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Dunkle Szenen liebevoll ausgeführt im Bunker 23

  • Dachzeile: Kultur
  • Redakteur: Peter Tscholl
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  • Weitere Fotos - 1: Philip Silvestro Geier arbeitet an der Schwimmbadszene
  • Weitere Fotos - 2: Philip Silvestro Geier arbeitet an der Schwimmbadszene
  • Weitere Fotos - 3:
  • Weitere Fotos - 4: Am Boden liegend der Boxer und an der Wand “ohne Titel”
  • Weitere Fotos - 5: Die (hier im Bild noch unfertige) Tischszene, die bei der bevorstehenden Sommerausstellung im Bunker 23 zu sehen sein wird;
  • Weitere Fotos - 6:

Nicht alle Wege führen nach Rom. Manche führen auch nach Tartsch. Oder zumindest machen sie dort einen Halt. Sechs Monate lang war der Bunker 23 in Tartsch das temporäre Atelier des Künstlers Philip Silvestro Geier. Schon bei meinem ersten Besuch war ich fasziniert von seinen Bildern, kindlich auf der einen Seite, düster und körperlich auf der anderen. Und wie von selbst stellten sich Fragen: Was führt so einen jungen Künstler nach Tartsch? Wie kann ein Betonbunker einen Maler inspirieren, Kreativität fördern und Visionen vermitteln? Wer ist er und was steckt hinter seiner Malerei? Ein weiterer Besuch folgte, um besser zu verstehen, was er da oben eigentlich macht.

Leben und Werdegang

Philip Silvestro Geier ist in einer Künstlerfamilie aufgewachsen, in der Musik, Literatur und Malerei immer noch allgegenwärtig sind. Im Alter von 11 Jahren ist die Familie von Leifers nach Hamburg gezogen. Nach drei Jahren ist sie wieder zurück nach Südtirol, nach Neumarkt, dem Geburtsort des Vaters. Philip besuchte das Kunstlyzeum in Bozen. Nach der Matura hat er sich in mehreren Jobs versucht, die Malerei war dabei aber stets sein Begleiter. Als Atelier musste alles herhalten, was vier Wände und ein Dach zu bieten hatte. Ein erster Durchbruch kam durch die Teilnahme an der Ausstellung “+/-FOLK” im Sommer 2025 im Bunker 23 in Tartsch. Dort trifft er den Bunkerbesitzer und Bildhauer Othmar Prenner. Dieser erkannte das Potential des jungen Malers, nahm sich seiner an, und bot ihm die Möglichkeit im Herbst 2025 und Winter 2026 die Bunkerräumlichkeiten als zeitweiliges Atelier zu nutzen. Silvestro Geier wird auch heuer im Bunker 23 an der Sommerausstellung “Das Hotel – Der Traum vom Paradies” teilnehmen, die vom 7. Juni bis 25. Oktober zugänglich sein wird.

Dem jungen Künstler wird von so einigen Kollegen eine große Zukunft prophezeit. Angesprochen auf seine Zukunftspläne, Wünsche und Ängste antwortet er: “Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass es mit dem Malen weitergeht. Konkrete Pläne habe ich keine, und auch wohin es geht, weiß ich nicht. Ängste gibt es genug. Aber da hilft mir die Kunst, mich zu beruhigen. Manche Wege geht man eben ohne Karte und ohne Kompass. Sicherlich steht eine spannende Zeit bevor.”

Der Bunker 23 als Arbeitsort

Der Bunker 23 ist für Philip Silvestro Geier der ideale Arbeitsort, sagt er. “Hier brauche ich mich nur mit der Kunst beschäftigen. Ich kann intensiv arbeiten ohne abgelenkt zu werden. Man ist im Bunker von der Außenwelt praktisch abgeschottet. Man merkt nicht, was draußen vor sich geht.” Auf die Frage, wie es ihm im Vinschgau gefällt, antwortet er: “Ich bin ehrlich gesagt sehr beeindruckt. Mir gefällt der Vinschgau. Das weite Tal mit seinen verstreuten Dörfern hier und dort, und die beeindruckenden Berge. Beeindruckend und inspirierend! Ja, der Vinschgau hat Charakter und ich glaube, das hat sicherlich auch zum Wesen der Vinschger beigetragen.”

