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„Aussigwassrt saimr, oubr et vrlourn“

  • Dachzeile: Graun
  • Weitere Fotos - 1: Albert Maas, Michael Prenner und Roland Folie lasen Textpassagen aus „Aussigwassrt“

Anlässlich des 40-jährigen Bestehens hielt der Bildungsausschuss Graun einem besonderen Kulturabend ab. Das ganze Jahr über koordinierte der Bildungsausschuss die Veranstaltungsreihe „75 Jahre Seestauung – Erinnerung und Perspektiven“. Daher wurden auch an diesem Abend zwei Programmpunkte eingebaut. Karl Platino alias Onkel Taa erzählte, warum er das Uhrwerk des Alt-Grauner Kirchturms im Besitz hat und nun der Gemeinde Graun schenkte. Die Mitglieder des Bildungsausschuss trugen Textpassagen aus dem Theaterstück „Aussigwassrt“ aus der Feder von Brigitte Maria Pircher vor. Dieses sollte anlässlich des Gedenkjahres „70 Jahre Seestauung“ vor fünf Jahren im mittlerweile abgetragenen alten Hallenbad in Graun aufgeführt werden. Die Corona-Pandemie ließ damals aber alles sprichwörtlich „ins Wasser“ fallen. Sichtlich bewegt waren die zahlreichen Gäste von den ausgesuchten Texten, die mit „Aussigwassrt saimr, oubr et vrlourn. Aussigwassert saimr, oubr et hoamatlous“ endeten. Grüße- und Dankesworte für die wertvolle Bildungs- und Kulturarbeit des Bildungsausschusses, welche er in allen Fraktionen der Gemeinde Graun seit vier Jahrzehnten leistet, überbrachten Bürgermeister Franz Prieth, Martin Peer vom Amt für Weiterbildung und Sprachen. Ludwig Fabi Bezirksservice Vinschgau und Landesrat Philipp Achammer via Video-Botschaft. Hervorgehoben wurde dabei der ehrenamtliche Einsatz der Gründer, der weiteren Verantwortungsträger und jetzigen Mitglieder im Bildungsausschuss. Der Vorsitzende Wolfgang Thöni streifte mit Fotos die letzten vierzig Jahre und berichtete über die „Oberländer Aktionstage“ und den „Oberländer Advent“, Initiativen die seit 20 Jahren ohne Unterbrechung abgehalten wurden. (lu)

„Begeisterung ist das beste Werkzeug eines Jungunternehmers“

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Was ist dein Ziel?
Mathias: Mein Ziel ist es, die Firma Vanzo Metall kontinuierlich weiterzuentwickeln – sowohl technisch als auch organisatorisch. Wir möchten ein verlässlicher Partner für individuelle Metalllösungen bleiben und gleichzeitig neue Maßstäbe in Qualität setzen.

Auf welches Projekt bist du besonders stolz?
Mathias: Besonders stolz bin ich auf das Projekt „Wohnanlage Antonianum“ in Meran. Wir durften die gesamten Schlosser- und Stahlbauarbeiten ausführen, sowie auch die fixen Beschattungslamellen, welche sehr markant hervorstechen. Es war technisch komplex und verlangte höchste Genauigkeit in Planung und Ausführung – genau solche Herausforderungen zeigen, was unser Team leisten kann.

Welche Materialien verwendet ihr abseits von Baustahl?
Mathias: Neben klassischem Baustahl arbeiten wir mit Edelstahl, Aluminium, Cortenstahl, Glas und Messing. Die Wahl der Materialien richtet sich immer nach den funktionalen und gestalterischen Anforderungen des Projekts. Meistens setzen wir auf eine Kombination, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Welches Projekt war dein bislang herausforderndstes?
Mathias: Ein herausforderndes Projekt war die Realisierung des Betriebsgebäudes von BSV in Schlanders. Neben den üblichen Schlosserarbeiten, fertigten wir die Stahl-Unterkonstruktion für die bis zu 11 m hohe Glasfassade beim Eingang an, sowie auch spezielle Edelstahlkonsolen, welche auf die Gläser geklebt wurden und als Punktlager für diese fungieren.

Wie viele abgeschlossene Projekte hat Vanzo Metall ungefähr?
Mathias: In den 75 Jahren sind es sicher unzählige Projekte unterschiedlichster Größenordnung:
Vom einzelnen Handlauf oder Blumentrog, über Brücken bis zum Kirchendach aus Stahlträgern. Da werden sicher tausende Projekte dabei sein.

Wie wichtig sind dir deine Mitarbeiter?
Mathias: Die Mitarbeiter sind das Fundament unseres Unternehmens. Wir haben Mitarbeiter, die schon seit mehr als 15 Jahren in unserem Unternehmen sind. Ohne ihr Fachwissen, ihren Einsatz und ihre Loyalität wären wir nicht da, wo wir heute stehen. Besonders wichtig ist uns auch die Ausbildung von Lehrlingen. Gleichzeitig achte ich darauf, dass die Arbeit im Team gut koordiniert abläuft – nur so können wir effizient und qualitätsbewusst arbeiten.

Was braucht man heutzutage als Jungunternehmer, abgesehen von Hausverstand und Arbeitswillen?
Mathias: Man braucht Durchhaltevermögen, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten einen klaren Kopf zu bewahren. Außerdem ist ein Gespür für Menschen und klare Kommunikation entscheidend – intern im Team wie auch extern mit Kunden und Partnern.

 

s21 vanzoMathias Vanzo,
Jg. 1997

Gründung: 1946 vom Urgroßvater Albin Vanzo
Mitarbeiter: 9
Wann übernommen?
Zurzeit dabei
Zertifizierungen:
SOA für öffentliche  Ausschreibungen und EN 1090  für tragende Stahlbauteile
Ausbildung:
Oberschule: TFO Schlanders und dann Matura in Meran (Fachrichtung Bauwesen).
Abgeschlossenes Bachelorstudium als Bauingenieur.
Mitarbeit seit 2016 im Familienbetrieb.

„Die kleinen Seepiraten“ – neue Kita in Reschen

  • Dachzeile: Reschen

Mit einem fröhlichen Lied, gesungen von den Reschener Kindergartenkindern, wurde am Freitag, 26.09.2025 die neue Kindertagesstätte „Die kleinen Seepiraten“ im Hotel Gerstl am Ufer des Reschensees eröffnet. Zahlreiche Vertreter:innen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche nahmen an der Feier teil, darunter Landesrätin Rosmarie Pamer, der Grauner Bürgermeister Franz Alfred Prieth, Vizebürgermeisterin Hannah Waldner, die Gemeinderäte Andrea Maas und Peter Eller, Vertreter:innen der Sozialgenossenschaft LOLA sowie die Hotelbesitzer Marion und Lukas Gerstl. Auch Pfarrer Anton Pfeifer war anwesend und spendete der neuen Einrichtung den kirchlichen Segen. Für die Gemeinde Graun ist die neue Einrichtung ein wichtiger Baustein, um Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu entlasten. Mit ihren vier Kindergärten, vier Grundschulen und einer Mittelschule verfügt die Gemeinde bereits über ein breites Bildungs- und Betreuungsangebot, das nun durch die neue Kita sinnvoll ergänzt wird. Bürgermeister Prieth unterstrich die Bedeutung der Einrichtung als „Basis für gemeinschaftliches Zusammenleben“.
Die neue Kita ist das Ergebnis einer ungewöhnlichen und beispielhaften Kooperation. Auf Initiative der Gemeinde erklärte sich die Familie Gerstl bereit, Räume in ihrem neuen Familienhotel in Reschen zur Verfügung zu stellen und gemeinsam eine Lösung für die Betreuung zu entwickeln. „Wir wollten einen Beitrag für die Bevölkerung vor Ort leisten und Eltern das Leben erleichtern. Entstanden ist ein Ort, an dem sich Kinder und Familien wohlfühlen können“, so Lukas Gerstl.
Die operative Führung hat die Sozialgenossenschaft LOLA übernommen. Seit drei Wochen ist die Kita bereits in Betrieb. Fünf Mitarbeiter:innen kümmern sich um die Betreuung der Kinder – und es sind noch Plätze frei. Das Modell gilt als Leuchtturmprojekt für ganz Südtirol: Hier haben erstmals Gemeinde, Wirtschaft und Sozialgenossenschaft gemeinsam eine Betreuungseinrichtung aufgebaut. Die neue Einrichtung soll für die Kinder nicht nur Betreuung bieten, sondern auch ein Ort der ersten sozialen Kontakte und Erlebnisse sein – Erfahrungen, die ein Leben lang prägen. Mit der Eröffnung hat die Gemeinde Graun ein deutliches Signal gesetzt: Familienfreundlichkeit, Standortnähe und innovative Zusammenarbeit sind die Schlüssel, um den Obervinschgau als Lebens- und Arbeitsraum zu stärken.
Katja Telser

„Es zählt der Spaß“

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau/Scuol

Gestrahlt haben nicht nur die Siegerinnen und Sieger, sondern alle, die teilgenommen haben. „Vielfalt bewegt“ versammelte auch heuer Athletinnen und Athleten der Lebenshilfe Schlanders, der Werkstätte Prad, des „movimento“ aus Scuol und des Berufsbildungszentrums Schlanders zum 20-Meter-Sprintlauf in der Fußgängerzone in Schlanders und zeigte eines: Sport verbindet Menschen und schafft Begegnungen.
Die Initiative dazu hatte im vergangenen Jahr der LAC Vinschgau ergriffen, die Idee war von Michael Traut gekommen. Keine Mühen wurden am vergangenen 5. November 2025 gescheut: Der Lauf fand über 20 Meter zwischen zwei Lichtschranken statt. Gelaufen werden konnte, so oft wie möglich. Rund eine Stunde hatten die Athletinnen und Athleten Zeit, keine Bestzeit, sondern eine Schnapszahlzeit (z.B. 5,5 Sekunden) aufzustellen und einen Preis zu gewinnen. Einen Hauptpreis hingegen gab es, wenn ein zugeloster PartnerIn im folgenden Lauf ebenso eine Schnapszahl-Zeit erzielen konnte.
Die Gutscheine vom Cafè Marx, der Goldenen Rose und dem Goldenen Löwe gewannen Karin, Erika und Karin und Mengia und Corinne aus der Schweiz.
Unterstützt wurde die Veranstaltung vom GWR Spondinig, von der Integrierten Volkshochschule, der Raiffeisenkassen Vinschgau und VIP Vinschgau. In gewohnt gekonnter Manier führte Sprecher Josef Platter durch die Veranstaltung. (ap)

„Fast wie kleine Kriminalgeschichten“

  • Dachzeile: Buchrezension von der Präsidentin der Uni Bozen Dr. Ulrike Tappeiner

Die Leser:innen des Vinschgerwind kennen und schätzen seit zwei Jahrzehnten die vielseitigen Beiträge von Wolfgang Platter. Nun ist mit „Ba sui – 200 Naturminiaturen“ ein beeindruckendes, reich bebildertes Buch erschienen, das 200 der zwischen 2005 und 2025 veröffentlichten Texte aktualisiert und in einer stimmigen Sammlung vereint. Entstanden ist ein faszinierendes Panorama des Vinschgaus, der angrenzenden Gebiete und des Nationalparks Stilfser Joch, wie es nur ein ausgewiesener Kenner zeichnen kann – jemand, der selbst über 20 Jahre lang leitende Funktionen im Park innehatte, der ein ausgezeichneter Biologie ist, nie die Neugierde eines Wissenschaftlers verloren hat und „seinen“ Vinschgau in allen Facetten lesen und interpretieren kann.
Das Themenspektrum ist so breit wie die Natur selbst: von Geschichte über Kultur- und Naturlandschaften bis hin zu den Nationalparkhäusern in Ulten, Schlanders, Trafoi, Martell und Prad. Hinzu kommen spannende Einblicke in Rotwildmanagement, Gletscherkataster oder die Infrarotfotografie zur Kartierung von Lebensräumen. Für wirklich jede:n ist etwas dabei.
Wolfgang Platter besitzt die seltene Gabe, fundiertes Wissen – stets am aktuellsten Stand – so packend zu vermitteln, dass sich viele Kapitel beinahe wie kleine Kriminalgeschichten lesen. Etwa, wie eine 8000 Jahre alte Lärche im Schrummsee in Ulten entdeckt und wissenschaftlich datiert wurde. Oder was die Rückkehr von Bär und Wolf bedeutet, wie gelungen die Wiederansiedlung des Bartgeiers mit seinen Bruterfolgen im Martelltal ist, und welche Spuren der Etschgletscher samt postglazialen Murkegeln in der Landschaft hinterlassen hat.
Platter stellt unbequeme, aber notwendige Fragen – wie zum Beispiel zur Gefährdung der Almwirtschaft, zum Verlust und Erhalt der Biodiversität, zu den Folgen des Klimawandels – und ordnet sie mit klarem Blick ein. Seine besondere Stärke zeigt sich jedoch in den vielen wundervollen Naturminiaturen, in denen Tiere und Pflanzen zu Protagonisten werden.
Wenn Sie wissen möchten, warum der Tannenhäher als Zirbenwaldgärtner gilt, weshalb Fledermäuse unverzichtbare Nützlinge sind, welche Pflanzen besonders hungrig nach Licht sind, welcher Baum Ötzis Bogenholz lieferte, welche Tiere sich hinter dem geheimnisvollen Namen „Harlekine“ verbergen, warum man beim Wachstum von Gewächshaus-Tomaten ein Hummelnest in das Gewächshaus platzieren sollte oder warum es auf den Gletschern Bärtierchen gibt – dann ist dieses Buch genau das Richtige für Sie.
Würde der Advent 200 Tage dauern, wäre dieses Buch ein idealer Adventkalender: Täglich ein Kapitel, täglich die Freude, ein neues Naturwunder zu entdecken – und die Vorfreude auf das nächste.
Mir selbst ist es beim Lesen genau so ergangen: Jede Naturminiatur eröffnet neue Perspektiven, regt zum Nachdenken an und ist zugleich ein Vergnügen. „Ba sui“ ist ein Buch, das man nicht nur liest – man erlebt es.

Ulrike Tappeiner

tappeiner ulrikeUlrike Tappeiner leitet die Forschungsgruppe „Ökosysteme und Landschaftsökologie“ am Institut für Ökologie, koordiniert das Forschungszentrum „Ökologie des Alpenraums“ an der Universität Innsbruck und ist Präsidentin der Freien Universität Bozen-Bolzano.

„Handyfrei“ ins neue Schuljahr

  • Dachzeile: OSZ Schlanders

Seit Beginn dieses Schuljahres gilt am Oberschulzentrum Schlanders eine klare und konsequent umgesetzte Neuerung: Das gesamte Schulareal ist offiziell handyfrei. Das bedeutet, dass alle Schüler*innen ihr Smartphone morgens ausgeschaltet im Spind verstauen und erst nach Unterrichtsende wieder abholen dürfen. Für unterrichtliche Zwecke kann das Handy jedoch weiterhin – nach Absprache mit der Lehrperson – als Arbeitsgerät genutzt werden.
Der Entscheidung der Schulleitung gingen intensive Beratungen und Diskussionen voraus. Direktorin Verena Rinner betont, dass wissenschaftliche Erkenntnisse eine wichtige Rolle spielten. Dabei verweist sie unter anderem auf eine Zusatzfrage der PISA-Studie, in der der Zusammenhang zwischen Schülerleistungen und Medienkonsum untersucht wurde.
„Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die Leistungen schlechter sind, wenn das Smartphone in greifbarer Nähe ist“, so Rinner. „Wir alle müssen lernen, das Smartphone auch einmal abzuschalten, ohne dabei nervös zu werden.“
In den letzten Jahren hätten sich zudem Fälle gehäuft, in denen Schüler*innen am OSZ problematische Nutzungsmuster entwickelten bis hin zu Anzeichen von Handysucht. Gleichzeitig beobachtete die Schulleitung eine abnehmende Konzentrationsfähigkeit und steigende Unruhe im Unterricht.
Auch Schulsozialpädagoge Benjamin Oester begrüßt das neue Handyverbot ausdrücklich. „Seit diesem Herbst ist unser OSZ Schlanders offiziell handyfrei – und ich sage es gleich: Ich bin absolut dafür. Nicht, weil wir technikfeindlich wären, sondern weil Jugendliche etwas brauchen, das kein Bildschirm dieser Welt ersetzen kann: echte Menschen und echte Beziehungen“, erklärt Oester. Er erinnert daran, dass laut Pädagogik, Psychologie und Resilienzforschung Jugendliche vor allem in der Begegnung mit anderen wachsen:
„Sie entwickeln sich nicht an Geräten, sondern an Menschen – an Blickkontakt, Konflikten, Versöhnung, Humor, Reibung, Gruppendynamik.“
Schon wenige Wochen nach der Einführung zeigten sich erste Veränderungen: „Echte Gespräche sind zurück. Die Pausen sind wieder lebendiger und lauter. Freundschaften wachsen wieder offline“, berichtet Oester zufrieden. Das Verbot ermögliche auch bessere Präventionsarbeit: „Bevor wir digitale Kompetenzen fördern, müssen wir digitale Abhängigkeit verstehen und manchmal auch unterbrechen.“ Sein Fazit: „Eine handyfreie Schule schafft Raum für Dialog, und davon profitieren am Ende alle.“
Auch die Jugendlichen selbst äußern sich nach anfänglicher Skepsis zunehmend positiv. Besonders die Umstellung, auch in den Pausen auf das Handy zu verzichten, sei gewöhnungsbedürftig gewesen.
Jonas Lampacher und Moritz Stieger aus der 2. Klasse der TFO beispielsweise berichten, dass sie eine neue Gewohnheit entwickelt haben: Seit diesem Jahr treffen sie sich täglich in der Schulbibliothek, um gemeinsam Spiele zu spielen: Schach, Watten oder Socken. „Die Auswahl ist groß, und es macht richtig Spaß“, erzählen sie. Andere spielen im Pausenhof Calcetto oder Ballwerfen. Mit der Einführung der Handyfreiheit setzt das OSZ Schlanders ein starkes Zeichen für mehr Konzentration, Gemeinschaft und Wohlbefinden. Die ersten Reaktionen zeigen: Der Schritt war mutig – und offenbar richtig.

„I spendier dr Musi a Fouhn“

  • Dachzeile: Taufers i. M.

Dass die Tauferer Musi keine Vereinsfahne besitzt, hat den ehemaligen Lehrer und Organisten Paul Warger (Jg. 1934) seit langem gestört. Und er sagte sich: „Wenn i amol a bissl Geld ibrig honn, spendier i dr Tauferer Musi a Fouhn.“ Es sollte eine Fahne werden, über die sich sowohl die Musikkapelle als auch die Dorfbevölkerung freuen kann. Und er würde die Weihe gerne noch selbst miterleben. Am Sonntag, den 16. November 2025, konnte er bei der Cäciliafeier die Übergabe mitfeiern. Die Musikkapelle spielte zum Empfang auf dem Gemeindeplatz und begleitete die verhüllte Fahne, ihren Stifter, die Bevölkerung und die Ehrengäste zur Pfarrkirche. Beim Festgottesdienst umrahmt von Blasmusikklängen segnete Pfarrer Werner die prächtige Fahne, die dann samt Stifterwimpel (mit Datum und Name des Stifters) an die Tauferer Musikantinnen und Musikanten übergeben wurde. Eine Seite der Fahne ziert das Bildnis der hl. Cäcilia, die andere das Tauferer Musi Wappen. Vorausgegengen waren vielen Besprechungen im Fahnenkomitee der Musikapelle. Es ging um die Suche nach Motiven, um fachliche Expertisen und um Kostenvoranschläge zur Anfertigung. Den Zuschlag erhielt die Firma Hofer Ritter in Bozen. Paul meinte, wichtig sei, dass in Zukunft hinter der Fahne immer Musikanten marschieren. Mit Freude trägt er neben der Verdienstmedaille des Landes Tirol nun auch das goldene „Musiwappele“, obwohl er selbst nie Musikant war. „Deis hon i epper kriag für 90 Johr Musi lousn“, scherzt er. (mds)

„Junge Handwerker sind die Zukunft“

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Welche Schritte muss ein junger Unternehmer in Südtirol unternehmen, um im Sanitär- und Heizungsbereich selbstständig zu arbeiten?
Jonas: Typische Schritte sind: Handwerksausbildung (z. B. Installateur für Heizung Sanitär), Meisterprüfung oder gleichwertige Qualifikation, Anmeldung im Berufsregister, Gründung eines Unternehmens (z. B. Einzelunternehmen oder GmbH), Genehmigungen/Versicherungen abschließen, sowie Anschaffung von Kunden durch Netzwerke, Marketing und Branchenkontakte.

Welche Herausforderungen sind typisch für Jungunternehmer im Bereich Heizung und Sanitär?
Jonas: Große Herausforderungen sind Fachkräftemangel, Beschaffung von Materialien, Aufbau eines zuverlässigen Netzwerks, Preis- und Angebotsdruck, Einhaltung lokaler Normen (z. B. Energieeffizienz, Installationsnormen) sowie die Suche nach zuverlässigen Subunternehmern und Monteuren.

Wie gewinnt man als junger Installateur Kunden?
Jonas: Erfolge erzielt man durch eine klare Positionierung (z. B. Fokus auf energetische Sanierung, regenerative Heizsysteme), hochwertige Beratung, transparente Angebote, Referenzprojekte, Online-Präsenz (Website, Bewertungen), lokale Netzwerke (Handwerkskammer, Möbelfachmessen, Bau- und Immobilienveranstaltungen) sowie exzellenter After-Sales-Service.

Welche Technologien und Trends sind für einen jungen Installateur besonders relevant?
Jonas: Relevante Trends sind erneuerbare Energien (Solarthermie, Wärmepumpen, Biomasse), effiziente Heizsysteme, smarte Thermostate, Hybridlösungen, gute Wärme- und Wassermanagement-Lösungen sowie Fördermittel für Energieeffizienz und Sanierung.

Welche Marktchancen gibt es speziell in Südtirol?
Jonas: Südtirol ist geprägt von Tourismus, Gebäudesanierung sowie ökologischen Förderungen; Chancen bestehen in energetischer Sanierung, moderne Heiz- und Sanitärinstallationen für Neubauten sowie in Smart-Home- und Wartungsdienstleistungen.

Wie kalkuliert man als Jungunternehmer Angebote fair und rentabel?
Jonas: Berücksichtige Material- und Arbeiterkosten, Anfahrtswege, Maschinen, Versicherung, Steuerabgaben sowie Puffer für Unvorhergesehenes. Nutze eine transparente Kalkulation mit klaren Stundensätzen und fixen Preisbausteinen für größere Projekte.

Welche Tipps helfen beim Aufbau eines guten Netzwerks in Südtirol?
Jonas: Trete Branchenverbänden und Kammern bei, besuche lokale Messen und Bau-Events, kooperiere mit Architekten, Immobilienverwaltungen und größeren Baufirmen, pflege Referenzen und sammle Feedback. Junge Handwerker sind die Zukunft.

 

Jonas Riedl,
s41 riedlJahrgang 1997, absolvierte in Schlanders die Technologische Fachoberschule TFO im Bereich Mechatronik und zusätzlich im Landesberufsbildungszentrum Dipl. Ing. Luis Zuegg in Meran die duale Ausbildung zum Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker.

Von 2017 bis 2020 war er Mitarbeiter der Firma Mairösl Josef in Schlanders
Anschließend arbeitete er im Betrieb seiner Eltern Bernhard und Veronika Riedl in Eyrs.

Im Dezember 2023 übernahm er die Firma Kuntner GmbH in Prad, Er gründete in diesem Zusammenhang seine eigene Firma RIEKU mit Sitz in Prad am Stilfserjoch und übernahm die Belegschaft.

Der Firmenname RIEKU ist eine Symbiose zwischen den Namen
Riedl und Kuntner.

Jonas beschäftigt 11 Mitarbeiter

„Krampus, wer bisch du?“

  • Dachzeile: Naturns
  • Redakteur: Anna Pfitscher
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Sie gehören zur alljährlichen Tradition in der Vorweihnachtszeit: die Krampusse oder „Tuifl“, wie sie auch genannt werden. Aber sie werden nicht von allen gern gesehen und vor allem Kinder fürchten sich oft vor den schaurigen Gestalten. Um ihnen die Angst zu nehmen und um zu erklären, wer diese „Tuifl“ eigentlich sind, lud der Krampusverein Naturns am 15. November unter dem Motto „Krampus, wer bisch du?“ in den Rathaussaal ein.
Den Krampusverein gibt es bereits seit 2008 und er zählt 80 Mitglieder, darunter drei aktive Frauen. Alljährlich beteiligen sich die Mitglieder von Anfang November bis Mitte Dezember an verschiedenen Schauläufen im In- und Ausland, außerdem helfen sie bei Veranstaltungen im Dorf mit und haben zwei eigene Stände an den Abenden der „Nacht der Lichter“ im Juli.
Zu Beginn erklärten Mitglieder des Vereins, woher die Tradition der Krampusse stammt: Im Mittelalter zogen ledige Männer, welche von den Höfen vertrieben wurden, da sie für die Bauern eine Last waren, maskiert von Haus zu Haus, um die bösen Geister und den Winter zu vertreiben. Als Lohn dafür bekamen sie Essen, Trinken und oftmals auch eine Übernachtungsmöglichkeit. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Gestalt zum Begleiter des Heiligen Nikolaus, um durch Furcht und Schrecken Gehorsam und Tugendhaftigkeit zu fördern.
Durch das Anziehen eines vollständigen Kostüms aus Hose, Weste, Glocke und Maske wurde den Kindern dann Schritt für Schritt vorgezeigt, wie es zur „Verwandlung“ in einen Krampus kommt. Ein hochwertiges Kostüm, z. B. aus Hirschleder, mit einer Maske aus Buchenholz wiegt dabei bis zu 20kg und hat mit circa 4500 Euro auch einen stolzen Preis.
Anschließend durften die Kinder die Kostüme anfassen und die lauten, großen Glocken ausprobieren. Dadurch gelang es erfolgreich, dass die Kinder etwas die Angst vor den unheimlichen Gestalten verloren und wagten, sich einem Krampus zu nähern oder sogar ein gemeinsames Foto zu machen.

„Kunst in der Kartause“ – Stiller Ort des Dialogs

  • Dachzeile: Karthaus
  • Weitere Fotos - 1: Während die Welt sich dreht, Caroline Profanter

Fünf Künstlerinnen, fünf Herangehensweisen an das diesjährige Ausstellungsthema „Fisch“. Wer zukunftsweisende Kunst hautnah erleben möchte, taucht am besten in die Ausstellung „unterOberwasser“ im ehemaligen Kartäuserkloster Allerengelberg ein. In der Kartause, dem ersten Kartäuserkloster Tirols, gegründet 1326, gab es seit 2011 diverse Kunstausstellungen. Die von Gerhard Gensch ins Leben gerufene Initiative fruchtet, die Kunstobjekte befruchten und laden diesmal ein zum achtsamen Eintauchen in das Leben unter Wasser. Dabei ist die Geschichte des ehemaligen Klosters hautnah spürbar und sichtbar, wenn die Ausstellungsbesucher*innen im Kreuzgang an Haustüren der Dorfbewohner vorbeikommen. Denn 1782, als die Klostergemeinschaft aufgelöst wurde, sind Bauern aus dem Tal in der ehemaligen Klosteranlage eingezogen und aus dem Kloster wurde das Dorf Karthaus.
Eva Kot’átková, Martina Steckholzer, Ingrid Hora, Linda Jasmin Mayer und Caroline Profanter laden mit ihren Werken dazu ein, hinzuspüren, wie es sich anfühlt, wenn der Fisch auf dem Trockenen liegt. Es ist eine Einladung über unseren Umgang mit den Ressourcen nachzudenken, denn einmal auf dem Trockenen gelandet, geht es ums nackte Überleben. Alle Exponate lassen Raum für Eigeninterpretation.
Simone Mair und Lisa Mazza, BAU-Institut für zeitgenössische Kunst und Ökologie, haben die Ausstellung kuratiert. Der Kulturverein Schnals freut sich über die positive Resonanz und das Interesse für die „Kunst in der Kartause“.
Astrid Fleischmann

„Musikalische Rosinen“ zum Jubiläum

  • Dachzeile: Glurns/Langtaufers
  • Weitere Fotos - 1: der Leiter des Glurnser Kirchenchores Martin Moriggl, der mit seinem Team die organisatorischen Fäden für das Konzert  gezogen hat, mit der WuM-Obfrau Eva Kiefer

Die Musikerinnen und Musiker der Musikakademie „Wandern & Musik“, abgekürzt WuM, feierten ihr 10-jähriges Jubiläum mit einem bunten Sinfoniekonzert am Freitag, 22.August 2025 im Stadtsaal von Glurns. WuM ist aus der Orchesterakademie „Ski & Musik SuM“ hervorgegangen, die es seit über 50 Jahren gibt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus ganz Europa. Sie logieren bei den Familien Fliri in Langtaufers nun nicht nur im Winter, sondern seit 2015 auch im Sommer. Sie wandern bzw. fahren Ski, musizieren gemeinsam und bereiten sich auf das Abschlusskonzert vor. „Wir haben uns aus den Musikwerken die Rosinen herausgepickt, weil wir sie gerne mögen“, erklärte der Dirigent Martin Lill. Gespielt wurden teilweise einzelne Passagen aus Kompositionen bekannter Meister. Auf dem Programm standen klassische beziehungsweise moderne Werke von Peter I. Tschaikowsky, Edvard Grieg, Peter Warlock, Ottorino Respighi, Benjamin Britten Gerald Finzi, Evaristo F. Dall’Abaco, Isaac Albeniz und Filmmusik von C. Patrick. Der musikalische Bogen spannte sich von Russland über Norwegen, England, Spanien bis nach Hollywood und der Filmmusik von Star Wars und James Bond. Und der Applaus zeigte, dass auch das Publikum von den musikalischen Rosinen begeistert waren. Organisiert wurde das Konzert vom Kirchenchor Glurns, unterstützt vom Bildungsausschuss Glurns-Taufers i. M. und von Glurns Marketing. Dessen Vertreter Elmar Prieth begrüßte die Gäste und er dankte abschließend für die einmalige Musik. Ein großes Dankeschön der Musizierenden ging an den Chorleiter Martin Moriggl, der sich seit Jahren als Organisator der Konzerte einsetzt. Moriggl seinerseits überreichte den Verantwortlichen des Orchesters blaue Tirolerschürzen. (mds)

„Olles isch Klong“

  • Dachzeile: Bildungshaus Schloss Goldrain
  • Redakteur: Maria Raffeiner
  • Weitere Fotos - 1: Am Buch über die drei Madln waren viele Frauen beteiligt. Von links Irene Hager, Heidi Clementi, Eva Simeaner (Verlag), Vera Schwarz (Illustrationen) und Brigitte Knapp.

