Dienstag, 06 März 2018 12:00

Leserbriefe - Meinungen 5-18

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MGV-Faschingsrevue
Es ist mehr als eine Respektlosigkeit, wenn man sich als humoristische Einlage über kranke Menschen lustig macht, und diese noch als Höhepunkt bewertet wird. Siehe dazu im Vinschgerwind Nr. 4 vom 22.02.2018.
Name der Redaktion bekannt


FREIE WAHLEN
Demokratie, sagt man mir, herrsche dort, wo es freie Wahlen gibt. Sie seien das Wesensmerkmal einer demokratischen Grundordnung. Die bevorstehenden Wahlen erwecken nun nicht gerade den Eindruck, als handle es sich um das Kernstück einer Demokratie. Konnten wir bisher bloß Kandidaten aus ein und derselben Partei wählen, so ist uns diesmal auch noch das genommen worden. Geblieben sind vorgefertigte Kandidaten-Pakete, die wir als solche ankreuzen dürfen oder nicht. Ob wir den Einen oder die andere Kandidatin vorziehen würden, spielt keine Rolle mehr. Man nehme entweder das ganze Paket oder gar nichts. Bei so viel Wahlfreiheit braucht es in der Tat einen starken Glauben an die Demokratie.              
Margit Gaiser, Taufers i.M.


Immer wieder dasselbe leidige Thema…
Wer einen Hund verantwortungsvoll hält, kann mit ihm viel Freude erleben. Ein Hund bringt Abwechslung in den Alltag und verhilft zu wertvollen Erfahrungen und Begegnungen sei es mit Jogger, Biker, Wanderer sowie Spaziergänger und Kinder. Daher gehört der Hund im Zweifelsfall immer an die Leine. Es ist mir nicht entgangen, dass sehr viele Leute Angst vor Hunden haben, „Kampfhundevorfälle“ haben Passanten und Hundehalter verunsichert. Der bei „Hündeler“ beliebte Zuruf: „Der macht nichts“, geht mir schon lange auf die Nerven! Das ist das Eingeständnis, dass das Tier eben nicht gehorcht! „Der will doch nur spielen“, entweicht sehr leichtfertig vielen Hundebesitzer, wobei diese die Lage oft verkennen, zumal Spaziergänger sowie Jogger auch an Kynophobie leiden können. Kynophobie ist die weitverbreitete Angst vor Hunden. Leider passiert es fast täglich, dass manchem Besitzer die Kontrolle entgleitet wenn der Hund unangeleint ist und auf Passanten oder Velofahrer zuspringt. Das ist für jemandem, der unter Kynophobie leidet der reinste Horror!
Der Hundehalter ist meiner Meinung nach selber schuld, wenn immer mehr schärfere Verordnungen und Gesetze sowie Leinenzwang erlassen werden. Die Leidtragenden sind dann eben die Hundehalter, die den Hund verantwortungsvoll und korrekt führen.
Vor kurzem habe ich auch gelesen, wie schwer sich gewisse Leute in der Region mit den Hundebesitzern, resp. mit dem Kot des lieben Vierbeiners macht, weil man die Exkremente einfach liegen lässt, ohne in die dafür vorgesehene oder einfach in die bestehenden Abfallbehältern zu entsorgen.
Dies eben sehr zum Ärger von manchem Bürger und Betroffenen.  Es ist mir deshalb ein großes Anliegen, einmal die vielen Hundehalter sowie auch die vielen Hundegegner aber auch die Behörde anzusprechen, in der Meinung, die Problematik und das Verantwortigkeitsgefühl zu sensibilisieren.
Ich bin auch enttäuscht über die Verunreinigung durch Hundekot. Besonders im Winter sind die Haufen sehr gut sichtbar und das nervt die Leute am meisten. Eine gute Einrichtung sind die in jeder Gemeinde aufgestellten Entsorgungskasten. Nun wünsche ich allen viel Freude und viele schöne Begegnungen mit anderen Leuten- auch mit solchen, die keinen Hund haben.
Giacumin Bass, Müstair

Eva und keine Tricolore
Vinschger Wind,Seite 16 von Herrn Peter Tappeiner, „Aus dem Gerichtssaal.
Es geht um das berühmt -berüchtigte Besenplakat der Süd-TIROLER Freiheit, und wegen angeblicher Schmähung der Nation. Frage, kennt die Justiz die Farben der Tricolore der Italienischen Republik? Grün,weiß,rot!   Auf dem Besenplakat sehe ich  aber keine italienische Flagge, sondern, wenn, dann überhaupt die ungarische, denn die ist genau anders herum rot, weiß, grün. Auf dem Plakat ist deutlich zu sehen, eine weiß-rote Tiroler Fahne mit Tiroler Adler, ein Besen, und unten die ungarische Flagge. Oder liest die Justiz von unten nach oben, oder von Rechts, nach Links. Nüchtern betrachtet müsste eigentlich Ungarn, die Eva und ihre Tricolore vor das Gericht zerren, und nicht Italien.
Gerhard Pali, Prad am Stilfserjoch