Sein Künstlerisches Gestalten

Als ich den Bunker 23 betrat, malte Philip gerade an einer Schwimmbadszene. Im Hintergrund war angenehme Musik von Leonard Cohen zu hören. Mein Blick blieb an der großformatigen Leinwand hängen, an der Philip gerade malte. “Bilder erzählen Geschichten. Auch wenn es lediglich eine Momentaufnahme einer Geschichte ist”, sagt er zu mir. Sein Blick wandert wieder zur Schwimmbadszene, die gerade auf der Leinwand am Entstehen ist. “Ob es die Nostalgie nach Sommer ist?”, fragt er sich lächelnd und gibt gleich selbst eine Antwort darauf, wie so ein Bild entsteht: “In diesem Falle war eine Idee der Ausgangspunkt, andere Male kommt die Idee erst nach den ersten Strichen. Und wieder andere Male entwickelt sich das Bild ganz von alleine in eine Richtung, die mit der Anfangsidee nur mehr wenig gemeinsam hat. Eine gewisse Eigendynamik gehört immer dazu. Der Zufall ist in gewisser Weise Co-Autor”. Auf meine Frage, was ihm in seiner Malerei wichtig bzw. wesentlich sei, antwortet er: “Der Aufbau und die Komposition sind mir sehr wichtig. Was mir auch wesentlich erscheint, ist der starke Kontrast dunkler Figuren auf hellem Hintergrund.”

Im Bunker waren noch weitere Bilder zu sehen. Auch unfertige Arbeiten hingen an der Wand. Ausgangspunkt seiner Malereien scheinen stets blaue Skizzen zu sein. Dazu sagt er: “Ich starte immer mit einer blauen Skizze. Ich kann es zwar nicht erklären, woher das genau kommt, aber es ist schon so, dass jede Farbe bei mir eine gewisse Bedeutung hat, und gewisse Farben wichtiger sind als andere. Auf der Skizze zeichne ich zuerst mit Holzkohle die dunklen Schatten und gehe dann mit einer ganz flüssigen Acrylfarbe darüber. Ich mische die Acrylfarbe direkt mit der Holzkohle auf der Leinwand. Dabei entstehen dann diese besonderen Texturen, die dem Bild eine gewisse greifbare Tiefe geben.”
Philip Silvestro Geier malt nicht nach den üblichen Regeln der Malerei. “Manche Sachen sind schon drin. Aber ich denke, wichtig ist nicht, ob man richtig oder falsch malt, sondern, ob das Bild beim Betrachter etwas auslöst und mit ihm in einen Dialog kommt. Es soll Charakter haben und aussagekräftig sein”, sagt er. Auch Perfektion hat für den jungen Künstler nicht den Stellenwert, den sie vielleicht bei anderen Künstlern hat. “Perfektion wird überbewertet und spielt in einem Kunstwerk keine funktionelle Rolle. Man kann ein Werk auch zu Tode perfektionieren, wodurch es am Ende starr und leblos wirkt.” Ich sprach ihn auf seine dunklen Bilder, mit den eigenartigen Gestalten an. Ich sagte zu ihm, dass der eine oder andere darin etwas Depressives sehen könnte. Er überlegte kurz, dann antwortete er: “Ich sage, man sollte da zweimal hinschauen. Heutzutage ist alles überstark mit den Farben, Werbeplakate zum Beispiel haben alle möglichen Farben. Ich glaube, man muss da wirklich besser hinschauen, was da los ist. Es gibt bei mir sicherlich Szenen, die dramatisch sind und auch eine gewisse Schwere haben. Es gibt aber auch fröhliche Szenen bei meinen Bildern. Für mich funktioniert einfach, was authentisch ist und Seele hat.”

Künstler, die ihm als Vorbilder gelten, hat Philip Silvestro Geier eigentlich keine. Er sagt: “Es sind eher Inspirationen, die von manchen Leuten kommen. Vorbilder habe ich mehr in der Musik als in der Kunst. Mich inspiriert beispielsweise die Musik des Ludwig Hirsch. Wunderschöne, ruhige Melodien zu schrecklichen Geschichten. Ich sehe das oft auch in meinen Bildern, so dunkle Szenen, aber doch liebevoll ausgeführt.”

Am Ende unseres Gesprächs verließ ich gedankenverloren den Bunker und machte mich auf den Heimweg. Und plötzlich fiel mir wieder die grundlegenste aller Fragen ein: Was macht er eigentlich da oben? Jetzt glaubte ich es besser zu verstehen. Er erzählt Geschichten. Mit Pinsel auf Leinwand.

