Leserbriefe 9-2026
Gehaltsverhandlungen Schule: Amhof soll bei den Fakten bleiben
Die Aussagen der Landesrätin Magdalena Amhof in den letzten Tagen sorgen nicht nur innerhalb der Lehrerschaft für Unmut, sondern irritieren auch uns. Bereits ein möglicher „Versprecher“ im Landtag erschien fragwürdig, doch angesichts der jüngsten öffentlichen Äußerungen, die teils irreführende Informationen enthalten, halten wir eine faktenbasierte Debatte für unabdingbar.
Festzuhalten ist, dass der Unterricht trotz eines besonderen Jahres in Qualität und Engagement nicht nachgelassen hat. Lehrpersonen haben durch das Aussetzen außerschulischen Tätigkeiten auf die prekäre Situation im Bildungsbereich aufmerksam gemacht.
Fakt ist außerdem, dass die Gehälter der Lehrpersonen, insbesondere an staatlichen Schulen, nicht nur landesweit am unteren Rand liegen, sondern auch hinter jenen des übrigen Landespersonals zurückbleiben. Die unattraktiven Gehälter gefährden langfristig das Interesse von Nachwuchs, unter anderem gegenüber Nachbarländern wie Österreich, wo deutlich andere Bezüge gezahlt werden. Das birgt ein ernstes, zukunftsweisendes Problem für die Schule in Südtirol. Insbesondere im Bereich der Mittel- und Oberschulen zeigt sich dieses Problem deutlich, da viele junge Lehramtabsolvent:innen nach ihrem Studium im Österreich aufgrund der dort wesentlich attraktiveren Rahmen-bedingungen nicht mehr nach Südtirol zurückkehren.
Dass nun auch noch ein Teil der Gelder erst nach Abschluss eines Vertrages und nicht rückwirkend ab 1. Januar 2026 ausbezahlt werden soll, können wir nicht mittragen! Zwischen Januar und März hatten wir als Gewerkschaftsorganisationen mehrfach mündlich und schriftlich um die notwendigen Daten gebeten, die für die Berechnungen der einzelnen Positionen nötig sind. Erst in der zweiten Monatshälfte im März wurden uns die Daten schrittweise übermittelt. Der Richtlinienbeschluss zur Verhandlungsrahmenordnung wurde am 1. April 2026 veröffentlicht. Unter diesen Bedingungen war es nahezu unmöglich, den Vertrag unter Dach und Fach zu bringen, wenn das Ziel war, mit dem verfügbaren Geld ein möglichst ausgewogenes Ergebnis zu erzielen, welches zum einen die Neueinsteiger animieren und gleichzeitig Wertschätzung für länger im Dienst Stehende sein soll.
Um auf Augenhöhe miteinander sprechen zu können, ist es notwendig, dass alle Beteiligten Transparenz zeigen und konstruktive Lösungen ermöglichen.
Petra Nock,
Südtiroler Schulgewerkschaft SSG im ASGB
Nachruf auf Alois Brunner
Die Marktgemeinde Prad ist um eine großartige Persönlichkeit ärmer geworden. Brunner Lois, ein hochbegabter Musiker hat uns für immer verlassen.
Zeitlebens beschäftigte er sich mit Musik. Musik war sein Lebenselizier. Früh wurde sein musikalisches Talent entdeckt. Als Autodidakt und durch akribische Kleinarbeit, in Kursen und Schulungen brachte er sich das nötige pädagogische wie musikalische Rüstzeug bei. Mit viel Umsicht und bespielhafter Zuverlässigkeit leitetete Lois 50 Jahre den Kirchenchor Prad/Agums. Es war ihm nichts zu streng und zu mühselig. Mit enormer Fachkenntnis und ausgeprägter Musikalität fand er stets im immens großen Repertoire der Kirchenmusik die entsprechende Literatur, immer dem liturgischen Kalender angepasst. Seinem feinen Orgelspiel zuzuhören war ein Hochgenuss. Die Kirche war fast sein Zuhause, er übte viel und intensiv.
