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Bauplatz

Bauplatz: Stolzes Stilfs

von Erwin Bernhart Fotos: Erwin Bernhart, Samuel Marseiler
Die einzigartige Ortschaft Stilfs hat 2022 vom italienischen Kulturministerium 20 Millionen Euro zugesprochenen bekommen. Stilfs hat in einer nationalen Ausschreibung mit 20 anderen „borghi“, jeweils eines pro Region, mit seinem Ansuchen um Aufwertung der abwanderungsgefährdeten Ortschaft, die PNRR-Gelder erhalten und bis Ende 2026 Zeit, die angesuchten Projekte fertigzustellen. Derzeit ist Stilfs noch im Baufieber. Aber es lassen sich bereits konkrete Ergebnisse darstellen.
veröfftl. am 28. Oktober 2026

s48 1981Eröffnungen sind demnächst angesagt in Stilfs. Denn viele Baustellen stehen kurz vor dem Abschluss. Einige sind bereits fertiggestellt. Die Zufahrtsstraße etwa ist zwischen der Handwerkerzone und dem Neudorf Patzleida mit einem großzügigen Gehsteig ausgestattet. Ohne PNRR-Geld hätte eines solche Verbindnung nicht realisiert werden können. So ist ein sicherer Gehweg von Stilfs aus in Richtung Fischerteich und Sportplatz entstanden, eine bessere Erreichbarkeit der wichtigen Naherholgunszone und ein barrierefreier Spazierweg. Eine Verbindung zum unteren Spazierweg ist zudem geschaffen worden. Geplant hat den Gehsteig der Latscher Ingenieur Wolfgang Oberdörfer. Die s48 1986„Infrastruktur zur Erreichbarkeit des Dorfes“ ist erstellt und fertig.
Kurz vor Stilfs steht ein auffallender Neubau. Es ist das Mobilitätszentrum an der Oberfläche mit Bushaltestellen und Buswendeplatz. Auf zwei Ebenen im ersten und zweiten Untergeschoss sind Parkplätze angelegt. E-Ladestationen und Radabstellplätze sind angebracht. Eine zentrale Paketabholstelle soll ab sofort den Paketzubringerverkehr im Dorf verringern. Ein öffentliches WC ist im Komplex untergebracht und für Stilfs eines der seit langem herbeigesehnten Projekte: Im 3. Untergeschoss hat der Bauhof eine neue Heimat gefunden. Die Zufahrt erfolgt über eine eigene Rampe, die unterhalb des Buswendeplatzes verläuft. Das Ineinandergreifen der verschiedenen Gewerke bei der s50 1983Ausführung hat für eine pünktliche Fertigstellung des Großprojektes geführt. Die Eröffnung steht unittelbar bevor. Das Mobilitätszentgrum entfaltet sofort sein Wirkung, weil es die bisherigen gefährlichen Buswendemanöver mit einem Schlag beendet. Mit einer Machbarkeitsstudie vom Herbst 2021 haben die Stilfser diesen Buswendeplatz samt Tiefgarage und Bauhof bereits untersuchen lassen. Das Fazit damals: Ein Buswendeplatz wäre was Feines, würde einige Probleme beim Wenden der vielen Busse im Bereich des Gemeindehauses lösen und der Bauhof könnte ganz am Dorfrand gut untergebracht werden. Aber: Viel zu teuer und deshalb nur ein Traum. Mit den zugesprochenen PNRR-Geldern ist nun dieser Traum Wirklichkeit geworden. Die Freude war in der Gemeinde Stilfs auch deshalb groß, als man im Rennen gegen einige Südtiroler Gemeinden, die ebenfalls um die PNRR-Gelder angesucht haben, die Nase vorne hatte. Der Traum - Buswendeplatz, Tiefgaragen und neuer Bauhof - ist nun Wirklichkeit geworden.
