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Portrait

„Faszination und Leidenschaft“

von Christine Weithaler
Die Begeisterung für den Tourismus erweckte Isolde Christandl bereits in ihrer Jugend. Nach dem Tourismusstudiums in Innsbruck und Hall in Tirol arbeitete sie in verschiedenen touristischen Betrieben. Seit Mai 2025 leitet sie die „Chasa Chalavaina“ in Müstair und ihre Begeisterung ist ungebrochen. „Man kann die besondere Energie und Atmosphäre im Haus und rundherum spüren“.
veröfftl. am 02. September 2026

Isolde Christandl braucht eine gesunde Mischung aus Ruhe und Herausforderung

Isolde Christandl ist 1995 geboren und in Taufers im Münstertal mit ihren vier Schwestern aufgewachsen. Sie erzählt von einer schönen Kindheit, sie hatte immer Menschen um sich herum, mit denen sie gemeinsam viel unternahm, vor allem mit den Schwestern.
Sie besuchte die Fachoberschule für Touristik (FOS) in Meran und studierte anschließend in Innsbruck und Hall in Tirol. Schon damals machten ihr der Umgang und Austausch mit Menschen, speziell mit Gästen Spaß. Nach ihrer Studienzeit arbeitete Isolde in Hotels in Davos, Oberengadin, sowie auf dem Camping von Müstair. Hier war sie insgesamt 10 Jahre tätig, fünf davon als Geschäftsführerin. Nebenbei wirkt sie bei einer Tourismus- und Ferienwohnungsagentur im Unterengadin mit.
Isolde interessiert sich für Wirtschaft, Gesundheit und Sport. Außerdem klettert sie gern. Beim Mehrseilklettern schalten sich ihre Gedanken total aus, der Fels und sie sind eins. Sie konzentriert sich nur auf den nächsten Schritt. Im Gegensatz zum Joggen und Laufen, wo die Gedanken eher fließen. Dort kommen ihr die kreativsten Ideen für das Marketing, für Events und Dekorationen. Sie ist gerne in der Natur, macht Bergtouren auch allein und war mehrere Tage mit ihrem Rucksack beim Weitwandern in den Bergen oder am Meer unterwegs. Sie findet, allein erlebt man die Dinge nochmals intensiver, bewusster. In der Ruhe findet sie die Kraft für neue und tägliche Herausforderungen. Selten ist ihr eine Aufgabe zu groß. Sie geht an sie heran, setzt sich bewusst damit auseinander und durch das Probieren kann man Hindernisse bewältigen. Isolde kann aus Erfahrung sagen, dass Willenskraft im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzen kann.
Voriges Jahr startete sie mit ihrem Partner und ihrem Auto mit Dachzelt von hier nach Marokko, der Weg war ihr Ziel. Sie stellte fest, dass man nicht an seiner voreingenommenen Vorstellung festhalten solle, erst durch das Erkunden und Erleben neuer Lebensräume, Kultur und Landschaft lernt man die Realität kennen und wird oft positiv überrascht. Sie reiste nach China, Australien und den Nahen Osten. Isolde sammelt auf den Reisen viele Eindrücke und Ideen, sieht immer wieder die Schönheit unseres Landes und das Glück unseres privilegierten Standards. Sie kommt gerne wieder heim, sie hat sich nicht nur in das Tal Müstair verliebt, auch unwissend in den Großneffen von Joni Fasser, des ehemaligen Eigentümers des Hotels „Chasa Chalavaina“.
Anfangs 2025 kontaktierte Ulrich Veith (Geschäftsführer Stiftung pro Kloster St. Johann Müstair und Stiftung Chasa Chalavaina) Isolde und am 1. Mai startete sie als Hoteldirektorin. Ihre Begeisterung für „die Chasa“ ist groß. „Die Energie, die Atmosphäre in diesem Haus ist so besonders. Das können die Menschen hier wahrnehmen, ohne dass sie ausgesprochen wird“, erklärt die Gastgeberin mit Leidenschaft in den Augen. „Es scheint oft, als würde die Zeit stehen bleiben“
Fasziniert erzählt sie den Gästen in Führungen von der Geschichte und Atmosphäre des historischen Hotels. Es finden sich geschichtsinteressierte, Ruhe suchende Menschen in den getäfelten Stuben, den liebevoll gestalteten Zimmern und Garten. Neugierig auf Architektur und Design, Kunst und Kultur treffen diese hier in einer gelungenen Kombination von hochwertig und einfach. Das Haus hat seine eigenen Herausforderungen und verlangt individuelle Lösungen. Jedes Zimmer ist anders, es gibt jeweils nur einen Schlüssel als Unikat, keine digitale Zimmerkarte.
Isolde liebt die Nähe zu den Angestellten und den Gästen, sie erlebt immer wieder persönliche Begegnungen und Geschichten.
Nebenbei lernt sie Romanisch. Fasziniert von der alten Sprache, möchte sie diese durch das tägliche Sprechen am Leben halten. Die junge Frau genießt die Zeit im Haus. Die Arbeit im Büro ist ihr Gegenpol zum Kontakt mit den Menschen. Oft sieht sie auf die Uhr und ist über die fortgeschrittene Zeit überrascht. Isolde möchte das Hotel mit seiner Substanz erhalten, pflegen und seinen Gegebenheiten in die Zukunft bringen. Im kommenden Winter steht ein Umbau der Bäder bevor. Isolde freut sich auf die Durchführungen des Projektes mit Ressourcen vor Ort. In den Wintermonaten wird sie sich wieder vermehrt ihren privaten Projekten und Hobbys widmen. Zudem wartet heuer ein Urlaubsabenteuer auf sie, deren Ziel sie noch nicht kennt. So bleibt nicht nur ihr berufliches Leben spannend.