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Kastelbell-Tschars - Die Doppel-Gemeinde

  • Vorspann: Es ist ein historischer Moment für die Gemeinde Kastelbell-Tschars: Am 6.6.2026 wird der Umfahrungstunnel Kastelbell-Galsaun feierlich eröffnet. Ab dem 7.6.2026 ist der Tunnel für den Verkehr geöffnet. Sieben Jahre lang hat man, seit dem Anstich, auf die Umfahrung gewartet. Das Dorfbild von Kastelbell-Tschars wird sich verändern. Neuer Wohnraum wächst und gedeiht mit der neu gewonnenen Lebensqualität.
  • Dachzeile: Spezial-Kastelbell-Tschars
  • Redakteur: Angelika Ploner (Text&Fotos)
  • Redakteur Bild:

Der 31. Mai 2019 war ein besonderer Tag für die Gemeinde Kastelbell-Tschars. Nach jahrelangem Warten wurden die Arbeiten für den 2,5 Kilometer langen Tunnel mit dem Anstich am Ostportal begonnen. Aber: Die Arbeiten verliefen in den darauffolgenden Jahren nicht nach Plan und schon gar nicht nach Zeitplan. Der Konkurs von E.MA.PRI.CE. SpA hat das Bauprojekt zwei Jahre lang gestoppt. Die Firma PAC Spa war nach dem Konkurs des Hauptunternehmens als nächstgereihte Firma bereit, die Arbeiten mit dem Partner-unternehmen Passeirer Bau GmbH fortzusetzen und hat damit eine europaweite neue Ausschreibung abgewandt. Zum anderen gab es auf den s47 kastelbell2letzten Metern des Tunnelvortriebs Schwierigkeiten aufgrund von Bergwasser. Der Tunnel ist ein bergmännischer Tunnel, will heißen, er wurde größtenteils im Baggervortrieb realisiert. Mit dem Tunneldurchstich am 28. März 2024 war - im wahrsten Sinne des Wortes - endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
Die Abschlussarbeiten wie Tunnelabdichtung, die Betonierung oder die Realisierung der Fluchtstollen und der Anschlusspunkte an die Staatsstraße gingen in den vergangenen Monaten zügig voran. Auf 96,2 Millionen Euro belaufen sich schlussendlich die Gesamtkosten. Am 6. Juni 2026 haben die Arbeiten endgültig ein Ende und der Umfahrungstunnel Kastelbell-Galsaun wird feierlich eingeweiht und eröffnet. Es ist zweifelsohne ein historischer Moment für die Doppel-Gemeinde Kastelbell-Tschars.

Das Wirtschaftsleben. Nicht nur das Dorfbild wird mit der Umfahrungsstraße ein anderes werden, sondern auch der Wirtschaftsraum. Kastelbell-Tschars wächst sichtbar. Nicht wenige neue Wohnprojekte garantieren durch die Verkehrsberuhigung Lebens- und Wohnqualität.
Für den Wirtschaftsstandort Kastelbell-Tschars ist der Tunnelbau ein wichtiges Projekt, das Entlastung bringen und die Unternehmen gleichzeitig gut an das Verkehrsnetz anbinden soll. Kastelbell-Tschars ist zweifelsohne ein vitaler Wirtschaftsstandort. Geprägt von der Landwirtschaft lässt es sich hier im Großen und Ganzen gut arbeiten. Das zeigt die unternehmerische Vielfalt, die in mehreren Branchen sichtbar ist. Neben der Landwirtschaft sind das vor allem das produzierende Gewerbe, der Tourismus und das Gastgewerbe. Die großen Unternehmen sind überschaubar, die Klein- und Mittelbetriebe bilden das Rückgrat hier. Es sind Betriebe verschiedenster Couleur, die in Kastelbell-Tschars ihren festen Platz haben. Viele Betriebe sind seit Generationen in Familienhand.

