"Es ist wichtig, alles im Blick zu haben"

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Der 40-jährige  Christian Weisenhorn aus Reschen an der Zentralstation. Diese ist seit 10 Jahren sein Arbeitsplatz. Der 40-jährige Christian Weisenhorn aus Reschen an der Zentralstation. Diese ist seit 10 Jahren sein Arbeitsplatz.

Jeden Morgen fährt der Maschinist Christian Weisenhorn im Skigebiet Schöneben - Haideralm mit seinem Motorschlitten zur Zentralstation.
Dort ist die von St. Valentin auf der Haide kommende Umlaufbahn mit der Höllentalbahn verbunden.

 

Text & Foto: Magdalena Dietl Sapelza

 

Der gelernte Zimmermann Christian Weisenhorn aus Reschen arbeitet seit 10 Jahren für die Schöneben AG. „Am 3. Dezember 2012 habe ich dort begonnen“, präzisiert er. Die vorgeschriebenen Maschinisten Prüfungen hatte er bereits Jahre zuvor erfolgreich bestanden. Sein erster Arbeitsplatz war die Jochbahn mit dem Sechsersessellift. „Dort muss man schauen, dass sich die Gäste schnell auf die Sessel setzen und dass man die Bahn nicht wegen jeder Kleinigkeit abschalten muss“, erklärt er. „So manchen Skistock, der in der Aufregung heruntergefallen ist, habe ich den Skifahrern noch schnell nachgereicht.“ Seit Inbetriebnahme der neuen Verbindung St. Valentin- Schöneben, die nach der Fusion der Skigebiete Schöneben, St. Valentin a. d. H im Jahr 2018 ihren Betrieb aufgenommen hatte, ist die Zentralstation Christians Arbeitsplatz.
Hat es in der Nacht geschneit, beginnt Christian seinen Dienst mit dem Schneeschaufeln. Dann schaltet er die Computer ein, die im Arbeitsraum der Station stehen, und gibt Befehle ein. Die Umlaufbahn setzt sich in Gang. Langsam verlassen die Kabinen die große unterirdische Garage, in der sie während der Nacht eingeparkt sind. „Die Kabinen werden jeden Morgen ausgaragiert und am Abend wieder eingaragiert. Und es ist wichtig, alles im Blick zu haben, um sofort auf eventuelle Probleme reagieren zu können“, erklärt er. Vorgeschrieben ist die verbindliche Tagesprobe, denn die Sicherheitsstandards sind hoch.
Hat die erste Kabine nach kurzer Zeit die Talstation in St. Valentin erreicht, steigt Christians Arbeitskollege Fabian Stecher zu und fährt ebenfalls zur Zentralstation. Schon kurz darauf erreichen auch die ersten Skibegeisterte die Zentralstation und steigen dort auf die Höllentalbahn um, die sie direkt ins Skigebiet Schöneben am Fuße des 2660 Meter hohen Zehnerkopfes bringt. Christian und sein Kollege haben die Skifahrerinnen und Skifahrern immer im Auge und helfen - wenn nötig - beim Ein- und Aussteigen, oder wenn die Tageskarten klemmen. Die einzelnen Stationen wie Talstation, Mittelstation, Bergstation werden über einen Bildschirm in der Zentralstation überwacht. Treten irgendwo Probleme auf, wird die Bahn sofort gestoppt. Bislang war das kaum der Fall. Vielmehr sind es die kleinen Probleme, um die sich Christian und sein Kollege kümmern müssen, so zum Beispiel, wenn die Skier der Fahrgäste in die Tiefe fallen, die nicht richtig in der Halterung der Kabinen eingesteckt worden sind. „Den Ski eines Jungen aus Deutschland haben wir in der Bahnschneise nach einem Schneefall mehrere Tage lang gesucht", erzählt er. „Regelmäßig suchen wir nach heruntergefallenen Handschuhen, Mützen, Ohrstöpsel, Handys... „Die Leute verlieren alles Mögliche, oft sogar ihre Kinder“, lacht er. „Wenn weinende Kinder zu uns kommen, weil sie ihre Eltern nicht mehr finden, versuchen wir sie zu beruhigen und helfen ihnen über unsere Bildschirme bei der Suche. Bisher haben wir alle Verlorengegangenen wiedergefunden.“
Zur obligatorischen Tagesprobe der Anlagen kommen wöchentliche, monatliche und jährliche Überprüfung dazu. Überwacht werden dabei auch die Seilbahnstützen und die Führung der Trag- und Zugseile. Alle wird penibel dokumentiert. „Früher mussten wir die Kontrollergebnisse ins Betriebstagebuch eintragen, doch mittlerweile ist alles digitalisiert und kann übers Handy eingespeichert werden“, erklärt er. „Deshalb glauben viele, wir spielen die ganze Zeit mit unserem Handy“, lacht er. Wenn irgendwo Probleme auftauchen, müssen diese sofort abgeklärt und behoben werden.“
Vor Saisonbeginn gehört die Überwachung der 196 Schneekanonen zu Christians Aufgabenbereich. „Wir beginnen damit Mitte November, wenn die Temperaturen gefallen sind. Dann fahren wir regelmäßig von Kanone zu Kanone und schauen ob die Antriebssysteme und der Wasserdruck stimmen. Zuerst sind wir mit dem Jeep unterwegs, und wenn genügend Schnee liegt, mit dem Motorschlitten“, sagt er. „Bei Minisgraden schaffen wir die Grundbeschneiung der Pisten in zwei bis drei Wochen.“
Seit der Inbetriebnahme der Umlaufbahn St-Valentin -Schöneben 2018 hat Christian bei der Schöneben AG eine Jahresstelle. Nach Saisonende im April dreht sich seine Arbeit hauptsächlich um die Wartung der Liftanlagen verbunden mit Revisionen, sei es der technischen Anlagen, der Kabinen, der Seilklemmen und Rollen an den Stützen und einiges mehr.
In seiner Freizeit widmet er sich seiner Frau Anita und seinen Kindern Daria (12 J.) Josefin (9 J.) und Liana (7 J.). Er liebt Bergtouren und Bergwandern und natürlich auch das Skifahren auf Schöneben mit seiner Familie. „So oder so bin ich eigentlich das ganze Jahr über auf Schöneben“, meint er.

 

 

Skigebiet
Schöneben - Haideralm

Beginn des Skibetriebes: Donnerstag, 8. Dezember 2022

15 Liftanlagen und
65 Pistenkilometer.

Das Skigebiet ist im Verbund der Zwei Länder Skiarena
mit den Skigebieten Nauders, Watles, Sulden und Trafoi und der Ortler Skiarena

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