In Zusammenarbeit mit der Bibliothek Latsch fand im Bildungshaus Schloss Goldrain die Erstpräsentation des Lese- und Singbuches „Horchen und Lauschen“ statt, das soeben in der Edition Raetia erschienen ist. Verfasst wurde es von Heidi Clementi und Brigitte Knapp, die gemeinsam auch das Duo huja bilden und singend wie jodelnd auftreten. So verband sich an diesem Abend in der Kapellenstube des Schlosses Konzert und Lesung zu einer stimmigen Einheit.
Museumspädagogin Irene Hager ordnete die Neuerscheinung in den mythischen Kontext ein, denn das Buch widmet sich weiblichen Gottheiten, die häufig in Dreiergestalt auftreten und Urkräfte der Natur versinnbildlichen. Zu ihnen gehören die Schicksalsgöttinnen Moiren im antiken Griechenland oder die Parzen im alten Rom. Darauf anspielend, hatten Clementi und Knapp ein Spinnrad und einen roten Faden, den Lebensfaden, dabei.
Im Alpenraum ist die göttliche Dreiheit unter den Namen Aubet, Cubet und Quere als „die drei Beten“ überliefert. Im christlichen Kontext wurden ihre Eigenschaften auf die heiligen drei Madln Katharina, Margaret und Barbara übertragen, die im Mittelpunkt des Live-Hörspiels standen. Ihre Attribute Rad, Drache und Turm verbanden die Gesänge und Texte. Entstanden sind sie bei Erkundungsreisen quer durch Südtirol und beim Besuch von Dorfkapellen. Auch der Vinschgau diente den Autorinnen als Inspirationsquelle: Die Heiligen Drei Brunnen in Trafoi, der Tartscher Bühel und St. Johann in Taufers waren ihnen Kraft- und Klangorte. Sie inspirierten zu Kompositionen und mehrsprachigen Texten, die im Buch abgedruckt sind und über einen QR-Code auch hörbar werden. Damit das ausdrücklich erwünschte Nachsingen der vertonten und verjodelten Stücke gelingt, stellt das Duo im Buch zudem Noten bereit.
Das Publikum nahm die druckfrische Südtiroler Publikation mitsamt den neuen Volksliedern mit begeistertem Applaus auf.

„Unsere Stunde schlägt wieder“

  • Vorspann: Am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in Mals setzte man ein Zeichen für Verantwortung und Empathie für die Würde allen Lebens: „Hand in Pfote“ – Einsatz für den Tierschutz in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Vinschgau
  • Dachzeile: Kortsch/Vinschgau

Der Präsident der „Königlichen und altehrwürdigen Eisbärengesellschaft“ mit Sitz in Hammerfest in Norwegen ist Martin Trafoier aus Kortsch. Begonnen hatte alles bei einem Schüleraustausch im Jahr 2002 in der „nördlichsten Stadt der Welt“. Trafoier gründete einen Ableger der Gesellschaft im Vinschgau und wurde schließlich weltweiter Präsident und Chef von 250.000 Mitgliedern. Es wurden Aktivitäten zum Umweltschutz gestartet, wie zum Beispiel Sensibilisierung der Mächtigen in der Welt und regelmäßige Baumpflanzaktionen. Das zur Erinnerung. Die Mitglieder im Vinschgau trafen sich bis 2019 jährlich im Jänner auch zur Vollversammlung. Dann unterbrach die Coronapandemie diese Tradition. Und auch nachher lag alles auf Eis bis zum 4. Jänner 2026. Der als Lehrer im Schlanderser Realgymnasium inzwischen pensionierte Präsident lud in den Gasthof Sonne in Kortsch ein. In den vergangenen Jahren habe die Eisbärengesellschaft deshalb etwas an Strahlkraft verloren, weil sie von anderen Umweltschutzorganisationen wie beispielsweise Friday for future und Greta Thunberg in den Hintergrund gedrängt worden waren, erklärte Trafoier. Da es mittlerweile um diese Bewegungen ruhig geworden ist, könne die Eisbärengesellschaft wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. „Unsere Stunde schlägt wieder“, betont der Präsident. Und er kündigte erneute Aktivitäten an, um den Umweltschutz, der auch Eisbärenschutz ist, voranzubringen. Ein Brief soll unter anderen Papst Leo erreichen. Einige Mitglieder regten an, Influencer einzusetzen, um den Eisbärenschutz in den sozialen Netzwerken voranzubringen. Per Akklamation wurde Trafoiers Präsidentschaft bestätigt. Seine erste Aktion ist ein Staatsbesuch in Neuseeland, wo er das Thema Klimaerwärmung bewusst machen will. (mds)

„Wir reparieren Maschinen“

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Was ist unter Elektromechaniker zu verstehen?
Fabian: Als Elektromechaniker repariert, installiert und wartet man eine Vielzahl von elektrischen Maschinen und Anlagen. Wir haben uns auf Kompressoranlagen, Pumpenstationen von Fernheizwerken und diversen anderen Anlagen in entsprechenden Bereichen spezialisiert.

Was muss man für den Beruf Elektromechaniker mitbringen?
Fabian: Mitzubringen ist technisches Verständnis, aufmerksames, gewissenhaftes und genaues Arbeiten, denn wir arbeiten mit elektrischen Maschinen.

Du hast nach dem Besuch der Gewerbeoberschule in Innsbruck Erziehungswissenschaften studiert und mit dem Bechelor abgeschlossen. Was hat dich bewogen, den Betrieb deines Vaters zu übernehmen?
Fabian: Bereits von klein auf habe ich meinem Großvater und meinem Vater bei den Arbeiten im Betrieb über die Schultern geschaut. Beim Praktika nach dem Studium im sozialen Bereich wurde mir bewusst, dass dies nicht meines ist. Nachdem dann im Betrieb ein Mitarbeiter ausgefallen ist, bin ich eingesprungen. Daraufhin bin ich eingestiegen und habe mir das fachliche Rüstzeug auch bei Aus- und Weiterbildungen geholt.

Du hast den Betrieb 2024 übernommen. Ein mutiger Schritt und ein Glück für die Eltern, die die Betriebsnachfolge gesichert wissen?
Fabian: Ja (lacht). Meine Eltern begrüßten die Entscheidung und standen immer hinter mir. Sie haben meinen Einstieg in die Firma aktiv begleitet. Es war zwar eine Umstellung für mich, aber es lief dann reibungslos. Ich habe es noch nie bereut.

Was ist das Schöne an deinem Beruf?
Fabian: Am meisten gefällt mir die Herausforderung, wenn ich zu unvorhergesehenen Problemen gerufen werde und die Maschine oder Anlage im Anschluss wieder ordnungsgemäß funktioniert.

Eure Dienstleistungen sind speziell in Handwerksbetrieben gefragt? Können auch Private zu euch kommen?
Fabian: In erster Linie arbeiten wir mit verschiedensten Handwerksbetrieben, Fernheizwerken und Kläranlagen zusammen. Aber auch Heimwerker kommen zu uns mit ihren defekten Elektromaschinen oder nutzen unsere Verleihmaschinen.

Was wünscht du dir von der Politik?
Fabian: Als Jungunternehmer fühlt man sich manchmal überfordert mit der ganzen Bürokratie, den vielen Vorschriften und verpflichtenden Kursen, die vielleicht in größeren Betrieben Sinn machen, aber in kleinen oft unnötig erscheinen. Auch bei den Förderungen müssten Unterschiede zwischen kleineren und größeren Betrieben gemacht werden.

 

s33 OlivottoFabian Olivotto,
Jg. 1993

Im Jahr 2024 übernahm Fabian Olivotto die Leitung des Familienbetriebes in Tartsch. Den Betrieb hatte sein Großvater Angelo Olivotto einst gegründet und an seinen Vater Tommaso übergeben, der nach wie vor im Unternehmen mitarbeitet.
Die Firma Olivotto setzt auf Qualitätsarbeit. Sie hat sich mit schnellem und flexiblem Reparaturservice in Südtirol und im angrenzenden Ausland längst einen Namen gemacht.

4. Glurnser Orgelherbst 2025

  • Dachzeile: Glurns/Konzerte

Nach der Restaurierung der Mauracher Orgel in der Pfarrkirche St. Pankratius im Jahre 2022 wird jedes Jahr vom Kirchenchor Glurns als Einstimmung auf Allerheiligen der Glurnser Orgelherbst organisiert. Geboten werden jeweils drei Konzerte, ein Orgelkonzert mit bekannten Organisten in Kombination mit anderen Instrumenten, ein Gottesdienst mit besonderer Festmusik und zum Abschluss ein Barockkonzert in Zusammenarbeit mit der Musikschule Oberer Vinschgau. Viele Organisten wie Marian Polin, Maximilian Haller, Lukas Punter, Peter Waldner, Roland Nitzbon, Mario Pinggera und Myriam Tschenett spielten bereits auf der Orgel. Eröffnet wurde der Orgelherbst 2025 am 31. Oktober mit einem Orgelkonzert mit Fagott und Euphonium und besinnlichen Texten von Christof Anstein. Auf der Orgel spielte Stefanie Dietl aus Taufers. Sophia Sagmeister aus Glurns spielte Fagott und Markus Lantschner aus Völs am Schlern Euphonium. Gespielt wurden Werke von J. S. Bach, J. Pachelbel, J. Boismortier, W. A. Mozart und F. Devienne. Zum Abschluss des Glurnser Orgelherbstes gab es auch dieses Jahr wiederum ein Barockkonzert in der voll besetzten Pfarrkirche unter der Leitung von Lukas Punter von der Musikschule Oberer Vinschgau, in Zusammenarbeit mit weiteren Musiklerer:innen und vielen Musikschüler:innen. Junge Musiker spielten auf der Orgel, gemeinsam mit Posaune, anschließend erklang ein Gitarrentrio. Eine Flötengruppe mit unterschiedlichen Flöten spielte Air und das Minuett aus der Wassermusik von G. F. Händel. Ein Querflötentrio wurde von Lukas Punter auf dem Cembalo begleitet. Das junge Streichorchester, bestehend aus 18 Geigen, Violoncelli, Cembalo und Pauken, spielte ein Minuett aus der Wassermusik. Zum Abschluss des Barockkonzertes spielten alle 50 Musiker:innen gemeinsam mit den Lehrpersonen der Musikschule die Hornpipe, ein traditionelles englisches Tanzstück, von Georg Friedrich Händel. Martin Moriggl vom Kirchenchor Glurns dankte allen für das gelungene Konzert. (hzg)

70 Jahre Hasenohr und Zwölferkreuz

  • Dachzeile: Latsch
  • Weitere Fotos - 1: Matthias Pircher ist Mitglied der Bergrettung Latsch, Tourenbegleiter beim AVS und Wegmarkierer in der Gemeinde Latsch für den Alpenverein. Er war schon über 100 mal auf dem Hasenohr, seinem Hausberg.

Heuer jährt sich zum 70. Male der Tag, an dem das Zirmholzkreuz von der Dorfjugend Tarsch in mühevoller Arbeit gezimmert und zum Gipfel des Hasenohr (3257 m) getragen wurde.1955 wurde auch das Kreuz auf der 2512 m hohen Zwölferspitze von der Latscher Jugend neu errichtet und 1956 durch Hochw. Josef Schönauer eingeweiht.
Im Jahre 1895 bestieg der Deutsche Alexander Buckhardt als erster dokumentierter Tourist das Hasenöhrl. Zwei Steinmännchen auf dem Gipfel sagten ihm jedoch, dass jemand schon vor ihm hier gewesen war. Jahrelang wurde der Gipfel durch eine Holzstange markiert, ab 1948 war es ein Birkenkreuz, zum Gedenken an die gefallenen Kriegskameraden, welches dann durch ein 8 Meter hohes Holzkreuz ersetzt wurde. Bei der Einweihung des Gipfelkreuzes durch Hochw. Kooperator Franz Weber im Jahre 1956 zählte man 70 Teilnehmer.
Matthias Pircher aus Tarsch (Jahrgang 1950), hat bereits die 40-, 50-, und 60-Jahrfeier am Gipfelkreuz des Hasenöhrl organisiert. Bei der 40-Jahrfeier im Jahre 1995 wurde der neue Herrgott von Luis Kofler durch Pater Peter Brugger eingeweiht. Die 50Jahrfeier wurde sogar von Musikanten aus Latsch musikalisch umrahmt.
Heuer fand die 70-Jahrfeier wetterbedingt am Tarscher Wetterkreuz statt, wieder organisiert von Matthias Pircher und dem Alpenverein. Hochw. Eugen Runggaldier feierte die Hl. Messe. Für Pircher ist es nach wie vor wichtig, diese Gedenkfeier abzuhalten: “ Um jenen zu gedenken, die in mühevoller Arbeit das Gipfelkreuz errichtet haben, zudem ist es immer ein richtiges Bergerlebnis, bei schönem Wetter, mit anderen unterwegs zu sein, und gemeinsam diesen Tag feiern zu können” sagt er.
Das Hasenöhrl (Hasenohr) ist der östlichste vergletscherte Dreitausender der Ortlergruppe und zählt zu den schönsten Aussichtsbergen des Vinschgau. Es gibt heute 7 markierte, mehr oder weniger anspruchsvolle Anstiege zum Gipfel. “Durch den Permafrost und die Abbrüche müssen ständig Routenänderungen gemacht werden. Zudem müssen Absicherungen mit Ketten und Seilen angebracht werden. In den letzten Jahren ist der Gletscher gewaltig zurückgegangen. In 10 Jahren wird er wahrscheinlich nicht mehr zu sehen sein“, so Matthias Pircher. (pt)

75 Jahre A. R. Hornbacher hautnahe Bilder

  • Dachzeile: Latsch
  • Weitere Fotos - 1: Frauenkörper
  • Weitere Fotos - 2: Landschaftsbild

Herzlich willkommen im Garten der Sünde“, so die Begrüßungsworte von A.R. Hornbacher zur Ausstellung in seiner Ackerfreiluftgalerie. Bereits zu seinem 70sten Geburtstag hatte er zu einer Bilderausstellung in seinen Acker, Tieftal, Feldstrasse Nr. 69 zwischen Latsch und Kastelbell eingeladen. Jetzt zu seinem 75. Geburtstag hat er es noch einmal gewagt. „Die Herausforderung ist gelungen. Ich habe es geschafft. Und ich bin auch ein bisschen stolz auf mich“, erzählt er.
Für A.R. Hornbacher ist es eine große Freude, so etwas noch einmal erleben zu dürfen. Er hätte auch ein Angebot für eine Ausstellung von der Heilsarmee Hamburg in St. Pauli erhalten, hat sich aber für seine Ackerfreiluftgalerie entschieden. Er sagt: „Zuhause in meinem Atelier habe ich nur einen kleinen Raum zur Verfügung. Hier habe ich genug Platz, um viele meiner Bilder aufzuhängen. Es ist für mich eine riesige Genugtuung, hier alle betrachten zu können. Ich habe mir mit der Ausstellung selber eine Freude gemacht.“.
A. R. Hornbacher hat versucht, so wenig Bilder wie möglich von seiner ersten Ausstellung zu nehmen. Viele Bilder hat er in den letzten 5 Jahren neu gemacht. Er hat seine Arbeitskleidung verarbeitet und viele erotische Bilder gemalt. „Erotik ist für mich, durch mein Vorleben in St. Pauli, ein riesiges Potential an Kraft und Fantasie“, sagt er. Neu hinzugekommen sind noch einige Landschaftsbilder. „Thematisch geht es vor allem um die schönen Körper der Frauen und unsere schöne Landschaft“, so Hornbacher. (pt)

75 Jahre ASC Schlanders - Ein Jubiläum bewegt

  • Vorspann: Der ASC Schlanders-Raiffeisen feiert im Jahr 2026 sein 75-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das die Bedeutung des Vereins für das sportliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben im Vinschgau eindrucksvoll unterstreicht. Wir haben mit Präsident Georg Hasenburger über das Jubiläum, die Geschichte des Vereins und die Herausforderungen gesprochen.
  • Dachzeile: Schlanders
  • Redakteur: Angelika Ploner (Interview)
  • Redakteur Bild:

Vinschgerwind: 75 Jahre: Dieses Jubiläum nimmt der ASC Schlanders zum Anlass, um zu feiern. Was ist geplant?
Georg Hasenburger: Wir haben ein abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm zusammengestellt, das am 22. Januar mit der Auftaktveranstaltung in der BASIS in Schlanders beginnt. Dort findet ein Vortrag zum Thema „Vereinssport zwischen Spaß, Leistung und psychischer Gesundheit“ statt. Eingeladen sind alle Mitglieder, Trainer, Sponsoren, Fans, Partner, Sportler und Interessierte. Im Anschluss soll es einen gemütlichen Austausch geben. Über das gesamte Halbjahr läuft außerdem unsere Jubiläums-Lotterie, die vom 22. Januar bis 4. Juli dauert. Sie umfasst drei attraktive Hauptgewinne, welche beim Festakt verlost werden.
Dazu kommen zahlreiche Veranstaltungen der einzelnen Sektionen: vom Gemeindeskitag am 1. Februar in Schöneben über Vorträge, Präsentationen und Wettkämpfe bis hin zu Familien- und Aktionstagen. Den Abschluss bildet der große Festakt mit Sporttag am 4. Juli in der Matscher Au, der das Jubiläumsjahr würdig abrundet.

Vinschgerwind:Der ASC Schlanders-Raiffeisen steht für....
Hasenburger: Für Gemeinschaft, Engagement und sportliche Vielfalt. Unser Verein ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich bewegen, Ziele verfolgen und Freundschaften schließen. Wir stehen für Nachwuchsförderung, für ehrenamtliche Arbeit und für ein Miteinander, das weit über den Sportplatz hinausgeht. Der ASC ist ein Stück Dorfkultur und ein wichtiger sozialer Anker.
Vinschgerwind:Wie viele Mitglieder zählt der Verein?
Hasenburger: Der ASC Schlanders zählt aktuell rund 650 Mitglieder in sieben aktiven Sektionen (Fußball, Yolleyball, Yoseikan Budo, Tauchen, Wintersport, Fitness und Tischtennis. Diese Zahl zeigt, wie breit der Verein aufgestellt ist und wie stark er in der Bevölkerung verankert bleibt.
Vinschgerwind:Ein Blick in die Historie.
Hasenburger: Die sportlichen Wurzeln in Schlanders reichen bis in die Vorkriegszeit zurück – damals standen Turnen, Leichtathletik und Radfahren im Mittelpunkt. Die offizielle Vereinsgründung erfolgte im März 1950 unter Präsident Ernst Moser, der trotz schwieriger Rahmenbedingungen Großes leistete. 1962 wurde der Verein neu gegründet – getragen von Persönlichkeiten wie Luis Schuster, Luis Wielander, Robert Privora und Rudi Schuster. In den 1960er-Jahren folgte eine Phase des Aufbruchs: der Ausbau der Sportinfrastruktur, die Stärkung des Fußballsports, 1964 der Gewinn der Vinschgauer Fußballmeisterschaft und der Ankauf von Grundstücken für Sportplatz und Schwimmbad. Diese Entwicklung zeigt, wie viel Idealismus, Mut und Gemeinschaftsgeist in diesem Verein steckt.

Vinschgerwind:Ein besonderer Höhepunkt?
Hasenburger: Der Festakt am 4. Juli 2026 wird sicher ein festlicher Höhepunkt. Dort wollen wir die Geschichte des Vereins würdigen, die Menschen feiern, die ihn geprägt haben, und gemeinsam in die Zukunft blicken. Außerdem sind den ganzen Tag sportliche Wettkämpfe aller Sektionen geplant.
Wenn man 75 Jahre Vereinsgeschichte betrachtet, wird einem bewusst, wie viel Leidenschaft, Zeit und Herzblut unzählige Menschen investiert haben. Ohne diese Begeisterung wäre der ASC nicht das, was er heute ist.
Vinschgerwind:Ein herausfordernder Moment in der Vereinsgeschichte?
Hasenburger: Es gab mehrere Phasen, die uns gefordert haben. Die sog. Reform des Sports und die damit verbundenen strukturellen Anpassungen und bürokratischen Aufwände sowie die statutarischen Anpassungen an nationale Vorgaben waren für viele Vereine eine Herausforderung – auch für uns.Die Corona-Pandemie war zweifellos eine der schwierigsten Zeiten: Trainingsausfälle, Unsicherheiten, fehlende Begegnungen – all das hat uns als Verein stark belastet. Und natürlich gab es auch Konflikte innerhalb einzelner Sektionen, wie sie in jedem großen Verein vorkommen.
Vinschgerwind:Ein Blick in die Zukunft: Wie motiviert man Kinder und Jugendliche in Zukunft für einen sportlichen Verein?
Hasenburger: Indem man ihnen Räume gibt, in denen sie sich entfalten können. Sport bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Fähigkeiten zu entdecken, Ziele zu setzen und Verantwortung zu übernehmen. Wichtig sind gute Trainerinnen und Trainer, Freude am Training, Gemeinschaftserlebnisse und ein Umfeld, das Leistung anerkennt, aber nicht über alles stellt. Wir möchten zeigen, dass Sport nicht nur körperlich, sondern auch mental stärkt – und dass ein Verein ein Ort ist, an dem man wachsen kann.

Vinschgerwind: Abschließend eine persönliche Frage: Was ist für Sie wahre Größe im Sport?
Hasenburger: Wahre Größe im Sport zeigt sich für mich in der Art und Weise, wie jemand mit Leistung, Erfolg und Niederlagen umgeht. Sie zeigt sich in Fairness, Professionalität, Disziplin, Verlässlichkeit und der Fähigkeit, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein Sportler oder eine Sportlerin beweist Größe, wenn er oder sie klare Ziele verfolgt, konsequent arbeitet und auch unter Druck strukturiert und fair bleibt. Größe bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für das eigene Handeln, für das Team und für den sportlichen Prozess.

Abschied von der Filmwerkstatt

  • Dachzeile: Naturns/Meran
  • Weitere Fotos - 1: Kurt Hofer und Hansjörg Waldner beim Imbiss
  • Weitere Fotos - 2: Karl Prossliner und Hubert Scheibe zu später Stunde

Anlässlich seines Abschieds zum Jahresende lud der Filmemacher Karl Prossliner am 7. Dezember 2025 Freunde und Freundinnen in seine Filmwerkstatt nach Meran. Gezeigt wurde das 7.5-stündige Meisterwerk Satanstango“ (1994) von Bèla Tarr. Der in Schwarzweiß gedrehte Film gilt als einer der längsten Kinofilme aller Zeiten und basiert auf dem gleichnamigen Roman des ungarischen Autors Làszlò Krasznahorkai, der kurz vor Weihnachten 2025 den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Hubert Scheibe kommentiert den Film so: „Nach sieben Stunden Film wissen wir, wo oben und unten ist“. Auf die Frage an Karl Prossliner, warum er für seinen Abschied gerade diesen Film ausgewählt habe, antwortet er: „Weil es ein schöner Film ist!“ Hansjörg Waldner, der ebenfalls eingeladen war, sah in dem Film Ähnlichkeiten mit seiner Zeit im Obervinschgau in den 1950er Jahren. „In der Stube sitzen, nix reden. Nur langsam verging die Zeit. Leben musstest du halt - oder gehn“, so Waldner.

Karl Prossliner wurde 1953 in Mals geboren und ist in Glurns aufgewachsen. Prossliner hat als freischaffender Filmemacher eine Unzahl von Features produziert. Vor allem widmete er sich dem dokumentarischen Film. Einer seiner ersten Dokumentarfilme war „Sonderurlaub ohne Bezüge“ mit Roman Moser (1989). Ein Film, der dem Spielfilm Satanstango von Bèla Tarr ähnelt, ist der Film „Das seltsame Haus“ (1986). „Es war auch so ein langsamer Film, wo man langsam hineinkommen musste. Man muss sich darauf einlassen“, so Prossliner. Bekannt wurde Karl Prossliner mit seinen Filmreihen für das Fernsehen: Sprechen über Südtirol in 7 Folgen (1994/95), Archiv des Alltags, Bildbeschreibung und Menschenbilder. Für seine Dokumentationen erhielt Prossliner zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Prof. Klaus Gatterer Preis (2009) für sozial engagierten Journalismus, den „Goldenen Enzian“ beim Trientner Bergfilmfestival oder den „Fuji-Preis“ beim Dokumentarfilmfestival in München. (pt)

Abschlussfeier im Chalavaina in Müstair

  • Dachzeile: Müstair
  • Weitere Fotos - 1: Hubert Scheibe: „Keine Lesung, eher eine Betrachtung, besser eine Erzählung“.

Am 26. Oktober schloß die Ausstellungstrilogie „+/- FOLK“ ihre Türen. Organisator Othmar Prenner und Kurator Daniel Costa schauen mit Freude auf den Sommer zurück, auf die vielen schönen Begegnungen und Gespräche. „Damit verbunden eine große Motivation, die nächste Ausstellung anzugehen“, so Prenner und Costa. Um alles noch fein und genüsslich abzurunden, luden sie zu einem genüsslichen Mittagessen nach Müstair in die Schweiz. Am 29. Oktober trafen sich mehrere Künstler:innen, Kunstfreunde und Unterstützer der Ausstellungstrilogie im Hotel Chalavaina in Müstair im Münstertal. Ulrich Veith, der Geschäftsführer der Stiftung Pro Kloster St. Johann in Müstair, und am Aufbau des Chalavaina maßgeblich beteiligt, führte durch die Räume des geschichtsträchtigen Hauses und erzählte dessen Geschichte. Nach der Hausführung wurde in der historischen Gaststube ein köstliches Mittagessen serviert. Und wie sollte es anders sein, wenn Künstler:innen sich treffen, gib es meistens auch eine künstlerische Einlage. Der Reschner Künstler Hubert Scheibe, der in Fondo am Nonsberg seinen „Ansitz“ gefunden hat, versuchte in seiner Performance eine Antwort zu geben auf die Fragen: Was ist ein Haus? Warum baut der Mensch?
Wenn Künstler:innen und andere Kreative gemeinsam feiern, ist dies immer auch eine großartige Möglichkeit, sich kennen zu lernen, sich auszutauschen, gemeinsam etwas tun, und sich so gegenseitig zu fördern und zu unterstützen. Die Abschlussfeier im Chalavaina in Müstair hat sicherlich dazu beigetragen. (pt)

Applaus für die Obervinschger Böhmische

  • Dachzeile: Burgeis

Die Obervinschger Böhmische erfreute das Publikum am 25. Oktober 2025 im vollbesetzten Kulturhaus von Burgeis wiederum mit schwungvollen Polkas, mit schmissiger Marschmusik und mit tanzeinladenden Walzerklängen. Kapellmeister Benjamin Blaas gab nicht nur den Takt vor, sondern erheiterte die Gäste auch mit seiner humorvollen Moderation. Damit sich die älteren Herren, laut Blaas, während des Konzertes immer wieder ausruhen können, spielten abwechslungsweise das Trio „Schean dahin“ mit Fabian Alber Kapellmeister Benjamin Blaasmit der Ziehharmonika, Lea Niederfriniger mit der Harfe (beide aus Eyrs) und Kathrin Kofler (Matsch) mit dem Saxophon, sowie Steffi Dietl (Taufers i. M.) als Solistin mit der Ziehharmonika. Obmann Toni Punt stand dem Kapellmeister in seinen lustigen Bemerkungen in nichts nach und ergriff ebenfalls laufend das Wort, was für Lacher sorgte. Für die Ehrungen holte er BM Josef Thurner auf die Bühne. Für die zehnjährige Mitgliedschaft in der Kapelle erhielt Walter Kaserer eine Urkunde. Gedankt wurde ihm auch für seine Taxidienste. Steffi Dietl, die die Obervinschger Böhmische bei Konzerten auch seit 10 Jahren unterstützt, konnte sich über Tonis Gratulation zur jüngst abgelegten Staatsprüfung in Pharmazie freuen. Die Verteilung der vielen Dankesgeschenke wie Blumen, Käse, Speck, Wein und „Engalotti“ an verdiente Mitwirkende und andere Gäste zelebrierte Obmann Punt wie immer mit viel Spaß und Humor. (mds)

Auf zur Kälberalm in Sulden

  • Dachzeile: Winterwanderung | Ferienregion Ortler
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Sulden ist bekanntlich ein schneesicherer Ort und in Sulden ist der Frühling noch weit. Wer also Wanderungen im Schnee, mit oder ohne Schneeschuhe, sucht, ist in Sulden goldrichtig. Willkommen also zu einer feinen Wanderung von Sulden aus auf die Kälberalm. Die Wanderung auf schneebedeckten Wegen ist aufgrund ihrer angenehmen Länge von rund 3 Kilometer (insgesamt 6 Kilometer) für alle Schuhgrößen und Wanderer machbar, erfordert aufgrund der 350 Höhenmeter trotzdem Kondition und Ausdauer.. Natürlich ist eine winterfeste Ausrüstung vonnöten. Die Wanderung ist am Fuße des Ortlers eine der einfachsten, aber dafür nicht weniger lohnend. Denn mit der imposanten Bergkulisse des Dreigestirns im Rücken lässt sich mutig in frischer und sauberster Luft voranschreiten.

Parkmöglichkeiten gibt es in Sulden mit den kostenpflichtigen Parkplätzen am Eingang von Sulden reichlich.
Wer nicht mit dem Privatauto nach Sulden fahren möchte, hat die Möglichkeit die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Mit dem Bus der Linie 271, gelangt man in einer guten halben Stunde von Prad/Spondinig nach Sulden. Die Bushaltestelle befindet sich direkt gegenüber dem Hotel Post.

Ausgangspunkt ist das darüberliegende Hotel Marlet. Denn von dort führt der Wandersteig Nr. 19 auf die Kälberalm. Zu Beginn führt die Wanderung durch den schön verschneiten Wald bis zur Kälberhütte.
In ca. 1,5 Stunden erreicht man die Kälberhütte auf 2.248 Metern. Wer einen Rundwanderweg bevorzugt, folgender Tipp: Zurück geht’s auf dem Weg Nr. 24, der bis zum Gasthof Waldruhe führt. Weiter dem Weg Nr. 6 folgend kommt man zurück nach Sulden.

Die Kälberalm ist bewirtschaftet und
verwöhnt Euch mit kleinen Leckereien wie einen Alm Toast, verschiedene Suppen, Südtiroler Speckbrettl und natürlich mit leckeren Kuchen. Dazu werden Kaffee und hausgemachte Säfte serviert.

 

Geöffnet ist die Kälberalm von 11 bis 15 Uhr
Montag / Donnerstag Ruhetag

Für Infos und Vormerkungen: 0473613042

Infos:

Von Spondinig über die
Stilfserjoch Straße SS 38 bis Gomagoi,
dort links nach Sulden,
bis zum Parkplatz beim Dorfeingang.
Bis nach Sulden sind es ca. 20 km.

