Forschung und Entwicklung: Südtirol erstmals bei 1 Prozent BIP-Anteil

In Südtirol wird immer mehr in Forschungs- und Innovationsprojekte investiert. Der NOI Techpark (im Bild) unterstützt die Entwicklung mit über 40 Labors. (Foto: LPA/NOI Harald Wisthaler) In Südtirol wird immer mehr in Forschungs- und Innovationsprojekte investiert. Der NOI Techpark (im Bild) unterstützt die Entwicklung mit über 40 Labors. (Foto: LPA/NOI Harald Wisthaler)

Die Ausgaben in Forschung und Innovation haben in Südtirol laut ASTAT-Erhebung zwischen 2019 und 2020 um 12,9 Prozent zugenommen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Unternehmen.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Südtirol haben im Jahr 2020 erstmals knapp die Marke von einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreicht: Der Anteil am BIP hat sich von 0,75 im Vorjahr auf exakt 0,98 Prozent erhöht. Dies geht aus den Daten einer Erhebung hervor, die das Landesstatistikinstituts ASTAT am Mittwochabend, 20. September, veröffentlicht hat. Demnach sind die Investitionen in Forschung und Entwicklung von 191,9 Millionen Euro im Jahr 2019 um 12,9 Prozent auf 216,6 Millionen im Jahr 2020 angestiegen. 

Der Landeshauptmann und Landesrat für Forschung und Entwicklung sieht Südtirol damit auf einem guten Weg: "Die Steigerung auf nunmehr knapp ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes ist die Bestätigung dafür, dass wir mit unserer Innovationsstrategie richtig liegen und die gemeinsamen Anstrengungen der Unternehmen, der Universität, der Forschungseinrichtungen und des Landes Früchte tragen." Südtirol etabliere sich nach und nach auf der Landkarte der internationalen Forschung. "Die gezielte Förderung des Landes zum Aufbau von Forschungskompetenz und Forschungsinfrastruktur spiegelt sich in der Steigerung des Prozentsatzes wieder, auch wenn wir trotz des starken Aufholens immer noch hinter unseren Nachbarregionen zurückliegen", sagt der Landeshauptmann. 

Besonders erfreulich sei dabei der hohe Beitrag der Wirtschaft. Aus der ASTAT-Erhebung geht hervor, dass die Unternehmen im Jahr 2020 nahezu 60 Prozent der Südtiroler Gesamtausgaben für Forschung und Innovation bestritten haben. Mit 127,8 Millionen Euro lag ihr Beitrag sogar leicht über jenem der Unternehmen im Trentino (124 Mio. Euro), obwohl im südlichen Nachbarland die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung mit insgesamt 317,9 Millionen Euro um gut 100 Millionen Euro höher sind als in Südtirol. 

Die restlichen Anteile an den Investitionen in Forschung und Entwicklung verteilen sich auf Ausgaben der Universitäten sowie der öffentlichen Körperschaften und Non-Profit-Organisationen.    

Land Südtirol: Trend setzte sich 2021 fort

Wie aus Daten des Landesamts für Innovation und Technologie hervorgeht, setzt sich der Trend auch im Folgejahr fort: Im Jahr 2021 haben Südtiroler Unternehmen 230 Ansuchen mit einer Gesamtinvestition von 71 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung eingereicht. Das Land hat 2021 für die genannten Investitionen einen Beitrag von über 22 Millionen Euro gewährt. Einen merklichen Anstieg gab es bei den Anträgen für Prozessinnovation. Das bedeutet: Die Unternehmen investieren immer mehr in die Automatisierung und Digitalisierung ihrer Arbeitsprozesse.

Neben der Freien Universität Bozen und EURAC Research unterstützte vor allem auch der NOI Techpark die Unternehmen bei der Umsetzung von Forschungs- und Innovationsprojekten. Eine zentrale Rolle spielen dabei die über 40 Labors, die nach höchsten Standards in den vier strategischen Bereichen Umwelt-, Alpin- und Lebensmitteltechnologien sowie Automation eingerichtet wurden. 

red/gst

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