Tagung für Lehrpersonen: Mathematik von der Antike bis zur Gegenwart

Der Referent Matthias Ludwig, Professor für Didaktik der Mathematik an der Goethe-Universität in Frankfurt, ging darauf ein, wie man Mathematik im Freien anwenden kann; dabei bezog er sich auf Beispiele und Hilfsmittel von der Antike bis zur heutigen Zeit. (Foto: LPA/Margit Pichler) Der Referent Matthias Ludwig, Professor für Didaktik der Mathematik an der Goethe-Universität in Frankfurt, ging darauf ein, wie man Mathematik im Freien anwenden kann; dabei bezog er sich auf Beispiele und Hilfsmittel von der Antike bis zur heutigen Zeit. (Foto: LPA/Margit Pichler)

"Mathematik im Freien" war eines der Themen, mit dem sich Mathematik-Lehrpersonen bei einer Tagung der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion Ende vergangener Woche befasst haben. 

Der Einsatz von Mathematik und digitalen Tools – sowohl im Freien als auch im Klassenzimmer – stand bei einer Tagung für Mathematik-Lehrpersonen der Mittel-, Ober- und Berufsschulen am vergangenen Freitag (12. April) auf dem Programm. Organisiert wurde die Veranstaltung, die am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in Bozen stattfand, von der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion. Neben neuen Inputs zu mathematischen Themen hatten die Teilnehmenden auch die Gelegenheit zum Austausch unter Fachkolleginnen und -kollegen.

Mathematik im Freien

Den Hauptvortrag hielt Matthias Ludwig, Professor für Didaktik der Mathematik an der Goethe-Universität in Frankfurt. Er ging darauf ein, welche Möglichkeiten es gibt, Mathematik im Freien anzuwenden und bezog sich dabei auf Beispiele und Hilfsmittel von der Antike bis zur heutigen Zeit. Dabei ging es unter anderem darum, einen See oder Bergspitzen mit einfachen Hilfsmitteln zu vermessen und maßstabsgetreu abzubilden. Als Initiator verschiedener Projekte, bei denen digitale Tools für didaktische Zwecke im Klassenzimmer und im Freien eingesetzt werden, konnte er auf eigene Erfahrungen zurückgreifen und den Mehrwert für den Unterricht aufzeigen. Insbesondere ging es um das Projekt MathCityMap, bei dem Lehrpersonen die Möglichkeit haben, Mathematiktrails mit den Schülerinnen und Schülern zu durchlaufen oder diese selbst zu erstellen. Die Aufgaben dazu werden anhand von Objekten in Natur und Stadt gebildet, was laut Ludwig die Motivation steigern, aber auch die Merkfähigkeit bei Schülerinnen und Schülern erhöhen soll. 

In der Pause hatten die Lehrpersonen Zeit, diese Technologien auszuprobieren, um zum Beispiel den Umfang der Erde mithilfe von GPS vor dem Schulgebäude zu errechnen oder die Höhe eines Fensters anhand von Spiegel und Zollstock zu bestimmen.

Mathematisches Modell Mensch 

Am Nachmittag konnten sich die Tagungsteilnehmenden untereinander austauschen und die
Inhalte der Veranstaltung vertiefen. In den Workshops von Lehrpersonen für Lehrpersonen wurden verschiedene Hilfsmittel für den Unterricht vorgestellt, ausprobiert und reflektiert sowie grundlegende Anwendungsbeispiele und Möglichkeiten mit Alltagsbezug erarbeitet. Dabei ging es unter anderem um den Menschen als mathematisches Modell und um den Einsatz von Lernplattformen im Unterricht.  

Für Tagungsleiter Daniel Soraruf, der an der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion für den Fachbereich Mathematik zuständig ist, war gerade dieses Setting besonders bereichernd: "Die Vernetzung unter den Lehrpersonen, der direkte Austausch untereinander über erprobte Hilfsmittel und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in Kleingruppen ermöglichen es den Teilnehmenden, kleine didaktische Perlen für den eigenen Unterricht mitzunehmen. Ich hoffe, wir konnten die Lehrpersonen dazu  ermutigen, Neues auszuprobieren."  Monica Zanella, Direktorin am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium und Gastgeberin, wies ebenfalls auf die Bedeutung dieser Veranstaltung hin. Werner Sporer, Inspektor für die Oberschulen an der Deutschen Bildungsdirektion, betonte die Wichtigkeit des Fachs Mathematik, zeigte die anwendungsorientierten Zugänge auf und dankte den Lehrpersonen für ihr Engagement. 

red/jw

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