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Auszeichnung für die Biblioteca Jaura Valchava

  • Dachzeile: Valchava

Die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgüterschutz (SGKGS) zeichnet die Biblioteca Jaura Valchava mit dem Förderpreis 2025 aus. Den zweiten Platz belegt die Lia Rumantscha.
Die SGKGS verleiht ihre Förderpreise 2025 an zwei Institutionen, die sich beispielhaft für die Sicherung, Erschliessung und Vermittlung des immateriellen Kulturerbes in Form der rätoromanischen Sprache einsetzen. Der Hauptpreis geht an die Biblioteca Jaura Valchava , ein Kulturarchiv, welches das kulturelle Gedächtnis des Tals bewahrt.
Der zweite Preis wird der Lia Rumantscha, dem Dachverband aller romanischen Sprachvereine, für die Projekte «Sprachwettbewerb» und «Lehrgang Literarisches Schreiben» verliehen.
Mit dieser Auszeichnung würdigt die SGKGS nicht nur den Erhalt wertvoller Kulturgüter, sondern auch das Engagement, diese lebendig zu halten und weiterzugeben. Die Biblioteca Jaura und die Lia Rumantscha zeigen, dass Kulturerbe dann seine Bedeutung behält, wenn es erforscht, geteilt und im Alltag gelebt wird.
Am 22. November 2025 fand die Würdigung und Preisverleihung in der Biblioteca Jaura in Valchava vor zahlreichem Publikum statt. Hans-Peter Schreich-Stuppan und Christiane Stemmer wurden für ihr grossartiges Wirken mit Anerkennungsurkunden geehrt. Schreich überliess das Preisgeld in der Höhe von CHF 4‘000.00 dem heutigen Trägerverein Archivs culturals da la Val Müstair (ACVM).
In seiner Laudatio anlässlich der Generalversammlung im Frühjahr 2025 betonte Jürg Goll, der Präsident des ACVM, dass es ohne das enorme Engagement von Pfarrer Hans-Peter Schreich die Biblioteca Jaura nicht geben würde. Über die vergangenen 50 Jahre hat er in akribischer Arbeit die Biblioteca aufgebaut.
«Wir sind Hans-Peter Schreich dankbar für seine gewaltige Leistung und sind glücklich über die Biblioteca Jaura, wo er der schriftlichen und immateriellen Kultur des Münstertals eine Heimstatt geschaffen und damit die Identität der Jauer* gestärkt hat. Wir hoffen, dass diese gelebte Vergangenheit Wertschätzung in der Gegenwart und viel Inspiration in der Zukunft auslöst. Wir wollen ihm die Anerkennung schenken, die er verdient.» In Würdigung seines Wirkens wurde Hans-Peter Schreich als Ehrenmitglied in den Verein ACVM aufgenommen und nun auch verdientermassen mit einem gesamtschweizerischen Preis ausgezeichnet.
Ein besonderer Dank ging mit der Auszeichnung auch an Christiane Stemmer, welche das Archiv Cultural Val Müstair seit zwei Jahren betreut und dazu Sorge trägt, dass dieses Erbe für die nachfolgenden Generationen erhalten bleibt und weiterwirkt.
*Jauer ist der romanische Dialekt, der im Val Müstair gesprochen wird. Die Bezeichnung leitet sich vom Wort «jau» = ich ab. Ein Einheimischer des Tales ist somit ein «Jauer».

Annelise Albertin

Automatisierung und KI in der Landwirtschaft

  • Dachzeile: Startbase Stories #1
  • Weitere Fotos - 1: Edwin Pircher und Michael Chang

Mit einer voll besetzten Veranstaltung startete am Dienstagabend im BASIS Vinschgau Venosta die neue Reihe „Startbase Stories“, die innovativen Gründer:innen und Start-ups aus Südtirol eine Bühne bietet. Die erste Ausgabe stand unter dem Thema „Automatisierung und Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft“ und zeigte, wie digitale Technologien und Forschung neue Chancen für nachhaltige und effiziente Produktionsweisen eröffnen.
Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Unternehmen, die eng mit BASIS verbunden sind: Feldfühler und Arbor Insight. Beide präsentierten praxisnahe Anwendungen von Technologie im landwirtschaftlichen Alltag – von Bodensensorik bis zu Drohnendatenanalyse.
Feldfühler, gegründet von Dr.-Ing. Christian Stolcis, entwickelt intelligente Sensoren und eine App zur Bodenanalyse und Pflanzenüberwachung. Ziel ist es, Landwirt:innen datenbasierte Entscheidungen zu ermöglichen – etwa bei Bewässerung, Frostschutz und Pflanzenschutz – und so Ressourcen zu schonen und Prozesse zu automatisieren. Das Start-up hat seinen Sitz in der BASIS Vinschgau Venosta.
Das zweite Start-up, Arbor Insight, gegründet von Michael Chang (CEO) und Edwin Pircher (COO), nutzt Drohnentechnologie und künstliche Intelligenz zur präzisen 3D-Erfassung und Analyse von Baumkulturen. Die daraus gewonnenen Daten unterstützen Obst- und Forstbetriebe dabei, den Zustand ihrer Pflanzen besser zu verstehen und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Erträge und der Pflanzengesundheit zu treffen. Das Unternehmen wurde vom NOI Techpark Bozen inkubiert und teilweise in der BASIS angesiedelt, Michael Chang arbeitet im Coworking Space von BASIS und profitiert vom Austausch mit der Community und weiteren Tüftlern.
Zwei Beispiele dafür, wie BASIS Vinschgau Venosta Innovationskraft anzieht und Gründer:innen die passende Infrastruktur bietet, um Ideen in marktreife Produkte zu verwandeln – und damit den Vinschgau als Wirtschaftsstandort weiter stärkt. Beide Unternehmen arbeiten bereits erfolgreich mit lokalen Landwirt:innen zusammen.
Ein ergänzender Impuls kam von Florian Pircher von der Abteilung Innovation & Energie des Südtiroler Bauernbundes, der Einblicke in Fördermöglichkeiten und laufende Projekte im Bereich Smart Farming und Energieeffizienz gab. Er betonte die Bedeutung von Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Forschung und Start-ups für die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Agrarwirtschaft in Südtirol.
In der anschließenden Diskussion wurden Chancen, Herausforderungen und konkrete Anwendungsfelder von KI und Automatisierung lebhaft erörtert.
Mit Startbase Stories etabliert BASIS Vinschgau Venosta ein neues Format zur Förderung von Unternehmertum, Innovation und Wissenstransfer. In regelmäßigen Abständen werden Start-ups und Gründerinitiativen vorgestellt, die aus der Region stammen oder bei BASIS angesiedelt sind. Dabei stehen Zukunftsthemen wie Energie, Mobilität, Handwerk, Kreislaufwirtschaft oder Kultur im Fokus.

Avimundus mit aktueller Fotoausstellung

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Tannenhäher; (Foto: Christian Kofler)
  • Weitere Fotos - 2: Kernbeißer (Foto: Aldo Comincioli)

Etwas versteckt und unauffällig liegt der Eingang des Besucherzentrums „avimundus“ in der Fußgängerzone von Schlanders, doch wer das Nationalparkhaus dennoch besucht, wird von der gebotenen Vielfalt überrascht sein.
Aufgeteilt über drei Etagen können 500 qualitativ hochwertige Vogelpräparate, vorwiegend einheimischer Vögel, vom großen Steinadler bis hin zum kleinen Rotkehlchen, aus der privaten Sammlung von Götsch Hansjörg, bewundert werden. Zusätzlich erhalten die Besucher, auch mittels moderner Computeranimation, umfassende Informationen zum Nationalpark Stilfserjoch, darüber hinaus zu Brut und Aufzucht, Stimme und Gesang der Vögel. Dabei ist das avimundus aber nicht nur ein Museum, sondern durch regelmäßig angebotene Fachvorträge, ornithologische Exkursionen und geführte Wanderungen ein aktives Erlebnis- und Bildungszentrum. „Außerdem ist das Nationalparkhaus Ansprechpartner rund um aktuelle Vogelsichtungen. Es dokumentiert die Beobachtungen von Einheimischen und Urlaubern, wie z.B. das Vorkommen seltener Vogelarten und erteilt diesbezüglich auch Auskunft.
Vom 12. Jänner bis zum 28. Februar findet im Besucherzentrum, in Kollaboration mit der Bibliothek Schlandersburg, eine Fotoausstellung statt, in welcher heimische Vogelarten in ihrem Habitat gezeigt werden. Die Bilder der beiden südtiroler Fotografen Christian Kofler und Aldo Comincioli ergänzen auf wertvolle Art die 500 Vogelpräparate, da sie Aspekte vermitteln können, wie nur Momentaufnahmen dies können: Flug, Verhaltensmuster, Fressgewohnheiten und soziale Interaktion wurden fotografisch festgehalten und vermitteln somit eine realistische Darstellung der Lebensweise einheimischer Vogelarten. „Mit meinen Aufnahmen versuche ich, die Schönheit von Tieren, Landschaften und natürlichen Details einzufangen und so authentische Geschichten und einzigartige Momente festzuhalten“, so Aldo Comincioli über seine Werke.
Zudem ist die aktuelle Fotoausstellung eine Möglichkeit, die Tätigkeit von Privatpersonen, welche sich für Natur und Umwelt einsetzen, für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen und deren wertvolles Wissen und Erfahrung an die Bevölkerung weiterzugeben.
Anna Pfitscher

BA Partschins bringt buntes Programm

  • Dachzeile: Partschins/Rabland

Die Vollversammlungen des Bildungsausschusses Partschins sind immer von Wertschätzung geprägt, die sich unter anderem in der Anwesenheit von vielen Vereinsobleuten äußert. Von den 48 Stimmberechtigten haben sich 28 eingefunden und so die Unterstützung des Bildungsausschusses ausgedrückt. Die Gemeindepolitik war mit Bildungsreferntin Jasmin Ramoser, VizeBM Walter Laimer und BM Alois Forcher prominent vertreten. So war auch die Vollversammlung am 22. Januar 2026 im „Spotti“ gut bestückt und die Vorstandsmitglieder Barbara Rechenmacher, Walter Kaserer, Christine Schönweger, Walter Zorzi, Andrea Schweigl und Hartmann Nischler haben die wegen Krankheit abwesenden Vorsitzende Wally Nardelli durch Vielfalt der Stimmen gut ersetzen können.
Im Rückblick auf 2025 wurde ein bunter Blumensstrauß an Veranstaltungen aufgezählt, die gemeinsam mit vielen Vereinen über die Bühne gegangen sind und so zum blühenden Dorfleben beigetragen haben. „Partschins und seine Gassen“ war dabei eine zentrale Veranstaltung vom Bildungsausschuss, die gemeinsam mit dem Heimatpflegeverein Partschins, der JUPA Partschins, den Hellntoltuifl, den Chronisten, der Heimatbühne Partschins und mit mehreren Experten, darunter Johannes Ortner und Claudia Gilli, zahlreichen Interessierten schöne und informative Einblicke in ein kulturelles Dorfinventar gegeben hat.
Dieses Projekt soll, so wurde in der Vorschau auf 2026 betont, auch im laufenden Jahr fortgesetzt und ausgebaut werden. Im heurigen Jahr steht unter anderem 700 Jahre Schloss Spauregg auf dem Programm, mit einer geplanten Jubiläumsbroschüre und einem Festakt.
Jedenfalls stehen auch 2026 weit mehr als 1000 Fortbildungsstunden auf dem Programm, die sich aus den verschiedenen Veranstaltungen der Vereine zusammensetzen und die der Bildungsaussschuss begleitet und ankündigen wird.
Großer Raum wurde dem Projekt gegen Mobbing vom Jugendzentrum gewidmet. Mit einer beachtenswerten Kampagne, mit Videos und Liedern geht vom Jugendzentrum ein großer Impuls gegen Mobbing aus, der sich im Dorf und möglicherweise weit darüber hianus ausdehnen wird. (eb)

BACK 2 BASICS FESTIVAL 2025 – coming home for christmas!

  • Dachzeile: Basis Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1:

Das große Weihnachtsfest des Wiedersehens im neu gebrandeten Kulturclub KASINO der BASIS Schlanders
Das Back 2 Basics Festival 2025 im Kulturclub KASINO der BASIS Vinschgau Venosta war auch in diesem Jahr ein großer Erfolg. In festlicher, zugleich ausgelassener Atmosphäre wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, getanzt und vor allem eines gepflegt: das Wiedersehen.
Back 2 Basics bestätigte erneut seine besondere Bedeutung als Treffpunkt in der Weihnachtszeit. Viele Vinschger:innen, die über das Jahr hinweg im In- und Ausland leben, nutzten die Feiertage, um sich in Schlanders zu treffen, gemeinsam Zeit zu verbringen und alte Kontakte aufleben zu lassen. Das Festival wurde so einmal mehr zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs über Generationen hinweg.
Musikalisch bot das Festival ein vielfältiges Programm aus Live-Musik und Clubformaten, verteilt auf mehrere Räume des BASIS-Areals. Auf der Mainstage im Kulturclub KASINO sorgten Bands und DJ-Sets für durchgehend lebendige Stimmung. Ein besonderer Moment war die Mitternachtseinlage auf dem Dach mit Kitty and the Cat (D), die dem Abend eine eigenständige und eindrucksvolle Note verlieh.
Großen Zuspruch erhielt auch die Werkstatt Stage, kuratiert vom Hospiz Kollektiv, ebenso wie die Italo-Disco- und Trash-Party im Backstage. Für Entschleunigung und Rückzug sorgte die liebevoll gestaltete Ruheoase des sonder kollektivs, während das Glücksrad und weitere Interventionen für spielerische Akzente im gesamten Areal sorgten.
BASIS Vinschgau Venosta bedankt sich bei allen Besucher:innen, Künstler:innen, Kollektiven, Helfer:innen und Partner:innen, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben. Das Back 2 Basics Festival 2025 hat erneut gezeigt, wie wichtig Orte für Nachtkultur, Begegnung und gemeinsames Erleben für den Vinschgau sind.

Bauen ist mehr als Beton

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?
Unsere Tage starten meist im Büro mit Mails, Telefonaten und viel Organisation. Dazu kommen Bausitzungen und Besprechungen – kein Tag gleicht dem anderen. Langweilig wird es nie, weil man ständig auf neue Aufgaben reagieren muss.

Was ist die wichtigste Eigenschaft, um erfolgreich zu sein.
Entscheidungsstärke, Lernbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit sind ausschlaggebend für den Erfolg. Gerade im Bau müssen täglich Entscheidungen getroffen werden – wer klar kommuniziert, bereit ist dazuzulernen und auf die Projektbeteiligten eingeht, führt Bauten erfolgreich zum Ziel.

Wenn man als Jungunternehmer in die Fußstapfen tritt, wie schafft man es den eigenen Weg zu gehen?
Am Anfang ist es wichtig, die bestehenden Abläufe kennenzulernen. Nur so kann man Schritt für Schritt eigene Ideen und das Wissen aus dem Studium einbringen. Unser Vater war dabei immer offen für Veränderungen und hat uns von Anfang an unterstützt. Diese Mischung aus Erfahrung, Vertrauen und neuen Impulsen macht es möglich, den eigenen Weg zu gehen, ohne Bewährtes aus den Augen zu verlieren.

Was ist das Spannendste, was gefällt euch als Jungunternehmer in eurer Position?
Besonders spannend ist der Moment, wenn man ein großes Angebot abgegeben hat und auf das Ergebnis wartet. Genauso gefällt uns, dass wir viele Entscheidungen selbst treffen können. Und am schönsten ist es, nach Abschluss eines Bauvorhabens auf das Ergebnis zu schauen und stolz sagen zu können: Das haben wir umgesetzt.

Wie wichtig sind euch eure Mitarbeiter?
Unsere Mitarbeiter sind für uns extrem wichtig. Wir sind stolz auf unser Team, denn jeder Einzelne bringt sein Wissen und seine Erfahrung ein, um am Ende die „Baumänner“ zu bilden. Uns ist wichtig, fair miteinander umzugehen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen – denn am Ende steht und fällt alles mit den Menschen, die täglich auf der Baustelle, im Baumarkt und im Büro ihr Bestes geben.

Welches der realisierten Projekte macht euch besonders stolz?
Besonders stolz sind wir auf zwei Projekte, die wir von der Angebotsphase bis zur schlüsselfertigen Übergabe begleitet haben. Zum einen der Neubau der Wohnanlage „Residence Elisabeth“ mit 23 Wohnungen in Galsaun, zum anderen die Sanierung von 36 bewohnten WOBI-Wohnungen in Meran. Beide Projekte waren anspruchsvoll und können sich nach der Fertigstellung wirklich sehen lassen. Umso mehr freut uns der positive Zuspruch der Beteiligten und auch von Außenstehenden.

Öffentlicher Bau versus privater Bau: Wo seht ihr jeweils die Vor- wo die Nachteile?
Beide Bereiche haben ihren Reiz, aber auch ihre Herausforderungen. Im privaten Bau sind die Wege kürzer und Entscheidungen fallen meist schneller, jedoch kommt es öfter zu kurzfristigen Planänderungen, auf die man reagieren muss. Im öffentlichen Bau sind Abläufe und Vorgaben klar geregelt, was Sicherheit gibt – gleichzeitig braucht es mehr Geduld und einen höheren Verwaltungsaufwand. In den letzten Jahren haben wir uns verstärkt auf öffentliche Aufträge spezialisiert und sind somit für die bürokratischen Vorgaben bestens gerüstet.

Was ist euer Zuruf an die Politik? Was ist gut? Was muss sich ändern?
Unser Zuruf an die Politik ist klar: weniger Bürokratie und wieder leistbares Wohnen. Es gibt bereits gute Ansätze und Modelle für leistbaren Wohnraum – jetzt geht es darum, diese konsequent und praxisnah umzusetzen. Aus unserer Sicht liegt das Problem darin, dass die reinen Baukosten heute oft nicht einmal zwei Drittel der gesamten Projektentwicklung ausmachen. Hohe Abgaben, immer strengere Vorschriften und Dokumentation sowie zunehmend komplexe und zeitintensive Planungen treiben die Kosten massiv in die Höhe.
Was es braucht, sind mehr Baurechte für Wohnungen und schlankere Prozesse. Wenn mehr Wohnraum entstehen kann, wirkt sich das langfristig auch positiv auf die Preise aus.

 

s18 baumaennerValerian Linser,
Jg. 1998

Lenard Linser,
Jg. 2000

Die Baumänner GmbH ist ein seit 60 Jahren bestehendes Bauunternehmen mit Sitz in Kastelbell-Tschars. Neben der Umsetzung von Hochbauprojekten betreibt das Unternehmen auch einen Baumarkt sowie einen Baustoffhandel.


Valerian Linser absolvierte die TFO Meran mit Schwerpunkt Bauwesen und schloss anschließend das Bachelorstudium Wirtschaftsingenieurwesen Bau ab. Seit 2019 ist er im Betrieb tätig und übernimmt die Bauleitung der Neubauprojekte, wozu auch die Koordination von Subunternehmern und Lieferanten gehört. Valerian ist außerdem verantwortlich für die Kostenkontrolle und Nachkalkulation sowie die Sicherheits- und Qualitätsdokumentation.

Lenard Linser besuchte ebenfalls die TFO Meran in der Fachrichtung Bauwesen und schloss das Bachelorstudium Wirtschaftsingenieurwesen Bau ab. Seit 2021 ist er im Unternehmen tätig und leitet vor allem Sanierungsprojekte. Sein Tätigkeitsbereich umfasst die Organisation und Steuerung der Subunternehmern und Lieferanten sowie die Verantwortung für Ausschreibungen und die Erstellung der Angebotskalkulationen.

Besonderes Aufeinandertreffen in Wien

  • Dachzeile: Vinschgau/Wien
  • Weitere Fotos - 1: die Abordnung der Schützenkopanie Schlanders

Der Schützenbezirk Vinschgau hat heuer die Wienfahrt zum Tiroler Ball im Wiener Rathaus organisiert. Neben anderen Delegationen war eine Abordnung der Schützenkompanie Schlanders unter Hauptmann Joachim Frank mit 14 Schützen und Marketenderinnen mit dabei. Im Rahmen des Tiroler Balles 2026 im Wiener Rathaus kam es dann auch zu einem besonderen Aufeinandertreffen. Der Ehrenhauptmann der Schützenkompanie Schlanders, Karl Pfitscher, begegnete dem Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle, mit dem er bereits schon eine lange Freundschaft pflegt. Der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle hatte zu einem Empfang Tiroler Studentinnen und Studenten eingeladen, um mit ihnen über ihre Anliegen zu sprechen.
Bei den Reden von Politikern, Vertretern des Tiroler Bundes Wien und der Studenten kam auch Ehrenhauptmann Pfitscher von der Schützenkompanie Schlanders zu Wort. Er hat sich dabei beim Land Tirol und beim Vaterland Österreich für die Begünstigungen für die Studenten und Studentinnen Südtirols, die bei ihrer Ausbildung in Innsbruck, sowie anderen Universitäten in Österreich seit Jahrzehnten gewährt werden, bedankt.
Dies sei nicht selbstverständlich, aber sehr wichtig für die deutschsprachigen Jugendlichen Südtirols. Dieser Dank und das Vergelt’s Gott wurde von Seiten der Tiroler gerne zur Kenntnis genommen, da man dies von Seiten der Südtiroler nicht so oft hört, wie man in der anschließenden Diskussion auch hörte.

Bildungsausschuss: Buntes Programm

  • Dachzeile: Schlanders/Jahresversammlung

Bei der Jahresversammlung vom Bildungsausschuss Schlanders am 13. Jänner konnte die Präsidentin Gudrun Warger im Landhotel Anna neben den Vorstandsmitgliedern auch mehrere Vertreter:innen der verschiedenen Vereine, Verbände und Institutionen begrüßen. Anwesend waren die Kulturreferentin Kunhilde von Marsoner, die ehemalige Kulturreferentin Monika Wielander und Ludwig Fabi, der Koordinator der Bezirksservicestelle Vinschgau, außerdem u.a. auch Vertreter vom Circolo culturale Val Venosta, der italienischen Bildungseinrichtung UPAD, Vertreterinnen vom KVW, der Bäuerinnen, vom Elki, der Schlanderser Tafel, der Bibliothek, vom Familienverband, dem Jugenddienst und den KVW-Senioren. Gudrun Warger und andere Vorstandsmitglieder berichteten über die umfangreichen Tätigkeiten im letzten Jahr und die Vorhaben in diesem Jahr, welche vielfach in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen durchgeführt werden. Im April wurde eine Kulturfahrt nach Saló und Gardone organisiert, im Mai gab es den Pflanzentauschmarkt und eine Vogelstimmenwanderung mit Hansjörg Götsch und im Juni eine ornithologische Wanderung am Sonnenberg. Im Ex-Avimundus wurde wiederum eine Ausstellung von Freizeitkünstlern präsentiert. Bereits zum 6. Mal wurde zusammen mit anderen Vereinen der „Märchenherbst“ durchgeführt. Anfang November beteiligte sich der BA am Filmabend „Die Nacht der Naturbilder“ in der Basis Vinschgau. Zusammen mit dem KVW wurde im Dezember die Buchvorstellung „Endometriose-Sprechstunde“ organisiert. Im Jahr 2026 wird das 40-jährige Bestehen des Bildungsausschusses gefeiert. Dazu gibt es am 5. Juni im Kulturhaus eine Feier. Ende Februar findet wiederum die Hobbyausstellung statt und Mitte Mai wird eine 3-tägige Fahrt nach Triest angeboten. Das Sprachencafé wird weitergeführt. Neben Deutsch, Italienisch und Englisch, wird auch Vinschger Dialekt und Spanisch angeboten. Am Ende der Berichte informierten einzelne Vereine über ihre Vorhaben und die Kulturreferentin Kunhilde von Marsoner bedankte sich bei allen für die wertvollen Arbeiten. (hzg)

Brigitte Dietl – Meine Bilder

  • Dachzeile: Schlanders/Schaufenster #26
  • Weitere Fotos - 1: Bilder von Brigitte Dietl, ausgestellt im Schaufenster von Basis Vinschgau.

Im kleinen, heimeligen Atelier, dem Schaufenster von Basis Vinschgau in der Fußgängerzone in Schlanders, gibt es jeden Monat eine neue Ausstellung. Bekannte und unbekannte Künstler, Hobbykünstler und kreative Personen, können drei Wochen lang ihre Arbeiten präsentieren. Vom 8. bis 29. November stellt Brigitte Dietl, aufgewachsen in Göflan und Bozen, nun wohnhaft in Meran, ihre Bilder aus. Seit 2009 besucht die ehemalige Kindergärtnerin verschiedene Mal- Töpfer- und Zeichenkurse. Intensiv beschäftigte sie sich mit Aquarell-, Acryl- und Aktmalerei. Von 2009 bis 2016 war Brigitte Dietl die Obfrau des Vereins der Südtiroler Freizeitmaler im Burggrafenamt und 2016 gründete sie zusammen mit Waltraud Hochgruber den Kunstwerkladen - Haus Nr. 13 im Steinachviertel, dem ältesten Stadtteil von Meran. Seit 2010 beteiligt sie sich an Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Südtirol, u.a. in der Tschenglsburg, in der Bibliothek Schlandersburg und beim Weihnachtsmarkt „Lametta“ im Steghof in Naturns. Die Ausstellung im Schaufenster der Basis ist die erste Einzelausstellung im Vinschgau. Unter dem Titel „Meine Bilder“ werden ausdrucksstarke Bilder in abstrakter Malerei, verschiedene Köpfe in schwarz/weiß, bunte Männchen mit schwarz/weißen Köpfen und Arbeiten auf Marmorsand gezeigt. (hzg)

Öffnungszeiten: jeden Donnerstag 9 – 12 Uhr + 15 – 17 Uhr, jeden Freitag und Samstag 10 – 14 Uhr

Bunter Märchenherbst in Schlanders

  • Dachzeile: Schlanders
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Auch heuer fand Anfang November in Schlanders der Märchenherbst „Schlanders erzählt…; Silandro racconta…“, ein Projekt des Bildungsausschusses in Zusammenarbeit mit Mittelpunktbibliothek Schlandersburg, Kulturhaus Schlanders, ELKI und VKE statt. Bei der Eröffnung zog „die Goldenen Gans“ durch das Dorf und ließ sich im Kulturhaus nieder, wo der gleichnamige Film gezeigt wurde. Zwei Wochen hindurch konnte Groß und Klein Papier- Figuren- Tisch- Puppen- theater miterleben. Geschichten wurden erwandert, gelesen und erzählt. Beim Abschlussfest in der FUZO lebten alte Handwerke auf, im „Avimundus“ konnten sich alle beim Zuhören aufwärmen, es gab eine Bastel- und Lebkuchenecke. Das Wetter, Musik von „Basui“ und sanfte Räucherdüfte am Dorfplatz trugen zur harmonischen, märchenhaften Stimmung der Veranstaltung bei. (chw)

Cäcilienfeier der Musikkapelle Martell

  • Dachzeile: Martell

Ende November gestaltete die Musikkapelle Martell zu Ehren der Schutzpatronin Cäcilia feierlich den Gottesdienst und hielt ihre traditionelle Cäcilienfeier ab.
Die Mitglieder der Kapelle umrahmten die von Hochwürden Johann Lanbacher zelebrierte Messfeier in der Pfarrkirche musikalisch und setzten dabei besondere Akzente. Ein Höhepunkt war dabei das Abschlusslied „Gabriellas Song“, wo Nadya Fleischmann mit ihrer Stimme die Klänge der Musikantinnen und Musikanten umrahmte.
Im Anschluss an den Gottesdienst ging es für die Musikantinnen und Musikanten und deren Familien zu einem gemeinsamen Aperitif ins Bürgerhaus, bevor die Feierlichkeiten traditionsgemäß im Hotel Waldheim fortgeführt wurden.
Im Rahmen der Feier wurden Mitglieder für ihre Verdienste und ihre langjährige Treue zur Musikkapelle ausgezeichnet. Diese führte der Obmann Reinhard Tscholl und seine Stellvertreterin Katharina Fleischmann gemeinsam mit Kapellmeister Christian Ratschiller und BM Georg Altstätter durch. Für 15 Jahre Mitgliedschaft erhielt Elias Eberhöfer (Stabführer und Hornist) nachträglich in offiziellem Rahmen das Ehrenzeichen in Bronze. Obmann Reinhard Tscholl wurde für beeindruckende 40 Jahre Mitgliedschaft mit dem Ehrenabzeichen in Gold ausgezeichnet.

Zwei Neuzugänge für die Kapelle
Ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Vorstellung der zwei neuen Mitglieder der Musikkapelle Martell. Lena Schwembacher (Querflöte) und Roberto D’Agostino (Schlagzeug) wurden herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen.
Kapellmeister Christian Ratschiller hob in seinen Worten den Wert des gemeinsamen Musizierens hervor: „Jede und jeder Einzelne trägt dazu bei, dass unsere Marteller Musi lebt und wächst. Die Freude an der Musik und der Zusammenhalt in unseren Reihen sind das, was uns stark macht. Dafür möchte ich allen herzlich danken.“
Auch Bürgermeister Georg Altstätter würdigte das Engagement der Musikkapelle: „Die Musikkapelle ist ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen Lebens in Martell. Es erfüllt mich mit Stolz zu sehen, wie viel Einsatz hier geleistet wird. Danke, dass ihr unsere Gemeinde mit Eurer Musik bereichert und zusammenhaltet.“

Cäcilienfeier und Kirchenkonzert: Musikkapelle Laatsch beschließt Jubeljahr

  • Dachzeile: Laatsch
  • Weitere Fotos - 1: Ehrungen Musikkapelle

Mit einem feierlichen Kirchenkonzert am 8. November setzte die Musikkapelle Laatsch den musikalischen Schlusspunkt unter ihr Jubiläumsjahr zum 25-jährigen Bestehen. Bereits im Juni hatte das Festkonzert den Auftakt gebildet, gefolgt von den Jubiläumsfeierlichkeiten mit Sommerfest im August. Das Abschlusskonzert in der Pfarrkirche wurde von Abt Philipp Kuschmann von Marienberg moderiert. Die musikalischen Beiträge der Kapelle erfüllten den Kirchenraum und ließen das Jubiläumsjahr in festlicher Atmosphäre ausklingen.
Am Cäciliensonntag, dem 23. November, gestaltete die Musikkapelle gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Lucius die heilige Messe, die von Dekan Stefan Hainz zelebriert wurde. Am Ende des Gottesdienstes wurden verdiente Chormitglieder geehrt: Sieglinde Rauner-Habicher (40 Jahre), Christina Adam-Paulmichl (35 Jahre), Werner Brunner (20 Jahre), Hubert Rauner (20 Jahre) und Oswald Wallnöfer (20 Jahre). Dekan Hainz dankte dem Kirchenchor unter der Leitung von Chorleiter und Organist Franz Josef Paulmichl sowie der Musikkapelle mit Kapellmeister Werner Brunner und Obmann Andreas Paulmichl für ihre Tätigkeit während des gesamten Jahres. Im Anschluss an die Messfeier begaben sich Musikantinnen und Musikanten zusammen mit Ehrengästen und Familienangehörigen in das Mehrzweckgebäude, wo ein üppiges Mittagessen wartete. Obmann Andreas Paulmichl blickte auf das vergangene Jahr zurück und bedankte sich bei allen Musikantinnen und Musikanten sowie deren Familien, bei Kapellmeister Werner Brunner und den Ausschussmitgliedern für ihren Einsatz und ihr Engagement im vergangenen Jahr. Ein besonderer Höhepunkt des Festtages war die Ehrung langjähriger Mitglieder: Monika Blaas, Rudolf Blaas, Albert Pegger, Lukas Tedoldi und Andreas Paulmichl wurden für ihre 25-jährige Mitgliedschaft mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Für die Musikkapelle Laatsch ging mit der Cäcilienfeier ein besonderes Jahr zu Ende.

