Dienstag, 12 November 2019 14:07

Erstaunliche Erfolgsgeschichte

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Der aktuelle Verwaltungsrat der Ortler Skiarena v.l.: Aufsichtsrat Franz Holzknecht (Schwemmalm-Ulten), Albert Hochkofler (Reinswald), Sonja Pircher (Meran 2000), Präsident Erich Pfeifer (Sulden), Christian Maas (Schöneben-Haider-alm), Geschäftsführer Fritz Raffeiner und Vizepräsident Elmar Pichler Rolle (Schnals) Der aktuelle Verwaltungsrat der Ortler Skiarena v.l.: Aufsichtsrat Franz Holzknecht (Schwemmalm-Ulten), Albert Hochkofler (Reinswald), Sonja Pircher (Meran 2000), Präsident Erich Pfeifer (Sulden), Christian Maas (Schöneben-Haider-alm), Geschäftsführer Fritz Raffeiner und Vizepräsident Elmar Pichler Rolle (Schnals)

Forst/Vinschgau - Mit einem Festakt in den Räumlichkeiten der Spezialbierbrauerei FORST hat die Ortler Skiarena ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Eine aus der Notwendigkeit der Zusammenarbeit der kleinen Skigebiete im Westen Südtirols heraus geborene Interessensgemeinschaft, deren Erfolgskurve steil nach oben zeigt.