Das Dirigat beherrschte er bis ins Detail. Großen Wert legte er auf die Harmonie, die Rhythmik, die Intonation, die klare Aussprache und den korrekten Gesang. Mit viel Geduld, Sach- und Fachkenntnis übte er mit den Chorleuten. Sein ruhiges Wesen, sein Sinn für Ordnung und Klarheit wirkten sich maßgeblich auf die Qualität der Gesänge aus. Gewissenhaft bereitete er den Chor auf die verschiedensten kirchlichen Feiern vor. Auch viele Trauungen und Beerdigungen begleitete er musikalisch. Es musste einfach alles perfekt sein. Besonders liebte er lateinische Choräle und motivierte den Chor zu Höchstleistungen. Bei hohen Feiertagen war Lois in seinem Element. Dabei ertönte die Orgel in voller Pracht. Er holte alles heraus, was eine Orgel nur hergeben konnte und erfüllte den gesamten Kirchenraum mit herrlichen Klängen.
Heute erinnern sich noch einige Leute, wie sie als Kinder in der Gumser Kirche den Blasbalg treten durften. Das Hören und Spielen der Musik wurden durch seinen tiefen Glauben inspiriert und intensiviert. Jahrelang arbeitete er für einen Obulus zur Ehre Gottes. Lois spielte auf dem Harmonium in der „St. Johann“- Kirche, in der Pfarrkirche „Maria Königin“ , dann auf der elektronischen Orgel, bis 1989 die neue Orgel angekauft wurde. Bei ihrer Anschaffung spendierte er auch eine Orgelpfeife. Lois kümmerte sich zeitlebens um den korrekten Umgang und um die Instandhaltung der Orgel. Die Prader Musikkapelle bereicherte er viele Jahre hindurch mit dem Spiel der Klarinette. In Prad gründete er den Männergesangsverein, der neben weltlichen Liedgut auch kirchliche Feiern mitgestaltete, vorwiegend am Dreikönigfest. Der Chorauftritt im ORF und die Teilnahme beim Südtiroler Volksmusikwettbewerb wurden mit Bravour bestanden. Beim Schlanderser Männergesangsverein sang er mit, öfters auch als Solist.
Mit einigen gleich gesinnten Männern aus Prad und Umgebung, darunter seinem Bruder Walter, gründete er die „Wurzelgrober“- Band, die auf Bällen und bei Gartenfesten für Stimmung sorgte. Er spielte Gitarre und sang dazu in einem wunderschönen Bariton. Noch im hohen Alter besuchte Lois Fortbildungen und ließ sich vom „Neuen geistliches Lied“ inspirieren.
Luis investierte viel Zeit in die Musik, er lachte viel und meinte, dass Freude in jedem Menschen aufgehen solle. Der Tod seiner Frau war für Luis ein harter Schlag. Alleine kümmerte er sich nun hingebungsvoll um seine fünf Kinder und ermöglichte ihnen eine gediegene Ausbildung. Drei von ihnen schlugen ebenfalls einen musikalischen Weg ein.
Der Kirchenchor Prad, Chorleiter*innen und Sänger*innen aus dem Vinschgau danken dir aus ganzem Herzen. Du hast bedeutende Akzente gesetzt. Ein wunderschönes „Ave Maria“ von Gounod und ein „Panis Angelicus“, gesungen von der bekannten Solistin Sabina Willeit, begleitet an der Orgel von ihrem Freund, das Harfenspiel von Gernot Niederfriniger und die Gargitzer Bläsergruppe
verschönerten würdevoll die Verabschiedung.
Mit dem Magnificat von Ignaz Mitterer, unter der Leitung von Ernst Thoma, erwies der Kirchenchor Prad, gemeinsam mit Bekannten und Freunden, Lois die letzte Ehre, als Dank und Ausdruck der hohen Wertschätzung.
Mögen dich viele Posaunenklänge, Engelschöre und Baritonstimmen in der ewigen Heimat empfangen. Vergelt‘s Gott, pfiati, Lois.
Für den Kirchenchor Gertraud Pobitzer
Leserbrief „Dann brauchen sie keine Pflege mehr“
Pflegemaßnahmen an Bäumen und Sträuchern kann doch nicht heißen, sie radikal zu entfernen, wie es kürzlich in einem Teil des Kasernenareals in Schlanders geschehen ist. Dann brauchen sie keine Pflege mehr. Dabei weiß doch jeder, wie wichtig Bäume und Sträucher in unserer Zeit des Klimawandels sind. Mit Naturschutz und Ökologie zu punkten ist zu wenig. Echter Naturschutz zeigt sich im achtsamen und verantwortungsvollen Handeln. Schlanders ist eben anders, und das nicht nur im positiven Sinn!
Anna Wielander Platzgummer