Coira Rock in Schluderns begeistert

  • Dachzeile: Schluderns
  • Weitere Fotos - 1:

Die zweite Ausgabe des Coira Rock Konzertes Endes des Jahres 2025 im Kulturhaus von Schluderns war wiederum ein voller Erfolg. Die Veranstaltung ging reibungslos über die Bühne. Das Organisationsteam von Coir Rock und des Jugendhauses Phönix konnten sich über einen vollbesetzten Saal mit rund 250 Gästen aus dem ganzen Vinschgau und darüber hinaus freuen. Die Gäste genossen mehrere Stunden lang die fulminanten Auftritte der sieben Bands aus verschiedenen Rock-Genres und waren begeistert.
Zur Eröffnung spielten die Sisters Of Sound (Evergreens, Vinschgau). Es folgten Royal Breasts (Alternative Rock, Südtirol), Stubm Punks (Punk, Südtirol), Chaos Junkies (Punk, Südtirol), Circus Bizzarre (Melodic Metal, Innsbruck), Noréan (Südtirol) und Papercut (Linkin Park Tribute Band, Italien). Papercut zogen mit Linkin Park Cover Liedern die Menge vor die Bühne. Das OK-Team freut sich, dass es wiederum gelungen ist, Live Rock-Musik in den oberen Vinschgau zu holen. Und die vielen vorwiegend jungen Musikliebhaberinnen und Musikliebhabern danken es ihnen. Denn die Gelegenheit zum Feiern ist im Vinschgau rar.
Ein herzlicher Dank der Organisatoren geht an alle freiwilligen Helfer und den Sponsoren, ohne die das Festival nicht möglich gewesen wäre. Die dritte Ausgabe von Coira Rock im November 2026 bereits in Planung. (mds)

 

https://coira-rock.org/
Sponsoren: https://coira-rock.org/sponsoren-25/

Das Schlinigtal und Skitouring von der Sesvennahütte zum Schadler

  • Dachzeile: Winterwanderung | Ferienregion Reschensee
  • Weitere Fotos - 1: Foto: Thomas Herdieckerhoff
  • Weitere Fotos - 2: ©lifted-prod
  • Weitere Fotos - 3: Foto: Sesvennahütte
  • Weitere Fotos - 4: Foto: Benjamin Pfitscher

Das idyllische Bergdorf Schlinig liegt auf 1.700 m im oberen Vinschgau, nahe der Schweizer Grenze. Umgeben von weiten Almwiesen und der eindrucksvollen Bergwelt der Sesvennagruppe ist Schlinig ein ruhiger und ursprünglicher Ausgangspunkt für Wander- und Skitouren.
Der Ort ist ein wahres Paradies für Langlaufbegeisterte. Die bestens präparierten Loipen führen durch die beeindruckende Winterlandschaft des oberen Vinschgaus – sonnig, schneesicher und herrlich ruhig.

Ein beliebtes Ziel ist die urige Schliniger Alm, die mit regionalen Köstlichkeiten und gemütlicher Atmosphäre zur wohlverdienten Einkehr einlädt. Noch weiter hinein in die faszinierende Bergwelt führt der Weg zur neu umgebauten Sesvennahütte. Sie verbindet modernen Komfort mit alpinem Charme und ist perfekter Ausgangspunkt für Winterwanderungen, Skitouren oder einfach zum Genießen der beeindruckenden Ruhe. Die Hütte bietet gemütliche Mehrbettzimmer, eine großzügige Sonnenterrasse mit beeindruckendem Panoramablick sowie regionale Südtiroler Spezialitäten. Sie ist ein idealer Stützpunkt für Mehrtagestouren und Gipfelziele in der Umgebung

Für Skitourengeher ist der Schadler ein Highlight. Die Tour startet an der Sesvennahütte und führt zunächst westwärts an der Materialseilbahn vorbei zu einem kurzen Steilhang, der zu einer Einsattelung hinaufführt. Über weite Hochtäler und offene Becken zieht die Route in einem großen Linksbogen zur markanten Felsformation nordwestlich des Föllakopf. Anschließend steigt der Weg südwärts zur Fuorcla Sesvenna (Sesvennascharte, 2.824 m). Von dort geht es rechts haltend nordwärts dem breiten Südrücken folgend, in langen, gleichmäßigen Kehren bis zum höchsten Punkt des Schadlers, der mit einem Steinmann markiert ist.

Die Abfahrt erfolgt entlang der Aufstiegsroute. Vom Gipfel des Schadlers eröffnet sich ein beeindruckender Rundblick auf die umliegenden Gipfel, allen voran den markanten Piz Sesvenna, und die gesamte Hochgebirgslandschaft der Sesvennagruppe. Die Tour umfasst insgesamt etwa 1.400 Höhenmeter bei einer Gesamtstrecke von rund 8 Kilometern (Hin- und Rückweg). Für den Aufstieg sollten etwa 2,5 bis 3 Stunden eingeplant werden, die gesamte Gehzeit inklusive Abfahrt beziehungsweise Abstieg beträgt rund 4 Stunden.

Auch im Sommer hat das Schlinigtal einiges zu bieten. Von gemütlichen Spaziergängen entlang der Almwege bis zu anspruchsvollen Touren in die Sesvennagruppe ist für jeden etwas dabei. Die Sesvennahütte lädt dabei zu einer Pause mit regionalen Spezialitäten ein und ist der perfekte Rückzugsort für eine Übernachtung mitten in der alpinen Natur.

 

Infos AVS Schutzhütte Sesvenna:
Tel. +39 348 2113562

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Die Sesvennahütte bleibt voraussichtlich noch bis zum 12. April geöffnet.
Mit dem 13. Juni startet die Hütte in die Sommersaison, die aller Voraussicht nach bis zum 18. Oktober andauern wird.

 

Ferienregion
Reschensee
T +39 0473 310 600
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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Der Erste Weltkrieg in Alltagserfahrungen

  • Dachzeile: Schlanders/Bibliothek

Wie war das Alltagsleben der Menschen während der Zeit des Ersten Weltkrieges? Mit dieser Frage beschäftigte sich Rafael Micheli aus Schlanders in seiner Masterarbeit, welche er an der Universität Innsbruck einreichte. Als zentrale Quelle diente die bislang unveröffentlichte Kriegschronik von Peter Gamper (1868-1956), Oberleutnant im Standschützenbataillon Schlanders, der von 1914 bis 1918 ein handschriftliches und schwer lesbares Tagebuch führte. Am 18. November stellte Micheli seine Arbeit in der Bibliothek Schlandersburg vor. Er begann mit einem historischen Überblick über den Kriegsausbruch 1914, den Kriegseintritt Italiens am 23. Mai 1915 bis zum Waffenstillstand am 3. November 1918 und den Friedensverträgen von Paris. Micheli betonte, dass es ihm nicht um das Leben an der Kriegsfront geht, sondern um den Alltag im Hinterland, das Leben der Kriegsgefangenen und der Frauen. Die Tagebuchaufzeichnungen sind immer persönliche Sichtweisen. Micheli berichtete über die Forschungsmethode und die Schwierigkeiten beim Transkribieren der Texte. Die Kriegschronik von Gamper besteht aus 150 Seiten. Peter Paul Gamper besuchte 8 Jahre die Volksschule, war Bäckermeister und später Sparkassenbeamter. Er war Mitglied der Feuerwehr und der Schützen und publizierte recht viel. Im Laufe der Tagebucheintragungen hat Micheli bei Gamper drei Perspektivenwechsel festgestellt. Am Anfang herrschte Kriegsbegeisterung, das schlug um in Frust und Kritik und endete schließlich bei Kriegsende in Zukunftsangst. In den Tagebuchaufzeichnungen schrieb Gamper über die schwierige Versorgungslage, die harte Arbeit der Frauen, die Entlausungsanstalt, den Einsatz der russischen Kriegsgefangenen in der Landwirtschaft und beim Bau der Straße ins Martelltal. Er schreibt von einer Meuterei, von Deserteuren, aber auch dass die Kriegsgefangenen Saiteninstrumente spielten und russische Nationaltänze zum Besten gaben. Zu Kriegsende gab es Unsicherheiten, Plünderungen, sowie Mangel an Lebensmitteln und Kleidung und einige uneheliche Kinder russischer Kriegsgefangener. (hzg)

Der Fraueler - eine Rarität

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1:

Die Ernte des Frauelers, eine uralte Rebsorte, bringen am Befehlhof in Vetzan traditionell die Frauen ein. Heuer musste man - wetterbedingt - kurzfristig eine Ausnahme machen. Mit der Rebschere in der Hand, viel gutem Willen und flankiert von Winzerin Magdalena Schuster, die den Laien genaue Anweisungen gab, machte sich heuer am 25. September 2025 eine bunte Schar daran, die Rarität Fraueler zu wimmen. Sorgfältig wurden die Trauben abgeschnitten und selektiert. Nach und nach füllten sich die Kisten.
Eine alte, uralte, Sorte ist der Fraueler, eine echte Rarität, reinsortig am Befehlhof, ein Bio-Weingut, in Vetzan vinifiziert. War der Fraueler früher eine gern angebaute Weinsorte im Vinschgau, darbte er später lange in Vergessenheit, bis Oswald Schuster vor 45 Jahren begann, sich um den Fraueler zu bemühen. Mit Erfolg. Verkauft wird der reinsortige Wein unter dem Namen Jera. „Jera“, sagt Magdalena Schuster, „ist eine solare Rune, welche den Zyklus des Jahres widerspiegelt: entstehen, werden, sein, vergehen.“ Ein Synonym für das Weinjahr. Schuster rechnet, trotz Regens, heuer mit einem spannenden Jahrgang. Das Ergebnis darf in anderthalb Jahren verkostet werden, wenn der Wein auf die Flasche gebracht wird. „Zum Teil wird der Fraueler in Holz ausgebaut und mit einem gewissen Anteil auf Maische vergoren“, erklärt Magdalena Schuster. 3.200 Quadratmeter gehören am Befehlhof dem Fraueler. Rund 2000 Flaschen pro Jahr werden gekeltert. Das neueste Produkt – ein Fraueler-Sekt – kommt erst drei Jahre nach der Ernte auf den Markt.
Und wie schmeckt der Fraueler? Der Fraueler überzeugt in der Nase und im Gaumen mit florealen Noten, Zitrus- und Kräuter-Aromen, geradlinig im Trunk, säurebetont und salzig im Abgang. (ap)

Die Arbeit in der Gärtnerei ist ein cooler Job

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Eine Gärtnerei verbindet man häufig mit Farben und Düften. Kinder fragen oft, was ist deine Lieblingsfarbe und was ist dein Lieblingsduft.
Christoph: Meine Lieblingsfarbe ist tatsächlich Grün. Ich erinnere mich an die Faschingsumzüge in der Grundschule. Da hab ich mich schon als Gärtner verkleidet. Ursprünglich wollte ich immer Konditor werden.


Und dein Lieblingsduft?
Christoph: Die Rose, auch der Lavendel. Die sind sehr aromatisch und der Lavendel hat wohlriechende ätherische Öle.

Was ist dein schulischer Werdegang, deine Ausbildung?
Christoph: Mein Vater Lorenz hat mich in die Produktion bzw. in die Aufzucht von Jungpflanzen eingeführt. Da hab ich schnell gemerkt, dass das nicht mein Bereich war. Ich konnte dann in die Gartengestaltung hineinschnuppern, das hat mir sehr gefallen. Daraufhin besuchte ich die 5-jährige Laimburg, die ich als Gärtnergeselle abgeschlossen habe. Im Betrieb hab’ ich dann einige Maschinen, wie Bagger, Fräsen usw. und einige Kleingeräte angeschafft...

... so etwas ist aus dem Fernsehen „Duell der Gartenprofis“ bekannt...
Christoph: Ja, ich hab mich dann für eine berufliche Weiterbildung entschieden und ich habe in Landshut den Meister in Garten- und Landschaftsbau absolviert. Da war viel Bautechnik, Mauerbau, Pflanzkombinationen usw. in der Ausbildung dabei. Auch Mitarbeiterführung und Betriebsmanagement waren dabei. Im Vinschgau bin ich der einzige, der eine solche Ausbildung hat. Vor zwei Jahren hab ich dann noch den „Green-Keeper“-Meister absolviert, das ist eine Spezialisierung für Golfplätze und Sportplatzpflege.

Ist diese Expertise sehr gefragt?
Christoph: Gemeinden und Vereine, die die Sportplätze betreuen, kommen dafür infrage. Die Rasenpflege ist sehr gefragt, weil das ein Bereich ist, wo sehr viel Fachwissen benötigt ist. Da sind entsprechender Bodenaufbau mit Wasserdurchlässigkeit, spezielle Rasengräser, spezielle Düngung usw. gefragt.

Du kannst aus einem stark beanspruchten sogenannten „Erdäpfelacker“ wieder einen prächtigen Rasen machen?
Christoph: (lacht) So ist es.

In welchem Bereich blühst du auf?
Christoph: Eindeutig bei der Rasenpflege und Sportplatzbau. Wenn Kinder auf einer geschlossenen Grasnarbe spielen können, das macht mir schon Freude. Von den derzeit 12 Mitarbeiter:innen ist einer für Sportplatzpflege beschäftigt. Der Garten- und Landschaftsbau und die Rasenpflege sind meine Bereiche im elterlichen Betrieb.

Ein Tipp für die Jugend in Richtung Gärtnerei?
Christoph: Man sieht, wie Pflanzen von klein auf wachsen. Wie sich Gärten entwickeln, vom Setzen kleiner Pflanzen bis hin zu einem wunderschönen Blühgarten nach drei Jahren, das ist schon faszinierend. Die Rückmeldung meiner Mitarbeiter: Sie kommen in einen Garten voller Chaos und nach einer Woche Arbeit herrscht wieder Freiraum und sogar ein prächtiger Garten ist entstanden. Wenn ein Projekt bei der Gartengestaltung abgeschlossen wird, herrscht eine Art Wow-Effekt. Deshalb ist die Arbeit in einer Gärtnerei ein cooler Job.

 

 

Christoph Rinner,
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arbeitet seit 10 Jahren im elterlichen Betrieb Gärtnerei Rinner in Latsch, absolvierte die Laimburg bis zum Gärtnereigesellen, machte den Meister in Garten- und Landschaftsbau in Landshut und seit zwei Jahren ist Christoph Rinner Meister als „Green-Keeper“ also spezialisiert auf Golfplätze und Sportplatzpflege.

In der Gärtnerei Rinner ist Christoph seit 2018 für die Kundenbetreuung, für die Projekt-Planung, für die Ausführung und Betreuung der Projekte zuständig.

Das Büro betreut Vater Lorenz Rinner, der die Gärtnerei Rinner vor 36 Jahren gegründet hat. „Wir sind ein junges Team“, sagt Christoph, „von den 12 Mitarbeiter:innen sind drei Frauen und 10 Mitarbeiter sind unter 35 Jahre.“

Die Furkelhütte in Trafoi – für die ganze Familie

  • Dachzeile: Winterwanderung | Ferienregion Ortler
  • Weitere Fotos - 1: Foto: Benjamin Pfitscher
  • Weitere Fotos - 2: Foto: Malthe Wöhler
  • Weitere Fotos - 3: Foto: Malthe Wöhler
  • Weitere Fotos - 4: Foto: Malthe Wöhler

Heute stellen wir euch die vielen Möglichkeiten vor, wie ihr die Furkelhütte erreichen könnt – ein Ort, an dem sich die ganze Familie trifft und jeder auf seine Art den Winter in den Bergen genießen kann. Ob gemütlich, sportlich oder genussvoll: Die Furkelhütte auf 2.153 m oberhalb von Trafoi bietet für jeden das passende Wintererlebnis.
Wer es bequem mag, startet direkt im Dorfzentrum von Trafoi und nimmt den Sessellift hinauf. In wenigen Minuten steht man auf der Bergstation und wird von einem atemberaubenden Blick auf das Ortlermassiv begrüßt. Besonders Familien mit Kindern oder Gäste, die einfach nur die winterliche Bergwelt genießen möchten, wissen diese Variante zu schätzen. Raus aus dem Sessellift und schon ist man auf der Hütte – perfekt für eine kurze Auszeit oder einen Kaffee mit Apfelstrudel in der Sonne.
Für diejenigen, die gerne mit Schneeschuhen unterwegs sind, führt der Winterwanderweg Nr. 17 von Trafoi direkt hinauf. Die Tour dauert etwa zwei Stunden und windet sich durch verschneite Wälder und offene Hänge. Besonders praktisch: Nach dem Aufstieg kann man in der Furkelhütte die kulinarischen Köstlichkeiten genießen und dann bequem mit dem Sessellift zurück ins Tal fahren.
Eine ebenso schöne Alternative ist der Winterwanderweg ab dem Wildgehege Fragges, in Stilfs. Diese Route bietet eine abwechslungsreiche Strecke durch die verschneite Winterlandschaft und ermöglicht zwischendurch immer wieder herrliche Ausblicke auf das Tal und die Berge.
Die Furkelhütte ist auch ein beliebtes Ziel für Ski- und Tourenskifreunde. Ski- und Snowboardfahrer legen hier gerne eine Pause ein, genießen die regionale Küche und die Aussicht, bevor sie wieder ins Tal zurückfahren. Auch für Tourengeher ist die Furkelhütte ein lohnendes Winterziel: Das Panorama, die klare Bergluft und die ruhige, verschneite Umgebung belohnen jeden Schritt und machen die Einkehr zu einem besonderen Erlebnis.
Ob gemütlich, sportlich oder genussvoll – die Furkelhütte verbindet verschiedene Winteraktivitäten für die ganze Familie und ist damit ein echter Geheimtipp im Ortlergebiet. Nach der Ankunft laden die sonnige Terrasse und regionale Spezialitäten zum Verweilen ein. Hier trifft man sich gerne – ein Ort, an dem man den Winter in den Bergen von seiner schönsten Seite erlebt.

Fazit: Die Furkelhütte ist nicht nur ein Hüttenziel, sondern ein Ort, an dem Vielfalt aufeinandertrifft: gemütlicher Sessellift, Winterwanderung von Trafoi oder vom Wildgehege Fragges in Stilfs, Schneeschuhspaß oder Skitouren – hier findet jeder sein Winterglück.

 

Infos und Reservierungen:

Furkelhütte
Bis 22.03.2026 geöffnet.
Tel. +39 335 683 0144

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Die Geschichte der heiligen drei Könige

  • Dachzeile: Naturns
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Am 28. Dezember lud das Prokulus Museum in Naturns zu einem besinnlich-heiteren Stelldichein mit der Theologin und Leiterin der Caritas Hospizbewegung Renate Rottensteiner, um einen historisch-kritischen Blick auf die Geschichte der heiligen drei Könige zu werfen. Eine der vielen gotischen Fresken in der St. Prokulus Kirche zeigt die Huldigung der Sterndeuter aus dem Morgenland, welche dem Stern von Bethlehem folgten, um das neugeborene Jesuskind zu ehren und ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenke zu bringen. So ist die Darstellung der heiligen drei Könige im Evangelium nach Matthäus.
Unter dem Titel „Magisch angezogen und hoffnungsvoll unterwegs“ zeigte die Theologin dabei auf, dass es über diese Könige wenig gesichertes Wissen gibt: Weder deren genaue Anzahl, deren Alter noch die Herkunft sind bekannt - tatsächlich wird im Evangelium nicht von Königen, sondern von „magoi“, also Magiern, gesprochen. Dennoch sind sie wesentlicher Bestandteil in der Erzählung über die Geburtsgeschichte von Jesus und beinhalten auch für die moderne Zeit aktuelle Themen, durch welche der heutige Zuhörer direkt angesprochen wird. Dies vor allem durch den politischen und sozialen Ansatz: Die heiligen drei Könige waren die ersten Nicht- Juden (Heiden) und zudem Fremde aus einem anderen Land (Ausländer), die Jesus huldigten und die Ankunft des Messias früher erkannten als die religiösen Führer in Jerusalem. Somit sind die heiligen drei Könige nicht nur ein traditioneller religiöser Brauch, sondern beinhalten eine sehr aktuelle und gesellschaftlich relevante Botschaft. Sie symbolisieren eine Welt, die gemeinsam auf das Licht, den Stern, schaut, ungeachtet von Hautfarbe, Kultur oder Religion. Damit liegt es an uns, die Geschichte als eine Einladung zu sehen, über die Grenzen hinauszublicken, Vorurteile abzulegen und die Vielfalt der Welt zu feiern.
Musikalisch umrahmt wurde der Vortrag vom Flötenensemble der Musikschule Naturns unter der Leitung von Sibylle Pichler.
Anna Pfitscher

Die Obere Stilfser Alm: Höhenluft und Gaumenfreuden

  • Dachzeile: Wandertour - Stilfs
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Einmalige Lage und atemberaubende Ausblicke
Die Obere Stilfser Alm befindet sich auf 2.077 Metern Höhe, hoch über dem Bergdorf Stilfs. Von hier aus eröffnet sich ein spektakulärer Blick auf den majestätischen Ortler und die umliegende Bergwelt. Diese beeindruckende Kulisse zieht Naturliebhaber und Wanderer gleichermaßen in ihren Bann und sorgt für unvergessliche Erlebnisse in der Natur.

Kulinarische Höhepunkte
Die Alm ist nicht nur ein Paradies für Wanderfreunde, sondern auch ein kulinarisches Highlight. In der Küche werden Südtiroler Spezialitäten aller Art zubereitet, die den Gaumen verwöhnen.

Bequeme Erreichbarkeit
Die Obere Stilfser Alm ist bequem über den Wanderweg Nr. 2 vom Wildgehege Fragges oder über den Weg Nr. 4 vom Sessellift Trafoi in etwa 1,5 bis 2 Stunden zu erreichen. Die gut markierten Pfade sind für Wanderer aller Erfahrungsstufen zugänglich.
Alternativ kann die Alm über die Forststraße ab den Platzhöfen in etwa 2 Stunden Gehzeit erreicht werden, was diesen Weg ideal für Familien mit Kinderwagen macht.

Ausgangspunkt für Abenteuer
Von der Oberen Stilfser Alm aus starten zahlreiche Wanderungen und Gipfeltouren, darunter die beliebte Route zum Piz Chavalatsch. Die Wanderwege bieten nicht nur spektakuläre Ausblicke, sondern auch die Möglichkeit, die unberührte Natur des Nationalparks Stilfserjoch zu erleben.

Würzig & Herzhaft – Eine Genuss-reise auf der Alm
In den Herbstmonaten lädt die Obere Stilfser Alm zu einer kulinarischen Genussreise ein, die Feinschmecker begeistert. Zwischen den bunten Farben der herbstlichen Natur und der frischen Bergluft können Besucher eine Vielzahl köstlicher Almspezialtäten genießen.
Almwirtin Tabea verwöhnt von 4. September bis 16. Oktober 2025 jeden Donnerstag um 15:00 Uhr mit einer Verkostung von Käsespezialitäten und Gaumenfreuden aus der hauseigenen Räucherkammer. Der Aufstieg zur Alm kann eigenständig über Weg Nr. 2 in etwa 1,5 Stunden vom Wildgehege in Fragges gemeistert werden.

 

Infos und Anmeldung:

Tourismusbüro in Sulden
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+39 0473 613015

Die Rettung des Föllakopfsees in Schlinig

  • Dachzeile: Schlinig
  • Weitere Fotos - 1: Arbeitspause im „Strandkorb“: v. l. Jannick Patscheider und Björn Angerer
  • Weitere Fotos - 2: Dietmar Bernhart bei der Abdichtung des Abflusslecks
  • Weitere Fotos - 3: So groß ist der Trichter, durch den das Seewasser abfließt.

Seit rund zwei Jahren beobachtet die „Föllakopfgruppe“, wie der Bergsee unter dem Föllakopf (2.878 m) im hinteren Schlinigtal immer kleiner und kleiner wird. „Der rinnt aus!“, sagen die jungen Schliniger. Das wollten sie so nicht hinnehmen, wie dieses hochalpine Kleinod, auf einer Höhe von 2.636 Meter gelegen, verloren zu gehen droht. Genauere Untersuchungen und Beobachtungen haben ergeben, dass der See inzwischen rund zwei Drittel der Wassermenge und die Hälfte der Wasserfläche verloren hat. Mehrere Sekundenliter sind seit einiger Zeit ungehemmt abgeflossen. Am Seeufer fanden die besorgten Schliniger Männer zwei Stellen, an denen sich das Seewasser im losen Gelände kanalartige Vertiefungen gefressen hatte. Im Geröll des Bergfußes ist es dann verschwunden. Weiter unten im Berggelände trat es als Quelle wieder an die Oberfläche.
Auf Initiative von Dietmar Bernhart bildete sich zur Rettung des Föllakopfsees eine Gruppe von jungen Burschen. Sie fuhren mit dem Traktor von Michael Moriggl zur Sesvennahütte (2.256 m) und stiegen von dort zum See auf. Material und Gerätschaften konnten auf Vermittlung der Fraktionsvorstehers Erwin Saurer mit einem Hubschrauber von Air Service Sterzing zum See hinaufgeflogen werden, begleitet vom ortskundigen Egon Bernhart. Hilfen kamen vom Landschaftsfonds im Landesamt für Raum und Landschaft (Barbara Prugger). Die Initiatoren gingen daran, nach Wegen zu suchen, um das große Leck am Seeufer abzudichten. Zehn Männer arbeiteten einen ganzen Tag lang mit Pickel, Schaufel und Schubkarren. Sie karrten vom Seeufer lehmiges Material, Schotter und Sand heran und trugen Steine herbei. Nur mit Mühe ist es gelungen, gegen den Sog des Wassers die Abflusstrichter zu schließen.
Nach Abschluss der Abdichtungsarbeiten sind am Seeufer Marchsteine gesetzt worden, um daran das Steigen des Wasserpegels messen zu können. Der See bleibt nun länger unter Beobachtung. Erst im kommenden Jahr wird dann feststehen, ob und wie die Rettungsaktion in diesem sehr labilen Gelände längerfristig erfolgreich ist.
Herbert Raffeiner

Die übermäßige Bürokratie erschwert den Arbeitsalltag oft unnötig

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Welche Fähigkeiten zeichnen einen Maler und Lackierer aus?
Matthias Wieser: Ein Maler und Lackierer zeichnet sich durch handwerkliches Geschick, ein gutes Farbgefühl sowie sauberes und präzises Arbeiten aus.

Was gefält Ihnen an Ihrem Beruf am besten?
Matthias Wieser: Am Ende eines Arbeitstages zu sehen, was ich mit meinen eigenen Händen gestaltet habe, motiviert mich immer wieder aufs Neue. Ich mag die Kombination aus handwerklicher Präzision und kreativen Aufgaben. Besonders gerne arbeite ich mit Farben und unterschiedlichen Materialien, denn damit kann ich Räumen und Oberflächen eine ganz eigene Wirkung verleihen. Zudem ist mein Beruf sehr abwechslungsreich. Jede Baustelle, jeder Auftrag und jeder Tag bring neue Herausforderungen mit sich. Und nicht zuletzt schätze ich den direkten Kontakt zu den Kunden.

Maler Wieser ist eine Traditionsunternehmen mit über 50 Jahren Erfahrung. Wie verbindet man Tradition mit Innovation?
Matthias: Wir verbinden unsere langjährige handwerkliche Erfahrung mit modernen Techniken, hochwertigen Materialien und innovativen Gestaltungslösungen. Das Tätigkeitgebiet eines Malers umfasst heute zahlreiche unterschiedliche Bereiche, darunter Trockenbau, Harzbeschichtungen, Industriebetonböden schleifen sowie dekorative Spachteltechniken.

Ein Projekt, auf das Sie besonders stolz sind?
Matthias Wieser: Ein Projekt auf das ich besonders stolz bin, ist die Arbeit für den Firmensitz-BSV. Dieses Vorhaben war eine echte Herausforderung. Wir haben den gesamten Industriebetonboden der Ausstellung- rund 1.400m²- geschliffen, poliert und anschließend versiegelt. Zusätzlich wurden die Betonfertigteile mit speziellen Silikat-Lasur lasiert, was eine besonders sorgfältige Ausführung erfordert. Auch die Spachtelarbeiten an den Mikrozementböden verlangten viel Präzision. Die Kombination aus dem großen Umfang, den unterschiedlichen Materialien und den hohen Qualitätsanforderungen machte dieses Projekt für mich zu einem echten Highlight meiner bisherigen Arbeit.

Was sind die größten Hindernisse für einen Jungunternehmer?
Matthias Wieser:Zu den größten Hindernissen zählt für mich vor allem die übermäßige Bürokratie, die den Arbeitsalltag oft unnötig erschwert. Am meisten ärgert mich, dass dadurch wertvolle Zeit verloren geht, die ich lieber in meine Kunden und mein Handwerk investieren würde.

Wie haben Sie den Generationenwechsel in Ihrem Betrieb gemeistert?
Matthias Wieser: Der Generationenwechsel verlief bei uns reibungslos, weil mein Vater und ich eng zusammenarbeiten. Er begleitet den Übergang mit seiner Erfahrung und unterstützt mich im Arbeitsalltag. So konnte ich Schritt für Schritt in die neue Verantwortung hineinwachsen.

 

s37 wieserMatthias Wieser,
Jg. 1992

Gründung: Gründung 1965 vom Großvater Walter Wieser

Mitarbeiter: 5

Wann übernommen?
Übernommen 2018 (Umwandlung der OHG Maler Meister Wieser Walter in die Wieser Maler GmbH.)

Ausbildung:
Ausbildung, HOB Schlanders, Malergeselle in Schlanders, Malermeister am WIFI Innsbruck

Ein Dankeschön mit harmonischem Klange

  • Dachzeile: Naturns

Vor kurzem fand im großen Saal des Bürger- und Rathauses von Naturns das vorweihnachtliche Wintersymphoniekonzert des Haydn-Orchesters von Bozen und Trient statt. Geleitet wurde dieses von Nicolò Umberto Foron am Dirigentenpult, als Solistin beeindruckte Mira Marie Foron mit ihrer Violine. Präsentiert wurden zwei der beliebtesten Werke der klassischen Repertoire-Literatur: Tschaikowskys Violinkonzert in D-Dur op. 35 und Beethovens 3. Sinfonie in Es-Dur, op. 55, die Eroica.
Der Einladung von BM Zeno Christanell und Kulturreferent Michael Ganthaler folgten über 200 Musikfreunde, darunter unter anderem Landtagspräsident Arnold Schuler und Landeshauptmann a.D. Luis Durnwalder. Das Publikum wurde zu Beginn von Kulturreferent Ganthaler im Namen der Gemeinde Naturns begrüßt. Er betonte die enge Verbundenheit von Musik, Ehrenamt und Dorfgemeinschaft. „Der Abend würdigt als besonderes Zeichen der Wertschätzung das Engagement der Vereine. Ein ausdrücklicher Dank gilt all jenen, die sich das ganz Jahr ehrenamtlich für die Dorfgemeinschaft einsetzen“, unterstrich Ganthaler.
Zwischen dem ersten und dem zweiten Konzertteil richtete sich Dirigent Foron direkt an das Publikum und schuf so eine Brücke zwischen den beiden Programmabschnitten. Er betonte, dass es das letzte Konzert dieser Tournee und somit ein Höhepunkt für das ganz Orchester sei. „Zudem ist Weihnachten das Fest der Familie, weshalb ich mich umso mehr freue, heute hier gemeinsam mit meiner Schwester auf der Bühne zu stehen“, erklärte Foron.
Ein überraschender Moment, der die Live-Atmosphäre betonte, war als Mira Marie Foron kurzerhand zu einer Violine eines anderen Orchestermitglieds griff, da eine Saite ihres eigenen Instruments durch das intensive Spiel und die „kuschelige Temperatur“ (O-Ton Nicolò Umberto Foron) verstimmt wurde.
Nach Tschaikowskys Violinkonzert mit den spektakulären Soloauftritten von Mira Marie Foron folgte die Eroica von Beethoven. In dessen dritten Satz wollte der Dirigent die Andeutung eines Trunkliedes erkennen, passend dazu überreichte Michael Ganthaler ihm nach dem leidenschaftlichen Schlussstück noch eine Flasche Wein mit den Worten: „Als Dankeschön ein edler Tropfen zum Trunklied.“ Abschließend lud die Musikkapelle Naturns zum gemütlichen Ausklang ein und sammelte dabei Einnahmen für die anstehende Sanierung ihres Probelokals.

