Dienstag, 25 November 2014 00:00

Der Schlanderser Wellnesstempel

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s10 4428Schlanders - Die geplante Wellnessanlage im Freibad Schlanders trägt Lokalkolorit: Sogar eine Göflaner-Marmor-Dampfsauna ist darin von Architekt Jürgen Wallnöfer (im Bild) vorgesehen worden. Daneben alles was das Herz eines Saunagängers begehrt: Panorama-Infrarotkabinen, eine Kräuter-Biosauna, natürlich eine Aufgusssauna, Solebecken, Kneippbecken und und und. Für 110 Personen ist das Ganze ausgelegt. 330 Öffnungstage im Jahr sind vorgesehen. Kostenpunkt: 2,8 Milionen Euro Technikerspesen inklusive.
Doch die Vorstellung der geplanten Wellnessanlage jüngst im Schlanderser Gemeinderat war alles andere als entspannt. Kein Plantschen im Wellnesstempel, ganz im Gegenteil. Der Grundtenor: Man fühlt sich unwohl mit dem Großprojekt. „Wo sollen die Leute den herkommen,  wenn es schon großzügige Saunen in Latsch und Mals gibt?“, fragte Martin Daniel von „Für Schlanders – Per Silandro“. Vor allem Latsch ist nur einen Katzensprung von Schlanders entfernt. Hannes Ille, SVP: „Nicht die Investitionskosten sind das Problem, sondern die laufenden Kosten.“ Für Bürgermeister Dieter Pinggera tut dies der Attraktivität der Wellnessanlage keinen Abbruch. „Wir haben alle Infrastrukturen gebaut, es gibt keinen Handlungsbedarf bei Schulen, Kindergärten, Feuerwehrhallen, sogar die Finanzierung der Seniorenwohnungen steht, Schlanders hat seine Hausaufgaben gemacht.“ Mit anderen Worten: Jetzt kann man sich auch ein bisschen Luxus leisten. Luxus in Form eines Wellnesstempels.
Ob Luxus oder nicht, es ist eine späte Erkenntnis, jene, dass das Wellnessprojekt ein gewagtes sei,  jetzt, wo das Vorprojekt auf dem Tisch liegt. Und: Der Rohbau seit über zwei Jahren bereit steht. Seit der Öffnung des sanierten Freibades im Juni 2012 steht die immerhin über 800 Quadratmeter große Fläche im Rohbau und wartet auf die dritte und letzte Bauphase: die Wellness-Anlage. Jetzt abtauchen zu wollen, da es an den Ausbau geht, würde in der Tat schwierig werden. Das weiß auch Bürgermeister Pinggera.
Die Gemeinderäte hat er deshalb mit einer Wirtschaftlichkeits- und Führungskostenschätzung ruhig gestellt. Die will er in der nächsten Ratssitzung präsentieren. Denn viel Zeit bleibt nicht: Im Mai sind Wahlen und das Wahlkampfthema scheint sich wiederholen zu wollen. Denn vor fünf Jahren war der Wellnesstempel in Schlanders überragendes Wahlkampfthema.  (ap)

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