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Spezial-Landwirtschaft

Alles beginnt mit einer Idee: I-Klaub der elektronische Klaubkorb

von Angelika Ploner
I-Klaub, einen elektronischen Klaubkorb, hat der Landwirt David Pircher aus Tarsch entwickelt. Im vergangenen Herbst war der sensorgesteuerte und hochprofessionelle Klaubkorb erstmals im Einsatz und hat die Testphase gut bestanden.
veröfftl. am 17. Februar 2026

David Pircher ist ein Tüftler, „a Baschgler“ wie man im Dialekt so schön sagt. In erster Linie, sagt er, sei er ein ganz normaler Bauer. Jede Maschine, jeder Traktor, jeder Hänger, kurzum jedes landwirtschaftliche Gerät auf seinem Hof in Tarsch ist umgebaut oder angepasst worden. „Meine Leidenschoft isch oanfoch olls zu optimieren und weiterzuentwickeln. Wenn mir firkimmp, dass eppes ungschickt isch, richt i mir die Maschinen so, dass es leichter isch zun orbeiten“, erklärt David Pircher seine Philosophie. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die letztendlich aber einen großen Unterschied machen können. Die Ideen, die Einfälle kommen spontan auf der Wiese beim Arbeiten. Er könne nicht anders als diese dann in seiner Werkstatt umzusetzen. Unterstützt wird er dabei auch immer wieder von der Firma Vimas mit Bruder Hansjörg Pircher.

Das jüngste Ergebnis seiner Tüftelei nennt sich I-Klaub und ist ein elektronischer Klaubkorb. Eine innovative Idee, die eigentlich aus der Not heraus geboren wurde, sagt er. Mühselig sei es oft bei der Ernte die Kisten an- und herumzuheben oder lange Wege mit wenigen Äpfeln zurücklegen zu müssen. Bei einer Ernte, die über Tage und Wochen geht, ist das sehr anstrengend. „Des gibs jo net, dass es nix gib, wo man in Äpfl inni tian konn, isch mir olm wieder durchn Kopf gongen“, sagt Pircher. Etwas, das die Ernte erleichtert und sich selber ausleert. Die Idee eines elektronischen Klaubkorbs kam nicht spontan, sondern entwickelte sich langsam und reifte mit der Zeit heran.

In der Werkstatt in Tarsch stehen mehrere Prototypen. Über Jahre hat David Pircher die Prototypen weiterentwickelt. Den ersten hat er noch aus Eisen gefertigt. Immer wenn ihm etwas eingefallen ist, hat er „weitergebaschglt“ und weiterprobiert. Dann kam ihm die Idee mit der halbrunden Schaufel. Das war letztendlich der entscheidende Durchbruch. Die zwei halbrunden Schaufeln oder Schalen öffnen und schließen sich mechanisch und ähneln einem Greifer. Innen staffierte er sie mit Gummimatten aus, die irgendwie an den guten, alten „Tschaggl“ erinnern und die Äpfel weich landen lassen. Der Klaubkorb hängt an vier Bändern und ist sensorgesteuert. Ist er voll, fährt er per Knopfdruck automatisch nach unten bis kurz oberhalb der Äpfel, die Schaufeln öffnen sich und der Inhalt entleert sich langsam und schonend in die Großkiste. Hat der Klaubkorb die Äpfel entleert, fährt er alleine wieder hoch. Herzstück des Systems sind die halbrunden Schaufeln und der spezielle Öffnungsmechanismus, der sensorgesteuert arbeitet und patentiert ist.

Der Klaubkorb selbst ist von einem Rahmen mit zwei Griffen eingefasst und dort praktisch befestigt. I-Klaub kann auf einer Hebebühne oder auch auf eine Erntemaschine aufgebaut werden. Oben wird einfach in das Klaubkörbchen geerntet und wenn es voll ist, entleert es sich in die darunter liegende Kiste. Es geht darum kurze Wege zu nehmen, schonend, effizient und flexibel zu ernten.
Es ist eine Hilfestellung, eine Zusatzhilfe beim Klauben und „isch kinderleicht zu bedienen“, sagt David Pircher zum Vinschgerwind. Kein schweres Tragen mehr, „i will, dass es in die Leit guat geaht ban Klauben.“ Und den Äpfeln, dem Produkt natürlich auch.

„Wir haben I-Klaub im vergangenen Jahr erstmals getestet und waren damit sehr zufrieden“, sagt Pircher. Die Teile professionell gefertigt hat die Firma Weico in Brixen und auch die letzten Details ausgefeilt, damit der elektronische Klaubkorb den Anforder-
ungen

an die Arbeitssicherheit und Zertifizierungen standhält. Im vergangenen Jahr zwischen Ferragosto und dem Klauben hat Weico die Teile an Pircher geliefert und dieser hat sie in kürzester Zeit zusammengebaut und einsatzbereit gemacht.
MyID steht auf dem Klaubkorb und i-Klaub. MyID steht für Mei Idee, i-Klaub einfach für „i klaub“. Das Design stammt von Studio Oberhauser aus Bozen. Unterstützung kam auch von der Abteilung für Innovation und Forschung. David Pircher geht es darum, „dass in die Bauern gholfn isch.“ Die Produktion schafft er nicht alleine. Soviel steht fest. Er ist in seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit fest eingebunden. Pircher: „Es war flott, wenn jemand die Produktion übernemmen tat.“

MyID
i-Klaub – Pircher David
Tel. 333 1379389

 

Damit man sich ein umfassendes Bild über i-Klaub machen kann, hat David Pircher ein Video gedreht. Auf Youtube ist dieses abrufbar und zeigt wie der elektronische Klaubkorb in der Praxis funktioniert.
https://m.youtube.com/watch?si=Q6bnMBUzdVte4c3k&v=yYXbMnK-pME&feature=youtu.be