Einblicke in die WFO

  • Dachzeile: VINSCHGAU/SCHLANDERS
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An der WFO Schlanders gestalten wir unseren Lernweg gemeinsam: Wir sind aktiv. Wir sind vielfältig. Wir sind stark. Wir sind WFO. So präsentierte sich die Wirtschaftliche Fachoberschule am Tag der offenen Tür am 29. November 2025 jenen, die gekommen waren, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Tourismus und Sport sind die zwei Schwerpunkte aus denen die Mittelschul-Abgängerinnen und Abgänger wählen dürfen. Musik ein weiterer Schwerpunkt am OSZ, dem Oberschulzentrum, auf den die Schulband mit coolen Songs aufmerksam machte. Aushängeschild an der WFO ist und bleibt die ÜFA, die Übungsfirma, wo Betriebsabläufe praxisnah, geübt werden. Überhaupt wird der Austausch mit Unternehmen gesucht und in Betriebspraktika oder Bewerbungstrainings vertieft. Das Interesse an der WFO war da. Schülerinnen und Schüler und deren Eltern nahmen die Führungen der Oberschülerinnen und -schüler gerne an. (ap)

Elektrisch und staufrei nach Innsbruck

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Bei der 25. Jahresversammlung des Vereins Freunde der Eisenbahn waren „Elektrisch und staufrei nach Innsbruck“ die zwei Schwerpunkte
Präsident Walter Weiss konnte bei vollem Saal in Terlan die 25. Jahresversammlung des Vereins Freunde der Eisenbahn eröffnen und viele Ehrengäste begrüßen.
Darauf trug er den Tätigkeitsbericht vor: Bahnhoffeier in Mals, Eisenbahnfahrt mit der Vaca Nonesa, Aussprachen mit Landesrat Alfreider und STA Dir. Dejaco, sowie 20 Jahrfeier Erlebnisbahnhof. Er bedankte sich besonders bei den freiwilligen Helfern. Koordinator wird nun Ferdinand Tavernini an Stelle von Walter Pixner und Sieghard Gamper wird neuer Lokführer.
Amtsdirektor Alexander Alber an Stelle des aus Gesundheitsgründen verhinderten Landesrates Daniel Alfreider informierte über die Neuigkeiten zu folgenden Projekten: Riggertalschleife, Virgeltunnel und Haltestelle St. Jakob. Die Elektrifizierung der Vinschger Bahn gehe in die Endphase. Die neuen Züge werde bereits zwischen Mals und Eyrs getestet. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die neuen Züge von Mals nach Innsbruck mit dem
Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 erfolgen. Vizepräsident Arthur Scheidle gab den Sieger des 14. Wettbewerbes Bahnhof des Jahres bekannt. Die Wahl fiel auf Welsberg. Begründung der Jury: Obwohl der Bahnhof etwas außerhalb des Dorfes liegt, hat er sich zu einer Mobilitätsdrehscheibe entwickelt. Alt – und Neubauten haben ein gutes Zusammenspiel. Leo Lanthaler zeigte den Film: „Iatz fohrmr mitn Zug - Freunde der Eisenbahn“. Klaus Demar stellte seine Vision von einer Zahnradbahn von Bozen auf den Ritten vor und rief zur Unterstützung auf. Jonas Werth stellte die Bahnreise für Mitglieder in das Baltikum (26.4. – 6.5. 2026)vor. Mitfahren noch möglich, Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Hans Zelger ging zum Schluss in seinen Grußworten auch auf die zwei Gleise Bozen – Meran ein. Er betonte, auch Terlan sehe die Notwendigkeit. Es soll aber der Bahnhof in Dorfnähe bleiben.

ELKI Obervinschgau startet nach Sommerpause mit buntem Programm

  • Dachzeile: Obervinschgau
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Mit frischem Schwung öffnet das Eltern-Kind-Zentrum Obervinschgau im Herbst wieder seine Türen – und bietet Spielgruppen, kreative Angebote und Workshops für Klein und Groß.
Ein Herzstück sind die offenen Treffs, die Eltern, Bezugspersonen und Kindern von 0 bis 6 Jahren einen Raum zum Spielen, Austauschen und Entdecken bieten. In Mals finden sie montags von 15:00 bis 17:00 Uhr und mittwochs von 09:30 bis 11:30 Uhr statt. In Taufers öffnet das ELKI mittwochs, in Graun donnerstags jeweils von 15:00 bis 17:00 Uhr. Damit die Begegnungsräume noch einladender werden, hat das Eltern-Kind-Zentrum in neue Spielsachen und eine gemütliche Raumgestaltung investiert.
Darüber hinaus warten zahlreiche Veranstaltungen und Workshops in allen sieben Obervinschger Gemeinden von Graun bis Stilfs – von Jahrgangsbäumchen setzen über Babymassage und Kids-Yoga bis hin zu spannenden Experimenten bei „Kleine Wissenschaftler:innen: Wir entdecken die Welt“. Für Erwachsene gibt es praxisnahe Weiterbildungen, etwa zu Stillvorbereitung, Erste Hilfe bei Kindern oder Stressbewältigung im Familienalltag. Alle Termine sind auf elki-obervinschgau.it zu finden. Manche Veranstaltungen sind auch ohne Mitgliedschaft zugänglich und entsprechend gekennzeichnet.
Im Mittelpunkt steht weiterhin das Jahresthema „Vorlesen ist eine Superkraft“. Neben Workshops wie „Wie schreibe ich ein eigenes Kinderbuch?“ sorgt vor allem der beliebte ELKI-Bücherwagen in Zusammenarbeiten mit den Bibliotheken für Begeisterung: Mit großem Teddybären im Gepäck bringt er die Freude am Erzählen in die Kindergärten. Ab Ende September macht er Halt in den restlichen Gemeinden.
Ein Blick nach vorn verspricht schon jetzt ein besonderes Highlight: 2026 findet in Mals die zweite Vinschger Familientagung statt, die zahlreiche Impulse und Begegnungen für Familien bringen wird. Das Team des ELKI Obervinschgau freut sich, nach der Sommerpause wieder viele Familien und Interessierte in den Gemeinden willkommen zu heißen.
Katja Telser

Es wird nie langweilig

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Wie schaut ein Tag bei euch aus?
Melanie: Jeder Tag ist individuell, je nachdem, was gerade zu erledigen ist. Mein Aufgabenfeld ist sehr groß. Ich mache Angebote, zeichne Elektroinstallationspläne, mache Bestellungen, Kundenbetreuung (z.B. Schaltermodelle, Beleuchtung usw. aussuchen) und sehr viele Büroarbeiten, die sonst noch anfallen.
Mirko: Der Tag beginnt mit einer kleinen Lagebesprechung, wo besprochen wird, wie es mit den momentanen Arbeiten voran geht und welche zukünftigen Arbeiten anstehen. Anschließend fahren wir alle auf die Baustelle, wo wir dann Rohre verlegen, Kabel einziehen, einen Verteilerschrank verdrahten, Beleuchtung montieren, Photovoltaikanlagen installieren...

Elektro-Technik ist euer Tätigkeitsfeld. Was steckt konkret dahinter?
Melanie: Unser Tätigkeitsfeld ist sehr groß. Wir erledigen normale Elektroinstallationen, KNX-Bussysteme zur intelligenten Hausvernetzung, Photovoltaikanlagen, E-Ladestationen für Elektroautos, Industrieanlagen, Straßenbeleuchtung, Glasfaserverkabelung, uvm.
Mirko: Elektrotechnik ist vielseitig, sei es die Elektroinstallation in Wohnungen bis hin zu den Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und man steht immer vor neuen Herausforderungen.

Wieviel muss man Elektriker, wieviel Techniker sein?
Früher sicherlich mehr Elektriker, heute mehr Techniker, da sich in der letzten Zeit alles schnell weiterentwickelt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Inbetriebnahme einer E-Ladestation für Elektroautos oder ein Bewegungsmelder für KNX-Installationen. Man braucht immer ein Mobiltelefon mit Internetverbindung und die passende APP, um dies in Betrieb zu nehmen.

Was muss man sonst noch für den Beruf des Elektrotechnikers mitbringen?
Melanie: Interesse, Genauigkeit und Teamfähigkeit - meiner Meinung ist das am wichtigsten. Der Beruf Elektrotechniker ist recht komplex und man sollte schon interessiert an Technik und Elektronik sein. Genauigkeit und sauberes Arbeiten hat in unserem Beruf für die Sicherheit oberste Priorität. Wir arbeiten meistens in Teams und daher ist es wichtig gerne mit anderen zusammen zu arbeiten.
Mirko: Flexibilität ist in unserem Beruf sehr wichtig, weil man oft vor unerwarteten Problemen steht, die man schnell und kreativ lösen muss. Man muss auch immer einen guten Überblick behalten, gerade wenn man an mehreren Aufgaben gleichzeitig arbeitet.

Das Schöne am Beruf ist?
Melanie: Abwechslung. Es wird nie langweilig, es gibt immer etwas zu tun und es ist nie dasselbe, jedes Projekt ist individuell und somit ist der Alltag immer abwechslungsreich.
Mirko: Der Beruf ist sehr abwechslungsreich und es gibt immer etwas Spannendes zu entdecken und am Ende des Tages sieht man, was man alles geschaffen hat.

 

 

 

Melanie Zerz
Mirko Zerz

zerz

Die Zerz GmbH wurde 1971 gegründet und beschäftigt mittlerweile 10 Mitarbeiter.

Melanie Zerz, Jg. 1999, arbeitet in der Verwaltung, Planung und Kundenbetreuung, Mirko Zerz, Jg. 2002, als Elektriker auf der Baustelle.

Seit 2018 ist Melanie im Betrieb, Mirko seit zwei Jahren, seit 2023.
Melanie absolvierte die Wirtschaftsfachoberschule in Meran, Mirko hat den Abschluss als Einzelhandelskaufmann in Handel und Verwaltung.

 

Evensong soll die Herzen ansprechen

  • Dachzeile: Laas/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Martin Moriggl dankte allen Mitwirkenden an der stimmgewaltigen, berührenden Andacht

Evensong, die ursprünglich in der anglikanischen Kirche beheimatete und von Laien getragene Andachtsform soll nun auch die Südtiroler Kirchen neu beleben. Im Vinschgau wurde diese neue Form am Sonntag, 12. Oktober 2025 in Pfarrkirche von Laas vorgestellt. „Evensong“, die gesungene Form des „Evening Prayer“, hat großes Potenzial, mit einer vom Gesang getragene Abendandacht Menschen aller Altersgruppen zu erreichen. Alle, die möchten, können sich daran beteiligen. „Die Kirche tut sich im Moment schwer, Menschen anzusprechen“, sagt der Diözesankirchenreferent der Kirchenmusik Südtirol (VKM) Dominik Bernhard in einem Interview im Katholischen Sonntagsblatt. „Unsere Intention ist es, mit Chormusik dem entgegenzuwirken und eine neue Liturgie vorzustellen, die zuallererst das Herz anspricht und auch von Laien getragen und gefeiert werden kann.“ Im Zentrum stehen die Chormusik und das gemeinsame Singen. Die mitfeiernde Gemeinde ist immer mit einbezogen.
Im Dialog mit der Gemeinde und dem Chor werden die Gottesloblieder und Chorstücke vorgetragen. Die Andachtsform ist indirekt auch eine Möglichkeit, dem wachsenden Priestermangel Rechnung zu tragen. Mit Evensong könnte es gelingen, die immer leerer werdenden Kirchen wieder als Orte der spirituellen Gemeinschaft zu beleben.
Im Herbst 2025 werden erstmals im ganzen Land Evensongs gefeiert. Für Chorleiterinnen und Chorleiter, Priester, Diakone sowie Leiterinnen und Leiter von Wort-Gottes-Feiern und Andachten gibt es begleitende Einführungen. Ziel ist es, möglichst vielen die Möglichkeit zu geben, in Zukunft selbst Evensongs zu gestalten. Dominik Bernhard hat dafür gemeinsam mit dem Liturgiereferat der Diözese Bozen-Brixen einen festen Ablauf erarbeitet. Dazu ist das Begleitheft „Südtiroler Evensong: Wissenswertes, Aufbau, Gestaltungsvorschläge“ erschienen, das bei den Veranstaltungen und beim Verband der Kirchenmusik erhältlich ist.
Im Vinschgau wird das von Verband der Kirchenmusik in Südtirol VKM gestartete Projekt „Evensong“ von den Chorleitern Gernot Niederfriniger (Mals), Ernst Thoma (Mals) Martin Moriggl (Glurns), Lukas Punter (Taufers i. M.) und Daniel Götsch (Naturns) mitgetragen.
Die liturgische Leitung übernahm Frau Irmgard Platter.
Alle Kirchenchöre von Reschen bis Partschins (ca. 150) beteiligten sich an diesem erstmaligen Projekt. Es wurden folgende Lieder gesungen: Der Kanonpsalm “Lobe den Herrn, Groß ist der Herr von PH. E. Bach, ein neues geistliches Lied, ein lateinisches Magnificat von L- da Viadana, das Vater unser von N. Rimskij Korsakov und das Abendlied von W. H. Monk. Vor Ort wurden die Lieder von den einzelnen ChorleiterInnen einstudiert. Gemeinsam geprobt wurde bereits am Freitag abends und am Sonntag nachmittags. Es war für alle ein schönes Erlebnis in einem so großen Chor mitzusingen. (mds)

Fabi-Treffen in Burgeis

  • Dachzeile: Burgeis
  • Weitere Fotos - 1: Das OK-Team v. l.: Luis Fabi, Andreas Fabi, Ludwig Fabi, Elmar Fabi und Stefan Fabi

1892 übersiedelte Josef Fabi und Katharina Rainer mit 11 Kindern von Tanas/Oberfrinig auf den Oberplanöf-Hof oberhalb von Burgeis. Daher wird der Hof von den Ortsansässigen auch „Fabi-Hof“ genannt, weil mit Ignaz Josef Fabi ein direkter Nachkomme von Josef Fabi den Hof immer noch in Pacht bewirtschaftet. (Besitzer ist das Kloster Marienberg). Aus der Großfamilie Fabi Josef gibt es nun in sechster Generation über 500 Nachkommen, die in allen Landesteilen Südtirols, im restlichen Italien, in Tirol, Burgenland, Bayern, Raum Stuttgart, Raum München, Regensburg und sogar in den Niederlanden leben. Von diesen weit verstreut lebenden und aufgespürten Fabi-Verwandten sind über 150 der Einladung zum 3. Fabi-Treffen nach Burgeis gefolgt. Auf dem Programm standen Führungen in der Fürstenburg, in der neuen Bibliothek im Kloster Marienburg und eine Dorfführung. Lebhaft wurden bei einem ausgezeichneten Mittagessen Erinnerungen und Neuigkeiten ausgetauscht, da das letzte Fabi-Treffen vor dreißig Jahren stattfand. Von großem Interesse war der Stammbaum (1 m hoch, 5 m lang), welcher auf der Bühne angebracht war. Er wurden von den Anwesenden genauestens studiert und mit weiteren Daten ergänzt. Viele Erinnerungs- und Familienfotos wurden bei einer Fotobox gemacht und als tragendes Andenken konnte jeder Anwesende eine Stofftasche mitnehmen, welche von der Künstlerfamilie Stefan und Josef Fabi gestaltet wurde. Der nun Großteils vollständige Stammbaum soll die kommenden Fabi-Generationen dazu animieren, weiterhin Fabi-Treffen zu organisieren. (lu)

Familienwallfahrt

  • Dachzeile: St. Martin im Kofel

Die heurige Wallfahrt nach St. Martin findet am Samstag den 13. September statt. Treffpunkt ist der Dorfplatz (obere Parkplatz) in Tschars um 6 Uhr morgens. Von dort gehen wir zu Fuß über den Kirchsteig nach Trumsberg und weiter nach St. Martin. (Insges. ca. 1.150 Höhenmeter) Auf Niedermoar/Trumsberg kann, wer will, eine kurze Frühstückspause machen. Wer es lieber weniger anstrengend hat, kann mit dem Auto bis zum Parkplatz nach Trumsberg fahren. Um 9 Uhr treffen dann alle Teilnehmer bei der nahen Josefskapelle zusammen. Weiter führt der Steig über Greit und Platztair nach St. Martin. Dort versammeln sich die Gläubigen zur feierlichen Abschlussmesse um 11 Uhr.
Neben den persönlichen Anliegen beinhaltet die heurige Wallfahrt auch die Schwerpunkte Glaube, Hoffnung, Liebe.
Die Veranstalter freuen sich auf deine Teilnahme und wünschen allen einen schönen und erfüllenden Tag!

Formulare Formulare Puttega

  • Dachzeile: Schlanders/Theaterverein
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2:
  • Weitere Fotos - 3:

Ein ganz normaler Tag beginnt mit Yogaübungen und gesundem Frühstück. Aber dann wird es kompliziert. Der alte Vater soll ins Altersheim angemeldet, das kranke Knie muss behandelt, ein Paket aufgegeben und das Enkelkind im Kindergarten angemeldet werden. Zu Mittag gibt es eine saftige Wurst beim Würstelstand. Auf der Bank müssen unklare Abbuchungen gestoppt und eine neue Biotonne muss auch angefordert werden. Alles einfach zu erledigen, wenn es nicht die Bürokratie, die Digitalisierung, die festgelegten Zuständigkeiten und die vorgeschriebenen Behördenwege gäbe. So wird alles zum Hindernislauf, zur Geduldprobe, wenn es immer wieder heißt: da sind wir nicht zuständig, bitte anmelden, Formulare ausfüllen und warten. Zum Glück ist es nur eine Parodie, gespielt vom Theatervereins Schlanders. Zum Glück ist alles gar nicht so schlimm und die Beamten nicht so unfreundlich, eben alles nur Theater, damit die Leute etwas zum Lachen haben. (hzg)

Gesamttiroler Maitanz in Schlanders

  • Dachzeile: Schlanders

Der Gesamttiroler Maitanz am 16. Mai 2026 im Schlanderser Kulturhaus wird zweifelsohne einer der Höhepunkte der Volkstanzgruppe Schlanders im Vereinsjahr 2026“, so der Obmann der Gruppe Manfred Ratschiller bei der Jahreshauptversammlung am 17. Januar beim Schupferwirt in Anwesenheit der neuen Kulturreferentin Kunhilde von Marsoner. Den Schlandersern, die für den Maitanz von der Raiffeisenkasse Schlanders unterstütz werden, wird diese Ehre des abwechselnd in Nord- und in Südtirol stattfindenden Tanzfestes bereits zum vierten Mal in der 60jährigen Vereinsgeschichte zuteil. Erwartet werden rund 250 Tänzerinnen und Tänzer aus Nord- und Südtirol und entsprechend laufen die Vorbereitungen bei der Gruppe auf Hochtouren. An dieser Stelle seien alle Vinschger*innen herzlich dazu eingeladen; besonders freuen würde sich die Volkstanzgruppe Schlanders auch ehemalige Mitglieder begrüßen zu dürfen. Zahlreich angekündigt hat sich bereits die jüngste Freundschaft der Schlanderser Volkstanzgruppe, eine Gruppe aus Kirchbach in der Steiermark, welche im Juni letzten Jahres besucht wurde.
Auch abseits des Maitanzes werden die Mitglieder der Volkstanzgruppe im heurigen Jahr wieder sehr aktiv sein, ob bei den Mittwochs-Auftritten im Sommer im Schlanderser Musikpavillon, beim Erntedankfest in der Schlanderser Pfarrkirche oder bei Auftritten im Seniorenheim. Das Gesellige wird zwischen Winterwanderung, Sonnenaufgangstour, Grillfest und Törggelewanderung ebenfalls wieder nicht zu kurz kommen. „Im Jubiläumsjahr 2025 konnten wir fünf neue junge Mitglieder begrüßen, die für frischen Wind in unserer Gruppe sorgen. Es wäre toll, wenn wir auch 2026 Zuwachs bekommen würden“, so der Obmann Manfred Ratschiller.

Für Fragen zur Teilnahme am Maitanz oder einer wöchentlichen Probe Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. / Mobil 333 6176751

Gotteshausleute und Herrschaftsleute

  • Dachzeile: Mals/Laatsch

Eine sehr gut besuchte Veranstaltung beim „Malettes-Bildungsherbst“ fand am Samstag, den 11. Oktober im Gasthaus Lamm in Laatsch statt. Unter dem Thema „Laatsch im Wandel der Zeit“ in memoriam Lucius Stocker, organisierte der Bildungsausschuss Mals einen Filmabend und einen Vortrag. Die Malser Historikerin Mercedes Blaas referierte zum Thema: Die Calvenschlacht. Wer sind die Gotteshausleute? Franz Josef Paulmichl zeigte in einem Kurzfilm die baulichen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg und Andreas Paulmichl gab interessante Erläuterungen zur Häusergeschichte. Heute gibt es zwischen dem Vinschgau und dem Münstertal bzw. Engadin eine Staatsgrenze, eine Sprachgrenze und eine Religionsgrenze, so Blaas. Doch über 1.000 Jahre bis 1816 gehörte der Vinschgau kirchlich zum Bistum Chur. Auch politisch gehörte der Vinschgau, besonders der Obervinschgau über 500 Jahre bis 1665 zu den Bündnern. Die Untertanen des Fürstbischofs von Chur, der auch die weltliche Macht besaß, wurden Gotteshausleute genannt. Sie mussten dem Bischof Steuern zahlen und für ihn Kriegsdienste leisten. Im 12. Jahrhundert bauten die Tiroler ihren Einfluss im Vinschgau aus. Viele Jahrhunderte lebten Gotteshausleute neben Herrschaftsleuten, den Untertanen der Tiroler bzw. der Habsburger friedlich nebeneinander. In einigen Obervinschgauer Dörfern, wie z.B. in Mals, wo die Gotteshausleute besonders zahlreich waren, gab es zwei Dorfmeister, einen Herrschafts- und einen Gotteshausmann. Je mehr es allerdings im späten Mittelalter den Grafen von Tirol gelang, auch im Vinschgau ihre landesherrlichen Rechte durchzusetzen, umso schwieriger wurde die Situation für die Gotteshausleute. In der Calvenschlacht 1499 mussten die Vinschgauer Gotteshausleute an der Seite der maximilianischen Truppen gegen die Bündner kämpfen. Nach der Calvenschlacht kam der Wendepunkt. Die Bündner hatten zwar die Schlacht an der Calven gewonnen, aber die Gotteshausleute im Vinschgau verloren. (hzg)

Handwerk mit Seltenheitswert

  • Dachzeile: Der Vinschgerwind präsentiert: Vinschger Jungunternehmer

Du hast das Bodenleger-Handwerk im Familienbetrieb Kofler in Schluderns von der Pike auf gelernt. Mit dem Gesellenbrief in der Hand zählst du heute zu den wenigen ausgebildeten Bodenlegern im Vinschgau, die berechtigt sind, Lehrlinge auszubilden. Würdest du Lehrlinge aufnehmen?

Kurt Kofler: Ja, wir würden uns über einen fleißigen Lehrling sehr freuen. Der Beruf des Bodenlegers ist mangels Lehrlinge mittlerweile zu einem seltenen Beruf geworden und droht langsam auszusterben. Die Unternehmen, die in diesem Bereich entstehen und sich als Bodenleger- Betriebe ausweisen, beschäftigen meist keine gelernten Gesellen. Es gibt derzeit vielleicht noch eine Hand voll aktive Gesellen im Vinschgau. Und diese Betriebe bilden auch keine Lehrlinge mehr aus.

Die Firma Kofler hat sich als zuverlässige Firma längst einen Namen gemacht. Was ist das Schöne am Beruf Bodenleger?
Kurt: Das Schöne ist die Abwechslung der Materialien, die verschieden bearbeitet werden müssen. Diese erfordern in unterschiedlichen Aufgabenbereichen großes Handwerksgeschick. Wir lieben die Herausforderung und lösen auch die schwierigsten Aufgaben. Das ist unser Anspruch.

2018 hast du gemeinsam mit deinem Vater die Gesellschaft Kofler Innenausstattung GmbH gegründet. Mittlerweile bist du alleiniger Gesellschafter. Was zeichnet dein Unternehmen aus?
Kurt: Im Bereich Böden sind wir sehr stark und bieten eine Vielzahl von verschiedenen Produkten, Materialien und Dienstleistungen. Wir schöpfen aus jahrzehntelanger Erfahrung, setzten auf höchste Qualität und Zuverlässigkeit. Mit einer spezifischen Beratung können wir das Richtige für die unterschiedlichsten Ansprüche bieten. Das gilt auch für die Bereiche Sonnenschutz, Markisen und Plissee. Wir lieben die Herausforderung und bemühen uns, selbst die schwierigsten Aufgaben zu lösen.

Welche Arbeit war für dich bisher die herausforderndste bzw. auf welche bist du besonders stolz?
Kurt: Da gibt es einige Arbeiten im Laufe der Jahre, die ich aufzählen könnte. Am aktuellsten ist die Arbeit in der vergangenen Woche. Da durfte ich im Haus eines privaten Kunstsammlers in der Schweiz einen Parkettboden sanieren. Der Raum ist speziell für ein Gemälde von unschätzbarem Wert geschaffen worden, das die wohl bekanntesten Engel der Welt zeigt. Diese lenkten uns schon ein bisschen von unserer Arbeit ab. In den vergangenen 20 Jahren hatte ich bereits öfter das Privileg, in anderen Räumen dieses herrschaftlichen Hauses zu arbeiten. Dass ich nun vor der Kulisse des einzigartigen Werkes den Boden bearbeiten durfte, ist für mich etwas ganz Besonderes.

 

s39 koflerKurt Kofler
Jg. 1989

Kofler Innenausstattung – Bodenbeläge Schluderns
Alleiniger Gesellschafter seit 2024
Mitarbeiter 2
Ausbildung:
Landesberufsschule Schlanders
Gesellenbrief erworben 2007
Auszeichnungen:
2006 GOLD beim Lehrlings-wettbewerb in Innsbruck
2006 SILBER bei den Landes-meisterschaften in Bozen
2008/09 GOLD bei der Europa-meisterschaft in Hannover

 

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Heilpflanzen mit allen Sinnen erleben - in Theorie und Praxis

  • Dachzeile: Schlanders

Von April bis September des heurigen Jahres fand zum vierten Mal - aufgeteilt auf drei Module zu je fünf Tagen - die Phytotherapie-Ausbildung mit der namhaften Apothekerin, Buchautorin und Dozentin Cornelia Stern in der Basis Vinschgau in Schlanders statt.
Die Leiterin der Heilpflanzenschule in Südtirol, Juliane Stricker, Organisatorin und Kursbegleiterin der Ausbildung, war erfreut über die positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Südtirol, Deutschland und der Schweiz. Wissenschaftlich fundiertes Wissen über die Wirkungen der Heilpflanzen und deren Anwendungen bei vielerlei Beschwerden wurden besprochen.
Die Inhaltsstoffe in den Heilpflanzen waren ein wichtiger Teil davon, sowie die korrekte Herstellung von Tinkturen, Salben und Tees. Zwischen Theorie, Praxiseinheiten und ein täglicher Gartenrundgang konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Besonderheiten der Heilpflanzen kennenlernen.
Im Basisgarten wurde ein kleiner Heilpflanzengarten angelegt, um den Teilnehmern und Besuchern die Vielfalt der wirksamen Pflanzen näher zu bringen.
Für Schlanders und ganz Südtirol ist die Heilpflanzenschule ein besonderer Ort der Begegnung für interessierte Menschen geworden.
Für alle, die sich im Bereich Natur, Gesundheit und Selbstversorgung weiterbilden möchten, bietet die Heilpflanzenschule verschiedene Ausbildungen und Seminare an.

Infos unter www.heilpflanzenschule.it

Heiß, heißer, Klimashow

  • Dachzeile: Kortsch
  • Weitere Fotos - 1: Franziska Blaas, oew und Maya Sophie Goepfert vom Sogym in Brixen zeigten die Klimashow anlässlich des Welternährungstages
  • Weitere Fotos - 2: Schulstellenleiter Andreas Paulmichl eröffnete das Buffet, das unter dem Titel „Zurück zu den Wurzeln“ zubereitet wurde

Kein leeres Bla-bla, sondern Konkretes kündigten die zwei Referentinnen Franziska Blaas und Maya Sophie Goepfert vor versammelter Schulgemeinschaft der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung in Kortsch an. Der Welternährungstag (16. Oktober), naturgemäß ein Fixtermin im Schulkalender, weil mit der Schulausrichtung eng verbunden, wurde heuer am 21. Oktober 2025 inhaltlich mit einer Klimashow gefüllt.
Der Klimawandel ist menschengemacht, die Folgen des Klimawandels sind längst spürbar. Fakten wurden vorausgeschickt, um dann konkret Veränderungen anzustoßen. „Wir shoppen was das Zeug hält“, sagt Blaas von der Oew, der Organisation für eine solidarische Welt. Mindestens ein neues Kleidungsstück wird in Europa durchschnittlich pro Mensch und Woche gekauft. Das macht in Summe 60 Kleidungsstücke pro Jahr. „Rund 40 Prozent tragen wir fast nie. Was können wir konkret in der Modebranche tun, um den Klimawandel aufzuhalten?“ Weniger Kleidung kaufen, auf Second-Hand Kleidung zurückgreifen oder Kleidertauschpartys organisieren. Nicht weniger Auswirkungen haben technische Geräte aufs Klima. Ein Laptop zum Beispiel braucht 20.000 Liter Wasser für die Produktion. Zwei Prozent der Gesamtemissionen fallen auf das Internet zurück. Goepfert, Schülerin am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in Brixen: „Nutzt euer Handy solange es geht, lasst es reparieren, schont die Akkus und kauft Second-Hand ein.“
16.000 Mahlzeiten hat ein Mensch bis zur ersten Klasse Oberschule zu sich genommen. Lange und teilweise irrsinnige Transportwege liegen hinter den Produkten. Verpackungsmüll sprich Plastik inklusive. Während in manchen Ländern ein Drittel der Lebensmittel im Müll landen, leiden 735 Millionen an Unterernährung. „Lebensmittel lokal und saisonal einkaufen, unverpackt und auf keinen Fall wegschmeißen“, gaben die zwei Referentinnen den SchülerInnen mit auf den Weg. Und: Mit Bus und Bahn fahren, denn „in Südtirol haben wir mehr zugelassene Autos wie Menschen. Südtirol ist Spitzenreiter in Europa.“
„Zurück zu den Wurzeln“ – so nannte sich der kulinarische Abschluss der Veranstaltung, einerseits um die Aufmerksamkeit auf regionale und saisonale Lebensmittel zu lenken. Zum anderen, um dem Wurzelgemüse Pastinake, Karotte, Sellerieknolle und Rote Beete einen gebührenden Auftritt zu geben.
Die Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Kortsch und die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Burgeis beteiligen sich übrigens nicht an den Protestmaßnahmen der Lehrpersonen. Alle außerschulischen Tätigkeiten werden durchgeführt. (ap)

Herbstgedichte und Musik

  • Dachzeile: Schloss Goldrain/Matinee

Zu einer literarisch-musikalischen Matinee unter dem Titel „Befiehl den letzten Früchten voll zu sein“, lud das Bildungshaus Schloss Goldrain am Sonntag, den 12. Oktober ins Schloss. Die Direktorin Gertrud Wellenzohn bemüht sich, zusammen mit den beiden Bildungsreferentinnen Andrea Hanni und Maria Raffeiner, neben Seminaren und Workshops über Ernährung, Gesundheit und Natur, zur beruflichen und persönlichen Fortbildung, auch ein vielfältiges kulturelles Programm auf die Beine zu stellen. Angeboten werden Konzerte, Theateraufführungen, Kabaretts, Lesungen und Diskussionen. Am 12. Oktober, einem schönen Herbsttag, überraschten der Autor und Kabarettist Horst Saller aus Schlanders mit bekannten und unbekannten Herbstgedichten und der Pianist Nico Platter aus Naturns mit seinen malerischen Improvisationen. Zu hören waren Herbst-, Oktober- und Novembergedichte von Theodor Storm, Rainer Maria Rilke, Theodor Fontane, Heinrich Heine und H.C. Artmann. Eindrucksvoll beschrieben wird die Ernte, die reifen Früchte, die letzten Sommertage, der frische Wind, die fortziehenden Schwalben, die Wolken und das Nebelspiel im November. Vorgelesen wurde auch ein Gedicht von Norbert C. Kaser über den Stegener Markt. Überrascht hat Saller auch mit zwei Herbstliedern von Konstantin Wecker und Heintje, dem Kinderstar aus den 60er Jahren. Lustig war das Herbstgedicht von Joachim Ringelnatz, interessant das Wörtergedicht von Carl Zuckmayer und nachdenklich das Liebesgedicht von Hermann von Gilm. Saller begann die Lesung mit dem Gedicht „Der Herbst, der war mir lieber“ von Sidonie Grünwald-Zerkowitz und beendete sie mit dem Gedicht „Welkes Blatt“ von Mascha Kaléko. Ganz spontan antwortete Nico Platter nach jedem Gedicht mit einer musikalischen Improvisation, einmal leise, harmonisch und meditativ, dann wieder sprunghaft, laut und kontrastreich. Nach der Lesung gab es zur Mittagszeit eine warme Kürbiskremsuppe und gebratene Kastanien. (hzg)

Heute. Hier. Jetzt

  • Dachzeile: Schlanders
  • Redakteur: Angelika Ploner (Interview)
  • Redakteur Bild:

Es ist mittlerweile lieb gewordene Tradition, dass eine Delegation des Südtiroler Kulturinstituts, des Kulturhauses und der Gemeinde Schlanders pünktlich zum Start der Theatersaison des Südtiroler Kulturinstituts in Schlanders zu Besuch in die Vinschgerwind-Redaktion kommt. Heuer trudelten Peter Silbernagl, der Direktor des Südtiroler Kulturinstituts, Martin Trafoier, Verwaltungsratsmitglied des Südtiroler Kulturinstituts, Monika Holzner Wunderer, Präsidentin des Kulturhauses Schlanders und Kunhilde von Marsoner, Kulturreferentin der Gemeinde Schlanders am 19. September ein und überbrachten Programmhefte und viel Information dazu. Es ist genauso lieb gewordene Tradition der Kulturdelegation einige Fragen zu stellen. Persönliche und unpersönliche – immer mit Bezug zu Stücken und Programm.