Die Landwirtschaft. Geprägt durch die Landwirtschaft: Das ist die Gemeinde Kastelbell-Tschars unübersehbar. Die Landwirtschaft ist zweifelsohne der stärkste Wirtschaftszweig der Gemeinde - und der größte Arbeitgeber. Damit ist die Wirtschaft von Kastelbell-Tschars stark auf den Obstbau fokussiert. Aber: zum Apfel gesellt sich die Traube – und der Spargel. Eine kleine und feine Weinkultur wird in Kastelbell groß geschrieben. Die Kastelbeller Winzer erzeugen edle, exquisite Tropfen – und den südtirolweit bekannten Kastelbeller Spargel.
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Kastelbell-Tschars haben ihren gebündelten Auftritt in der Obstgenossenschaft JUVAL. Diese ist gleichzeitig der größte Arbeitgeber in der Gemeinde. „150 Mitarbeiter haben wir aktuell“, sagt Stephan Gorfer, der Betriebsleiter. 225 Mitgliedsbetriebe zählt die JUVAL, zusammen bewirtschaften diese eine Fläche von 800 Hektar, der Anteil an Bio beträgt 35 Prozent, das sind 280 Hektar. Die Ernte, die 2025 eingefahren wurde, ist beachtlich: 50.790 Tonnen Äpfel, 78 Tonnen Marillen, 35 Tonnen Kirschen und 23 Tonnen Birnen. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Seit 2019 werden 100 Prozent der Bio-Äpfel der Erzeugerorganisation s47 kastelbell3VIP in der JUVAL verarbeitet, d.h. sortiert und verpackt. Mit der JUVAL steht den Bio-Äpfeln des Vinschgaus eine moderne und effiziente Verpackungsstruktur zur Verfügung. Durch die gute Zusammenarbeit zwischen den Obstgenossenschaften im Vinschgau und die Bündelung der Bio-Äpfel in der JUVAL ist es möglich, professionell und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren und höchste Qualität sowie exzellenten Kundenservice zu verbinden.
Die Milchwirtschaft spielt hingegen auf dem Kastelbeller Sonnen- und Nörderberg eine große Rolle. 13 Mitglieder liefern ihre Milch an die Bergmilch Südtirol. 655.338 Kilogramm waren das im Jahr 2025. Das sind pro Mitglied 50.411 kg, teilt Reinhard Schuster von der Bergmilch auf Nachfrage vom Vinschgerwind mit.

Der Arbeitsmarkt. Ausnahmslos handelt es sich um Mittel- und Kleinbetriebe, die sich in Kastelbell-Tschars wohl fühlen. Der durchschnittliche Betrieb hier hat zwischen zwei und zehn Mitarbeitern. Diese sind das Rückgrat eines jeden Unternehmens.

 

Das Gewerbegebiet Galsaun
Ein großes Gewerbegebiet gibt es in Kastelbell-Tschars nicht. Das Gewerbegebiet am Moosweg in Galsaun nimmt die Fläche von 2,1 Hektar ein. Ende der 80er Jahre ist das erste Baulos dort ausgewiesen worden, etwas mehr als zehn Jahre später das zweite Baulos. Nun soll ein weiterer Hektar hinzukommen. Knapp zehn Betriebe sind derzeit dort ansässig: Industrie- und Handwerksbetriebe, Dienstleister und großflächige Unternehmen. Von jedem ein bisschen ist dabei. Klein in der Fläche aber groß in seiner Vielfalt ist demnach das Gewerbegebiet Galsaun.

 

Zum größten Arbeitgeber JUVAL reiht sich Fuchs Müsli im Gewerbegebiet Galsaun. „Aktuell beschäftigen wir 56 Mitarbeiter“, teilt Nadja Roth, Human Resources Management bei Fuchs Müsli auf Nachfrage vom Vinschgerwind mit. Fuchs Müsli zählt zu den traditionsreichsten Betrieben in Kastelbell-Tschars. Die Fuchs J. GmbH ist seit 1922 eine Privatmühle und wurde 1998 als eigenständiger Betrieb in Kastelbell-Tschars errichtet. In die Reihe der größeren Arbeitgeber stellt sich auch die Raiffeisenkasse Untervinschgau mit Filialen in Naturns, in Kastelbell, in Tschars und in Schnals. „Wir haben aktuell 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, teilt Nathalie Zischg, die Direktionsassistenz auf Nachfrage mit.
s47 kastelbell4Ein wichtiger Arbeitgeber ist auch das Unternehmen Preiss Bäckerei. „Die Firma Preiss beschäftigt ca. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Tania Fuchs von der Preiss KG der F. Fux GmbH. Ganz nebenbei bemerkt: Das Vinschger Paarl - seit 1959 nach Originalrezeptur gebacken - hat die Unternehmerfamilie Fuchs von Kastelbell in die Welt hinaus gebracht und damit jene Aufmerksamkeit verschafft, die es sich verdient.
Zu den weiteren privaten Top-Arbeitgebern zählt auch das Unternehmen Ilmer. „Aktuell arbeiten 40 Personen bei uns im Betrieb“, sagt Tobias Ilmer. „Wir haben 25 Mitarbeiter“, teilt die Famillie Bernhart vom Hotel Sand auf Nachfrage vom Vinschgerwind mit und „24 MitarbeiterInnen in Voll- oder Teilzeit arbeiten bei uns“ sagt Markus vom Kesslwirt auf Nachfrage. 18 Mitarbeiter bilden hingegen bei den Baumännern ein Team. Und: „16-18 Mitarbeiter plus Familie“, arbeiten im Panoramahotel Himmelreich.

