Dienstag, 05 März 2019 12:00

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„VERKORKSTEs“ BÜRGEREINKOMMEN: SÜDTIROL SOLL AN SEINEN BEWÄHRTEN MASSNAHMEN FESTHALTEN
„Das so genannte Bürgereinkommen ist eine nicht gut durchdachte Maßnahme, die aus wahltaktischen Gründen in aller Eile ausgearbeitet worden ist.“ Dies betonte heute die Vorsitzende der Autonomiegruppe Julia Unterberger (SVP) bei der Stimmabgabeerklärung im Plenum des Senats. Die Maßnahme schaffe weder neue Arbeitsplätze, noch helfe sie Familien in Schwierigkeiten. „Das Land Südtirol tut gut daran, an seinem bisherigen System der Sozialfürsorge festzuhalten.“
„Die Maßnahme, die ja schon in wenigen Tagen starten soll, sieht zur Umsetzung das Berufsbild des ‚Navigators‘ vor“, erinnert SVP-Senatorin Julia Unterberger. „Es steht aber noch in den Sternen, wie diese Navigatoren angestellt werden sollen – eine entsprechende Übereinkunft mit den Regionen, die für die Arbeitsvermittlungsstellen zuständig sind, gibt es auf jeden Fall nicht.“ Auch die Konvention mit den Patronaten sei noch nicht unterschrieben: Den Arbeitsvermittlungsstellen fehlten Büroräume und Computeranlagen – und auch ausgebildetes Personal. „Das Nationale Fürsorgeinstitut hat nicht die technischen Mittel, um das Vermögen eines Antragstellers zu überprüfen – dies wird dazu führen, dass mindestens 100.000 Haushalte das Bürgereinkommen ohne berechtigten Anspruch erhalten werden.“ In dieser Form werde das ‚Bürgereinkommen‘ außerdem sein Ziel verfehlen: „Die Unterstützung wird viel eher an Einzelpersonen gehen – und nicht an Familien, die häufiger von Armut betroffen sind.“
Auch die „Quote 100“ werde keine neuen Arbeitsplätze schaffen: „In den Ruhestand werden vor allem Angestellte der öffentlichen Verwaltungen treten, bei der es ja bekanntlich einen Aufnahmestopp gibt“, weiß Julia Unterberger. „Und vielleicht auch solche, die in Unternehmen beschäftigt sind, die sich in Krise befinden und keine Neuanstellungen planen.“ Die „Quote 100“ werde sich auch nicht positiv auf die benachteiligte Situation erwerbstätiger Frauen auswirken; im Gegenteil: „Wieder einmal werden die Probleme nicht gelöst, sondern auf nachfolgende Generationen abgewälzt.“ Ständig werde von der Notwendigkeit von Reformen gesprochen: Dabei denke man aber grundsätzlich immer nur an jene, die in Rente gehen wollen – und nicht an jene, welche diese Renten dann finanzieren müssen.
„Die beiden genannten Maßnahmen werden lediglich aus wahltaktischen Überlegungen so eilig umgesetzt“, betont Julia Unterberger. „Wieder einmal zeigt diese Regierung, dass es ihr vorrangig darum geht, Wahlen zu gewinnen. - und nicht für die Bevölkerung zu arbeiten.“ Auch so wichtige Anliegen, wie etwa ein Grundeinkommen, werden leider nach dieser Logik geplant und umgesetzt. Aus den genannten Gründen hat die Autonomiegruppe im Senat geschlossen gegen das so genannte Bürgereinkommen gestimmt.


Dunning-Kruger-Effekt
Zu blöd, um es selbst zu merken!
Das Phänomen, dass inkompetente Menschen ihr eigenes Können überschätzen und zudem nicht in der Lage sind, das Maß ihrer Inkompetenz zu erkennen, hat einen populärwissenschaftlichen Namen: Dunning-Kruger-Effekt. Geprägt wurde er 1999 von den US-Psychologen David Dunning und Justin Kruger. Sie hatten Studenten Grammatik- und Logik-Tests bearbeiten lassen. Am Ende mussten die Teilnehmer einschätzen, wie gut sie im Vergleich zu den anderen abschnitten. Das erstaunliche Ergebnis: Ausgerechnet das schlechteste Viertel glaubte von sich, weit über dem Durchschnitt zu liegen. Die Selbstüberschätzung hielt sich hartnäckig: Selbst, wenn sie die Testbögen der besten Teilnehmer ansehen durften, hielten die Unfähigsten am wohlwollenden Urteil über ihre Fertigkeiten fest. Besonders intelligente Probanden hingegen unterschätzten ihre Leistung. Inkompetenz auf einem s12 Unknownbestimmten Gebiet führt dazu, dass die Betroffenen die eigenen Irrtümer und Wissenslücken übersehen und sich gerade deshalb für besonders kompetent halten. Es ist zweifellos eines der Grundübel unserer Zeit, dass so viele Menschen entweder nicht willens oder nicht fähig sind, zwischen Humanem und Inhumanem, zwischen Recht und Unrecht, zwischen Wahrheit und Propaganda, zwischen Vernünftigem und Widersinnigem zu unterscheiden. Die Ursachen hierfür liegen nicht zuletzt in unserem Bildungssystem. In unseren Schulen lernen Kinder und Jugendliche zwar ein ganzes Arsenal an oft unnützem Wissen, das sie bald nach den Prüfungen wieder vergessen, nicht aber die intellektuelle Basiskompetenz, um zwischen rationalen und irrationalen Argumenten zu unterscheiden. Klar ist: Wer niemals gelernt hat, dass es einen fundamentalen Unterschied gibt zwischen subjektiven Meinungen und objektiven Tatsachen, der wird in seinem späteren Leben die Bedeutung wissenschaftlicher Beweisführungen nicht zu schätzen wissen – und das muss dringend korrigiert werden! Donald Trump treffe Entscheidungen nicht, indem er sich neues Wissen aneigne, sondern auf der Grundlage seines gesunden Menschenverstands („common sense“), sagte er kürzlich. Damit ist Trump ein gutes Beispiel für den wissenschaftlich bewiesenen „Dunning/Kruger-Effekt“: Je inkompetenter man in einer Sache ist, desto mehr glaubt man mitreden zu können. (aw)

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