Vinschgerwind: Herr Silbernagl: Wären Sie gerne ein Milliardär?
Peter SilbernaglPeter Silbernagl: Da halte ich es mit Seneca: „Nicht auf die Größe des Vermögens, sondern auf die des Geistes kommt es an.“ Und an der Größe des Geistes zu arbeiten ist eine schöne Lebensaufgabe.

Vinschgerwind: Der Auftakt im Strafprozess gegen Renè Benko erfolgt am 14. und 15. Oktober 2025 in Innsbruck. Zeigleich, am 15. Oktober, wird der „Aufstieg und Fall des Herrn René Benko“ in Schlanders gezeigt. Warum sollte man sich Benko in Schlanders und nicht in Innsbruck ansehen?
Peter Silbernagl: Ich weiß nicht, wie lange ein Strafprozess in Österreich dauert. Aber er bietet wohl kaum in 90 spannenden Minuten das Ergebnis jener investigativen Recherche, welche die Redaktion von DOSSIER gemacht hat und Basis des Stückes ist. Wenn Calle Fuhr als Schauspieler selbst auf der Bühne steht, wird das Signa-Wunderland garantiert unterhaltsam und wohl auch verständlicher beleuchtet als vor Gericht. In Innsbruck bekommt man vielleicht Benko selbst zu Gesicht, in Schlanders lernt man das System verstehen, das einen Benko ermöglichte.

Vinschgerwind: Frau Von Marsoner, Sie sind die neue Kulturreferentin der Marktgemeinde Schlanders. „Oleanna – ein Machtspiel“ wird das St. Pauli Theater Hamburg am 25. November 2025 in Schlanders auf die Bühne bringen. Ist Politik nicht auch ein Machtspiel?
Kunhilde von MarsonerKunhilde Von Marsoner: Ja, tatsächlich dreht es sich in der Politik um Macht, nämlich wer Entscheidungen trifft, welche Interessen sich durchsetzen, wie Ressourcen verteilt werden. Dieses Ringen um Einfluss mag wie ein Spiel wirken, da es auch oft Gewinner und Verlierer gibt. Aber Politik umfasst mehr als Macht: Sie ist auch Aushandlung, Gestaltung gemeinsamer Regeln und das Ringen um Werte und Gerechtigkeit. Sie ist auch eine Suche nach Lösungen, die für möglichst viele tragbar sind.
Vinschgerwind: „Starkes Schauspiel“ ließ die Hamburger Morgenpost wissen. Warum werden Sie sich das Stück ansehen?
Kunhilde Von Marsoner: Das Stück behandelt Macht, Sprache, Missverständnisse und Geschlechterrollen – Themen, die heute in Zeiten von #MeToo, Debatten um Machtmissbrauch und Gleichstellung aktueller sind denn je.

Vinschgerwind: Herr Trafoier: Sie waren 39 Jahre lang Oberschullehrer. Wieviel Humor braucht Schule?
Martin TrafoierMartin Trafoier: Ein humorvoller Unterricht schafft ein entspanntes Lernklima, weckt Aufmerksamkeit und Interesse und tut der Schüler-Lehrer-Beziehung gut. Ich habe zum Beispiel im Grammatikunterricht gerne skurril-verrückte Beispielsätze verwendet, in der Hoffnung, dass dadurch der Unterricht aufgelockert wird und sich grammatikalische Strukturen leichter einprägen lassen. Ein Beispiel für’s Passiv? ”The butcher is being followed by a green cow with a Trump tattoo.” (Der Metzger wird von einer grünen Kuh mit einem Trump-Tattoo verfolgt.)

Vinschgerwind: Das Stück „Post von Karlheinz“, das am 21. Jänner 2026 vom Metropol-theater München im Kulturhaus Schlanders gezeigt wird, verspricht messerscharfen Humor gegen Hass und Hetze. Was versprechen Sie sich von diesem Stück?
Martin Trafoier: In Online-Kommentaren lassen manche Internet-Nutzer ihrer Wut und ihrem Hass freien Lauf. Mit einer Vielzahl von gehässigen, rassistischen und beleidigenden Kommentaren wurde auch der Autor des Stücks Hasnain Kazim überhäuft, ein in Oldenburg geborener Journalist mit indisch-pakistanischen Wurzeln. Geistreich und mit spitzer Zunge hat er den „richtigen Deutschen“ wie „Maria gegen Scharia“ oder „Siegfried Drachentöter“ geantwortet und mit ihnen gechattet, „denn wenn wir schweigen, beginnen wir, den Hass zu akzeptieren.“ Diese Chats wurden 2018 als Buch veröffentlicht, und Jochen Schölch hat daraus eine Sprechoper für vier Personen komponiert. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Vinschgerwind: Frau Wunderer, wann dachten Sie das letzte Mal „Oh mein Gott?“
Monika WundererMonika Wunderer: Spontan denke oder sage ich das oft, vor allem, wenn ich positiv oder negativ überrascht werde. Das letzte Mal dachte ich es mir wohl, als ich meine neugeborene Enkelin im Arm hielt: “Oh mein Gott, wie schön! Danke!“

Vinschgerwind: Und was erwarten Sie sich vom Stück von Anat Gov, das am 24. Februar 2026 auf die Bühne in Schlanders kommt?
Monika Wunderer: „Ich erwarte mir ein zeitgenössisches Stück, das einen kritischen Blick auf aktuelle Themen unserer Zeit wirft. Ich erwarte mir spannende Dialoge, gewürzt mit einer großen Portion Humor, und Antworten auf meine Fragen: Verzweifelt selbst der Schöpfer an seiner Schöpfung? Wie gelingt es der Psychologin Ela in nur einer Stunde seine Pläne zu ändern und die Welt zu retten?
Ich bin neugierig und freue mich darauf überrascht und berührt zu werden, zum Nachdenken gebracht zu werden, aber auch zu lachen und das alles gemeinsam mit dem Publikum zu teilen.

Vinschgerwind: Herr von Hohenbühel, gendern Sie gerne?
Hans-Christoph HohenbühelHans-Christoph Hohenbühel: Das Wort „gendern“ spaltet die Gemüter. Aber wenn es um die Gleichberechtigung der Geschlechter geht, sind wir uns wohl alle einig. Und das ist für mich das Entscheidende.

Vinschgerwind: „Kalter Weisser Mann“ wird die Theatersaison des Kulturinstituts in Schlanders am 14. April 2026 abschließen. Das Gastspiel des Renaissance-Theaters Berlin macht die letzte Ruhe zur Unruhe. Setzt das Südtiroler Kulturinstitut einen Höhepunkt als Schlusspunkt?
Hans-Christoph Hohenbühel: Es ist ein Stück über eine Trauerfeier, bei der einem die Tränen höchstens vor lauter Lachen kommen, versprochen! Hier werden sämtliche Reizthemen unseres modernen Social-Media-Zeitalters auf die Spitze getrieben. Ein Schlusspunkt voller Humor und Tiefgang.

 

History of Rock mit Geigen und Celli

  • Dachzeile: Schlanders/Kulturhaus
  • Weitere Fotos - 1: v. l.: Claudio Cavallin (Kontrabass) und Philipp Götsch aus Naturns (Posaune)

Zu einem ungewöhnlichen Konzert mit Songs bekannter Rock- und Popgrößen aus den 70er, 80er und 90er Jahren lud am 27. September das Kulturhaus Schlanders in Zusammenarbeit mit dem Konzertverein Musica viva Vinschgau ein. Im Sparkassensaal des Kulturhauses präsentierte das 9-köpfige Kammermusik Ensemble Athesis ein Medley der Rolling Stones und der Beatles, außerdem „Smoke on the water“ von Deep Purple, „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin, „Bohemian Rhapsody“ der legendären britische Rockband Queen, „Wish you were here“ von Pink Floyd, „Highway to Hell“ der australischen Hard-Rock-Band AC/DC und „The sound of silence“ von Simon and Garfunkel. Die bekannten Bands gaben ihre Musik in erster Linie mit Gitarren und Schlagzeug zum Besten, die Profimusiker spielten diese bekannten Lieder auf Geigen (Elena Sofia Ferrante, Francesca Vanoncini, Adamo Rossi), Celli (Maria Chiara Gaddi und Matteo Bodini aus Schlanders), Bratsche (Francesco Zecchi, Carolina Paolini) und Kontrabass (Claudio Cavallin). Philipp Götsch aus Naturns begleitete das Ensemble mit seiner Posaune. Während die Gesellschaft sich immer stärker aufspaltet, findet in der Musikwelt genau das Gegenteil statt. Die verschiedenen Musikrichtungen inspirieren sich gegenseitig, vermischen sich und entwickeln sich so weiter. So kann man in der Volksmusik musikalische Elemente aus der Klassik und vom Jazz hören, während bekannte Orchester auch moderne Songs aus der Rock- und Popmusik spielen. Beim gut besuchten Konzert im Sparkassensaal wurde auch nicht nur am Ende der Stücke geklatscht, sondern, wie bei einem Rockkonzert auch bei besonderen Stellen die Musiker durch heftigen Applaus noch angefeuert und bejubelt. Und wie der Schlussapplaus gezeigt hat, hat es dem Publikum und den Musikern gefallen. (hzg)

Hohe Auszeichnung für „Sui Drei“

  • Dachzeile: Innsbruck/Vinschgau

Das Trio „Sui Drei“ mit Lukas Punter, Jakob Raffeiner und Gernot Niederfriniger wurde beim 9. Volksliedwettbewerb am 31. Jänner 2026 im ORF Landesstudio Tirol in Innsbruck mit dem Prädikat „Ausgezeichnet“ gewürdigt. Die drei Vollblutmusiker und Sänger überzeugten mit ihrer Darbietung, und sie erntete kräftigen Applaus.
Der 9. Tiroler Volksliedwettbewerb zeigte eindrucksvoll, wie lebendig das Tiroler Volkslied ist. Rund 100 Sängerinnen und Sänger und zahlreiche Ensembles aus Tiroler Musikschulen und aus Musikmittelschulen nutzten die Bühne des Wettbewerbs, um zu zeigen, wie selbstverständlich Volksliedgesang heute in der musikalischen Bildungsarbeit verankert ist. Damit wurde unterstrichen: Singen verbindet Generationen und schafft Gemeinschaft, vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter. Beim festlichen Abschlussabend präsentierten ausgewählte Gruppen ihre Lieder vor großem und begeistertem Publikum.
Zu den Ehrengästen zählten unter anderen Erich Deltedesco (Südtiroler Chorverband), Martin Waldauf (Chorverband Tirol) und Gernot Niederfriniger (Südtiroler Volksmusikverein). Der Obmann des Tiroler Volksmusikvereins Peter Margreiter freute sich und meinte: „Es wächst eine neue Generation heran, die mit Freude, Neugier und Selbstverständlichkeit singend ihren Platz findet.“ (mds)

Im Gedenken an die Gefallenen der Ortlerfront

  • Dachzeile: Spondinig

Am Seelensonntag findet seit 1977 die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung im Gefallenenfriedhof an der Staatsstraße in Richtung Reschen vor Spondinig statt. Die Feier wurde von der Musikkapelle Tschengls umrahmt. Die Ehrenformation stellte die Schützenkompanie Tschengls, Eyrs unter dem Kommando von Hauptmann Simon Thurner. Pfarrer Werner Maier hielt die Gedenkmesse und Herbert Tschimben, Obmann des östreichisch ungarischen Soldatenfriedhofes Meran, hielt die Gedenkrede. Der Friedhof in Spondinig wurde 1915 angelegt. Hier sind über 145 Krieger verschiedener Nationalität begraben. 1940-1941 wurden ihre sterblichen Überreste vom Faschistischen Regime aus politischen Gründen in andere Friedhöfe überführt. Heimische Krieger wurden in der eigenen Heimatgemeinde begraben. Der Friedhof wurde vergessen und verwahrloste. 1976 nahmen sich Männer des S.K.F.V (Südtiroler Kriegsopfer- und FrontkämpferVerband) dem Wiederaufbau an. Die Gemeinden Schluderns und Laas, das Forstinspektorat Schlanders und der Landesbauhof Lichtenberg unterstützten sie dabei. Im hinteren Teil des Friedhofs steht ein Monument, erbaut von L. Hujer erbaut und 1977 von Mayr renoviert. An der Wand dahinter hängen Tafeln mit der Geschichte des Friedhofes, sowie den gefallenen Österreichern, österreichischen Protektoraten und Südtiroler. Außerhalb des Gräberfeldes gibt es die Begräbnisstätte für Soldaten der k.u.k Armee (die „kaiserlich und königlich“ Armee der österreichisch-ungarischen Monarchie). Durch den aktiven Einsatz von Johann Bitschnau (Frontkämpfer und Lehrer +1929) wurde 1915-1916 westlich des Friedhofs eine Gedenkkappelle errichtet. Tschenett Adalbert aus Tschengls kümmert sich seit Jahren um die Abhaltung der Gedenkfeier. Sie ist auch ein Gedenken an die Kämpfer, die am Ortler ihr Leben ließen und dort begraben sind. (chw)

In Schnals wird seit 4.000 Jahren gekäst

  • Dachzeile: Unser Frau archeoparc

Schnals ist eines der besterforschten Seitentäler in den Alpen“, sagt der Archäologe und Vizedirektor im Amt für Archäologie Huber Steiner. Seit gut 10 Jahren werden in Schnals am Langrubjoch, am Gurgler Eisjoch und am Tisenjoch Fundstücke geborgen, die weit in Frühzeiten zurückreichen. Der Archeoparc in Schnals ist ein guter Ort, ab und zu archäologische Standortbestimmungen vorzunehmen und diese haben auf Einladung der Direktorin Johanna Niederkofler Hubert Steiner und Andreas Putzer am 16. Oktober getan und sie konnten mit einigen Neuigkeiten aufwarten.
So hat Andreas Putzer, der über die Siedlungsgeschichte im Hochgebirge und da vor allem über Alm- und Weidewirtschaft forscht und seit 10 Jahren das Schnalstal der Almen kennt wie seine Westentasche, anhand von 60 gefundenen Scherben mit einer neuen Nachweistechnik an einer befreundeten Uni in England nachweisen lassen, dass im Schnalstal seit rund 4.000 Jahren gekäst wird. Was bislang aus guten Gründen vermutet worden ist, ist nun wissenschaftlich anhand von Milchfettuntersuchungen an Scherben bewiesen worden. Der Lehm für die Tonreste stammt interessanterweise aus dem Meraner Becken. Putzer wies darauf hin, dass die Almwirtschaft als saisonaler Aufenthalt an den Waldgrenzen um 2000 v. Chr. eingesetzt und zwischen dem 16. und 14. Jahrhundert v. Chr. eine massive Nutzung erfahren hat. Im 14. Jahrhundert sind die Siedlungsplätze so gut wie erschlossen, es kommen keine neuen hinzu. Die Fundstelle auf Penaud geht auf 1.800 v. Chr. zurück und wird durchgehend bis 1.400 bewirtschaftet. Von einer 9000 Jahre alten Fundstelle über einem nachgewiesenen Rastplatz von Jägern im Tisental, über die Almwirtschaft in der Bronzezeit kann im Schnalstal eine kontinuierliche und bis heute andauernde Besiedelung nachgewiesen werden. Für Putzer steht fest, dass das Schnalstal trotz seiner Unzugänglichkeit aufgrund der großen Weideflächen, des Vorhandenseins von reichlich Holz, Wild und Wasser und der bereits seit langem genutzten Übergänge für Alm- und Weidewirtschaft attraktiv gewesen ist und bleibt.
Hubert Steiner hat anhand von diversen Funden - von bis zu 2 Meter langen Dachschindeln auf 3000 Metern am Langrubenjoch um 1300 v.Chr., Lederreste aus der Kupferzeit, von einem Schneereifen aus Birkenholz (eine Art Schneeschuh, der auf 3700 v.Chr. datiert und damit älter als Ötzi ist) am Eisjoch, von einem sauber genähten Schuhrest, von zugespitzten Holzstöcken auf dem Tisenjoch usw. nachweisen können, dass die Übergänge kontinuierlich genutzt worden sind und dass sich Ötzi somit nicht verirrt haben kann. Steiner hat auch über den Fund von gut erhaltenen Steinbockresten am Lodner auf 3.200 Metern berichtet. Steiner ist überzeugt, dass mit weiteren Funden zu rechnen ist. Im Schnalstal und auch an den Übergängen im Süden, von Ulten kommend über Martell, über das heutige Vigiljoch. Es gebe noch viel zu tun und man komme mit den Datierungen von Fundobjekten kaum nach. (eb)

Interessantes, vielschichtiges Bozen

  • Dachzeile: Marienberg/Vinschgau/Bozen
  • Weitere Fotos - 1: mit großem Interesse verfolgen die Mitglieder des Freundeskreises Marienberg den Ausführung von Helmut Stampfer in der alten Pfarrkirche von Gries
  • Weitere Fotos - 2: Heinrich Moriggl mit Gastgeber Günther Ziernhöld

Die faschistische Architektur und deren Bedeutung - das Gerichtsgebäude, der ehemalige Sitz der faschistischen Partei, der Siegesplatz und das Siegesdenkmal - hat der bekannte Historiker Hannes Obermair einer großen Gruppe von Mitgliedern des Freundeskreises Marienberg am 18. Oktober beschrieben, erklärt und in diverse Kontexte gestellt. Die riesigen Katakomben unter dem Siegesdenkmal beeindruckten wegen ihrer Größe aber auch wegen der erläuternden Texte und Tafeln. Mit dem Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Helmuth Stampfer waren die anschließenden Erläuterungen der alten Pfarrkirche der ehemalig selbstständigen Gemeinde Gries ein Genuss und der Flügelaltar von Michael Pacher ein Glanz.
Nach dermaßen vielen geschichtlichen, architektonischen und kunsthistorischen Eindrücken war der von Pater Pius Rabensteiner und Pater Peter Perkmann begleiteten Gruppe unter der kundigen Führung von Präsident Heinrich Moriggl nach Entspannung zumute. Die wurde im privaten Garten von Freundeskreismitglied Günther Ziernhöld bei Marende und Wein gefunden. Günther Ziernhöld hatte die Einladung vor längerer Zeit ausgesprochen und der Vorstand mit Freundeskreis-Präsident Heinrich Moriggl, Kassier und Internetkoryphäe Gerhard Kapeller und den Vorstandsmitgliedern Sibille Tschenett, Andreas Waldner und Erwin Bernhart konnten diese Einladung heuer elegant in den traditionellen Herbsttag „Kultur und Kulinarium“ einbauen. Günther Ziernhöld hat am Reichrieglerweg gegenüber vom Gscheibten Turm prominente Nachbarn und mit Marjan Cescutti hat sich einer davon zu den Freunden Marienbergs dazugesellt. Cescutti, der langjährige Vorsitzende des Südtiroler Kulturinstitutes, der langjährige Schlern-Schriftenleiter und Kunstmäzen erfreut sich im Vinschgau größter Wertschätzung und er hat sich inmitten des Vinschger Zungenschlages sichtlich wohlgefühlt. (eb)

INTERREG-Projekttag zur Waldbrandbekämpfung

  • Dachzeile: Schluderns

Feuerwehrleute aus dem Abschnitt 2 des Feuerwehrbezirkes Oberer Vinschgau, aus Samnaun (CH) und aus dem Oberen Gericht/Prutz (A) trafen sich am Samstag, den 20. September 2025 zur Abschlussveranstaltung des grenzüberschreitenden Interreg Projektes „Terra Raetica“ im Lehrsaal der Feuerwehrhalle von Schluderns. Begrüßt wurden die Feuerwehrleute vom Schludernser Bürgermeister Heiko Hauser und dem Feuerwehrkommandanten des Ortes Harald Thanei. Die beiden hatten die Veranstaltung im Vorfeld vorbereitet und zogen die Fäden. Anwesend waren die Förster Ulrich Ruepp und Andreas Klotz von der Forststation Mals, der Bezirksinspektor Oberer Vinschgau und Brandschutzfachmann David Waldner und der stellvertretende Amtsdirektor im Forstinspektorat Schlanders Andreas Platter als Referent. In Theorie und Praxis drehte sich an diesem Tag alles um die Waldbrandbekämpfung, ein Thema das in Zeiten des Klimawandels mit immer mehr lang anhaltenden Trockenperioden aktueller ist denn je. Die Großbrände am Trumsberg bei Kastelbell und bei Prad in diesem Jahr haben gezeigt, wie wichtig schnelles und koordiniertes Eingreifen ist. Die Feuer konnten rechtzeitig eingedämmt und Hofstellen bei St. Martin im Kofel beziehungsweise bei Stilfs geschützt werden. Dasselbe galt für die Sendemasten am Montoni oberhalb von Agums bei Prad. Damit die Brandbekämpfung gelingt, sind neben Tankwagen und Löschgeräte auch regelmäßige Aus- und Weiterbildungen wichtig. Und dem wird in Feuerwehrkreisen landesweit Rechnung getragen. Im Dreiländereck Vinschgau, Graubünden und Bezirk Landeck ist auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von großer Bedeutung, wie sie Rahmen von Terra Raetica und INTERREG ermöglicht wurde. Um einen Waldbrand erfolgreich bekämpfen zu können, ist der erste Schritt die gründliche Erkundung der Lage. Dann müssen Prioritäten gesetzt werden: 1. Schutz der Menschen, 2. Schutz der Tiere, 3. Schutz der Strukturen (Gebäude, Straßen, Versorgungsleitungen), 4. Schutz schnell brennbarer Vegetation.
Nach den Lehrgängen in Theorie am Vormittag ging es zur Praxisvorführung an der großen „Tschött“ in den unteren Leiten bei Schluderns. Dort wurden Übungs-Feuer gelegt, Löschvorgänge gestartet und das theoretisch Gelernte wirklichkeitsnah umgesetzt.
Um im Notfall speziell bei Waldbränden, aber auch bei allen anderen Bränden gut gerüstet zu sein, ist ein koordiniertes Handeln und ein fachgerechter Umgang mit Löschgeräten entscheidend. (mds)

Jugend: Alkohol in Jugendtreffs?

  • Dachzeile: Jugend

Die Frage, ob in Jugendtreffs und -zentren Alkohol an Volljährige ausgeschenkt werden soll, wird oftmals kontrovers diskutiert. Dafür sprechen Argumente, die vor allem pädagogisch begründet sind und den Blick auf die Lebenswelt Jugendlicher richten.

Zunächst gilt: Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig – auf Festen, in der Familie, im Freundeskreis. Ein Jugendtreff oder Jugendzentrum, der diesen Teil der Lebenswelt völlig ausblendet, läuft Gefahr, an der Realität vorbeizugehen.

Der pädagogische Wert liegt auf der Hand. Der kontrollierte Ausschank macht Altersunterschiede deutlich: Volljährige haben Rechte, die Jüngeren noch nicht zustehen. Dies kann Gesprächsstoff schaffen über Verantwortung, Reife und gesetzliche Grenzen. Eine klare Regel - Bier nur in begrenzter Menge, ausschließlich an Volljährige und zu bestimmten Anlässen – verdeutlicht zudem, dass Genuss erlaubt, aber seine Grenzen hat. Wird Alkohol in einem geschützten Rahmen ausgeschenkt, kann dies dazu beitragen, einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu erlernen. Besucher*innen könnten als Modell dienen: Sie zeigen, dass Alkoholkonsum maßvoll, sozial verträglich und ohne Exzesse möglich ist.
Tatsache ist auch, dass z.B. ein gemeinsames Bier ein Ritual der Gemeinschaft sein kann. Daraus ergeben sich einige Fragen: Besteht die Gefahr, dass vielleicht ab 18-Jährige die Einrichtung meiden und sich stattdessen in weniger kontrollierte Umgebungen zurückziehen, wenn dieses Bedürfnis in Jugendtreffs ignoriert wird? Könnte der Ausschank auch zur Integration dieser Altersgruppe beitragen? Oder spielt das keine Rolle im Hinblick darauf, ob über 18-Jährige Jugendeinrichtungen besuchen? Am besten könnten uns wohl die Jugendlichen selbst sagen, wie sie das sehen…

Jugend: Fasching, Fasching – die Hexen sind mitten drin!

  • Dachzeile: Jugendtreff La:Ma Laas

Fasching, Fasching – die Hexen sind mitten drin! Am Unsinnigen Donnerstag steigt im Jugendtreff La:Ma Laas eine große Faschings-Party von 17:00 bis 22:00 Uhr. Mit dabei sind auch Jey und Jutsche – freut euch auf eine bunte Mischung aus Musik, Spaß und guter Laune.
Lasst euch von coolen Beats mitreißen, schnappt euch knackige Faschingskrapfen und fruchtige Cocktails – alles für eine unvergessliche Party-Stimmung. Die Hexen sind quasi schon in Startposition und freuen sich darauf, mit euch gemeinsam die Bühne zu rocken. Selbstverständlich könnt ihr euch wie immer verkleiden – zeigt eure kreativste, witzigste oder gruseligste Verwandlung!
Zusätzlich warten verschiedene Faschingsspiele darauf, von euch ausprobiert zu werden. Kommt vorbei, habt Spaß und verbringt eine aufregende Party-Zeit mit Gleichaltrigen.
Wichtige Hinweise:
• Faschingskrapfen bitte im Vorfeld bei den Jugendarbeitern bestellen.
• Die Hexen melden sich bitte bis spätestens 07.02. zur Teilnahme an. Anmelden lohnt sich – wir freuen uns auf euch

Jugend: Mit Karikaturen für mehr Zivilcourage

  • Dachzeile: Juze Freiraum und Jugenddienst Mittelvinschgau präsentieren Wanderausstellung in Schlanders

Am 1. August hatten die beiden Vereine Jugenddienst Mittelvinschgau und JuZe Schlanders die Möglichkeit sich bei den Schlanderser Sommernächten vorzustellen. Gleichzeitig durften wir die Wanderausstellung: „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ präsentieren.
Die Ausstellung greift mit bissigem Humor und klarer Haltung die ernsten Themen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit auf.
Die Ausstellung kommt ursprünglich aus Celle in Deutschland wo sie vom Jugend- und Kulturzentrum CD-Kaserne zusammengestellt und vom Niedersächsischen Kultusministerium, der Stiftung Niedersachsen und der Klosterkammer Hannover gefördert wurde.
Im Zuge eines online Workshops zum Thema Zivilcourage wurde der Jugenddienst Lana-Tisens KDS auf die Ausstellung aufmerksam und hat sie nach Südtirol gebracht, denn auch hier wird der gesellschaftliche Umgangston rauer.
Ziel ist es, gerade junge Menschen für diese Themen zu sensibilisieren – und das auf eine ungewöhnliche Art: mit Karikaturen und Satire.
Humor und Nachdenken gehen hier Hand in Hand. Die Karikaturen sind vielfach auf den ersten Blick lustig – aber sie halten uns einen Spiegel vor und oftmals bleibt uns das Lachen im Halse stecken. Die Ausstellung will nicht nur informieren, sondern auch zum Dialog anregen – darüber, wie wir als Gesellschaft mit Hass und Hetze umgehen und wie wir uns für Demokratie, Respekt und Zusammenhalt starkmachen können.
Mit der Wanderausstellung will der Jugenddienst Lana-Tisens möglichst viele Impulse an verschiedenen Orten setzen – offen, niedrigschwellig und mit einer klaren Haltung: gegen Menschenfeindlichkeit und für Respekt und Vielfalt.
Denn um es mit den Worten des Namengebers der Ausstellung Ralph Ruthe zu sagen: „Hassen ist einfach. Denken ist besser. Sei keine Dummel.“
Deshalb werden wir die Ausstellung ein zweites Mal nach Schlanders holen, wo sie dann vom 20. bis zum 26. Oktober im Jugendzentrum Freiraum besucht werden kann.

Kanonentransporte und Fundstücke

  • Dachzeile: Prad
  • Weitere Fotos - 1: Publikum im aquaprad

„König aller Alpenspitzen
in des Österreich`s weiten Gau`n
Deiner Krondiamanten blitzen
durfte ich von Ferne schau´n.“
Dichter unbekannt 1899
1899 schreibt ein unbekannter Autor seine Ode an den Ortler und preist dabei die Schönheit und Pracht des höchsten Gipfels der Ostalpen.

