Wie man die Kirche im Dorf lässt
v. l.: Jutta Pedri, Johannes Tappeiner und Stefan Ganterer von der Neuen Bürgerliste im Gemeinderat von Partschins: Man soll die Kirche im Dorf lassen
Kurz vor der Ratssitzung kamen noch einige Punkte auf die Tagesordnung. Das hat zu Verwunderung und zu Diskussionen im Gemeinderat von Partschins am 28. April gesorgt. Man habe die Frist für die Ansuchen der Vereine verlängert, auch weil man zu Beginn des Jahres noch nicht die Gelder zur Verfügung hatte, erklärte der Gemeindesekretär Auer auf die Frage vom Gemeinderat Stefan Ganterer (Neue Bürgerliste), welche Dringlichkeiten es denn gegeben habe, damit dieser Punkt auf die Tagesordnung gekommen ist. „Die Vereine sind uns etwas wert“, betonte BM Alois Forcher und deshalb habe man die Frist verlängert und es habe etwas gedauert, bis alle Ansuchen durchgeprüft worden sind.
Zu Diskussionen hat vor allem der Beitrag von 8.500 Euro für die Pfarrei von Partschins gesorgt. Johannes Tappeiner (Neue Bürgerliste) erinnerte an die vor zwei Jahren kontrovers geführte Diskussion (exklusiv im Vinschgerwind 6/2024). Damals hatte der Gemeinderat der Pfarrei 125.000 Euro zugesprochen, um eine angedrohte Ersitzungsklage über einen Grund von insgesamt 3 Hektar zu vermeiden. Im Gegenzug hatte sich der Gemeinderat geeinigt, der Pfarrei für mehrere Jahre -damals sprach man von 5 bis 6 Jahren - keine Beiträge mehr zu geben. Warum man jetzt die Meinung ändere, wollte Tappeiner dem Abweichen der damaligen Aussagen auf den Grund gehen. VizeBM Walter Laimer, sagte, dass er nicht verantworten möchte, wenn der Beitrag nicht genehmigt würde. Denn dann schaue es für die Pfarrei „schlecht aus“. Der Ausschuss hätte diese 8.500 Euro aus eigener Tasche bezahlen können, sagte Jutta Pedri. Im emotionalen Abstand der damaligen Gesprächssituation setzten sich plötzlich die Gemeindereferenten Ulli Schweitzer (die Pfarrei gehe umsichtig mit den Geldern um), Jasmin Ramoser (die Pfarrei habe einen großen sozialen Stellenwert) und Sabine Zoderer (es wäre dramatisch, wenn morgen Prozessionen fehlen) für den Beitrag für die Pfarrei ein. Es gehe nicht um die Pfarrei an sich, sondern um die Diskussion von damals, bei der man sich einig war, der Pfarrei wegen der damaligen Drohungen keine Beiträge für eine bestimmte Zeit mehr zu gewähren. Die 8.500 Euro gingen dann an die Pfarrei, die die Kirchenbeleuchtung damit finanzieren wird. Versöhnlich schloss dann der altersmäßige Gemeinderatsveteran Christian Perfler mit: „Die Kirche ist im Dorf zu lassen“. (eb)