Der Tourismus. Wasser und Wein, Spargel und Äpfel – und über allem thront das Schloss Kastelbell. Kastelbell-Tschars ist mit seinen Fraktionen eine beliebte touristische Adresse. Die Auslastung hier liegt im Durchschnitt bei 127 Tagen. 710 Betten stehen in 42 Beherbergungsbetrieben bereit. Im vergangenen Jahr wurden 90.285 Nächtigungen und 17.605 Ankünfte verzeichnet, davon sind 70% Deutsche Gäste, 10% Schweizer Gäste und 9% Italienische Gäste. Insgesamt gibt es in Kastelbell-Tschars 60 Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe.
Die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus trägt hier ganz konkrete und sichtbare Früchte. Via Vinum Venostis - der Vinscher Weinweg durch Rebenanlagen und mit Sicht auf den Talkessel - ist eine dieser sichtbaren Früchte und vor allem im Herbst und Frühjahr ein beliebter Wanderweg. Vorbildlich geführte Almen gibt es reichlich und auch der Radweg ist eine pulsierende Ader. Mehr noch: Radweg und Bahn sind für die Beherbergungsbetriebe nicht mehr wegzudenken. Zudem s47 kastelbell5gibt es eine große Auswahl an Restaurants und Lokalen. Sie öffnen die Türen zu regionaler und italienischer Küche und verschließen sich internationalen Einflüssen nicht. Von der Sterneküche über Südtiroler Küche bis hin zu Pizza: In Kastelbell-Tschars mit seinen Fraktionen stehen Genuss und regionale Produkte ganz oben. Apropos regionale Produkte. In Kastelbell offenbart der Spargel eine ganz besondere Qualität. Die Spargelsaison im April und im Mai wird von Kennern und Genießern voll ausgekostet. Nichts zu wünschen übrig lässt demnach die Kulinarik: Vinschgaus einziges Sternerestaurant - das Kuppelrain - ist in der Gemeinde Kastelbell-Tschars zu finden und ergänzt alle gastronomischen Facetten, die Gäste und Einheimische hier finden. Das Angebot reicht von herzhaft-bodenständig über mediterran bis hin zu feinen, exklusiven Gaumenfreuden. Dazu gesellen sich neun Winzer mit exzellenten Weinen in Kastelbell-Tschars. Denn auch die Weinbauern sind hier vorbildlich am Werk und bringen Weine von ausgezeichneter Qualität hervor, die Kenner und Weinfreunde zu schätzen wissen.
Und auch die Kultur hat einen hohen Stellenwert. Kulturelle Veranstaltungen auf Schloss Kastelbell oder jene des rührigen Bildungsausschusses zeigen, dass Kastelbell-Tschars eine aktive und lebenswerte Gemeinde ist und mit der Umfahrungsstraße weiter an Wohn- und Lebensqualität gewinnen wird. Es war für die Gemeinde Kastelbell-Tschars ein Herzensanliegen, dass man vom Durchzugsverkehr befreit wird. Nun wird sich dieses Herzensanliegen endlich erfüllen.

