Dienstag, 21 Februar 2017 12:00

Achtsamkeit

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s12 0565Beratung - „Ich muss nur noch schnell auf die Anfrage antworten“, meint ein Familienmitglied beim Essenstisch und „wischt“ angespannt auf seinem Handy. Wie oft passiert es uns, dass wir zwei, drei Sachen auf einmal machen. Die Daueraktivität, der wir uns heute aussetzen und anderen zumuten, führt zwangsläufig irgendwann zu Erschöpfung. Durch den achtlosen Umgang leiden nicht nur wir selber, sondern die unmittelbaren Beziehungen zu den Menschen, die uns wichtig sind. Beim Essen bekomme ich den Geschmack der Speisen gar nicht mehr mit; geschweige denn die Menschen, mit denen ich gerade am Tisch sitze. Im tiefsten Herzen sehnen wir uns nach Entschleunigung.
Achtsamkeit beschreibt die Präsenz im gegenwärtigen Moment - im Augenblick verweilen und all das wahrzunehmen, was mich gerade umgibt, ganz im Hier und Jetzt. In dieser Haltung stellt sich mehr Gelassenheit und innerer Gleichmut ein, welcher uns vor Reizüberflutung und Beschleunigung schützt. Es geht dabei um mehr als Entspannung und Konzentration. Die eigentliche Herausforderung von Achtsamkeit ist Mitgefühl und Toleranz. Angesprochen sind Werte wie Freundlichkeit, Großzügigkeit, Offenheit und Mut. Mut braucht es vor allem wenn es darum geht, sich den eigenen Empfindungen annehmend und offen zuzuwenden. Und Mut, diesen Moment nicht zu bewerten und in Aktionismus zu verfallen. Kurz gesagt: „Wenn ich esse, esse ich!“

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