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Leserbriefe 6-2026

veröfftl. am 18. März 2026

Vinschgau begrüßt Ausnahmeregelung


Die Entscheidung der Landesregierung, strukturschwächeren Gemeinden weiterhin touristische Entwicklung zu ermöglichen, wird im Vinschgau positiv aufgenommen. Dass fast alle Vinschger Gemeinden in die entsprechende Liste aufgenommen wurden, sei ein wichtiges Signal für die Zukunft des Tales. Dass einzig die Gemeinde Latsch nicht mit in die Liste aufgenommen wurde ist für uns sehr schade. Im Vinschgau sehen wir uns als eine einzige gemeinsame Zone mit touristischem Entwicklungsbedarf. Daher gehört die Gemeinde Latsch unbedingt mit dazu, so Prieth.
„Die Entscheidung zeigt, dass die Landesregierung die unterschiedlichen Ausgangslagen der Talschaften und Bezirke anerkennt“, betont Franz Prieth, Bürgermeister von Graun und Tourismusreferent der Bezirksgemeinschaft Vinschgau. „Während einige touristische Hochburgen an ihre Grenzen gestoßen sind, verfügt der Vinschgau weiterhin über Entwicklungsspielraum, der verantwortungsvoll genutzt werden kann.“
Prieth bedankt sich ausdrücklich bei Tourismuslandesrat Luis Walcher für diesen Schritt. „Mit dieser Lösung wird deutlich, dass eine einheitliche Regelung für ein so vielfältiges Land wie Südtirol nicht allen Talschaften gerecht werden kann.“ Im Vinschgau gehe es dabei nicht um neue großflächige Entwicklungen, sondern um die Zukunft der bestehenden Betriebe. „Entscheidend ist, dass die bereits ausgewiesenen Tourismuszonen gesichert bleiben und sich die Betriebe innerhalb der bestehenden Möglichkeiten weiterentwickeln können“, erklärt Prieth. „Das schafft Perspektiven für Arbeitsplätze, Investitionen und lebendige Dörfer.“ Gerade in einem peripheren Tal wie dem Vinschgau sei der Tourismus ein wichtiger Bestandteil des wirtschaftlichen Gefüges. Er sichere Einkommen für viele Familien, stärke die lokale Wertschöpfung und trage wesentlich dazu bei, dass Nahversorgung, Gastronomie und Dienstleistungen im Tal erhalten bleiben. Gleichzeitig helfe eine
stabile wirtschaftliche Entwicklung, Abwanderung zu verhindern und jungen Menschen
Perspektiven im Tal zu geben. Der Vinschgau sehe seine Rolle dabei nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch im Sinne einer ausgewogenen Gesamtentwicklung Südtirols. „Ein starkes Südtirol braucht starke Talschaften und Bezirke in allen Landesteilen“, sagt Prieth. „Wenn periphere Räume Perspektiven behalten, profitieren letztlich das ganze Land und seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität.“ Die Gemeinden des Vinschgaus werden nun gemeinsam prüfen, wie die bestehenden Möglichkeiten sinnvoll genutzt werden können. Ziel sei eine Entwicklung, die
Arbeitsplätze sichert, Investitionen ermöglicht und gleichzeitig den Charakter des Tales bewahrt. „Es geht nicht darum, neue Flächen zu erschließen“, so Prieth abschließend. „Es geht
darum, den Betrieben im Tal Zukunftsperspektiven zu geben und den Lebensraum Vinschgau nachhaltig zu sichern.“
Pressemitteilung, BM Franz Prieth