Am 27. November widmete sich der Ortler Sammlerverein Erster Weltkrieg in seinem neuen Dokumentarfilm dieser höchsten Erhebung, die dem Verein auch den Namen gibt. Im 50-minütigen Film wurden die Erstbesteigung 1804 ebenso wie das Lawinenunglück von 1914 beleuchtet.
Im Zentrum standen jedoch die Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg: Die historischen Begebenheiten, dokumentiert im umfangreichen Bild- und Aktenmaterial, wurden den heutigen ausgeaperten Überresten gegenübergestellt. Hervorzuheben sind dabei vor allem die mühsamen Kanonentransporte über die Gletscher und Ferner und das mühsame Alltagsleben auf über 3.800 Metern, die eintönige Ernährung und die Gefahren des Krieges.
Als Rahmenprogramm stellten Vereinspräsidentin Melanie Platzer und das geschätzte Mitglied Franz Angerer mehrere Überreste und Quellen aus dem Bestand des Vereines vor. Neben dem Gedicht bereicherten Fotos- und Schriftstücke aus den Archiven in Bern, Rom, Wien und Bozen die Präsentation. Als Höhepunkt übergab Franz Angerer einen Richtbogen für ein 9 cm Geschütz, welches am Ortler eingesetzt war, an den OSV. Das Stück hat Seltenheitswert und der Verein kann sich glücklich schätzen, dieses in der Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Als Abschluss konnten vom „König aller Alpenspitzen“ noch besondere Fundstücke bestaunt, berührt und besprochen werden.

Kinder beschäftigen sich mit Demokratie

  • Dachzeile: Schluderns
  • Weitere Fotos - 1: und üben sogar den Wahlvorgang

Was bedeutet Demokratie? Wer hat in einer Demokratie die Macht? Warum ist es wichtig wählen zu gehen? Seit wann dürfen Frauen wählen? Was bedeutet Meinungsfreiheit? Das sind einige der Fragen mit denen sich die Grundschulkinder aller Klassen in Schluderns im vergangenen November 2025 im Rahmen der Projekttage „Demokratie erleben“ beschäftigt haben. Bei Rollenspielen durften sie Vorschläge machen, diskutieren, gestalten, entschieden und einiges mehr. Dabei wurde bewusst gemacht, dass jede Stimme zählt und dass es wichtig ist, wählen zu gehen. Neben dem theoretischen Unterricht in den Klassen, bei dem die Themen rund um die Demokratie erläutert wurden, stand auch ein Besuch der Schülerinnen und Schüler der 4. Und 5. Klassen im Gemeindeamt auf dem Programm. Der Gemeindesekretär Christian Messner führte die Kinder durch die Räume im Haus und in den Sitzungssaal und erklärte, wie die Demokratie vor Ort funktioniert.
Mit dem Projekt ebneten die Lehrpersonen einer demokratischen Grundhaltung den Weg, die Kinder, als künftige Wähler verinnerlichen sollten, um möglichen Autokratien und Diktaturen Paroli bieten zu können. Denn das ist heute wichtiger denn je, in einer Zeit, in der die Demokratien weltweit stark unter Druck geraten. (mds)

Kultur.Bildung.GEMEINDE

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Zum Themenbereich Kultur betonte LR Achammer: „Kultur schafft Gemeinschaft, führt Menschen zusammen und gibt Halt in Zeiten der Unsicherheit, in denen wir uns aktuell wiederfinden.“

Am 19. September 2025 fand in der BASIS Vinschgau in Schlanders das erste Informationstreffen der Reihe „Kultur.Bildung.GEMEINDE“ statt. Ziel des Treffens war ein Austausch zu jenen Themen, die in den Zuständigkeitsbereich des Landesrats fallen – darunter die deutsche Bildung und Kultur, Bildungsförderung, Kulturgüter, Innovation, Forschung, Universität und Museen.
Auch im Vinschgau haben nach den Gemeinderatswahlen im Mai 2025 zahlreiche Personen neue Aufgaben übernommen. Im Rahmen des Informationstreffens wurden daher gemeinsam mit den zuständigen Amts- und Abteilungsdirektoren zentrale Fragestellungen zur Stärkung des Bildungsangebots, zur Kultur- und Denkmalpflege sowie zur Jugendarbeit erörtert.
In seiner Einführung erinnerte Achammer daran, die Möglichkeiten der Gemeinden gemeinsam auszuschöpfen, um der Generation unserer Kinder einen positiven und optimistischen Blick in die Zukunft zu schenken. Anschließend informierten Schulamtsleiterin Sigrun Falkensteiner, Landeskindergartendirektorin Helena Saltuari sowie Alexandra Pedrotti, Landesdirektorin der Musikschule, über aktuelle Entwicklungen und Schwerpunkte im Bildungsbereich. Ergänzend dazu wurde auch das Thema Schulfürsorge durch Amtsdirektor Richard Paulmichl aufgegriffen.
Volker Klotz, Abteilungsdirektor für Deutsche Kultur, und Konrad Pamer, Direktor des Amts für Jugendarbeit, sprachen gemeinsam mit Landeskonservatorin Karin Dalla Torre über zentrale Themen der Kulturarbeit und Denkmalpflege in den Gemeinden. Im Fokus standen dabei unter anderem die Bedeutung der Erwachsenenbildung im Sinne des lebenslangen Lernens sowie aktuelle Herausforderungen und Perspektiven in der offenen und verbandlichen Jugendarbeit. Auch Fragen zur Erhaltung, Nutzung und Sichtbarmachung von Kulturgütern wurden thematisiert.
Der Landesrat betonte, die von den Amtsdirektoren behandelten Bereiche in den Gemeinden nachhaltig stärken zu wollen und unterstrich: „Es sind viele Themen auf dem Tisch, die wir gemeinsam im Zusammenspiel zwischen Land und Gemeinden angehen müssen.“
Im Anschluss an den inhaltlichen Teil bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit für Gespräche mit Landesrat Achammer sowie den anwesenden Führungskräften.

Landesrätin besucht Lehrgang für PflegehelferInnen

  • Dachzeile: Vinschgau/Laas

Derzeit nehmen landesweit knapp hundert Personen an der dualen Ausbildung zur Pflegehelferin bzw. zum Pflegehelfer teil, mehr als ein Fünftel davon im Vinschgau im Wohn- und Pflegeheim St. Sisinius in Laas. Politische und organisatorische Verantwortungsträger haben sich kürzlich ein Bild vor Ort gemacht und waren beeindruckt von der positiven Stimmung und Rückmeldungen der 21 TeilnehmerInnen. Landesrätin Pamer betonte, dass die Ausbildung zur PflegehelferIn nun auf drei starken Säulen steht: der Vollzeitausbildung, der berufsbegleitenden Form und eben dem dualen Modell, das Arbeit und Ausbildung miteinander verbindet. Gerade letztere erfreut sich großen Zuspruch und sie versicherte von der politischen Seite weiterhin die größtmögliche Unterstützung. Die Idee dieser dualen Ausbildungsform wurde bereits vor über zehn Jahren vom Verband der Seniorenwohnheime auf Anregung mehrerer Alten- und Pflegeheime vorangetrieben und gemeinsam mit der Stiftung Elisabeth und dem Bildungshaus Nals umgesetzt, nachdem von der Autonomen Provinz Bozen die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen wurden. Dass heuer erstmals ein Lehrgang im Vinschgau stattfindet, ist der engagierten Forderung und Unterstützung der Seniorenwohnheime im Vinschgau zu verdanken, vor allem durch die Direktoren Sibille Tschenett (Seniorenheim Schluderns/Laas) und Jürgen Pircher (Seniorenheim Partschins). Beim Treffen in Laas schätzten die Teilnehmenden besonders die Verbindung von Theorie und Praxis, die überschaubare Ausbildungsdauer, die wohnortnahe Durchführung sowie die hohe Qualität der Lehrenden. Die Abschlussprüfung findet zwar erst im Oktober 2026 statt und qualifiziert dann zur Ausübung des Berufs Pflegehelferinnen und Pflegehelfer, aber bereits jetzt haben die TeilnehmerInnen durch das neue geschaffene Berufsbild „Pflegehelferinnen und Pflegehelfer in Ausbildung“ einen Arbeitsplatz mit begleitender Ausbildung. Alle Verantwortungsträger arbeiten bereits an einer Neuauflage des Lehrgangs im kommenden Jahr. Interessierte können sich im Wohn- und Pflegeheim in Laas informieren. (lu)

Lebensgeschichten von Flucht und Rücksiedlung

  • Dachzeile: Südtirol/Vinschgau

Das Hitler-Mussolini Abkommen 1939 führte zur Option. Südtirolerinnen und Südtiroler waren vor die Entscheidung gestellt, ins Reich auszuwandern oder im italienisch besetzten Südtirol zu bleiben. Die überwiegende Mehrheit optierte für Deutschland. Die ersten Familien, vor allem die besitzlosen, wanderten als erste aus und wurden zu Flüchtlingen. Der Kriegsausbruch im September 1939 stoppte diese Bewegungen.
Viele der Ausgewanderten mussten erfahren, dass sie in der Fremde nicht willkommen waren und wurden enttäuscht. Nach dem Krieg kehrten sie wieder nach Südtirol zurück auf der Suche nach einer Bleibe. Viele waren staatenlos und trugen schmerzliche Erfahrungen mit sich. In ihrer Heimat Südtirol fühlten sie sich teilweise wie Dahergelaufene, wie Bettler. Ein Neustart war mit großen Schwierigkeiten verbunden und oft von Hunger und Not geprägt.
Die Journalistin, Filmemacherin und Autorin Astrid Kofler gibt einigen dieser Menschen in ihrem Buch „Von Rückkehr, Flucht und Suche nach Heimat - Erinnerungen an die Nachkriegszeit“, erschienen im Athesiaverlag, eine Stimme, authentisch, schlicht und berührend.
Im Buch sind 21 Lebensgeschichten abgedruckt, darunter beispielsweise auch die Erinnerungen der Vinschgerin Martha Pohl Kofler (Jg. 1938) aus Tarsch, die im Salzburger Land und in Tschechien die ersten Jahre ihres Lebens verbracht hat. Kofler erzählt auch die Geschichte von Robert Ruepp aus Schluderns, der in Kärnten geboren worden war (der Vinschgerwind hatte ihm im April 2025 ein Portrait gewidmet.) Ein bewegendes Detail dazu: Roberts Mutter war bereit 2024 als Achtjährige mit ihrer Familie von Kortsch nach Brasilien ausgewandert und bei der Option ein zweites Mal entwurzelt worden. Beeindruckend dokumentiert Kofler anhand der lebendiger Menschenbilder eine traumatische Zeit in der Südtiroler Geschichte. (mds)

Michl Gaismair im Rittersaal der Stachlburg

  • Dachzeile: Partschins
  • Weitere Fotos - 1: Gut 70 Leute haben trotz strömenden Regens den Weg in den Rittersaal der Stachlburg in Partschins gefunden, um den Ausführungen von Professorin Ulrike Kindl über Michael Gaismair zu lauschen

Der Gaismair zieht Leute an“, brachte Ulrike Kindl ihre Überraschung über das große Interesse zum Ausdruck und: „Dem Revolutionär Gaismair soll Gerechtigkeit widerfahren.“ Denn von den Utopien Gaismairs blieb nichts, vor allem weil es über die Jahrhunderte gelungen sei, den Gaismair mit einer dichten „damnatio memoriae“ zu beschlagen. Man hat Gaismair durch „aktives Vergessen“ in den verbotenen Giftschrank verbannt. Nach 500 Jahren wache das Gedenken endlich auf. Kindl beschreibt anschaulich die Umstände, unter denen sich Gaismair als Aufständischer und als Verfasser seiner visionären Landesordnung entfalten hat können. 1525 stand Europa durch die Bauernaufstände in Schwaben, Franken und im Elsass regelrecht in Flammen. Martin Luthers Thesen beginnen auch durch Technik des Buchdruckes in das Volk einzusickern, das Buch „Utopia“ von Thomas Morus ist erschienen. Zündstoff für soziale Unruhen ist vorhanden. Abgeschwächt auch in Tirol. Denn Tirols Großbauern waren, in Europa einmalig, landständig und seit dem Maximilianischen Landlibell von 1511 wehrhaft. Trotzdem kam es, ausgehend von Brixen, auch in Tirol zu Unruhen und der gut ausgebildete Gaismair war als Bauernkommandant vorne mit dabei, nachdem er lange Zeit auf Seiten der Obrigkeit gestanden hat. Nach seiner Inhaftierung in Innsbruck gelang ihm die Flucht in die Schweiz, wo er in Kontakt mit dem Reformator Ulrich Zwingli seine Landesordnung verfasst hat. „Die kam mindestens 200 Jahre zu früh“, sagte Kindl. Und es sei eines der revolutionärsten Papiere, die in Europa je entstanden seien.
Gaismair sei dann nach diversen Bauernscharmützeln nach Venedig geflohen und 1532 in Padua ermordert worden. Ulrike Kindl erhielt für ihren mit großer Sachkenntnis und mit Verve vorgetragenen Einblick in Gaismairs Tun und Visionen großen Applaus.
Zur Landesausstellung in Völs hat der Partschinser Restaurator und Bildhauer Karl Hofer mit seinem Kunstwerk „Friede den Hütten, Kampf den Palästen“ beigetragen. Einblick dazu verschafften einige Bilder, die im Rittersaal gezeigt worden sind. (eb)

Musikalbum im Vinschger Dialekt

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau

Der Liedermacher Robin’s Huat aus Schlanders hat sein erstes Album produziert: „Loss gian“. Im Interview spricht er über den Entstehungsprozess und die Zeit im Studio.

Vinschgerwind: Dein Debütalbum „Loss gian“ besticht mit lebensbejahenden Texten und Rhythmen. Würdest du dich als Gute-Laune-Liedermacher bezeichnen, um positive Botschaften auszusenden?
Robin’s Huat: Ja, das möchte ich schon, aber ohne mich darauf festzulegen. Ich fange einfach auf, was gerade aus mir herauskommt, und das kann je nach Stimmung ganz unterschiedlich sein. Ein gutes Gefühl möchte ich aber immer vermitteln. Das Leben zu genießen und im Kopf positiv zu bleiben: Das ist mein Vibe.

Vinschgerwind: Wie gehst du beim Texten und Komponieren vor?
Robin’s Huat: Sehr unterschiedlich. Oft beginnt es mit dem Jammen: Ich nehme die Gitarre, klimpere ein paar Akkorde, Augen zu und drauflossingen. Da kann schon eine Refrain-Idee oder ein Teil einer Strophe entstehen. Von diesem Puzzleteil aus arbeite ich weiter. Wenn zuerst ein Text da ist, überlege ich, wie ich das Thema weiterführe und ob es singbar ist.

s36 coverVinschgerwind: Wie ging es dann weiter, wie wurde aus deinen Liedern ein Album?
Robin’s Huat: Die Idee entstand bei einer Jamsession mit Dolev Nahoom in der BASIS. Er bat mich, drei Lieder zu spielen, und überraschte mich, als er den Musikern Partituren meiner Songs austeilte, die er selbst geschrieben hatte. Das Zusammenspiel kam super an, und ich merkte: Meine Dialektlieder funktionieren auch mit Band. Das war der Startschuss, vor eineinhalb Jahren eine eigene Band zu gründen. Mit ihr probte ich, entwickelte neue Arrangements, und schließlich gingen wir ins Studio meines Vaters Marco Diana. Da nicht alle gleichzeitig Platz hatten, spielten wir die Instrumente einzeln ein. Zwei, drei Tage nur Gitarre, dann Schlagzeug, Bass und so weiter.

Vinschgerwind: Das klingt nach Puzzle.
Robin’s Huat: Ja, es war ein riesiges Puzzle. Von jedem Song gibt es mehrere Aufnahmen, das Schlagzeug etwa hat viele Spuren. Alles musste geschnitten und neu zusammengesetzt werden. Dolev schrieb zusätzlich Bläsersätze, nahm sie in Israel auf und schickte sie mir. Parallel feilte ich weiter an den Texten, bei einem Song bis kurz vor dem Mixdown. Einerseits höre ich die Stücke im Studio so oft, dass ich jedes Detail kenne, andererseits kann man dabei auch das Gefühl für Details verlieren. Der letzte Schritt ist dann das Mastering, wenn ein abgemischter Song finalisiert wird, um eine optimale Klangqualität und Lautstärke für die Veröffentlichung zu erzielen. Erst dann kann das Lied auf den Tonträger.

Vinschgerwind: Ariel Trettel hat auf deinem Album zwei Gastauftritte. Wie kam es dazu?
Robin’s Huat: Ich habe Ariel kennengelernt, als er die Marmorschule in Laas besuchte. Ich kannte ihn schon als Gitarrist von Shanti Powa. Wir haben zusammen gejammt und ein paar Auftritte gespielt. Faszinierend fand ich, dass er kein einziges Cover spielt, nur eigene Songs. Das hat mir geholfen, einen Zugang zu finden, wie man locker Musik schreibt. Es muss nicht immer alles perfekt sein. Ein Lied kann so cool sein: wenig Worte, minimalistisch, einfache Botschaft, aber dafür auf den Punkt gebracht. Da war Ariel Inspiration für mich und deshalb sind die beiden Songs auf dem Album entstanden.

Vinschgerwind: Welche Tonträger spielen nun deine Songs ab?
Robin’s Huat: „Loss gian“ gibt es auf Vinyl und CD. Nur online zu veröffentlichen wäre schade, die Arbeit soll auch etwas Greifbares haben. Außerdem ist es einfach cool, eine Platte mit der eigenen Mucke in der Hand zu halten. Auch auf Streamingplattformen bin ich vertreten.

Vinschgerwind: Einer deiner älteren Titel heißt „Wos Willi“. Was willst du, Robin?
Robin’s Huat: Ich bin ein zufriedener Mensch. Im Moment passt alles so, wie es ist. Ich brauche kein großes Hab und Gut. Wenn ich von meiner Musik leben kann, bin ich glücklich. Und wenn ich mein ganzes Leben in einem WG-Zimmer wohne: Solange ich die Musik habe, ist alles gut.
Interview: Maria Raffeiner

Nahversorgung für Bildung und Kultur

  • Dachzeile: Vinschgau

Im Vinschgau gibt es 14 Bildungsausschüsse in 16 Dörfern, die sich ehrenamtlich für die Pflege und den Erhalt der örtlichen Bildungslandschaft engagieren. Sie erfüllen die Dörfer mit Leben und mit vielfältigen Initiativen und tragen sie zur Förderung und Stärkung der Gemeinschaft bei. Eine vom Amt für Weiterbildung, der autonomen Provinz Bozen eingerichtete Bezirksservicestelle steht ihnen dabei in pädagogischer und organisatorischer Richtung hauptamtlich zur Seite. Seit 25 Jahren wird diese von Ludwig Fabi geleitet. Eine Form dieser Betreuung ist die Organisation von Bezirkstreffen, wo sich die MitarbeiterInnen in den Bildungsausschüssen informieren, weiterbilden und austauschen können. Beim heurigen Treffen in der Mittelpunktbibliothek Schlandersburg waren aktuelle Fragen zu Ansuchen, Vereinsrecht, bezirks- und landesweiten Ideen und Projekte im Mittelpunkt. Ganz im Sinne der Ausrichtung der Bildungsausschüsse „Nahversorgung für Bildung und Kultur“ zu organisieren, wurde das Treffen mit lokalen Produkten von der „Kostbar“ aus Morter abgeschlossen, welche mit ihrem kombinierten Laden- und Barkonzept neben regionalen Einkauf auch eine soziale Funktion für das Dorf innehaben. (lu)

Neu bei VOG-Products: Tankzugverladung und Labor

  • Dachzeile: Leifers/Vinschgau

Mit der feierlichen Durchtrennung des Bands wurde gestern die neue Tankzugverladung und das Labor offiziell in Betrieb genommen. Das moderne Gebäude stellt einen bedeutenden Meilenstein für Effizienz, Qualitätssicherung und Mitarbeiterkomfort dar.
Das neue Gebäude vereint Verladung, Labor- und Mitarbeiterbereiche zentral an einem Standort.
Im Erdgeschoss befindet sich eine geschlossene Halle mit einer überdachten Tankzugverladung, die mit fünf (künftig sechs) Verladestellen die parallele Befüllung ermöglicht. Durch die neue Technik konnte die reine Verladezeit für Saft deutlich reduziert werden: Mit einer Leistung von 50.000 Litern pro Stunde lässt sich ein Tankwagen mit 25.000 Litern nun in rund 30 Minuten befüllen – ein Zeitgewinn von 15 bis 20 Minuten gegenüber der bisherigen Leistung. Der überwiegende Großteil der von VOG Products bereitgestellten Halbware verlässt das Unternehmen im Tankzug.
Rund 13 Mitarbeiter sind im Tank-Management tätig und steuern sämtliche Abläufe. Für die anliefernden und abholenden Fahrer steht ein eigenständiger Bereich mit Aufenthaltsraum und Sanitäranlagen zur Verfügung.
Im ersten Obergeschoss wurden Kühlbereiche mit drei unterschiedlichen Temperaturzonen untergebracht, in denen Rückstellmuster zentral gelagert werden. Zusätzlich umfasst diese Ebene Büros sowie Sozial- und Aufenthaltsräume und Umkleiden für insgesamt 70 Mitarbeiter.
Das zweite Obergeschoss beherbergt die neuen Räume für das Labor. Den etwa 16 Labor-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern stehen rund 600 m² Arbeitsraum zur Verfügung. Im Jahr werden rund 60.000 Analysen durchgeführt, von denen rund 36% mikrobiologische Analysen sind. Ein kleiner Probenaufzug verbindet das Erdgeschoss direkt mit dem Labor, sodass Muster schnell und hygienisch transportiert werden können. Die moderne Labor-Ausstattung verbessert Arbeitsabläufe und stärkt die Qualitätssicherung.

Neuer Apfelrundweg zwischen Prad und Tschengls

  • Dachzeile: Tschengls/Prad

Mit Einladung des Tourismusverein Prad wurde am Dienstag, 21. Oktober der neue Apfelrundweg von Prad nach Tschengls der Öffentlichkeit vorgestellt. Der rund 7 Kilometer lange Themenweg verbindet Natur, Wissen und Bewegung auf besondere Weise und lädt Einheimische wie Gäste dazu ein, die Welt des Apfels interaktiv zu entdecken. Er entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Tourismusverein Prad und der VI.P.
12 liebevoll, mit kleinen Insektenhotels bestückte Stationen entlang des Weges vermitteln Wissenswertes rund um den Apfelanbau in der Vinschger Kulturlandschaft. Sortenvielfalt, Anbau- und Erntemethoden, regionale Besonderheiten sowie ökologische Zusammenhänge werden erklärt. Die Stationen sind interaktiv gestaltet und bieten ein informatives wie unterhaltsames Erlebnis.
Nach dem Scannen eines QR-Codes erwartet die Wanderer an jeder Station eine Frage mit vier Antwortmöglichkeiten. Wer die richtigen Lösungen findet, kann sich im Informationsbüro in Prad über ein kleines Geschenk freuen.
Zur Eröffnung erschienen Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Landwirtschaft und Gemeinde. Mit dabei waren Katharina Pitscheider und Barbara Gamper von der Marketingabteilung der VI.P, Peter Pfeifer als Vertreter des Tourismusverein und der Gemeinde Prad sowie Johann Thurner, Vizebürgermeister der Gemeinde Laas.
„Der Apfelrundweg ist ein schönes Beispiel für eine gute Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft“, betonte Katharina Pitscheider. Vizebürgermeister Thurner zeigte sich erfreut über das neue Angebot: „Es ist ein wertvoller Beitrag zur Bewusstseinsbildung über die Bedeutung des regionalen Obstanbaus. Wie ich selbst beobachten durfte, wird der Weg schon rege genutzt.“
„Wir sind sehr froh, unseren Gästen und Einheimischen einen weiteren spannenden Themenweg als Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen VI.P und Tourismusverein Prad präsentieren zu dürfen“ bemerkte Peter Pfeifer.
Der Apfelrundweg ist ein abwechslungsreicher Rundwanderweg von knapp 7 Kilometern Länge, auf dem rund 150 Höhenmeter zu überwinden sind. Ausgangspunkt ist nahe dem Dorfzentrum von Prad, unterhalb der St.-Johann-Kirche gelegen.
Der Weg ist nahezu ganzjährig begehbar und eignet sich ideal für Familien, Senioren und Kinder. Mit Ausnahme eines etwas anspruchsvolleren Abschnitts ist der Apfelrundweg größtenteils auch mit dem Kinderwagen gut befahrbar.

Neuer Melkstand auf der Laatscher Arunda-Alm

  • Dachzeile: Laatsch

Auf der Laatscher Arunda-Alm wurde am 19. Juli der neu errichtete Melkstand auf 2.300 Metern Seehöhe offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die moderne Einrichtung ist das jüngste Ergebnis umfangreicher Investitionen, mit denen die Alm in den letzten Jahren fit für die Zukunft gemacht wurde. Neben Verbesserungen an Gebäuden, Weideflächen und Infrastruktur stellt der neue Melkstand einen weiteren großen Schritt in der Weiterentwicklung der Almbewirtschaftung dar. In nur wenigen Wochen realisierten heimische Handwerksbetriebe das anspruchsvolle Projekt.
Der Tag begann mit einer Bergmesse, zelebriert von Abt Philipp von Marienberg, der im Anschluss auch die Alm sowie den neuen Melkstand segnete. Derzeit verbringen rund 60 Kühe s24 5sowie Jungrinder und Schweine den Sommer auf der Arunda-Alm. Der neue Melkstand stellt eine deutliche Verbesserung für ihr Wohl und die Arbeit des Almpersonals dar. Im Anschluss an die Messe wurden die zahlreichen Besucherinnen und Besucher von Senn Sepp Ladurner und seinem Team mit einem köstlichen Alm-Mittagessen verwöhnt. Ein besonderer Moment folgte am Nachmittag: Der erste Käse der Saison wurde angeschnitten und zur Verkostung angeboten. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, sich mit frischem Käse einzudecken – auch die Bauern nahmen ihre ersten Laibe mit nach Hause. Durch die nachhaltigen Investitionen hat sich die Laatscher Arunda-Alm in den vergangenen Jahren zu einer Vorzeige-Alm im Oberen Vinschgau entwickelt. Ein großer Verdienst kommt dabei Präsident Albert Hutter zu, der mit unermüdlichem Einsatz und echter Leidenschaft die Weiterentwicklung der Alm vorantreibt. Dank seines Engagements ist sichergestellt, dass die Alm auch in Zukunft bewirtschaftet und als wichtiger Teil der regionalen Kulturlandschaft erhalten bleibt.
Darüber hinaus ist die Laatscher Alm im Arundatal ein ideales Ziel für Wanderer und Naturfreunde. Wer sich auf den Weg macht, wird nicht nur mit hochwertigem Käse und weiteren Almprodukten verwöhnt, sondern kann sich auch auf eine Mittagsmahlzeit freuen, die direkt auf der Alm zubereitet wird.

Neuer Rad- und Gehweg für mehr Sicherheit

  • Dachzeile: Töll/Partschins

Das Land Südtirol arbeitet gemeinsam mit den Gemeinden Partschins und Algund daran, die Verkehrssicherheit im Bereich Töll zu verbessern. Bereits im vergangenen August konnte die neue Rad- und Fußgängerunterführung in Betrieb gehen und die Ampelregelung auf der Staatsstraße deaktiviert werden (LPA hat berichtet).
Im Rahmen ihrer Sitzung vom 28. November hat die Landesregierung nun auf Vorschlag von Landesrat Peter Brunner die entsprechende Änderung von Amts wegen der Bauleitpläne der Gemeinden Partschins und Algund genehmigt. Die Bauleitplanänderungen umfassen die neue Rad- und Gehwegsunterführung unter der Vinschgauer Staatsstraße (SS38), die neue Etschbrücke und die Verbindung mit dem talseitig entlang der Landesstraße Algund (LS52) verlaufenden Radweg, die Anpassung enger Kurven für eine bessere Sicht und die Aufwertung des Parkplatzes Töll mit neuen Servicebereichen.
„Mit diesem Projekt schaffen wir sichere und attraktive Wege, die die umweltfreundliche Mobilität stärken“, betont der für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sowie Raumentwicklung zuständige Landesrat Peter Brunner. „Wenn mehr Menschen Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen können, ist das ein direkter Beitrag zu Klimaschutz, Lebensqualität und einer nachhaltigen Entwicklung in den Gemeinden.“
In der Vergangenheit hatten auf dem Abschnitt Töll die steigende Zahl an Radfahrenden und die enge Straßenführung wiederholt kritische Situationen verursacht. Der neue Verlauf des Rad- und Gehweges trennt die Verkehrsströme daher klar und sorgt dafür, dass Radfahrende und Autofahrende sich nicht mehr an den gefährlichsten Stellen begegnen.
„Mit diesem Eingriff erhöhen wir die Sicherheit für Radfahrer und Autofahrer und machen einen weiteren Schritt nach vorne in der Gestaltung dieses wichtigen Verkehrsdrehkreuzes“, betont Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Die neue Infrastruktur mache den Abschnitt übersichtlicher und stärke zugleich die Verbindung zwischen Partschins, Algund und dem Marlinger Waalweg.

