Dienstag, 20 Februar 2018 12:00

Reinhold Messner fordert Neubewertung

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Rabland/Vinschgau/Bozen - Die Rablander Bürgerinitiative erhält prominente Unterstützung: Reinhold Messner fordert in einem offenen Brief die Verantwortlichen auf, ihre Entscheidung zu überdenken. Der Brief in vollem Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, sehr geehrte Herren Landesräte, sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Mit Interesse und auch mit Sorge verfolge ich die Diskussion um die geplante Umfahrung von Rabland, eine der wenigen noch ausstehenden Ortsumfahrungen entlang der Vinschger
Staatsstraße. Über die Bedeutung der Umfahrung und der damit einhergehenden Entlastung der Bevölkerung dürfte weitgehende Einigkeit herrschen, ganz anders sieht das Bild aber bei den beiden alternativen diskutierten Trassenvarianten aus.
So musste ich mit Erschrecken feststellen, dass die Gemeinde Partschins sich gegen den erklärten Willen von etwa 90 Prozent der Rablander Bürgerinnen und Bürger stellt, um eine Trasse voranzubringen, die mehr Probleme aufwerfen als lösen würde. Eine zu einem großen Teil oberirdisch geführte Umfahrungsstraße würde die Bevölkerung nicht entlasten (und damit das Ziel einer Umfahrung nicht erreichen), dafür aber die
Wirtschaft, in erster Linie Landwirtschaft und Tourismus, auf alle Zeiten hinaus gravierend
belasten. Dazu kommt der enorme Eingriff in das Landschaftsbild mit nachhaltig negativen Folgen für die kommenden Generationen. Ein solcher könnte. durch eine Untertunnelung des gesamten Dorfes vermieden werden, weshalb es für mich in keinster Weise nachvollziehbar ist, warum sich die Gemeinde nicht zum Wohle ihrer Bürger vehement für einen solchen Tunnel einsetzt . Schließlich würde meines Erachtens nur ein Tunnel unter dem gesamten Dorf alle Ansprüche an eine Umfahrung erfüllen: von Verkehrssicherheit und Verkehrsf luss über die nachhaltige Entlastung der Bevölkerung bis hin zum Schutz der Landschaft und damit einer Aufwertung von Rabland als Wirtschaftsst andort und Lebensraum.
Deshalb ersuche ich alle Verantwortlichen, die vorliegenden Projekte neu zu bewerten, und zwar im Lichte der Nachhaltigkeit der zu treffenden Entscheidung: jener für die Bevölkerung, für die Wirtschaft und die Umwelt. Ich ersuche alle Verantwort lichen, eine Entscheidung zu treffen, die auch vor künftigen Generationen verantwortet werden kann. Schließlich sind die Beeinträchtigungen in der Bauphase eines Tunnels unter dem Dorf, vor denen sich einige Betriebe in Rabl and zu fürchten scheinen, zeitlich auf ein Minimum begrenzt, während die Schäden einer oberirdischen Umfahrung für immer spürbar sein werden - für alle Rablanderinnen und Rablander und für alle Betriebe.
Mit bestem Dank im Voraus und freundlichen Grüßen!
Reinhold Messner“

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