Söleshof in Glurns - Heimatpflege bedauert Aufhebung des Denkmalschutzes


Mit Bedauern reagieren der Heimatpflegeverband Südtirol, der Heimatpflegebezirk Vinschgau und der Heimatpflegeverein Glurns auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Bozen, die Unterschutzstellung des Söleshofs bei Glurns aufzuheben. Das Gericht hat damit einen Beschluss der Landesregierung vom Oktober 2025 aufgehoben, mit dem der Hof auf Vorschlag des Landesdenkmalamtes unter Denkmalschutz gestellt worden war.
Der Söleshof gehört zu den wenigen historischen Hofstellen außerhalb der Stadtmauer von Glurns. Seine ältesten Bauteile reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Gerade diese über viele Generationen hinweg gewachsene Baugeschichte macht den besonderen kulturhistorischen Wert des Hofes aus. Solche Gebäude erzählen von der Lebenswelt vergangener Generationen: von ihren Wohnformen, ihrem Glauben und ihren Alltagspraktiken. Sie sind damit nicht nur architektonische Objekte, sondern Träger kultureller Erinnerung und Teil unserer gemeinsamen Geschichte. „Der Söleshof zeigt eindrucksvoll, wie über Generationen hinweg gebaut und weitergelebt wurde. Solche Gebäude sind keine austauschbaren Baukörper, sondern gewachsene Orte mit großer kultureller Bedeutung für unser Land“, betont Claudia Plaikner, Obfrau des Heimatpflegeverbandes Südtirol.
Dass die Landesregierung und das Landesdenkmalamt den Söleshof als schützenswert erkannt haben, verdient aus Sicht der Heimatpflege große Anerkennung. Die Entscheidung, das Gebäude im Oktober 2025 unter Denkmalschutz zu stellen, sei ein wichtiges Signal für den verantwortungsvollen Umgang mit historischer Bausubstanz gewesen. „Gerade im Vinschgau sind solche historischen Hofstellen ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft“, erklärt Franz Fliri, Bezirksobmann des Heimatpflegebezirks Vinschgau. Sie zeigten, wie eng Baukultur, Landschaft und Geschichte miteinander verbunden seien. Immer wieder zeige sich, dass hinter scheinbar unscheinbaren Gebäuden wertvolle historische Substanz verborgen sein kann. Bauten wie der Söleshof seien daher weit mehr als alte Gebäude – sie sind Zeugnisse einer über Jahrhunderte gewachsenen Bau- und Kulturlandschaft.
Der Hof wurde bei einem Brand im Jahr 2020 teilweise beschädigt. Dennoch zeigt die Erfahrung mit vergleichbaren historischen Gebäuden, dass solche Bauten eine bemerkenswerte bauliche Robustheit besitzen und grundsätzlich erhalten werden können. Für Jürgen Wallnöfer, Obmann des Heimatpflegevereins Glurns, steht daher viel auf dem Spiel: „Der Söleshof ist ein außergewöhnliches Beispiel bäuerlicher Baukultur im Obervinschgau. Sein Verlust wäre nicht nur für Glurns, sondern für die gesamte Region ein schmerzlicher Verlust.“ Der Umgang mit historischer Bausubstanz ist letztlich auch eine Frage gesellschaftlicher Verantwortung. Gebäude wie der Söleshof sind Teil unseres kulturellen Erbes – ihr Erhalt liegt im Interesse der gesamten Gemeinschaft.
Der Heimatpflegeverband Südtirol, der Heimatpflegebezirk Vinschgau und der Heimatpflegeverein Glurns sprechen dem Landesdenkmalamt und der Landesregierung ihre Unterstützung aus und hoffen, dass weiterhin nach Möglichkeiten gesucht wird, den kulturhistorisch wertvollen Hof zu erhalten.
Pressemitteilung Heimatpflegewverband
Südtirol, 7. März 2026


Richtigstellung:


Der zuständige Referent für Eigenverwaltungen, Agrargemeinschaften, Landwirtschaft, Tourismus, Forst und Jagd Thomas Plack und der Bürgermeister Gustav Tappeiner bestätigten, dass auf der Gemeinde kein Projekt oder Anfrage zur Reaktivierung des ehemaligen Verbindungssteiges zwischen der Trumser Albl und Stierbergalm aufliege oder in der Gemeindeverwaltung besprochen wurde. Thomas Plack informiert den Gemeinderat, dass er sich bei der ONLINE Sitzung zu Wort gemeldet hat und sich als Vermittler für einen Austausch des Sachverhaltes zwischen der Agrargemeinschaft Trumsberg und Revierleitung Kastelbell-Tschars angeboten hat.
der BM Gustav Tappeiner


HAIKU – Gedicht

Dort wo der Wald
endet, mit Frühlingsluft
gefüllte Flügel.

©Helga Maria Gorfer

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