlenden Anschlüssen, Ausfällen ohne Information und Kapazitätsproblemen zu stark frequentierten Zeiten sowie zur Hochsaison.
Ab dem 7. September wird der Bahnbetrieb schrittweise ausgeweitet: Elektrozüge verkehren dann zwischen Mals und Latsch, während zwischen Latsch und Meran vorerst weiterhin Dieselzüge eingesetzt werden. Der direkte Busersatzdienst zwischen Mals und Meran bleibt bestehen. Ob diese Maßnahmen die bestehenden Probleme tatsächlich lösen, bleibt abzuwarten.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Umfahrung von Kastelbell. Nur wenige Wochen nach der feierlichen Eröffnung muss die Umfahrung wegen Ausbesserungsarbeiten am Asphalt erneut gesperrt werden. Es hatten sich Bodenwellen gebildet. Warum diese entstanden sind, weiß man nicht, als mögliche Ursache wurden unter anderem die hohen Temperaturen während der Sommermonate genannt. Oder war es vielleicht doch die hektische Fertigstellung, um den Termin der bereits geplanten Einweihungsfeier einzuhalten?
Für Pendler, Schüler und alle, die täglich auf die Infrastruktur angewiesen sind, stellt sich damit eine grundsätzliche Frage: Ist es der Südtiroler Politik wichtiger, medienwirksame Feiern abzuhalten – oder Projekte so durchzuführen und abzuschließen, dass sie der Bevölkerung tatsächlich einen qualitativen Mehrwert bieten?
Entscheidend sollte nicht sein, wie eindrucksvoll ein Projekt präsentiert wird, sondern ob es im Alltag zuverlässig funktioniert.
Julian Waldner St. Valentin auf der Haide

 

Eine wahre Geschichte

Einer Bekannten wurde kürzlich ein neues Hüftgelenk eingesetzt, die OP war gut verlaufen, aber sie konnte aufgrund persönlicher Umstände nicht nach Hause entlassen werden. Die Ärzte suchten außerhalb der Krankenhausstruktur nach einer geeigneten Unterbringung. So verlegte man sie drei Tage nach der OP in eine Privatklinik, finanziert durch eine Konvention mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb. Leider erwarteten sie dort viele unangenehme Überraschungen. Man brachte sie in ein Dreibettzimmer, ohne eigenem Bad, für jede Notdurft wäre ein Weg über den Gang notwendig gewesen, was so kurz nach ihrer OP nicht zumutbar war. Endlich kam sie in ein Zweibettzimmer mit Bad, doch auch dort waren die Umstände nicht weniger risikoreich, ein instabiler WC-Aufsatz, hätte sie beinahe zu Sturz gebracht, daneben quillte der Papierkorb über, die Kloschüssel war ständig mit Stuhl verschmutzt, Papierhandtücher lagen verstreut auf dem Boden, niemand schien davon Notiz zu nehmen, man sprach von Personalmangel. Tagsüber kam der unangenehme Lärm der Umbauarbeiten dazu und in der Nacht war es die betagte, teilweise demente Bettnachbarin, die einfach nicht zu Ruhe kam. Große Sorgen bereitete meiner Bekannten der Gedanke an eine mögliche Infektion mit einem Krankenhauskeim, da sie bereits Erfahrungen damit gemacht hatte. Nach wenigen Tagen war sie am Ende, das war Stress, keine Erholung, sie wollte nur noch raus. Die Frischoperierte telefonierte mehrmals vergeblich mit Mitarbeitern der Abteilung im Krankenhaus, wo sie operiert worden war, um eine Lösung für das Problem zu finden. Daraufhin hat sie sich an mich gewandt und ich habe den Landtagsabgeordneten Dr. Franz Ploner um Rat gefragt. Er bestätigte mir, dass dies kein Einzelfall sei und bot mir an, sich um einen Platz im Salus zu bemühen. Das hätte tatsächlich geklappt, scheiterte aber daran, dass sich kein Arzt finden ließ, der eine entsprechende Bewilligung ausstellen wollte,- oder konnte? So entließ sich meine Bekannte eigenmächtig und kehrte trotz widriger Umstände nach Hause zurück, wo ihr vom Hausarzt Reha-Therapien verschrieben wurden. Unglaublich ist die Tatsache, dass sie diese nicht vormerken konnte, weil dafür zuerst eine Visite beim Physiater notwendig ist. So vergehen Wochen, ohne dass Patienten notwendige Therapien erhalten, obwohl in unserem Gesundheitsbetrieb scheinbar alles wunderbar klappt. Ich betrachte diesen und ähnliche Begebenheiten als einen Skandal. Dr. Ploner wird eine Anfrage an den zuständigen Landesrat stellen, um Genaueres über Hygienekontrollen in Privatkliniken und deren finanziellen Beiträge zu erfahren.
Dorothea Kurz, Team K

 

HAIKU – Gedicht

Weihrauch steigt auf –
zum Abschied Herbstlicht im
Buntglasfenster.

© Helga Maria Gorfer

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