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Gold beim Europäischen Dorferneuerungspreis EV!RA

Taufers im Münstertal hat sich für den European Village Renewal Award 2026 EV!RA beworben und wurde mit Gold ausgezeichnet. Insgesamt gab es 25 Bewerbungen aus verschiedenen europäischen Ländern. Den ersten Platz belegte das Graubündner Valposchiavo. Die feierliche Preisverleihung findet im September 2026 in Kostelní Lhota (Mittelböhmen, Tschechische Republik) statt.
veröfftl. am 08. Juli 2026

Der EV!RA (European Village Renewal Award) ist der Europäische Dorferneuerungspreis, der von der Europäischen ARGE Landentwicklung & Dorferneuerung vergeben wird. Er zeichnet alle zwei Jahre herausragende, nachhaltige und innovative Entwicklungsprozesse in ländlichen Gemeinden aus.

Während Valposchiavo mit ihrem Projekt „100% Valposchiavo“ den Gesamtsieg errang, zählt Taufers im Münstertal gemeinsam mit sechs weiteren Gemeinden zu den Goldpreisträgern. Diese Auszeichnung würdigt Gemeinden, die sich mit nachhaltigen, innovativen und ganzheitlichen Entwicklungsstrategien den aktuellen Herausforderungen ihres Lebensraums stellen und herausragende Entwicklungsprozesse angestoßen haben. 13 weitere Projekte wurden mit Silber, vier mit Bronze bewertet.

Taufers im Münstertal überzeugt mit ganzheitlicher Dorfkernentwicklung
Unter dem Motto „Vom Leben im Straßendorf: Gemeinsam erneuern und lebendig bleiben“ präsentierte sich Taufers im Münstertal mit einer Bewerbung, welche die beiden Leitprojekte „20 Jahre Ortskernsanierung: Wettbewerb für vier öffentliche Gebäude“ und „Sanierung der Staatsstraße“ in den Mittelpunkt stellte und zugleich den langfristigen Entwicklungsweg der Gemeinde sichtbar machte.
Den Beschluss zur Teilnahme fasste Bürgermeisterin Roselinde Gunsch bereits im Dezember 2025. Anfang 2026 begann die Ausarbeitung der Bewerbungsstrategie, begleitet von Regionalentwicklerin Daria Habicher. Am 7. Mai machte sich schließlich eine vierköpfige internationale Jury bei einem Besuch vor Ort ein umfassendes Bild von der Gemeinde. Mit großem Engagement präsentierten Gemeindevertreterinnen und -vertreter gemeinsam mit Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürgern ihr Dorf und vermittelten durch persönliche Erzählungen, musikalische Beiträge und lokale Spezialitäten einen authentischen Eindruck vom lebendigen Gemeinschaftsleben in Taufers im Münstertal. Auch waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Partnerorganisationen zur Unterstützung dabei.
Auszüge aus der Jurybegründung erklären die Auswahl für Gold: „Die Gemeinde Taufers im Münstertal überzeugt mit zeitgemäßen Projekten, die eindrucksvoll den ganzheitlichen Entwicklungsprozess dokumentieren. Mit großem Engagement gelingt es dabei, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden und gleichzeitig die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig zu stärken. Die periphere Lage an der Grenze zur Schweiz wird in diesem Kontext nicht als Nachteil, sondern als Chance verstanden. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, eine ausgeprägte Vereinskultur sowie die enge Kooperation von Gemeinde, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bilden die Grundlage einer lebendigen und zukunftsorientierten Entwicklung.“

Hervorgehoben wurden außerdem die langfristige Ortskernentwicklung und die gemeindeeigene Einrichtung für eine nachhaltige Ortsentwicklung „Tuberis“, welche gemeinsam mit den engagierten Vereinen, Bürgerinnen und Bürger aktiv in Planungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden ist.

