Dienstag, 30 September 2014 00:00

Chance Altbausanierung

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mauer 70390269 MIn die Zukunft investieren

Die energetische Sanierung eines Gebäudes ist in mehrfacher Hinsicht eine Investition in die Zukunft:
Bautenschutz. Die bessere Dämmung, die Reduktion der Wärmebrücken, die Luftdichtheit vermindern das Risiko, dass Tauwasserausfall und Schimmel an kalten Oberflächen das Gebäude nachhaltig schädigen.


Zukunftsfähiger Gebäudewert. Sowohl beim Vermieten als auch beim Verkauf steigern niedrige Energiekosten den Wert der Immobilie. Der Energieausweis, der den Energieverbrauch klar aufzeigt, wird in diesen Fällen mit der Umsetzung der europäischen Richtlinie für größere Gebäude zur Pflicht, und wird auch bei kleineren Objekten immer stärker gefragt werden.
Versicherung gegen steigende Energiekosten. Auch bei stark zunehmenden Energiekosten bleiben die „Wohnnebenkosten” langfristig niedrig. Die Wohnung wird zur Vorsorge für den Ruhestand.
Ressourcenschutz. Jede eingesparte kWh Heizenergie bedeutet auch eine Ressourcen- Einsparung – in aller Regel von fossilen Energieträgern, was angesichts deren Begrenztheit unentbehrlich ist, aber auch von erneuerbaren wie Holz, die ebenfalls nicht verschleudert werden sollten. Gleichzeitig schützt die Verringerung von Rauchgasen und Feinstäuben unseren Lebensraum.
Klimaschutz. Die energetische Gebäudesanierung ist durch die erzielte CO2-Einsparung ein Beitrag eines jeden Einzelnen zum Klimaschutz.

Gesamtkonzept erstellen

Ist der grundsätzliche Entschluss gefasst, ein Gebäude zu sanieren, empfiehlt es sich, ein in sich schlüssiges Gesamtkonzept zu erstellen, auch wenn im Augenblick nur ein kleiner Teil realisiert werden kann. Nur so können die Kosten für eine Sanierung optimiert und mögliche Synergien genutzt werden. So sollte bei einer Außenwandsanierung in Erwägung gezogen werden, die Fenster im gleichen Zuge zu ersetzen. Das für Arbeiten an der Fassade notwendige Gerüst erleichtert den Einbau neuer Fenster. Auch lassen sich Wärmebrücken an den Anschlüssen (z.B. der Fensterlaibung) durch gleichzeitigen Einbau leichter vermeiden. Wenn allerdings zunächst nur dringend sanierungsbedürftige Fenster ausgetauscht werden müssen, sollte etwa eine Fensterbank mit ausreichender Auskragung vorgesehen werden, die eine spätere Wärmedämmung der Fassade aufnehmen kann. Steht die Erneuerung des veralteten Heizungssystems an, sollten vorher Maßnahmen zur Dämmung in Erwägung gezogen werden. Denn für ein gedämmtes Gebäude reicht eine Heizung kleinerer Leistung aus. Umgekehrt wäre bei einer nachträglich erfolgten Dämmung eine leistungsstarke Heizung zu groß und damit uneffizient.  Jede Gebäudesanierung sollte mit einer Bestandsaufnahme durch einen Fachmann beginnen: Dabei werden sowohl die Bauteile, Anlagen und eventuelle Schäden begutachtet, als auch der Energieverbrauchskennwert berechnet und die Stellen ermittelt, an denen das Gebäude besonders viel Energie verbraucht. Zu diesem Zeitpunkt muss auch gut überlegt werden, welche Ansprüche in Bezug auf Nutzung, Komfort und Kosten jetzt und in Zukunft an das Gebäude gestellt werden. Ein Energieexperte, ein spezialisierter Bauingenieur oder Architekt können in dieser Phase Hilfestellung leisten. Letztere können auch bei der Durchführung der Maßnahmen sowohl technisch als auch finanziell beraten und bei der Auswahl geeigneter Fachbetriebe helfen, sowie die Ausführungen überwachen. Nicht zuletzt müssen im Rahmen der Planung auch alle rechtlichen Aspekte Berücksichtigung finden. Baurechtliche Fragen, z.B. zur Kubatur und zum Denkmalschutz müssen mit den dafür zuständigen Behörden geklärt werden.

Dach und letzte Geschossdecke

Das Dach sollte bei einer Sanierung sehr gut gedämmt werden, weil dessen Anteil am Heizwärmebedarf üblicherweise am größten ist. Zuallererst stellt sich beim Dachboden die Frage nach der Nutzung. Wird der Dachboden auf absehbare Zeit nicht bewohnt und beheizt, bietet sich die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke als einfache und günstige Lösung an. Die Dämmschicht sollte begehbar ausgeführt werden. Dafür können entweder trittfeste Dämmplatten verlegt, oder andere Dämmstoffe mit Platten abgedeckt werden. Zur Vermeidung von Wärmebrücken ist es in jedem Fall notwendig, an Giebelinnenseite, Kamin und anderen die Decke durchdringenden Teilen eine ca. 50 cm hohe Flankendämmung anzubringen.

Wird der Dachboden als Wohnraum genutzt, sollte der Dachstuhl wärmegedämmt werden. Besonders günstig ist diese Maßnahme dann durchzuführen, wenn ohnehin größere Arbeiten am Dachstuhl anstehen.
Prinzipiell kommen für die Dämmung des Dachstuhls verschiedene Varianten in Frage. Kann die bestehende Dachdeckung belassen werden, bietet sich bei der Sanierung die Zwischensparrendämmung an, bei der ein Dämmstoff von unten zwischen die Sparren geklemmt wird. Sind die Sparren für die vorgesehene Dämmstärke nicht tief genug, können daran befestigte Bohlen die Dämmebene vertiefen. Allerdings geht dadurch ein Teil des Wohnraumes verloren. In einem solchen Fall spricht man von kombinierter Zwischen- und Untersparrendämmung.

Eine Aufsparrendämmung wird dann gewählt, wenn die Dachdeckung erneuert werden muss, oder wenn die charakteristische Optik der sichtbaren Sparren im Innenraum erhalten bleiben soll. Ist letzteres nicht erforderlich, eine mächtigere Dämmebene aber erwünscht, lässt sich die Aufsparrendämmung auch mit einer Zwischensparrendämmung kombinieren, wodurch wiederum das äußere Erscheinungsbild weniger beeinträchtigt wird. Prinzipiell bietet die Aufsparrendämmung den Vorteil, dass diese vollflächig ist. Denn auch wenn Holz im Vergleich zu Stein oder Ziegel relativ gut Wärme dämmt, ist die Wärmeleitfähigkeit größer als die eines Dämmstoffes. Dadurch entstehen bei ausschließlichen Zwischensparrendämmungen leichte Wärmebrückeneffekte durch die Sparren. Um Wärmebrücken zu vermeiden, ist ein nahtloser Übergang zwischen Dach- und Fassadendämmung äußerst wichtig.

INFO

Landesagentur für Umwelt
Amba-Alagi-Straße 5
39100  Bozen
Telefon: +39 0471 41 71 00
Fax: +39
0471 41 71 19
Website: http://www.provinz.bz.it/umweltagentur

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