Der Stilfser BM Samuel Marseiler, der im Amt dem unerwartet und plötzlich verstorbenen Franz Heinisch nachgefolgt ist, sagt: „Den Gehsteig hat die Firma Marx errichtet, die Beleuchtung das E-Werk Stilfs und den Zaun die Firma Zwick. Die s51 542b1f5abef1Gesamtkosten für den wunderbaren und sehr nützlichen Gehsteig belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro.“
„Das Mobilitätszentrum hat eine zweistöckige Tiefgarage mit 32 Autostellplätzen, 10 Motorradstellplätzen, Stellplätze für Fahrräder. Der Buswendeplatz bietet Haltemöglichkeiten für drei Busse gleichzeitig, weil sich in Stilfs ein Kreuzungspukt befindet. Die Bauarbeiten hat die Firma Baumänner gemacht. Es wird ein hochwertiges Parkleitstystem mit blauen Parkplätzen mit Kennzeichenerkennung installiert. Wir sind in der s50 1993 Gemeindeverwaltung dabei, das Parkplatzsystem in Stilfs komplett umzustellen und ich vertrete die Meinung, dass die Einwohner von Stilfs natürlich gratis parken werden. Die Parkplätze sollen blaue Zonen werden und Gäste und Besucher sollen für die Parkgelegenheiten zahlen, so dass zumindest eine kleine Einnahme für Stilfs sichergestellt werden kann.“
„Sehr großzügig ist der Gemeindebauhof im Untergeschoss untergebracht. Bis zu 10 Maschinen haben Platz und zusätzlich ist eine Werkstatt und ein großes Salzlager eingebaut. Die bisherigen zwei Garagen neben der Gemeinde waren längst nicht mehr zeitgemäß. Derzeit sind zwei Angestellte für das gesamte Gemeindegebiet zuständig.“
Eine innovative Paketstation soll den Zusteller-Verkehr vom Dorf abhalten. 24 Plätze können zu einem geringen Preis, je nach Größe, flexibel angemietet werden. „Der Paketlieferant öffnet das Schließfach, legt das Paket hinein und mittels SMS wird der Adressat bzw. der Empfänger automatisch benachrichtigt“, beschreibt Marseiler die Technik. Ziel sei es, dass die Lieferanten nur noch bis zum Mobilitätszentrum fahren.
Das Mobilitätszemtrum hat summa summarum 5,6 Millionen Euro gekostet. Das Parken in Stilfs, auch bei größeren Veranstaltungen wie etwa dem Klosen, soll mit dem neuen Zentrum und mit einem neuen Parksystem mit blauen Zonen weitgehend entzerrt werden. 

s52 2014Fein saniert wurde das „Hoferhaus“ mitten in Stilfs. Das „Tscheila-Haus“, seit langer Zeit leerstehend, ist von der Gemeinde Stilfs angekauft und im Herbst 2023 unter direkten Denkmalschutz gestellt worden. Trotz wiederholten Verkaufsbekundungen hat das „Hoferhaus“ keinen Käufer gefunden. So ist eine Sanierung in die Pläne beim Ansuchen um die PNRR Gelder aufgenommen worden. Mit viel Fingerspitzengefühl und mit viel Fachwissen wurde das dreistöckige Haus von Seiten der einheimischen Handwerker unter der Leitung der Architektin Susanne Waiz fachgerecht saniert und steht als Wohnhaus für eine Familie mit Garten, Kellerräume, Autoabstellplatz und Wohnraum auf drei Geschossen zur Verfügung. Vom Eurac-Institut für erneuerbare Energie wurde das Haus in vielfacher Hinsicht untersucht und zwar auf Feuchtigkeit, auf das Eindringen von Radon. „Beim Hofer-s52 a2748870dHaus handelt es sich um ein kompaktes Gebäude in Massivbauweise mit traditionellem Satteldach. Sowohl die Fassade als auch die Ausstattung im Inneren sind sehr gut erhalten. Das Wohngebäude prägt den Ortskern von Stilfs. Der Bau der Gemeinde wird erstmals sowohl vom Landesdenkmalamt als auch vom Institut für erneuerbare Energie der Eurac begleitet, um in diesem Pilotprojekt Lösungen zu entwickeln, die denkmalfachlich vertretbare Maßnahmen der energetischen Ertüchtigung umsetzen“, hat die Landeskonservatorin Karin Dalla Torre damals bei der Untersschutzstellung erklärt.
