Zum Hauptinhalt springen

Laas/Eyrs

Straßenbenennungen sind Kulturgüter

veröfftl. am 29. April 2026

Die Straße durch Laas erstrahlt in neuem Glanz und man könnte dies als Schwungrad für eine Straßenneubenennung nutzen

Straßenbenennungen sind Kulturgüter und spiegeln Auffassungen von Gemeinschaften wieder. Zumindest dann, wenn solche Straßenbenennungen gemeinschaftlich diskutiert und dann mehrheitlich getragen werden. In diversen Gemeinden sind Straßen- oder Gassenbenennungen oder gar Umbenennungen von vorhandenen Straßennamen seit längerem gesetzlich vorgeschrieben, vor dem Hintergrund, dass die Postdienste die Zustellungen zielgenauer gewährleisten können. Die letzte Postlergeneration, teilweise die heutige auch noch, hat die Gässchen und Eingänge, hat die Schluffe und Hinterhöfe noch gewusst und vor allem die Einwohner beim Namen gekannt. Aus heutiger Sicht mit unglaublich verkürzt anmutenden Anschriften haben Briefe und Postkarten vor Jahren noch ihren Adressaten gefunden. Heute ist dem nicht mehr so und vor allem für die Post Profit abwerfende Versandgiganten wie Amazon oder Temu, die in der Verteilungsmaschinerie offensichtlich eine Vorzugsschiene genießen, bestehen bei ihren Zustellungsdienstleistern auf zielgerichtete und zeitnahe Zustellung. Deshalb die gesetzliche Aufforderung an die Gemeinden, Straßen und Gassen auch in kleinsten Dörfern, in denen bisher die Gassen keinen Namen hatten, mit Namen zu versehen.
Oder gleichnamige Straßen innerhalb einer Gemeinde zu vermeiden oder, wenn vorhanden, durch Umbenennung aus dem Weg zu räumen.
In der Gemeinde Laas stehen Umbenennungen von einzelnen Gassen und Straßen an, aber die Gemeindeverwalter tun sich schwer damit. Eine breit angelegte Diskussion wurde bisher vermieden, so dass an Straßennamen als Kulturgüter gar nicht zu denken ist. Ab und zu flammt die Diskussion punktuell auf, um dann gleich wieder zu erlöschen. Nun flammt wiederum die Diskussion darüber auf, die „Vinschgaustraße“, die es so in den Fraktionen Laas und Eyrs gibt, in einem Ort umbenennen zu müssen. In einer demokratiepolitisch fragwürdigen Whats-App-Gruppe mit begrenzten Teilnehmern hat es auf Betreiben von BMin Verena Tröger schon mal eine Abstimmung gegeben, mit dem Ergebnis, dass die Eyrser „Vinschgaustraße“ äußerst phantasievoll in „Staatsstraße“ umbenannt werden solle. Den Eyrser Gemeinderat Rudi Gamper bedrängt man nun in Eyrs, im Gemeinderat auf die Laaser einzuwirken. Gamper ist der Meinung, dass die Diskussion über mögliche Straßenbenennungen und - umbenennungen auf einer breiten Ebene, auf Gemeindeebene diskutiert werden solle, damit entsprechende Ergebnisse möglichst wissenschaftlich-historisch eingeordnet und von einer breiten Mehrheit getragen werden können. (eb)