 

Gut zu wissen

➜ 2,5 km Tunnellänge mit vier Fluchtstollen: Die Hauptröhre ist bergmännisch vorgetrieben
➜ Umfahrungsstraße: Die neue Umfahrungsstraße hat eine Gesamtlänge von rund 3,34 km. Sie beginnt im Westen kurz vor dem Schloss Kastelbell und mündet im Osten wieder in die bestehende Staatsstraße.
➜ 96,3 Euro Gesamtkosten
➜ Spatenstich am 31.05.2019
➜ Tunneleröffnung am 6.6.2026

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„Mir tuat net leis’Tonzn guat, die Leit tian mir guat.“

  • Vorspann: Die begeisterte Tanzleiterin Notburga Wolf Erlacher ist auf dem „Goidnerhof“ in Marling geboren und aufgewachsen. Sie war das sechste Kind von sieben. Kinderstimmen und Lebendigkeit waren auf ihrem Elternhof Alltag. Ihre Eltern Anna Menz und Michael Wolf haben den Hof und die Goidneralm bewirtschaftet.
  • Dachzeile: Portrait
  • Redakteur: Astrid Fleischmann

Mit einem Lächeln erinnert sich Notburga an ihre lebhafte Kindheit. „Mir hobn viel Plotz zun Spielen kop und es wor olm viel lous.“ Die Landwirtschaft und die Gäste im Haus bedeuteten viel Arbeit, aber auch Kontakt zu vielen Menschen und die Sommer auf der Alm waren herrlich. Ihre Kindheit bot ihr den besten Boden für einen guten Start ins Leben.
Notburga war ein sehr kreatives Kind. Zu ihrer Freude schickte ihre Mutter sie nach der Mittelschule in die Schneiderlehre und anschließend in die Haushaltungsschule, was Burgi wenig begeisterte. Im Anschluss besuchte sie die Modeschule in München und schnupperte dort in verschiedene Mode-Unternehmen hinein. Am Wochenende fuhr sie immer nach Hause. „I hon Huamweah kop.“
Zurück in Südtirol folgten zwei Gesellenjahre in einer Schneiderei und hinterher besuchte sie die Trachtenschule in Salzburg, wo Notburga 1986 ihre Ausbildung mit dem Meisterbrief für Damenschneiderei abschloss. Bei einem Wochenendbesuch Daheim traf Notburga auf einem Faschingsball in Algund Bartl Erlacher, den sie schon länger kannte. „Ober desmol hot der Blitz ingschlogn. I wor narrisch verliab, vom erschtn Moment un.“, erzählt sie. Seit sie 16 Jahre war kannte sie die Familie Erlacher von der Töll. Schließlich gab es auf dem elterlichen Hof für die Zimmerleute immer etwas zu tun. „Wer in Bartl gekennt hot, hot gwisst, dass er gern lustig wor.“ Das imponierte der jungen Frau. Es dauerte nicht lange und Bartl besuchte Burgi in Salzburg. Die beiden haben sich dann nicht mehr aus den Augen verloren.
1987 wurde geheiratet. Bartl führte den Zimmereibetrieb, Familie und Haushalt waren Burgis Zuständigkeit. Zudem erledigte sie die Büroarbeiten des Betriebes und nutzte jede Gelegenheit um neue Stoffe zu kaufen. Die drei gemeinsamen Kinder Magdalena, Florian und Veronika trugen großteils Selbstgenähtes. „I hon an großzügign Monnkop. I hon olle Freiheiten kop, hon meine Zeit gestoltn gekennt, wia i gwellt hon. Wichtig wor lei, dass olls kloppet.“
Die Familie war glücklich, der Betrieb lief gut. „Des wor wohl die schianste Zeit in mein Leben.“
1999 passierte das Unglück. Die Kinder waren noch klein, Magdalena, die Älteste gerade mal elf und die Kleine drei Jahre alt. Bartl stürzte von einem Dach zehn Meter in die Tiefe. Wochenlang schwebte Bartl in Lebensgefahr. Dann fiel er ins Koma. Nach Intensivstation und einer Reha in Deutschland kam er zurück nach Südtirol. Es folgte eine 13-monatige stationäre Reha im Lorenz-Böhler-KH in Obermais. „Des wor seine beschte Zeit,“ erinnert sich Burgi. Durch den täglichen Kontakt zu seiner Frau und den Kindern hatte er gute, lichte Momente. Die meiste Zeit jedoch schlief er.
Durch den schweren Unfall brach der Familie die Lebensgrundlage weg. Zum Glück war das Firmenbüro Notburgas Bereich. Dadurch konnte sie den Betrieb managen. Unterstützt wurde sie dabei von Bartls und ihren Geschwistern und den Kindern. Bartl war im Landesausschuss der Zimmerleute und kannte viele Zimmerer, die Notburga ebenfalls unterstützen. „Des wor a wichtigs Netzwerk.“ Und Flor, ein langjähriger ehemaliger Mitarbeiter kam täglich vorbei um nach dem Rechten zu sehen. All diese Menschen haben die Familie durch diese schwere Zeit getragen.
Der Fuhrpark wurde abgebaut, die Räumlichkeiten vermietet. So konnte Notburga bei den Kindern sein und ihren kranken Mann betreuen. An den Wochenenden holte sie ihren Mann immer vom Pflegeheim nach Hause. Das genoss Bartl sichtlich. Nach vier Jahren starb er. Vier Jahre, für die Notburga dankbar ist:„So hon i mi verobschiedn gekennt.“
Notburga ist eine Frau, die in jeder Situation nach Lösungen und Wegen sucht. Als die Kinder größer waren, startete Notburga 2007 ihre Tanzleiterausbildung „Tanzen ab der Lebensmitte“ in Österreich. Seit 2008 gibt sie Tanzkurse für Gruppen und seit 2014 ist sie Tanzleiter-Referentin. Zudem arbeitet Notburga im Ausschuss der Südtiroler Tanzleiter „Tanzen ab der Lebensmitte“. Inzwischen hat sie in Deutschland auch die Ausbildung zur LineDance-Trainerin gemacht. Das Tanzen bringt Leichtigkeit in ihr Leben und hat sie immer wieder in Balance gebracht.
Heute lebt Notburga in Algund. Die Kinder sind erwachsen. Florian hat den Betrieb auf der Töll übernommen. Frei sein zieht sich durch ihr gesamtes Leben, ein Leben voller Freiheit und Verantwortung, Freude und Leid.
„Wenn zehn Frauen s’gleiche Schicksol kop hattn, hatt jede ondersch ghondelt. I bin den Weg so gongen, wia is gekennt hon mit meinen Fähigkeiten. I hon heints’Gefühl, i hon s’Möglichste getun.“