von Erwin Bernhart

Es sind alle Präsidenten und Repräsentanten der 15 Skigebiete gekommen, auch die Vertreter aus Nauders und aus dem Val Müstair, dazu Vertreter großer Firmen mit großen Namen, die die Skigebiete beliefern - Doppelmayr, Leitner, Skidata, Tecnoalpin und Kässbohrer. Der Einladung gefolgt sind auch höchstrangige Vertreter der Politik: LH Arno Kompatscher an der Spitze, Landtagspräsident Sepp Noggler und Landesrat Daniel Alfreider. Dazu Vertreter der Skischulen und des VSS.
Die Ortler Skiarena hatte geladen, um gemeinsam „40 Jahre Ortler Skiarena“ zu feiern, um den Gründungsgedanken wach zu halten, um eine Standortbestimmung vorzunehmen, um in die Zukunft zu blicken.
Von einer „erstaunlichen Erfolgsgeschichte“ sprach Erich Pfeifer im Bräustüberl der Forst. Pfeifer ist seit 22 Jahren Präsident der Ortler Skiarena. Gemeinsam sei man stärker beim Auftreten in der Werbung und vor allem im Angebot für die einheimische Bevölkerung. Mittlerweile genieße die Ortler Skiarena einen guten Namen bei Jung und Alt, sagte Pfeifer.
Der entscheidende Impuls für die Gründung kam vor 40 Jahren aus Schnals. Es war Leo Gurschler, der nach nur vier Jahren nach der Gründung seines Gletscherskigebietes mit Beharrlichkeit darauf drängte, dass sich im Westen eine Zusammenarbeit anbahne, der dem großen, 1974 gegründeten, Dolomiti Superski die Stirn bieten könne. Gurschler war dann auch Gründungspräsident der 11 Skigebiete der Ortler Skiarena, mit ihm im Verwaltungsrat Alfons Thoma, Hansjörg Trafoier, Ingo Karl, Horst Vinatzer und als Rechnugsrevisoren Manfred König, Siegfried Pohl und Rudi Sagmeister. Schnals war dabei, Sulden, Ulten, die damalige Ifinger AG (heute Meran 2000), Nauders, Latsch, Haideralm, Watles, Schöneben, Vigiljoch und Trafoi.
Ziel war es unter anderem, die „Kirchtürme abzubauen“, einen gemeinsamen Werbeauftritt nach außen hinzubekommen und Techniken vereinheitlichen zu können. „1979 gab es in Sulden noch drei Skigesellschaften“, s6 1598erinnerte Pfeifer an einen Teil der Kirchtürme. Einige Skigebiete hatten mit dem Überleben zu kämpfen. Zu großen finanziellen Anstrengungen haben die Winter in den 80er Jahren wegen Schneemangels geführt. Die Ortler Skiarena war auch als Unterstützung für die Kleinskigebiete gedacht. Die Interessensgemeinschaft Ortler Skiarena, die Diskussionen über ein Zusammenwachsen, über das Zusammenarbeiten hat zu Austritten und wieder zu Eintritten von Skigebieten geführt. Mit dem Skigebiet in Nauders und mit Minschuns im Val Müstair hat sich die Interessensgemeinschaft als grenzüberschreitende Arena ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet, das ohne Vergleich im Alpenbogen ist.
Das Leitmotiv sei unverändert, sagte Pfeifer und zwar die gemeinsame Vermarktung einer Saisonskarte, die für alle 15 Mitgliedsbetriebe gelte.
Seit 15 Jahren ist Fritz Raffeiner Geschäftsführer der Ortler Skiarena, auf freiberuflicher Basis. Raffeiner präsentierte eine stolze Bilanz. Die einheimische Saisonskarte habe durch ihren konkurrenzlosen Preis alle Überwartungen übertroffen. Vor allem in den letzten Jahren sei der Knopf mit Steigerungsraten von jährlich 10 Prozent aufgegangen (sh. Grafik). Daraus sei ersichtlich, dass der Skisport einen hohen Stellenwert genieße. Die Werbung im Ausland werde seit Jahren gemeinsam mit der damaligen SMG und heutigen IDM gemacht, mit einem überschaubaren und damit auch für jedes Skigebiet erschwinglichen Budget. 65% des Budgets der Ortler Skiarena werden für die Werbung ausgegeben, 20% für interne Spesen und nur 15% machen die Personalkosten aus. Heinrich Hörmann mache seit Beginn der OSA die Buchhaltung. Man habe keine Schulden, berichtete Raffeiner.
Dass der zweite entscheidende Impuls wiederum von Schnals ausging, daran erinnerte Gründungsmitglied Hansjörg Trafojer aus Ulten. Denn die Preise für die Tageskarten waren in Schnals und in Sulden aufgrund deren struktureller Begebenheiten weit höher, als jene der kleine Skigebiete. So war auch die Berechnung für eine mögliche gemeinsame Saisonskarte für die kleinen Skigebiete zu hoch ausgefallen. Dietmar Pohl, der damalige Präsident der Schnalstaler Gletscherbahnen, stellte dann die Bedingung, dass für eine gemeinsame Saisonskarte alle Saisonskarten der Skigebiete abgeschafft werden sollen. „Von da an hat die Skiarena jährlich zugenommen“, sagte Trafojer. Auch in Zukunft brauche es Erfolg, so schloss Trafojer seine Erinnerungen.
Der Präsident des Südtiroler Landtages Sepp Noggler lobte die familienfreundlichen Preise. Mit den Vinschgern, sagte Noggler, sage man, sei es nicht immer einfach. Dass aus dem Vinschgau die Ortler Skiarena gekommen ist, sei bemerkenswert. Er wünschte der OSA interne Harmonie und „ad multos annos“.
Daniel Alfreider, als Mobilitätslandesrat auch für die Aufstiegsanlagen zuständig, betonte, dass die wichtigsten Multiplikatoren die Einheimischen seine und man müsse die Jugend und die Familien mitnehmen. Für Familien s7 tabhabe die Ortler Skiarena die attraktivsten Angebote. „Wir brauchen diese Wirtschaftskraft der Skigebiete, damit die Leute in peripheren Gebieten aufgrund er attraktiven Arbeitsplätze bleiben können“, sagte Alfreider.
„Man muss sie mögen, die Vinschger“, sagte LH Arno Kompatscher, der das Wort als letzter Festredner ergriff. Er habe die Erfahrung gemacht, dass er sich mit den Vinschgern leichter tue, als mit anderen. Ein Zusammenhalt untereinander sei wichtig. Die Orlter Skiarena solle ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, denn 400 Pistenkilometer sei nicht eine Kleinigkeit. Er habe vor Jahren als damaliger Verwaltungsrat in der Dolomiti Superski die Anregung gebracht, Kinder gratis skifahren zu lassen. Er hatte mit dem Vorschlag keine Chance. „Ihr habt das getan“, lobte LH Kompatscher. Kinder bis 8 Jahren fahren in den Skigebieten der Ortler Skiarena gratis. Für künftige Investitionen versprach Kompatscher „gezielte“ Schwerpunkte. Dass es in einigen Bereichen rund um die Skigebeite noch Betten brauche, war für den LH klar. Die Sommersaison solle man dabei nicht vergessen. Es solle die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung und der Ortler Skiarena weitergeführt werden.
Zum Schluss der Feier überreichte der Verwaltungsrat der OSA dem Referat für Behindertensport im VSS eine Spende über den Betrag von 10.000 Euro. VSS-Präsident Günther Adergassen nahm die Spende als Zeichen der Solidarität und des Füreinander-Einstehens an. Erich Pfeifer appellierte an die Skigebiete, dem Behindertensport größtmögliche Unterstützung zukommen zu lassen.

 

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