Dienstag, 25 August 2015 12:00

Im 1. Weltkrieg

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s14sp1 0346Partschins - In einer Ausstellung, Fotografien, Landkarten, Briefe und Postkarten haben die Chronisten von Partschins Erinnerungen an die Zeit des 1. Weltkrieges zusammengetragen. Im Mittelpunkt steht dabei die 3. Kompanie von Partschins (es gab 4).

von Erwin Bernhart

Großes Interesse bezeugten die vielen Besucher bei der Ausstellungseröffnung am 6. August 2015 im Haus der Dorfgemeinschaft von Partschins.

Ein zeitlich geordneter Parcours von Fotos, Skizzen, Briefen, Erläuterungen und Postkarten säumte den Saal. Die Chronistengruppe von Partschins, Renate Gstrein Schweitzer, Heinrich Frei und Gemeindereferent Hartmann Nischler haben in akribischer Vorarbeit Dokumente aus der Zeit des 1. Weltkrieges gesammelt, geordnet, vergrößert und eine sehenswerte Ausstellung  von über 100 Zeugnissen erstellt. Anlass dazu war, dass vor 100 Jahren Italien dem Habsburgerreich den Krieg erklärt hatte und damit der Tiroler Landsturm, in dem Schützen und Standschützen zusammengefasst waren, an die Südfront eingezogen wurden. Nischler konnte neben benachbarten Chronisten und vielen Partschinsern auch eine Abordnung Kaiserjäger begrüßen.
Der Hobbyhistoriker und leidenschaftlicher Sammler von Zeugnissen aller Art aus dem 1. Weltkrieg, Oswald Mederle referiert über die Geschichte der Schützen von Tirol und Vorarlberg, verwies dabei auf die jahrhundertelange Sonderstellung der Tiroler, aufgrund des im jahr 1512 mit Kaiser Maximilian geschlossenen „Landlibells“. Nur zur Verteidigung des eigenen Landes sollen die Tiroler Schützen dienen. Im Laufe der Zeit wurde diese Sonderstellung aufgeweicht (Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Standschützen dem Heer eingegliedert und in der Vorkriegszeit, 1913 waren die Schützen nicht mehr freiwillig sondern wurden im Landsturm „landsturmpflichtig“). Mit dem Kriegseintritt Italiens, ab dem 23. Mai 1915, waren die Schützen im Landsturm reguläre Truppen für die Landesverteidigung.
s14sp3 0353Die 3. Kompanie Partschins wurde ins Fersental und dort aufs Weitjoch geschickt. Neben gestellten Fotos sind auch Kriegstagebücher, vor allem jenes des Standschützenleutnants Benedikt Burger sen. und vom Josef Gstrein (Pfaffegander) erhalten. Aus diesen Tagebüchern zitierte Renate Gstrein Schweitzer und so wechselten sich Erlebnisberichte mit den Erklärungen von Mederle ab. Die 3. Kompanie Partschins wurde dem k.k Standbattailon II Meran eingegliedert und sie war auch bei der Eroberung des Forte Leone dabei. In diesem Kriegseck kam von den Partschinsern niemand zu schaden, nach Kriegsende wurde die Kompanie vor Ort aufgelöst. Ohne Gefangenschaft.

 

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