Offene Türen am Real- und Sprachengymnasium

  • Dachzeile: VINSCHGAU/SCHLANDERS
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Ist der Sprung von der Mittelschule auf die Oberschule wirklich so groß? Was ist spannend, interessant und besonders an unserer Schule? Was ist anders, neu und ungewohnt? Was hätte ich gerne vorher gewusst? Wie sind die Lehrer? Was für neue Fächer gibt es? Wie ist es mit Hausaufgaben? Und: Wer weiß denn so was? Die Schülerinnen und Schüler der 1. Klassen des Sprachen- und Realgymnasiums wussten die Antworten und gaben diese an die MittelschülerInnen weiter. Es war eine neue Station beim heurigen Tag der offenen Tür am vergangenen 22. November 2025 am Real- und Sprachengymnasium und wurde gerne angenommen. Kommunizieren und vernetzen sind die übergeordneten Kompetenzen für die das Sprachengymnasium steht, forschen und experimentieren jene des Realgymnasiums. Viel Bewegung herrschte bis in den Nachmittag hinein. Bei Musik, Kuchen, Kaffee und Häppchen konnten in der Veranda die gewonnen Eindrücke nachwirken. (ap)

Offene Türen in den Fürstenburg

  • Dachzeile: Burgeis/Fachschule für Land- und Forstwirtschaft
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Auf Fels gebaut, unter diesem Motto öffnete die Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg am 29. November 2025 ihre Tore. Eine Begrüßungsgruppe um Direktorin Monika Aondio nahm die Gäste am Eingang in Empfang. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich, unterstützt von ihren Lehrpersonen, bestens auf diesen Tag vorbereitet und gaben einen hervorragenden Einblick in die Vielfalt des schulischen Angebotes mit den Fachbereichen Nutztierhaltung, Obstbau und Forstwirtschaft. Drei Abschlussmöglichkeiten machen den Besuch der Schule besonders attraktiv. Den ersten Abschluss kann man nach der dreijährigen Ausbildung zum Fachmann/zur Fachfrau für Landwirtschaft erwerben. Nach dem vierten Jahr erhält man das Spezialisierungsdiplom zum landwirtschaftlichen Fachberater/zur Fachberaterin. Und das fünfte Jahr schließt mit der Matura ab. Damit öffnen sich die Tore zu den Universitäten. Auf großes Interesse stießen die unterschiedlichen Maturaprojekte. Eines davon zog besonders viele Interessierte an, und zwar jenes, das sich mit der Erfassung der Namen auf alten Klassenfotos beschäftigte. (mds)

Oh mein Gott

  • Dachzeile: Schlanders

Jemand ist verzweifelt. Er will nicht mehr, er kann nicht mehr. Die geheimnisvolle Person, die nur den Anfangsbuchstaben des Namens nennt, hat nur eine Stunde Zeit. Ist es ein Verrückter, ein Künstler oder eine bekannte Person? Ela, eine Psychologin, nimmt sich Zeit und will ihn gleich wieder loswerden. Er hat keine Mutter und keine Geschwister und sagt er sei Gott. Sie glaubt nicht an Gott und ist gleichzeitig irritiert als er aus ihrer Kindheit und über eine Existenzkrise aus ihrem Leben erzählt. Sie sitzen nebeneinander, stehen auf und gehen herum. Ela, gespielt von Katharina Stemberger, geht zurück bis zur Entstehung der Welt. Wolf Bachofner spielt Gott im Sprechtheater „Oh mein Gott“ von Anat Gov, einer Autorin aus Israel. Er will alles beenden und sucht doch Hilfe bei einer Psychologin und schlüpft ab und zu in die Rolle des Therapeuten. Es ist eine unterhaltsame Komödie mit viel Wortwitz, intelligenten Dialogen voller Überraschungen, aber auch mit tiefen philosophischen und theologischen Fragen. Alles war gut als Gott in fünf Tagen die Erde, die ganzen Pflanzen und Tiere erschuf. Wozu erschuf er am 6. Tag den Menschen? Wollte er einen Freund oder nur einen Gärtner, der die Pflanzen bewässert? Wollte er von den Menschen geliebt und bewundert werden oder sollten sie ihn fürchten? Hat Gott Krankheiten, Kriege und Umweltkatastrophen in die Welt gesetzt, damit die Menschen ihn um Hilfe bitte? Und warum musste Kain seinen Bruder erschlagen? Warum wurde durch die Sintflut nicht gleich alles vernichtet? Wozu die Rettung durch die Arche Noah? Und was soll die Geschichte von Hiob, diesen frommen und gottesfürchtigen Mann, der alles verloren hat? Ela stellte Gott diese Fragen und meinte, dass er nicht tot, sondern nur krank ist. Er hat seine Allmacht verloren, sich zurückgezogen und der Welt seinen Lauf gelassen. Aber in dem Moment, wo er Schwächen zeigt, ist er fähig zu lieben und kann Mitgefühl zeigen. Kann das die Welt retten und auch die Rettung für die Menschen sein? (hzg)

Partschins lädt auf seinen Kirchplatz

  • Dachzeile: Partschins
  • Weitere Fotos - 1: Partschins hat zum kleinen und feinen Adventsmarktl auf den Kirchplatz geladen
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Die rund 20 beschaulichen Marktstände am Partschinser Kirchplatz haben am 1. Adventssonntag Handgemachtes, Hausgemachtes, Kreatives und vor allem nicht Alltägliches geboten. Von Holzgeschitztem, über Tonkreationen, von selbst genähter und gestrickter Kinderbekleidung, bis hin zu Speck und Würste, Kreatives aus Wachs, selbst gefertigte Krippen und vielem mehr war in Partschins alles zu haben. Jedenfalls wohltuend China- und plastikfrei. Zum mittlerweile zur Tradition gewordenen Partschinser Adventsmarkt wurde heuer am 30. November, am ersten Adventssonntag, geladen und dieser Einladung sind viele vor allem Einheimische gefolgt. Das Schreibmaschinenmuseum hatte seine Tore geöffnet und hieß Besucher:innen willkommen, für Getränke, Kuchen und Wärmestationen war auf dem Kirchplatz gesorgt und diese Angebote wurden auch weidlich und gerne genutzt. Als Treffpunkt für die Partschinser erfüllt der Adventsmarkt den Auftakt für die Adventszeit und das Glühweinstandl bzw. das Adventsstandl bleibt auch an den Wochenenden gerne in Anspruch genommener Anziehungspunkt. Und wo sich die Einheimischen wohlfühlen, wo viele Ratscher möglich sind, gesellen sich mit von Jahr zu Jahr zunehmender Zahl Gäste von auswärts, überwiegend Freunde und Leute aus der Umgebung, die das Kreative schätzen.
Am 13. Dezember gibt es in der Pfarrkirche zu Peter und Paul um 19.00 ein besinnliches Adventssingen und am 20. Dezember von 20 bis 24 Uhr eine „Kirchplatzfete“. (eb)

Patergartl soll wachsen

  • Dachzeile: Schlanders
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Vor einem Jahr ist der Gemeischaftsgarten Patergartl im Kapuzineranger in Schlanders gestartet. Auf einer kleinen Fläche und im dort leer stehenden Glashaus wurden etwa Kartoffeln, Tomaten, Melanzane oder Gurken angepflanzt. Beackert wurde nur ein Bruchteil jener Fläche, die eigentlich als Gemeinschaftsgarten im Projekt Kapuzineranger vorgesehen ist.
„Der Grundstein ist gelegt, die Idee geboren und diese soll weiter wachsen“, sagten vergangenen 22. Februar 2026 Ingrid Gurschler und Helga Karner bei der Vorstellung des Gemeinschaftsgartens im Avimundus. Beide sind Mitglieder im Verein Gemeinschaftsgarten Patergartl, der aus der Initiativgruppe hervorgegangen ist und vor einem Jahr gegründet wurde. Gurschler: „Dies ist ein bedeutsamer Abend. Wir freuen uns, dass nach einem langen Weg des Suchens und Zusammenfindens der Gemeinschaftsgarten seinen Platz im Kapuzineranger gefunden hat. 2025 haben wir das Areal kennengelernt und Organisatorisches erkundet. Wir haben es jetzt an die Zeit befunden an die Öffentlichkeit zu gehen: Was daraus geworden ist und was noch daraus werden soll.“ Karner: „Wir sind in der glücklichen Lage im Zentrum von Schlanders einen Gemeinschaftsgarten aufbauen zu dürfen. Das ist einzigartig.“Das Projekt soll wachsen, die Mitgliederzahl ebenso. Acht Mitglieder zählt der Verein derzeit.
Neben dem Gemeinschaftsgarten stehen auch Mietbeete zur Verfügung. Voraussetzung dafür ist die Mitgliedschaft und Mitarbeit im Gemeinschaftsgarten. Die Mitgliedschaft kostet 30 Euro, so sieht es das Reglement des Vereins vor. Regeln und eine klare Kommunikation sind für ein reibungsloses Miteinander im Gemeinschaftsgarten wesentlich. Das betonten Brigitte Gritsch vom Gemeinschaftsgarten Staben und Evi Keifl, die einen Dokumentarfilm über Gemeinschaftsgärten in und außerhalb Südtirols gedreht hat und der den Interessierten im Avimundus einen umfassenden Einblick gab. Das Reglement für das Patergartl sieht zudem eine ökologische Bewirtschaftung vor. Die Botschaft des Abends war klar: „Es ist ein Abenteuer und wir würden uns freuen, wenn neue Interessierte dazustoßen würden.“ (ap)

Projektwoche Vice Versa

  • Dachzeile: Laas/Marmorfachschule
  • Weitere Fotos - 1: Teilnehmer:innen aus 4 Ländern bearbeiteten Marmorsteine zum Thema „Kopf“.

Vernetzung und Austausch sind wichtige Schlüsselbegriffe unserer Zeit. Diese Vernetzungen erfolgen häufig digital über Plattformen. Die Marmorfachschule Laas pflegt seit 2017 ein Netzwerk junger Bildhauerei. Aber nicht digital, sondern real. Bereits zum achten Mal trafen sich 25 Teilnehmer:innen aus 13 Holzbildhauerschulen aus vier Staaten: Österreich, Schweiz, Deutschland und Italien. Sie kamen aus: Empfertshausen (Thüringen), Bischofsheim (Hessen), Oberammergau (Bayern), Garmisch-Partenkirchen (Bayern), Elbigenalp (Tirol), Brienz (Kanton Bern), Flensburg (Schleswig-Holstein), München (Bayern), Hallein (Salzburg), Berchtesgaden (Bayern), Hallstatt (Oberösterreich), Innsbruck (Tirol) und aus Gröden - St. Ulrich (Südtirol). Das Projekt heißt Vice Versa, im gegenseitigen Wechsel, in einem fruchtbaren Austausch. Alle kamen mit einem Gipsmodell zum Thema „Kopf“. Vom 1. bis 6. Dezember wurde den ganzen Tag gearbeitet. Die Bruchbetreiber in Laas und Göflan stellten den Marmor zur Verfügung und am Nikolaustag konnten alle mit der fertigen Skulptur wieder nach Hause fahren. In der Projektwoche gab es auch einen Atelierbesuch beim Steinbildhauer und Künstler Elias Wallnöfer aus Laas. Am 4. Dezember lud Virginia Tanzer, die Direktorin des Berufsbildungszentrums Schlanders und der Marmorfachschule, zusammen mit den beiden Fachlehrern für Steinbearbeitung, Bernhard Grassl und Andreas Wieser und Evelyn Kuppelwieser, Fachlehrerin für Entwurf & Gestaltung, zu einem Ateliergespräch und zur Zertifikatübergabe. Die Direktorin dankte allen und wünschte viel Freude beim Arbeiten mit Holz und Stein. (hzg)

Schützenspiel in Mals

  • Dachzeile: Mals/Fasching

Es ist ein besonderer Faschingsbrauch, den alle Malser bestens kennen. Das Schützenspiel der Malser Grundschulkinder gibt es angeblich bereits seit 1866 und wird jährlich von den Grundschülern der 5. Klasse aufgeführt. Gab es einmal zu wenig Buben, durften auch die Schüler der 4. Klasse mitmachen. Angeführt von einem Hauptmann, zieht die ganze Kompanie mit den Soldaten, den Schützen, dem Fähnrich und Trommler, begleitet von verschiedenen Handwerkern, durch das Dorf. Auf den Plätzen nehmen sie Aufstellung. Dann wird gesungen und jeder einzelne sagt seinen Spruch auf, indem er sich vorstellt, seine Bedeutung in der Dorfgemeinschaft hervorhebt, seine Not und den geringen Verdienst beklagt und betont, wie arm das Dorf wäre, wenn es ihn nicht geben würde. In den vergangenen Jahren wurde das Schützenspiel als Schulprojekt durchgeführt. Die Buben und seit einigen Jahren auch die Mädchen der 5. Klasse lernten die Sprüche und Lieder mit ihren Lehrpersonen ein und zogen an einem Schultag vor dem Unsinnigen durch das Dorf. Auch dieses Jahr wurden die Plakate, die Lieder und Sprüche in der Schule vorbereitet. Die Schüler:innen meldeten sich freiwillig und zogen dann am Unsinnigen Donnerstag nach der Schule mit einigen Eltern durch das Dorf. Aufgrund der besonderen Situation im heurigen Schuljahr haben sich nur 11 Kinder anstatt rund 20 Kinder am Schützenspiel beteiligt. Aber den Eltern war es wichtig, dass die alte Tradition, dieser besondere Faschingsbrauch, auch heuer aufgeführt wird. Kurz nach 10 Uhr startete die Gruppe beim Gemeindehaus und ging weiter zum Café Fritz und machte dann Halt beim Despar Rungg, Hotel Greif, Grauen Bär, Hauptplatz, Despar Windegger, Gasthaus zum Hirschen, Kinoplatz und zurück zum Hauptplatz, wo der Dorfrundgang um 12:00 Uhr endete. Viele Malser freuten sich, das Schützenspiel wieder zu erleben, sie hörten aufmerksam zu und gaben auch gerne eine kleine Spende. (hzg)

SelberGmocht Markt: wertvoll und regional

  • Dachzeile: Schlanders
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Das Wetter war ideal zum „marktln“. Ein buntes Potpourri an handgefertigten und außergewöhnlichen Produkten, regional, einzigartig und wertvoll, machten den SelberGmocht-Markt am vergangenen 30. August 2025 einmal mehr besonders. Und es kamen wiederum zahlreiche Gäste, die das zu schätzen wissen, was kreative Menschen hier – vor Ort – produzieren, fertigen und zum Verkauf anbieten. Bereits zum sechsten Mal fand der Eventmarkt SelberGMOCHT im Herzen von Schlanders statt. Bis in den Nachmittag hinein stellten zahlreiche Südtiroler Aussteller ihre Waren aus. Für Speis und Trank sorgten - u.a. bei Brass-Klängen - die lokale Gastronomie und Simons Smoker. (ap)

Soziales Engagement und Mobilitätswoche

  • Dachzeile: Prad am Stilfserjoch
  • Weitere Fotos - 1: Das Mitarbeiterteam der Raiffeisenkasse Prad-Taufers hilft bei der Kornernte in Stilfs

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie wurden in der Raiffeisenkasse Prad-Taufers in diesem Jahr wiederum konkrete Maßnahmen umgesetzt. Ob beim Korn schneiden auf einem Bergbauernhof, beim Projekt mit der Grundschule Glurns, „Musizieren mit der Musikkapelle“ oder bei der Mithilfe im Altersheim - kein Aufwand war zu groß. Im September beteiligten sich 21 Mitarbeiter*innen an der globalen Umweltinitiative „World CleanUp Days“. Vom Hauptsitz der Raiffeisenkasse Prad-Taufers aus machten sie sich auf den Weg, um das Dorf sowie die Wander- und Radwege von Müll zu befreien. Dabei wurden Zigarettenstummel, Papiertaschentücher, Plastikflaschen, Autofelgen sowie Schuhe und Schuhsohlen aufgesammelt. Mit diesem sozialen Einsatz von insgesamt über 100 Stunden freiwilliger Arbeit setzen die Mitarbeiterinnen Und mitarbeiter der Raiffeisenkasse Prad-Taufers ein deutliches Zeichen für die Zukunft und ergänzten ihre Büroarbeit nachhaltig durch soziales Engagement. Die Verantwortlichen der Raiffeisenkasse Prad-Taufers bedanken sich ganz herzlich bei allen, die Anfang Juni an der Mobilitätswoche teilgenommen haben und damit ein starkes Zeichen für nachhaltige Fortbewegung gesetzt haben. Es wurden Fahrgemeinschaften gebildet, der öffentliche Nahverkehr genutzt, und viele haben längere Strecken auch mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dieses Engagement zeigt, wie einfach es sein kann, nachhaltige Mobilität in den Alltag zu integrieren. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen noch immer auf diese Weise zur Arbeit. (mds)

Spende für den guten Zweck übergeben

  • Dachzeile: Schluderns

Das Organisationskomitee der traditionellen Beachfete in Schluderns hat heuer ganz spontan die Gestaltung der Feier „Liebgoldenen Weihnacht“ übernommen, die sonst nicht mehr wie bisher organisiert worden wäre. Und alle haben sich bei den Vorbereitungen mächtig ins Zeug gelegt. Es wurde dieses Mal ein etwas anderes Fest. Die Musik war modern weihnachtlich arrangiertert worden ohne der advemtlichen Stimmung Abbruch zu tun. Neben dem Christbaum stand natürlich auch ein Palme, die seit jeher das Symbol der sommerlichen Beachfete ist.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher gaben den Veranstaltern und ihrem Team dann auch die Ehre. An den Marktständen der regionalen Anbieter kauften die Gäste kulinarische Köstlichkeiten und kunsthandwerkliche Gegenstände. Sie lauschten den Erzählungen, unter anderem vorgetragen von Mitgliedern der Theatergruppe Schluderns. Sie tranken Heißgetränke und genossen die vorweihnachtliche Stimmung bei einem „Hoangort“.
Die Organisatoren nutzten die Feier zur Übergabe eines Schecks von 5.000 Euro für den guten Zweck. Das Geld hatte das Beachkomitee, der Sportverein, der Schemenverein und die Schützenkompanie Schluderns bereitgestellt. Die Summe wurde in drei Teile gesplittet und ging an „Südtirol hilft“, an den „Bäuerlichen Notstandsfond“ und an eine Familie mit einem kranken Kindern.
Der Dank des OK-Teams der Beachfete geht an alle freiwilligen Helferinnen und Helfer. Diese haben bei den unterschiedlichen Veranstaltungen dazu beigetragen, die Spenden zu generieren. Ein großer Dank geht auch an die Sponsoren. Diese sind auf https://www.facebook.com/share/18LLm3M4He/ aufgelistet. (mds)

Spendenrekord bei Primelaktion

  • Dachzeile: Martell

1.632,70 Euro für Südtiroler Brustkrebsforschung gesammelt: Auch in diesem Jahr beteiligte sich der Gemeindefrauenausschuss Martell gemeinsam mit dem KVW Martell an der landesweiten Primelaktion der SVP-Frauen. Am 22. Februar wurde in der Pfarrkirche das Patrozinium zur Heiligen Walburga gefeiert. Im Anschluss daran konnte im Bürgerhaus bei der Walburgafeier gegen eine freiwillige Spende ein Frühlingsgruß mit nach Hause genommen werden.
Mit den Spendengeldern wird eine Südtiroler Forschungsstudie unterstützt, die die Wirksamkeit verschiedener Behandlungsmethoden für Brustkrebspatientinnen untersucht. Das Ziel der Studie besteht darin, die Nebenwirkungen taxanhaltiger Chemotherapien auf das periphere Nervensystem zu reduzieren und die Lebensqualität der Patientinnen während und nach der Behandlung zu verbessern. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der Brixner Primaria Dr.in Sonia Prader. In diesem Jahr konnten 1.632,70 Euro überwiesen werden. „Die Primelaktion läuft in unserer Gemeinde jedes Jahr sehr gut, heuer konnten wir sogar einen neuen Spendenrekord erzielen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen für die zahlreichen Spenden“, schreiben die Mitglieder des Gemeindefrauenausschusses und des KVW Martell in einer Aussendung.

Theater mit Schneewittchen und dem hl. Martin

  • Dachzeile: St. Valentin a.d.H./Schluderns
  • Weitere Fotos - 1: Christl Stocker Perkmann bei der Inszenierung des Martinspiels in Schluderns

Die Theaterbühne St. Valentin auf der Haide bringt in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Familienverband KFS das Märchen „Kein Apfel für Schneewittchen“ auf die Bühne. Premiere ist der Samstag, 15. November 2025 um 19.30 Uhr im Vereinshaus von St. Valentin a. d. Haide (weitere Aufführungen: siehe Theaterwind).
Die größte Herausforderung bei der Inszenierung war, die Probentermine zu finden. Alle 14 jungen Schauspielerinnen und Schauspieler gemeinsam zu den Proben auf die Bühne zu bekommen war nur schwer zu schaffen. Das sagt die Regisseurin der Theterbühne Hedwig Probst. Denn die Kinder sind fast an jedem Nachmittag zeitlich an irgendwelche Freizeitangebote gebunden, beispielsweise bei unterschiedlichen Sportaktivitäten, in der Musikschule, beim Nachhilfeunterricht und so weiter.
Dieselbe Erfahrung musste kürzlich auch die Regisseurin der Theaterbühne Schluderns, Christl Stocker Perkmann machen. Sie inszenierte ebenfalls zusammen mit dem KFS ein Martinsstück in der Kirche. Und sie kam zum Schluss: „Es ist wegen der vielen Termine der Kinder nur noch schwer möglich, mit ihnen ein Theaterstück zu inszenieren.“
Doch nichtsdestotrotz, die Auffführung gelang schließlich doch. Die zehn Kinder überzeugten am vergangenen Dienstag, dem Martinstag in der Schludernser Pfarrkirche mit ihrem beherzten Spiel. Dieses fügte sich in den Wortgottesdienst, geleitet von Loise Ritsch, und drehte sich um das Teilen.
Auch das Märchenspiel in St. Valentin hat die besten Voraussetzungen ein Erfolg zu werden. (mds)

Theater: ....und die Nacht war still

  • Dachzeile: Juvi - Jugendtheater Vinschgau
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„A Gschicht isch a Gschicht, ober stellt sie enk vor, donn wert sie Wirklichkeit.“ Die jüngste Juvi-Produktion „Und die Nacht war still“, „isch a Gschicht über a bekonnte Gschicht, a Gschicht über an Moment, der Himmel und Erde verändert, es isch der Sturm nach der Ruhe.“
Begeisterungspfiffe und viel Applaus gab es am Premierenabend, den 18. Dezember 2025 für die elf Juvis, die Spielerinnen und Spieler des Jugendtheaters Vinschgau. Sie wussten die Bühne im Kulturhaus Schlanders zum Leuchten und das Publikum zum Träumen zu bringen.
Denn glaubst du an Magie? Sprichst du mit den Kühen über das Wetter? Tanzt du im Regen? Das Leben in Mariapfarr im Jahre 1816 – mitten im Krieg – ist alles andere als einfach. Licht in die Dunkelheit bringt eine junge Lehrerin eigentlich eine Haushälterin, die anders ist. Denn Veränderung entsteht wenn jemand etwas anders macht und anders ist auch eine Form von richtig. Die Weihnachtsbotschaft von Autor, Regisseur und Spieler Daniel Trafoier am Ende des Abends war klar: Träumt. Alles ist möglich, wenn ihr es euch vorstellt. Stille Nacht. Heilige Nacht. Ein Lied mit einer abenteuerlichen wie gelungenen Interpretation. (ap)

Theater: Das etwas andere Märchen begeistert

  • Dachzeile: Heimatbühne St. Valentin a. d. H.
  • Weitere Fotos - 1: das Schneewittchen und die böse Königin

Die Verantwortlichen der Heimatbühne St. Valentin und die des Katholischen Familienverbandes konnten sich über den großen Erfolg das Stück „(K)ein Apfel für Schneewittchen“ von Werner Schulte freuen, das im November aufgeführt worden war. Der Andrang war groß. Es waren vor allem Eltern mit ihren Kindern, die zu den Aufführungen kamen. Es musste sogar eine Zusatzaufführung eingeschoben werden. 14 Kinder im Alter von acht bis 14 Jahre probten seit September mit den Akteuren der Heimatbühne, die für Regie, Bühnenbau und Beleuchtung sorgten, und mit Helferinnen und Helfer vom KFS. Oft war es schwer Termine zum Proben zu finden, weil die Kinder viele andere Verpflichtungen haben. Zum Inhalt: Alles war scheinbar so wie im klassischen Märchen der Brüder Grimm, das schöne Schneewittchen, die sieben Zwerge, die neidische Königin, der Jäger. Und doch war alles anders. Der Apfel, der Schneewittchen tötet, war nicht vergiftet. Denn Kinder von außen mischten im Geschehen mit. Sie tauschen den Apfel aus und retteten das Schneewittchen.
Die Kinder spielten lebendig, herzerfrischend und mit großer Begeisterung. Zum Abschluss wünschten sich die Kinder eine gemeinsame Nacht im Vereinshaus. (mds)

Theater: Das hat man nun davon...

  • Dachzeile: Theaterverein Schlanders
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Wahnsinnig stellen: Das ist gar nicht so einfach. Und in einem Finanzministerium erst recht nicht. Denn die einzige Erklärung, die ein Finanzministerium kennt, ist die Steuererklärung. Und Rückgrat gibt es in der Anatomie, aber nicht in der Politik. Er ist das letzte Glied der traurigen Kette, der Beamte Willi Winzig, hervorragend gespielt von Stefano Tarquini. Er, der kleine Beamte, muss schuften und die Schufte… Denn in der Behörde ist es wie im Theater: Ein paar arbeiten und der Rest schaut zu.
Szenenapplaus und viele Lacher gab es bei der Premiere des Theatervereins Schlanders am vergangenen 5. November 2025. „Das hat man nun davon“, die Komödie von Heinz Erhardt, sorgte rundum für Unterhaltung im proppenvollen Kulturhaus.
Köstliches Mienenspiel gab es nicht nur von Tarquini, der übrigens eine Wahnsinns-Textportion zu stemmen wusste, sondern auch von Mara Siller als fleißig verliebte Sekretärin, Susanne Resch Vilardo in der Rolle des Geizhalses und Lisa Pöder als umgarnte Tierärztin. Ivan Adami überzeugte als Dr. Senn mit Ein- in Notfällen, Franz Steiner als Dr. Kühlender, der sich als Finanzminister mit Kühen aber nicht mit Finanzen auskennt und plötzlich von Dr. Finz (Elfriede Gruber) abgelöst wird, weil sich das mit der Entwicklungshilfe für Ali Ben Agar Nemzich (Martin Pedross) dann doch als undankbare Aufgabe erwies. Regie führt Daniel Clemente, „ohne den“, so Obmann Tarquini, „wir nicht wüssten, was wir täten.“
Und was hat man nun davon? Köstliche Unterhaltung, witzige Dialoge und spritziges und lustiges Theaterspiel. (ap)

Theater: Die drei Eisbären

  • Dachzeile: Heimatbühne Tschengls
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Ein echter Komödienklassiker sorgt im Kultursaal von Tschengls für heitere Unterhaltung. Das Stück von M. Vitus wurde bereits 1958 von der Heimatbühne des Dorfes einstudiert und zählt zu den bekanntesten Lustspielen im Alpenraum. Im Mittelpunkt stehen drei eingefleischte Junggesellen, die der Frauenwelt abgeschworen haben und im Dorf daher als die drei Eisbären bekannt sind. Ruppig im Umgang, wenig eitel im Erscheinungsbild und zufrieden mit ihrem abgeschiedenen Leben auf dem Hof: So geben Johann Thurner, Alexander Januth und Fabian Andres den Brüdern ein herrlich kauziges Gesicht. Ihre Ruhe wird allerdings regelmäßig gestört: Sei es durch den geschäftstüchtigen Viehhändler Franz Laimer (Florian Peer), der ihnen die schlagfertige Fanny (Ulrike Valentin) vermitteln möchte, oder durch ein Findelkind, das plötzlich vor der Tür liegt. Ihre Haushälterin Touna (Roswitha Tappeiner) ist außer Gefecht und will vom Kinderaufziehen ohnehin nichts mehr wissen. Auf den Rat des Pfarrers hin zieht die junge Leni (Jana Peer) schließlich auf den Hof, um Kind und Haushalt in Ordnung und die Herzen der eigentlich so heiratsscheuen Junggesellen in Unordnung zu bringen...
Der Schwank punktet mit klaren Spielabläufen, unaufdringlichem Humor für alle Altersklassen und einer Geschichte, die die Sehnsucht nach dem Einfachen weckt. Das lebhafte Ensemble beeindruckte mit präziser Mimik und treffsicheren Pointen, wofür es bei der Premiere mit viel Gelächter und kräftigem Applaus belohnt wurde. Bei Martin Spechtenhauser liefen die Fäden der Regie zusammen.
Maria Raffeiner

Theater: Grandios gespieltes Schauspiel

  • Dachzeile: Theater Schluderns
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Vorneweg: Allein schon wegen des grandiosen Bühnenbilds begeistert die Theaterbühne Schluderns heuer mit dem Stück „Die Brüder aus der Eccles Street“. Inhaltlich ist alles drinnen: Liebe, Lügen, Betrug, Streit. Was dem einen bekommt, ist Gift für den anderen. Dem einen Bruder seine Frischvermählte, ist dem anderen seine Hure aus der Vergangenheit. Man kann greifen, dass diese Sache nicht gut gehen kann. Regisseurin Christl Stocker Perkmann weiß einmal mehr, jede Rolle perfekt auf den Leib zu schneidern. Caroline Trafoier (Ruby), Michael Stauder (Eddie Gale), Martin Klotz (Ricky Gale), Zuzanna Kuchelbacher (Minnie), Tina Pali (Linda) mit Barbara Donner, Christian Überbacher und Holger Gunsch liefern ein großartiges Schauspiel ab, das - ganz nebenbei bemerkt - bereits 1971 in Schluderns auf die Bühne gebracht wurde. (ap)

 

Nächste Aufführungen:

Samstag, 07.02.26 um 20.00 Uhr

Sonntag 08.02.26  um 17.00 Uhr

Reservierung:  339 76 00113

Theater: Komödie für die zugfreie Zeit

  • Dachzeile: Heimatbühne Burgeis
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Mit einer an den Vinschgau angepassten und schmissigen Darbietung der Komödie „Es fährt (k)ein Zug nach nirgendwo“ von Winnie Abel (auf Vinschger und Südtiroler Verhältnisse hin bearbeitete Fassung von Ludwig Fabi) hat die Heimatbühne Burgeis das Publikum bei der Premiere am Freitag, den 21. November einen stimmig vergnüglichen Abend bereitet. Die Rollen in der Bahnhofskomödie waren den Schauspielerinnen und Schauspielern von Burgeis quasi auf den Leib geschneidert und die haben diesen Umstand mit starker Bühnenpräsenz und großer Lust am Spiel schauspielerisch zu nutzen gewusst. Die direkten Interaktionen mit dem Publikum zu Beginn des Stückes und die indirekten während der Aufführung fanden Wohlgefallen und Belustigung. Der Regisseur Ludwig Fabi hat das Stück (passend zur Elektrifizierung der Vinschger Bahn, passend zum verlotterten Bahnhof in Meran, passend zu den Verzögerung in den vergangenen Jahren) mit lokalkritischer und humoristischer Würze versehen und auch damit für Lacher, Schmunzeln und Nachdenken gesorgt. Ort des Geschehens und ohne Bühnenwechsel war der Bahnhof in Meran. Im familiären Rahmen des Kulturhauses von Burgeis wurden alle Arbeitsschritte der Heimatbühne, vom Bühnenbau bis zur Schminke sichtbar und zelebriert.
Am Freitag, den 28. und am Samstag den 29. November gibt es um 20 Uhr noch zwei Aufführungen. Unter 379 333 6509 kann reserviert werden. (eb)

Theater: Scharfzüngige und pointenreiche Komödie

  • Dachzeile: Heimatbühne Taufers i. M.
  • Weitere Fotos - 1: die Schwiegermütter Sieglinde Hirschberger und Monika Grass in lautstarkem Dialog

Die Heimatbühne Taufers i. M. feierte am vergangenen Samstag unter der Regie von Elena Calo‘ Premiere des Stückes „Der dressierte Mann“ von John von Düffel. Der Autor hat Esther Vilars Skandalbuch aus den 1970er Jahren zu einer Komödie umgeformt. Pointenreich, scharfzüngig und mit Situationskomik wirbeln die vier Akteure auf der Tauferer Bühne bekannte Rollen-Klischees durcheinander. Und es stellt sich die Frage: Sind in Wahrheit nicht die Frauen, sondern die Männer das unterdrückte Geschlecht?
Kurz zum Inhalt: Bastian (Davide Brighenti), ist eingeengt zwischen seiner Freundin Helen (Karin Rufinatscha), der Schwiegermutter (Monika Grass) und der eigenen Mutter (Sieglinde Hirschberger). Er plant Helen einen Heiratsantrag zu machen, als diese ihm mitteilt, dass sie auf der Karriereleiter hochsteigen kann, was sich eigentlich Bastian erhofft hat. Die Beziehung gerät aus den Fugen. Die beiden Mütter entwickeln ihre eigene Strategie für das junge Paar.
Das Publikum amüsierte sich und bedachte die Theatergruppe mit kräftigem Applaus. Beim anschließenden köstlichen Premiere-Buffet, spendiert vom Chef des „Hotels Tuberis“ Andreas Steiner, gab es großes Lob für die gelungene Umsetzung des doch recht anspruchsvollen Stückes. (mds)

 

Nächste Aufführungen
Schulturnhalle Taufers i. M.:
Samstag 15.11. - 20.00 Uhr;
Sonntag 16.11 - 17.00 Uhr;
Mittwoch 19.11. - 20.oo Uhr;
Samstag 22.11. - 20.00 Uhr
Reservierung: 375 101 0612
(ab 18.30 Uhr)