So funktioniert der Gegenspieler: Eine Samurai-Schlupfwespe legt ihre Eier in jene der Marmorierten Baumwanze. (foto Oregon State University CC BY-SA 2.0)
So funktioniert der Gegenspieler: Eine Samurai-Schlupfwespe legt ihre Eier in jene der Marmorierten Baumwanze. (foto Oregon State University CC BY-SA 2.0)

Mit Samurai-Schlupfwespe die Marmorierte Baumwanze bekämpfen

Ein Dekret des Präsidenten der Republik erlaubt nun den Einsatz nicht-heimischer Nützlinge gegen invasive Schädlinge. Dies könnte möglicherweise auch bald für die Samurai-Schlupfwespe gelten.

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) ist ein invasiver Schädling: Aus Asien eingeschleppt, hat sie sich in fast allen Regionen Norditaliens stark verbreitet. In Südtirol ist sie seit 2016 präsent und bedroht vor allem die Landwirtschaft. Denn die Marmorierte Baumwanze hat ein sehr weites Nahrungsspektrum hat und kann sich von einer Vielzahl von Obst-, Gemüse- und Ackerfrüchten ernähren. In Europa hat die sehr robuste Wanze kaum Feinde – ganz im Gegensatz zu ihrem Ursprungsgebiet. Dort hat sie einen winzig-kleinen Gegenspieler: die Samurai-Schlupfwespe (Trissolcus japonicus). Sie parasitiert die Eier der Wanze und unterdrückt auf diese Weise deren Vermehrung und Verbreitung.

Gegenspieler einsetzen, aber mit Vorsicht

Es liegt also nahe, diesen Gegenspieler auch in unseren Breiten einzusetzen. Doch Vorsicht ist geboten: Denn die Freisetzung nicht-autochthoner – sprich nicht-heimischer Arten kann sich negativ auf andere heimische Arten auswirken und so die lokale Flora und Fauna gefährden. Daher muss eine solche Freisetzung genau geprüft werden. Diese Vorsicht fließt in ein Dekret des Präsidenten der Republik vom 5. Juli 2019 ein. Das am 5. September veröffentliche Dekret erlaubt den Einsatz nicht-autochthoner Arten zur Schädlingsbekämpfung. Allerdings muss das Umweltministerium zuvor ein Gutachten und eine Genehmigung vorlegen.

Strategischer Plan mit Regionen und Staat 

Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler hat sich mit seinen Kollegen aus sechs italienischen Provinzen und Regionen (Trentino, Emilia-Romagna, Friaul-Julisch-Venetien, Lombardei, Piemont und Veneto) dafür eingesetzt, eine biologische Schädlingsbekämpfung durch Nützlinge – wie diese Schlupfwespen – auch bei uns zu ermöglichen. Die nächsten Schritte werden nun mit Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanovaund Umweltminister Sergio Costa abgestimmt. Dazu hat Schuler gemeinsam mit den Vertretern der anderen Regionen einen strategischen Aktionsplan mit den notwendigen Maßnahmen erarbeitet. So wollen die Provinzen und Regionen Einrichtungen für die Vermehrung dieser Nützlinge schaffen sowie die Erforschung in den verschiedenen Regionen vernetzen und stärken.

Landesrat Schuler: „Pflanzengesundheit dank natürlicher Bekämpfung“

Landesrat Schuler erklärt das Hauptziel: "Wir wollen damit größere Schäden in unseren Obstwiesen verhindern. Wenn wir Nützlingen einsetzen, können wir damit invasive Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen." Er sieht darin einen positiven Beitrag zu "unseren Bemühungen, die Pflanzengesundheit an erste Stelle zu setzen und das Thema Nachhaltigkeit noch stärker voranzubringen."

LPA

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