Das Hofer-Haus besitzt zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss und ist teilunterkellert. Die Fassade verfügt über regelmäßige Fensterachsen, rote Fensterstöcke, weiße Winterfenster sowie Fitschenbänder und Beschläge aus der Jahrhundertwende. Das Haus besitzt eine schlichte, gut funktionierende Raumeinteilung, mit bauzeitlichem Treppenhaus im seitlichen Eingangsbereich, sowie eine hochwertige Ausstattung mit Fenstern, Türen, Böden, einer Stubentäfelung und zwei gemauerten Turmöfen. Der Dachboden mit bauzeitlichem Dachstuhl ist mit Ziegelmauerwerk geringfügig erhöht worden und lässt einen Ausbau des Dachgeschosses zu. Von der Uni Bozen und von der Eurac wurden rund um die Sanierung des Hoferhauses Tagungen mit Seminaren und Informationsverantlungen veranstaltet. Es wurde etwa aufgrund der Feuchtigkeitsumgebung ein spezieller Putz verwendet.
„Wir haben uns noch eine Küche dazugeleistet, weil wir bei den Baukosten etwas weniger ausgegeben haben“, sagt BM Samuel Marseiler. Das Haus mit einer Wohnfläche von 110 m2, einem Kellergeschoss, einem Autoabstellplatz und einem kleinen Garten soll an eine Familie vermietet werden. Dafür haben wir einige Interessensbekundungen in einer Vorsondierung bereits vorliegen. Die offizielle Ausschreibung können wir erst nach Fertigstellung machen und zwar auf Basis des Landesmietzinses und mit entsprechenden Vergabekriterien. Sicher ist, dass nur Familien mit Wohnsitz in der Gemeinde Stilfs ohne weiteren Immobilienbesitz mit bestimmten Einklommensvoraussetzungen in Frage kommen werden.

s54 2041Die größte Struktur ist im Rahmen des PNRR-Projektes ist der Abriss des alten Gemeindehauses und die Errichtung einer multifunktionalen Gemeinschaftsstruktur. „Das ist ein sehr umfangreiches Projekt, weil das Gebäude in eine steile Hanglage hineingebaut ist und deshalb eine große Fundamentsicherung vonnöten war. Mit Kosten von 6,5 Millionen Euro ist dies das größte Projekt. Vier kleine Ein- bis Zweiperonen-Wohnungen sind im untersten Geschoss entstanden, zwei barrierefrei und zwei barrierearm. Diese Wohnungen werden wir als Gemeinde vermieten, bei Bedarf an Senioren. Eigene Terrassen und eigene kleine Gärten sind eingebaut. Schön sind die Wohnungen geworden.
s54 2005Ein Stock darüber ist die neue Bibliothek und das Dorfarchiv auf rund 120 Quadratmetern großzügig untergebracht. Bisher ist die Bibliothek in einem kleinen Raum mit wenig Sitzmöglichkeiten im Widum untergebracht und kann nun umgesiedelt werden. Im neuen Raum können Lesungen und Veranstaltungen abgehalten werden. Es gibt zusätzlich einen eigenen, multimedial ausgestatteten Versammlungs- und Sitzungsraum für bis zu 50 Personen. Wir sind im Austausch mit der Raiffeisenkasse Prad-Taufers. Vielleicht gelingt es, diesen Saal durch entsprechendes Sponsoring als Raiffeisen-Saal zu etablieren, wie es solche auch in anderen Gemeinden gibt.
