Missbrauch darf kein Tabuthema sein
Sie sensibilisieren zum Thema Missbrauch:. v. l. Gernot Paulmichl, Damaris Frank und Dagmar Paulmichl auf dem Georgimarkt
Nachdem Gernot Paulmichl aus Stilfs das Schweigen gebrochen und den Missbrauch durch den Ortspfarrer öffentlich gemacht hatte (der Vinschgerwind hat in der Ausgabe Nr. 3 vom 05.02 2026 darüber berichtet) kam in ganz Südtirol eine Welle ins Rollen. Und Gernot, der durch die bitteren Ereignisse gesundheitlich angeschlagen ist, schaffte daraufhin auch ein Interview mit Astrid Kofler für RAI Südtirol. Viele Betroffene meldeten sich bei ihm und erzählten ihr Leid. Aktiv wurde auch Damaris Frank, die nun mit Gernot Paulmichl und seiner Frau Dagmar an die Öffentlichkeit geht. Ihr Ziel ist es, das Thema Missbrauch weiter zu verfolgen und nicht wieder in der Verschwiegenheit verschwinden zu lassen. Die Drei wollen sensibilisieren und Betroffenen Mut machen, ihr Schweigen zu brechen, um für sich einen Weg zu finden, die traumatischen Ereignisse aufzuarbeiten. Denn, wie Gernot, gibt es viele Betroffene, die alles heruntergeschluckt haben, die stumm vor sich hin leiden, oft von gesundheitlichen Beschwerden belastete sind, und in ihrem Umfeld auf Unverständnis stoßen, weil die Ursache des Leidens bedeckt ist. Die kleine Initiativgruppe war nun erstmals beim Georgimarkt in Mals mit einem Marktstand vertreten. Gernot, Damaris und Dagmar boten Informationsmaterial an und stellten sich den Fragen der Menschen. Das Interesse war groß. Gernot erhielt viel Lob für den Mut seine Geschichte öffentlich zu machen. Und mehrere Betroffene outeten sich. „Missbrauch und Gewalt dürfen in der Gesellschaft nicht länger tabu sein“, betont Damaris Frank. „Das Thema muss angesprochen werden. Uns geht es um die Aufarbeitung von Missbrauchsereignissen und um die Vernetzung Betroffener. Und es geht uns vor allem auch um Prävention und speziell um den Schutz der Kinder. Dabei brauchen wir alle, Frauen, Männer, Politik und Klerus.“ Frank hat mittlerweile eine WhatsApp Gruppe unter dem Motto „Gemeinsam, stark, mutig sichtbar“ ins Leben gerufen, in der sich Betroffene vernetzen und austauschen können. (mds)
Telefonnummer der WhatsApp Gruppe: 0039 375 974 72 72