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Vom Wind gefunden

Walpurgisnacht

veröfftl. am 29. April 2026

Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wurde in keltischen und germanischen Kulturen als wichtiger Übergang gefeiert. Die Kelten nannten dieses Fest Beltane. Es war eines der vier großen Jahreskreisfeste und markiert den Beginn des Sommers, eine Zeit von Fruchtbarkeit, Feuerkraft und Lebensfreude. Es ist der älteste und klarste Ursprung der späteren Walburgisnacht. Mit Feuer, Tanz und Ritualen sollten Naturgeister besänftigt und Unheil abgewehrt werden. Die Walburgisnacht entstand aus einer Verschmelzung heidnischer Frühlings- und Schutzrituale mit dem christlichen Gedenken an die heilige Walburga, eine englische Äbtissin, die am 1. Mai 870 heiliggesprochen wurde. Walburga gilt als Schutzpatronin gegen Seuchen, Hungersnot, Missernten und böse Geister. Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai galt im Mittelalter als die Nacht, in der die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg, aber auch an anderen erhöhten Orten, ein großes Fest abhielten. Die Walpurgisnacht wurde besonders durch Goethes Faust bekannt. Der Mythos von auf Besen fliegenden Frauen, die sich zum Tanz mit dem Teufel trafen, zog sich ab dem 14. Jahrhundert durch die Geschichte. Seit den 1970er Jahren ändert sich das Ansehen von Hexen. Sie gelten nicht mehr als hässlich, aggressiv und böse. Das liegt an der aufkommenden Frauenbewegung. Sie definiert die Hexe als Symbolfigur der Emanzipation. Frauen verkleiden sich als Hexen und treten mit Trommeln und Trillerpfeifen auf. Der Hexenkult ist heute eine Form der sozialen und politischen Bewegung von selbstbewussten und emanzipierten Frauen. (hzg)