Im Erdgeschoss, also von der Straße ebenerdig, ist ein großes Lebensmittelgeschäft vorgesehen. Dieses Geschäft ist vollwertig eingerichtet, mit Möblierung, mit entsprechender Kühltechnik, mit allem Drum und Dran. Wir sind bei der Gründung einer Bürgergenossenschaft Stilfs „BGS“, die das Lebensmittelgeschäft führen soll. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus 16 Leuten kümmert s54 505fb416669sich um die BGS, um die Statuten. Da bin ich guter Dinge. Das wollen wir probieren. Ins Erdgeschoss zieht die Raiffeisenkasse mit einem Schalter, einem Versammlungsraum und einem Bancomat um. Vorhanden ist auch ein öffentliches WC, welches mittels Bancomatkarte zugänglich sein wird. Ein öffentliches WC ist wichtig, bei Veranstaltungen aber auch, wenn die Gasthäuser geschlossen sind. Eine Sitzecke mit Kaffemaschine ist ebenfalls öffentlich zugänglich.
Im Obergeschoss ist ein Multifunktionsraum untergebracht. Wir denken da an einen Friseursalon, an ein Physiotherapiestudio. Die Geräte dafür sind angekauft. Diese Räumlichkeiten können kombiniert genutzt werden. Im Moment gibt es in Stilfs keine Friseurin, keine Physiothearpeutin, keine Kosmetikerin. Man hat bereits Kontakte aufgenommen und entsprechendes Interesse festgestellt und man kann sich einen Wochenplan vorstellen. Ein, zwei Tage die Friseurin, ein, zwei Tage die Physiotherapeutin und ein, zwei Tage die Kosmetikerin. Diese Vermietung und diese Einteilung soll morgen auch die Bürgergenossenschaft übernehmen.
s54 2004Die Bauten sind mehr oder weniger alle fertiggestellt. Ich gehe davon aus, dass innert 6 Wochen die Einrichtung in der Gemeinschaftsstruktur eingebaut sein wird. In den nächsten Wochen sollen die Brandschutzabnahmen, die statische Abnahme, die Katastermeldungen, kurz alle notwendigen bürokratischen und sicherheitsrelevanten Hürden genommen werden, um sämtliche Immobilien bezugsfertig zu bekommen. Erst dann kann die konkrete Nutzung ins Auge gefasst werden. Wir haben in Rom noch 60 Tage für kleinere Fertigstellungsarbeiten dazubekommen.“

s56 2017Neben dem Hoferhaus (Gesamtkosten von 920.000 Euro) wurde das „Grutschhaus“ saniert (Kosten insgesamt 1,1 Millonen Euro, inklusive die Kosten für den Ankauf des Gebäudes). „Da hat die freie Ausschreibung eine Firma aus Palermo gewonnen“, sagt BM Samuel Marseiler. nach zwei Monate Arbeit sei man zum Entschluss gekommen, dass das keinen Sinn ergibt, wie die Firma das gemacht hat. Im Einvernehmen hat man dann den Vertrag aufgelöst. Jene Firma, die dann die Arbeiten übernommen hat, hat in kurzer Zeit aufgeholt. Eine modernste Heizanlage hat die Firma Moriggl aus Glurns installiert.
Das „Grutschhaus“ hat ebenfalls 110 m2. Daneben ist das Handwerksatelier, in dem einige Maschinen untergebracht werden. Das kann zweckgebunden zu einem geringen Preis vermietet werden. Im Obergeschoss steht eine Schlafgelegenheit für einen „Artist in Residence“ als Künstlerresidence bereit.
s57 c98427Die früheren Altenwohnungen sind jahrelang unbenutzt geblieben und nun sind sie unter der Leitung von Architekt Martin Stecher aufwändig saniert worden. „Da sind 4 großzügige Wohnungen mit wunderschönem Ausblick zum Tal hinaus entstanden“, ist BM Samuel Marseiler begeistert (Gesamtkosten 1,7 Millionen Euro). Mit knapp 80 m2 ist im Obergeschoss eine prächtige Penthauswohnung untergebracht. „Die Wohnungen eigenen sich für junge Leute. Weil die Parkmöglichkeiten fehlen, sind wir dabei, nach Lösungen zu suchen.“ Die Vermietung soll an in Stilfs wohnhafte Ansässige erfolgen, so die Vorstellung der Gemeindeverwalter. Man werde sich an die Tabellen für den geförderten Wohnbau anlehnen. Allgemeine Interessensbekundungen sind vorhanden.