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Mals – Kreativität braucht Raum

  • Dachzeile: Bauplatz
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  • Weitere Fotos - 2:
  • Weitere Fotos - 3: Elena Laimer und  Manuel Pazeller  in ihrem Büro in Mals

Mit klarer Gestaltung, viel Licht und markanten gelben Akzenten macht die zeichenfaktur im Zentrum von Mals auf sich aufmerksam. Hinter den Räumen steckt jedoch weit mehr als ein modernes Büro. Die Kreativagentur von Manuel Pazeller und Elena Laimer versteht Gestaltung nicht als reine Dekoration, sondern als strategisches Werkzeug für starke Marken.
Die offenen und wohnlich gestalteten Räume wurden bewusst so konzipiert, dass Kreativität, Austausch und konzentriertes Arbeiten gleichermaßen möglich sind. Höhenverstellbare Arbeitsplätze, großzügige Gemeinschaftsbereiche mit Küche und eine klare Raumstruktur schaffen eine Atmosphäre, in der Ideen entstehen und weiterentwickelt werden können.
„Wir wollten keinen klassischen Agenturraum schaffen, sondern einen Ort, an dem sich Menschen wohlfühlen und kreativ arbeiten können“, sagt Manuel Pazeller. „Die Räume spiegeln unsere Haltung wider: Klarheit, Qualität und durchdachte Gestaltung.“
Die zeichenfaktur entwickelt Marken ganzheitlich, von der Strategie über Naming und Corporate Design bis hin zur Kommunikation nach außen. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Frage, wie Unternehmen klarer wahrgenommen werden und langfristig im Gedächtnis bleiben.
Manuel Pazeller studierte Kommunikationsdesign und Werbung und arbeitete mehrere Jahre in München, bevor er in den Vinschgau zurückkehrte und die Agentur „Vinschgau Design“ gründete. Daraus entstand 2017 die zeichenfaktur mit dem Anspruch, Marken nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar zu machen. Vor zwei Jahren kam Elena Laimer zur Unterstützung dazu und wurde Teilhaberin der zeichenfaktur. Ihr Schwerpunkt liegt in der Organisation und Personalführung.
Heute arbeitet das siebenköpfige Team an Markenauftritten für Unternehmen unterschiedlichster Branchen, stets mit einem klaren Ziel: Zeichen setzen.

 

zeichenfaktur.com

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