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Schlanders

Ordentlich Geld geschaufelt

veröfftl. am 13. Mai 2026

Zählt man die drei Summen zusammen, kommt man auf sage und schreibe 262.810 Euro. 121.690,08 Euro wurden von der Gemeinde Schlanders an die Firma Marx GmbH bezahlt, 121.599,60 Euro an die Firma Mair Josef & Co. KG und 19.520 Euro an die Firma Erdbau GmbH. Die Rede ist vom Abbruch der Kasernen Anfang Oktober 2022. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am 30. April 2026 stellte Gemeinderätin Gerda Platzgummer von der Bürgerliste eine detaillierte Anfrage. Die Kostenpositionen für die Nacht- und Nebelaktion des Abrisses der Kasernen wollte Platzgummer wissen, die Kosten des Teilabbruchs mit sechs Baggern, der Stillstandszeiten am Areal mit 24 Stunden Bewachung für zwei Wochen, die Sicherungsarbeiten, die Asbestsanierung usw.
Wortwörtlich hieß es in der Anfrage weiter: „Auf einen selektiven Rückbau und eine reguläre Ausschreibung wurde verzichtet – wodurch auch wegen der Asbestverunreinigungen – erhebliche Mehrkosten und nicht zuletzt auch ein hohes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung entstanden sind. Mehrere öffentliche Ämter wurden vorab nicht informiert. Sind die Mehrkosten durch eine Versicherung gedeckt oder muss der Steuerzahler dafür aufkommen? Wer trägt die Verantwortung?“
Georg Sagmeister, Sachbearbeiter des Antwortschreibens, General-Sekretär und Verwahrer des Kasernenareals schiebt jegliche Verantwortung von sich: Der Teilabbruch vom 5.10.2022 mit sechs Baggern wurde „auf der Grundlage der rechtskräftigen Anordnung des Bürgermeisters Nr. 83 vom 20.09.2022 an die beiden Firmen Mair KG und Marx GmbH vergeben und von diesen ausgeführt.....Die zuständigen und verantwortlichen Verwalter sahen „sich zum Handeln „gezwungen“....Die Frage einer Versicherungsdeckung stellte sich nicht, da die Verwaltung bewusst gehandelt hat und ihr bis heute kein Schaden angelastet wurde. Die Finanzierung erfolgte – wie bei öffentlichen Körperschaften üblich – über Steuermittel. Die Verantwortung für diese Maßnahmen lag bei den zuständigen Entscheidungsträgern, in erster Linie beim damaligen Bürgermeister.“ (ap)