s56 65eaeEine kleine und besondere Perle in Stilfs ist das Fachwerkhaus, das eine sehr interessante Geschichte vorzuweisen hat. Das Fachwerkhaus ist in einem schwäbischen Stil erbaut, welcher über den Kontakt der Schwabenkinder ins Schwäbische nach Stilfs gekommen ist. Bekanntlich war die Armut in Stilfs besonders groß, so dass besonders viele Kinder ins Schwabenland zur Arbeit geschickt worden sind. Das Fachwerkhaus ist denkmalgeschützt und es wurde unter der fachkundigen und sensiblen Leitung von Architekt Iwan Zanzotti aufwändig saniert (Gesamtkosten 480.000 Euro). Die spezialisierten Firmen ( unter anderem die Zimmerei Jörg, Telser Matthias und Pirmatek)„Die alten Malereien im Innenraum wurden ebenso wie die alten Böden fachgerecht saniert“, sagt Samuel Marseiler. Moderne Sanitäranlagen sind eingebracht worden und eine moderne Einrichtung ist für einen unverwechselbaren Versammlungs- und Besprechungsraum installiert worden. Eine Art Probesitzung hat bereits schon stattgefunden und zwar ist die Raika Prad-Taufers mit dem Verwaltungs- und Aufsichtsrat zusammengekommen. Für Kulturveranstaltungen und für kleinere Versammlungen ist der Sitzungssaal im Fachwerkhaus sehr s56 6abde9geeignet. Bisher war das Gebäude leergefegt.
Und das sogenannte „Streumuseum“ in Stilfs? „Das ist kein Gebäude im eigentlichen Sinne, sondern über eine App und über GPS können Geschichten über Silfs, über Begebenheiten und Gebäude abgerufen werden“, sagt Samuel Marseiler. (Stilz sagt: Erkunden! - Streumuseum Stilfs - kann bereits heruntergeladen werden). Mit Historikern wurde dabei zusammengearbeitet und die Geschichten rund um Stilfs sind ansprechend präsentiert. Ein Ablesen eines QR-Codes ist nicht notwendig, denn das System funktioniert mit GPS. Dabei wird der Standort des abfragenden Handys bestimmt und die entsprechende Geschichte wird abgerufen. „Eine tolle Sache“, freut sich der Bürgermeister über diesen innovativen Weg.

Bei dieser Gelegenheit möchte BM Samuel Marseiler für das Gelingen des gesamten PNRR-Projektes ausdrücklich danken. Und zwar jenen, ohne die das alles nicht zustande gekommen wäre. In erster Linie geht der Dank an die Bevölkerung, die sich aktiv und s58 2211mit großem Interesse beteiligt hat. Der Beteiligungsprozess ist nicht von allein gekommen und wurde sehr genau und professionell begleitet. Großen Dank sagen will Marseiler deswegen dem Supportteam mit Daria Habicher als Leiterin, Verena Wopfner und dem Vorsitzenden des Bildungsausschusses Stilfs, Roland Angerer. Die Verträge für die Gruppe sind ausgelaufen.
Für die Abwicklung der Rechnungen, der Aufträge, der Rom-Kontakte im Hintergrund ist die Bezirksgemeinschaft Vinschgau miteingebunden worden und dort in erster Linie der Generalsekretär Urban Rinner. Rinner ist für das große PNRR-Projekt in Stilfs als RUP, also als „responsabile unico del progetto“ verantwortlich.
Nebenbei erwähnt Marseiler, dass der Gemeindeausschuss der Gemeinde Stilfs im Laufe des PNRR-Projektes in der Anzahl der Beschlüsse einer größeren Stadtgemeinde nicht nachstehe. Sowohl der Gemeindeausschuss als auch der Sekretär Ludwig Thoma waren und sind äußerst gefordert.