Hohe Qualität aller Einreichungen
Der Wettbewerb um den European Village Renewal Award 2026 ist entschieden: Eine interdisziplinäre internationale Jury hat die Einreichungen bewertet und im Rahmen einer abschließenden Sitzung in München final beurteilt.
Die 20-köpfige Jury unter dem Vorsitz von Universitätsprofessorin Nadja Häupl (Dessau) zeigte sich vom insgesamt sehr hohen Niveau der Einreichungen beeindruckt. In vielen Regionen würden mittlerweile ausschließlich besonders hochwertige und zukunftsorientierte Entwicklungsprojekte eingereicht, was die Auswahl eines Siegers zunehmend anspruchsvoll mache.
Im Mittelpunkt der Bewertung standen insbesondere Entwicklungsprozesse, Leitprojekte, Ausgangsbedingungen der Gemeinden sowie Strategien, Methoden der Bürgerbeteiligung und das Zusammenspiel lokaler Akteurinnen und Akteure.

Preisverleihung im September in Tschechien
Die offizielle Preisverleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises findet im September 2026 in Kostelní Lhota (Tschechische Republik) statt, , der Siegergemeinde des vorherigen Wettbewerbs. Auch eine Delegation aus Taufers im Münstertal wird vor Ort sein und die Auszeichnung entgegennehmen.
Der renommierte Preis, an dem seit 1990 rund 440 Dörfer, Gemeinden und Interkommunale Allianzen aus 20 europäischen Staaten teilgenommen haben, läuft seit Kurzem auch unter der einprägsamen Kurzform EV!RA. Ziel des Wettbewerbes bleibt es, herausragende Erneuerungs- und Entwicklungsprozesse in ländlichen Gemeinwesen zu evaluieren, auszuzeichnen und weit über regionale und Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen – auch mit der Intention, andere Dörfer und Gemeinden an deren Wissen und Erfahrung partizipieren zu lassen. Dabei wird die internationale EV!RA-Jury ihre Bewertungen vor allem auf Basis umgesetzter Leitprojekte in den Teilnehmerorten vornehmen und ihr Hauptaugenmerk verstärkt auf die Resilienz, den innovativen Charakter und die kreative Herangehensweise bei der Projektentwicklung und -umsetzung legen.
25 Gemeinden aus ebenso vielen europäischen Regionen haben am Wettbewerb um den EV!RA – European Village Renewal Award 2026 teilgenommen und haben ihre Projekte zur Dorf- und Gemeindeentwicklung einer internationalen Bewertung gestellt.
Mit dem Dorferneuerungspreis in Gold reiht sich Taufers nach Schlanders in die europäischen Preisträger ein. Schlanders trägt 2026 das ganze Jahr über den Preis „Europäische Hauptstadt des kleinen Einzelhandels 2026 - Vanguard City“ - und hat diesen Preis mit einer innovativen Zusammenstellung von Vorhandenem erreicht. Taufers hat durch jahrelange Investitionen in Infrastrukturen zu einem Gesamtkonzept gefunden und auch damit gepunktet.
Noch etwas ist bemerkenswert. Mit der rührigen Regionalentwicklerin Daria Habicher, die unter anderem Stilfs bei der Umsetzung der kulturellen PNRR-Projekte mit Einbeziehung der Dorfbevölkerung begleitet, hat sich ein zweiter Wissenspool neben der Basis in Schlanders etabliert, der über das Know-How von Ansuchen, von Knüpfen von Kontakten usw. auf europäischer Ebene verfügt. (r/eb)

Mit großem Engagement präsentierten Gemeindevertreterinnen und -vertreter gemeinsam mit Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürgern ihr Dorf und vermittelten durch persönliche Erzählungen, musikalische Beiträge und lokale Spezialitäten einen authentischen Eindruck vom lebendigen Gemeinschaftsleben in Taufers im Münstertal.

Mit großem Engagement präsentierten Gemeindevertreterinnen und -vertreter gemeinsam mit Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürgern ihr Dorf und vermittelten durch persönliche Erzählungen, musikalische Beiträge und lokale Spezialitäten einen authentischen Eindruck vom lebendigen Gemeinschaftsleben in Taufers im Münstertal.

Die europäische Jury zu Gast in Taufers

Die europäische Jury zu Gast in Taufers