Unnötige Kavallerie
Der große Auftritt, den die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft von Trient für die Verhaftung von Andreas Tappeiner und Hugo Trenkwalder aufgefahren hat (um 5 Uhr in der Früh mit Hubschrauber und Carabinieri-Konvoi), war höchst unangemessen. Davon ist man nicht nur in Laas überzeugt, sondern wohl auch tal- und landesweit. Die Zeitungen waren in den vergangenen Tagen voll von dieser Verhaftungswelle, im Zuge der auch Rupert Rosanelli, Flavio Ruffini und Giulio Angelucci eingesperrt worden sind. Der Vorwurf: Angeblicher grenzüberschreitender illegaler Müllhandel. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Bereits vor zwei Jahren hat die Umweltpolizei NOE den Obmann der LEEG Andreas Tappeiner, Hugo Trenkwalder und Marco Burgo in das Ermittlungsregister eingetragen, mit ähnlichen Vorwürfen. Der Vinschgerwind hat damals in einem Artikel die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gemeinsam mit Andreas Tappeiner auseinandergeklaubt und im Inhalt hat sich seither kaum etwas verändert. Tatsache ist, dass in der LEEG bei der Holzvergaseranlage nicht „Asche“ sondern „Kohle“ als Nebenprodukt anfällt und in den großen Big-Bags vor den Toren der Leeg gesammelt wird. Auf europäischer Ebene wird diese „Kohle“ als möglicher Rohstoff anders gesehen als in der italienischen Gesetzgebung. Es wird spannend zu sehen sein, wie das die italienische Justiz aufdröseln wird. (eb)