Dienstag, 21 November 2017 12:00

„Wir brauchen hohen Kuhkomfort“

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s8 9045Fürstenburg/Vinschgau - „Die ersten 100 Tage der Laktation - von der Kalbung bis zur erfolgreichen Trächtigkeit“, mit diesem Thema befasste sich die 4. Vinschger Berglandwirtschaftstagung organisiert vom Beratungsring Berglandwirtschaft BRING am 17.11. 2017

von Magdalena Dietl Sapelza

Fruchtbarkeitsprobleme bei Kühen haben zu 15 % mit der genetischen Veranlagung zu tun, zu 30 % mit der Fütterung und zu 40 % mit der Haltung.

Diese Zahlen nannte der Referent Johann Gasteiner bei der BRING-Tagung in der Fürstenburg (mitgetragen vom SBB, dem Land Südtirol, der Fachschule Fürstenburg und der Raiffeisenkasse Obervinschgau). Schlechte Haltung dämpft also die Fruchtbarkeit. Kühe brauchen Bewegung, Licht (erhöht die Milchleistung) und gut durchlüftete Ställe mit genügend Platz. „Hitze-Stress beginnt bei 25°c. und ist ein Fruchtbarkeitskiller“, betont Gasteiner. Auch Schmerzen an den Klauen, an den Gelenken… verursachen Stress. „Wir brauchen höheren Kuhkomfort und mehr Hygiene“, unterstreicht Gasteiner. Wichtig ist auch die richtige Fütterung, um Stoffwechselkrankheiten vorzubeugen. Mineralstoffmangel (Calcium, Phosphor, Magnesium) wirkt sich negativ aus und kann z.B. zu Milchfieber führen. Nach dem Abkalben gibt die Kuh viel Calcium über die Milch ab. Schlechte Futterqualität gilt es zu vermeiden. Verschimmeltes Futter kann zu Aborten führen. sDie ersten 100 Tage der Laktation vergleicht Referent Simon Volgger mit einer Gratwanderung. Es gehe darum, den Energiebedarf richtig anzupassen und der Kuh das beste Futter anzubieten, bestehend aus Rohfasern (13 bis 15 kg Trockenmasse tägl.) und Kraftfutter (max. 300 g tägl. verabreicht in mehreren Rationen). Der Umstieg auf energie- und eiweißreiche Rationen dürfe jedoch nicht zu schnell erfolgen. Damit sollte bereits vor dem Abkalben begonnen werden. „Die 100 Tage Intensiv-Versorgung könnten auf 200 Tage ausgedehnt werden“, rät Volgger. BRING Viehwirtschaftsberaterin Melanie Reger stellte den Wackerhof in Spinges vor und der Direktor der Raiffeisenkasse Obervinschgau Markus Moriggl sprach über die „Genossenschaftliche Partnerschaft“. Begrüßungsgäste waren Direktorin Monika Aondio und Landesrat  Arnold Schuler.

 

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