„Menschen“ - S. 17 Vinschgerwind 4-18
Schade, dass ein so interessanter und nachdenklich stimmender Beitrag gleich in der ersten Zeile entstellt wird: Mymensingh ist der Ort mit 500.000 Einwohner nördlich der bengalischen Hauptstadt Dhaka (ca. 9 Mio. Einwohner).
Franz Angerer, Kortsch/Schlanders


Volksbegehren Gesetzentwurf zur direkten Demokratie
Durch das Volksbegehren 2017 mit 12000 Unterschriften, ist der Landtag verpflichtet worden den Gesetzentwurf zur direkten Demokratie, noch in dieser Legislatur zu behandeln. Die Abgeordnete Magdalena Amhof wurde als Präsidentin des Gesetzgebungsausschusses vom Landtag mit der Ausarbeitung eines neuen Gesetzes zur direkten Demokratie beauftragt. Gemeinsam mit Brigitte Foppa und Sepp Noggler wurde sogar unter Einbeziehung der Bürger ein Gesetzentwurf geschrieben, der verglichen mit dem aktuellen Gesetz, ein Schritt in die richtige Richtung ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Mehrheitspartei das Bemühen ihrer Mandatare nicht schmälert, indem sie wesentliche Elemente - Quorum, Mitbestimmung der Bürger über Beschlüsse der Landesregierung zu Großprojekten - abschwächt oder streicht, sodass am Ende nicht mehr als eine Feigenblattaktion überbleibt.
Greti Egger, Naturns


Nachruf an Theresia Witwe Pobitzer geb. Patscheider
Am 27. Jänner wurde in Schleis Frau Theresia Witwe Pobitzer geb. Patscheider zu Grabe getragen.  Die auffallend vielen Trauergäste zeugten von der großen  Achtung und Wertschätzung, die Frau Theresia weitum genoss. Sie war von einem Schlag, wie er wohl nicht mehr nachwächst in unseren Landen.
1925 in harte Zeiten und sehr einfache Verhältnisse hineingeboren, lernte sie sehr früh, dass Leben anpacken, arbeiten und entbehren heißt. Der Vater war Rädermacher und führte ein kleine „Baurschaft“. Da hieß es selbstverständlich auch für ein Mädchen mithelfen im Stall, auf dem Feld und bei der Waldarbeit. Und der Mutter im Haushalt zur Hand zu gehen.  Italienisch in der faschistischen scuola elementare lernte sie fleißig und nicht ungern; heimlich und gern aber besuchte sie die deutsche Katakombenschule. Gerade erst ausgeschult hieß es für Theresia, „etwas verdienen gehen.“ Sie verdingte sich in Haushalten in Meran, Reschen und Tschars. Lernbegierig nahm sie dort alles auf von dem sie wusste, dass sie es später brauchen konnte.
Mit 24 Jahren heiratete sie Paul Pobitzer und zog ins Außerdorf von Schleis ins „Farberhaus“. Dort erwartete sie ein Berg voller Arbeit und Aufgaben in Haus, Hof,  Stall und auf den Feldern. Darüber hinaus  überwachte sie nicht nur  die damalige Walkerei und Färberei, sondern führte auch den Handel mit Loden. Oft ruhte die alleinige Verantwortung auf ihren Schultern, immer dann, wenn ihr Paul bei Faschàn- und Dolmetscherdiensten im Viehhandel außer Haus und unterwegs war.  Frau Theresia hat immer ihren Mann gestanden auf ihre ruhige und unaufgeregte Art, sie hatte das Herz am rechten Fleck und war um eine treffende Wendung nie verlegen. Sie schaute sich die Leute immer gut an, sie wusste, es gibt „sèttigi und sèttigi“ und groß war ihre Menschenkenntnis.  Das Farberhaus war ein offenes Haus. Offen wie das Haus war auch ihr Herz für die, die weniger hatten und manch einer bekam neben einer warmen Suppe auch noch einen Schlafplatz. Das Herz des Farberhauses war die Küche, immer brodelte etwas auf dem Herd oder duftete aus dem Rohr: Besucher waren zu verköstigen und für das Gewusel der Kleinen gab es gern einen „Turt“.
In 17 Jahren stellten sich 10 Kinder ein und die sonst zupackenden Arbeitshände  konnten  zart und tröstend über einen kleinen Wuschelkopf und ein weinendes Gesichtchen fahren. Ihre Erziehung  war gradlinig, verständnisvoll und mit der richtigen Strenge. Für Verzärtelung war kein Platz, aber für jedes Kind hatte sie etwas Selbstgestricktes oder – genähtes als Weihnachtsgeschenk, für das sie halbe Nächte opferte.
Der Reihe nach flogen die Kinder aus, gründeten Familien: 31 Enkel und 28 Urenkel durfte die „Farber Thres“ erleben. Einmal sollen sie die Kinder gefragt haben, was sie als Geschenk von ihrem Mann zu den einzelnen Geburten bekommen habe. Lächelnd und verschmitzt habe sie geantwortet: „ a Paarl Påtschn“. Bis zum Schluss verfolgte sie das Landes- und Weltgeschehen, das sie mit Humor und Hausverstand zu kommentieren wusste.
Frau Theresia ist am 25. Jänner  ruhig eingeschlafen und still von uns gegangen.
Ein Freund der Familie

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