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Schlanders/Bozen

„Ihr seids verantwortlich, dass die Ärzte bleiben“

veröfftl. am 27. Mai 2026

LR Hubert Messner und die SVP-Bezirks-obmannstellvertreterin Irmgard Gamper

Der Gesundheitslandesrat Hubert Messner scheut weder Konfrontation noch auf Zahlen basierte Tatsachen. Im Jahr 2020 sind südtirolweit 200.000 Notaufnahmen gemacht worden, im Jahr 2025 waren es rund 300.000. Die meisten Aufnahmen in der Ersten Hilfe seien „grüne und blaue Kodexe“, also nicht dringliche Behandlungen. Im Vinschgau sei der Gang in die Erste Hilfe ins Krankenhaus Schlanders auffallend. Messner will einen Paradigmenwechsel - weg von einer Krankenhaus-zentrierten hin zu einer Gesundheits-zentrierten Versorgung. Den Weg dahin hat Messner bei der SVP-Bezirksausschusssitzung eindrucksvoll vorgezeigt: Eine äußerst wichtige Säule sei die Prävention. Vor allem, weil die Südtiroler ganz wenig Gesundheitskompetenz haben. Bewegung, Ernährung und Regeneration - Achtsamkeit und Eigenverantwortung, Impfungen und die Inanspruchnahme von Screening seien wichtig für Krankheitsvorbeugungen.
Eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung werde mit den Gemeinschaftshäusern angestrebt. Dazu werden Hausärzte genauso benötigt wie Fachärzte. Die Medizin komme so zu den Leuten und nicht umgekehrt. Gegen das Ansinnen von Gemeinschaftshäusern wehren sich die Hausärzte. Die Hausärzte, so informierte Messner, seien Freiberufler und laut nationalem Vertrag und laut Zusatzvertrag mit dem Land müssten sie 3 Stunden pro Tag die Ordination geöffnet haben und ebenfalls 5 Tage von 8 bis 20 Uhr erreichbar sein. „Die Basisärzte könnten sich aber auch anstellen lassen“, sagte Messner.
Derzeit befänden sich südtirolweit 240 Ärzte in der Fachausbildung, die vom ersten Tag an angestellt worden seien. „Ich habe den betreuenden Primaren gesagt, dass sie verantwortlich sind, dass die Ärzte bleiben“, sagte Messner.
In Richtung Vinschgau sagte Messner, dass der Hubschrauber im Vinschgau (ob in Laas oder woanders) bleiben werde, dass man Pflegepersonal benötige, auch um den 3. Stock im Krankenhaus Schlanders wieder öffnen zu können. Dafür seien auch die Ärzte und die Pfleger:innen am Krankenhaus Schlanders veranwortlich. Das Kirchturmdenken, so Messner, weg müsse und dass die teilweise leeren bzw. ungenutzten Operationssäle in den Krankenhäusern ausgenützt werden müssten. Die verschiedenen medizinischen Fächer müssen verpflichtend zusammenarbeiten, forderte Messner. Ärztlicher Koordinator auch für Schlanders sei und bleibe Primar Oreste Pieramico und Primar Kurt Habicher bleibe sein Stellvertreter, das werde sich nicht ändern. Eine zusätzliche Magnetresonanz in Schlanders, so die Antwort von Messner auf Sepp Nogglers Frage, scheitere nicht an den Anschaffungskosten, sondern wenn schon am dafür notwendigen Turnusdienst der Radiologie. (eb)