Aber zurück zu den Gebäuden. Das „Streuhotel“ mit Coworking Stadel wurde von der Gemeinde Stilfs von der Bürgergenossenschaft Obervinschgau abgekauft. Die Bürgergenossenschaft hatte das Gebäude zum Zwecke eines Streuhotels damals unter dem Obmann Armin Bernhard angekauft und zu renovieren begonnen. „Das ist eine Wohnimmobilie, die man nun fertig saniert hat. Es soll als Basis für ein Streuhotel dienen. Zu einem Streuhotel sollten mindestens 7 Einheiten gehören, damit es funktioniert. Auch Private können sich dazumelden. Allerdings ist dem Ansinnen durch den Bettenstopp ein Riegel vorgeschoben worden. Zimmervermietungslizenzen sind von daher derzeit nicht verfügbar“, sagt Marseiler. Zwei Zimmer und eine Schlafcouch stehen im Streuhotel, im Haus Unterkirch, zur Verfügung, also für 5 Personen. Diese kann die Bürgergenossenschaft Stilfs vermieten. „Alle kurzfristigen Vermietungen, alle Veranstaltungsräume soll die BGS managen“, sagt Marseiler. Die Gebäude sind und bleiben allerdings alle im Besitz der Gemeinde Stilfs.
Die Bewässerungsanlage, geplant vom Ingenierubüro Patscheider&Partner, die ein weiteres PNRR-Projekt bildet, ist unterhalb vom Altdorf Stilfs auf den Böden und in „Gastei“ angelegt worden. Bisher war da keine Bewässerung. Nun soll diese Bewässerungsanlage den Landwirten neue Anbaumöglichkeiten bieten. Die Bewässerungsanlage soll dann von der Bonifizierung Vinschgau geführt werden. „Der Bau war aufwändig und kompliziert. Die Bagger wurden teilweise mit dem Hubschrauber vor Ort gebracht, um die entsprechenden Gräben ausheben zu können. Allerdings konnten für den Brandschutz einige Hydranten installiert werden“, erzählt der Bürgermeister. Schließlich habe man beim großen Brand gesehen, dass entsprechende Hydranten höchst notwendig seien. Insgesamt ist es eine elegante Lösung mit Kosten von 384.000 Euro.
Nun bieten sich eben neue Anbaumöglichkeiten und „da müssen wir gemeinsam die Spielregeln festlegen“, sagt Marseiler. Gewünscht ist pestizidfrei, man solle Sachen anbaue, auf die man stolz sein könne. Aber da geht es um privates Eigentum. Wir sind im Nationalpark, wir haben die Bewässerung aus bestimmten Gründen gemacht. „Die Leute haben schon Verständnis und eine bestimmte Sensibilität“, sagt Marseiler.
s58 8726fdOberhalb des Altdorfes hat man 5 Maßnahmen ausgearbeitet, die zur Sicherung des Dorfes, zur Absicherung des Hanges beitragen sollen. Es geht dabei vor allem um die Entwässerung, damit Hangrutschungen verhindert werden können.
In Karmatsch, am östlichen Dorfrand oder am Eingansportal des Dorfes, wenn man über den Archaikweg von Prad kommt, ist ein beliebter Treffpunkt für Familien mit Kindern. Diesen Platz hat man mit neuer Sitzgelegenheit und Überdachung, mit einem Bücherregal und einem neuen Zaun aufgewertet. Aufgewertet hat man zudem alle Dorfbrunnen mit neuen Blumentrögen mit entsprechender Bepflanzung. In Karmatsch konnten 8 Parkplätze geregelt eingezeichnet werden. Auch bei der Gemeinschaftstruktur konnten neue Parkplätze gewonnen werden. „Parkplätze sind in Stilfs wichtig“, sagt Marseiler.
s58 e84c7dFür ein kulturelles Kontinuum in Stilfs, so sagt es Marseiler, werde die Bürgergenossenschaft sorgen, die von Seiten der Gemeinde Stilfs mit einem entsprechenden Startkapital ausgestattet werde. „Die Mehreinnahmen, die sich aus den neuen Strukturen ergeben werden, sind wir gerne bereit, in die kulturelle Tätigkeiten zu investieren. Wir werden demnächst eine bezahlte Vollzeitstelle für einen Leiter:in ausschreiben, der/die die Koordination dieser Tätigkeiten übernehmen soll“, gibt BM Samuel Marseiler einen Blick in die Zukunft frei.