Sagen Sie mal, Frau Wiener, …

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Mals

…welche politische Entscheidung in Brüssel/Straßburg verbuchen Sie als persönliche Genugtuung?
Sarah Wiener: Es geht manchmal nicht darum, etwas zu erreichen, sondern das Schlimmste zu verhindern. Oder etwas aufzuklären, um eine andere Gesetzeslage zu ermöglichen. Es gäbe natürlich eine Latte von Wünschen, das fängt an mit Mindeststandards auf EU-Ebene für Puten, die es nicht gibt. Auch nicht für Fische und Kaninchen. Oder eine bodengebundene Tierhaltung. Ich möchte, dass das Richtige subventioniert wird, nicht immer das Schlechte, das unsere Vielfalt noch mehr zerstört. Ich würde mir auch wünschen, dass wir Gift- und Zusatzstoffe auf die Wirkung auf unser Mikrobiom untersuchen. Wenn unsere eigene Bakterienvielfalt beeinträchtigt und minimiert wird, sollten wir diese Dinge auch nicht zulassen, sondern verbieten.

… welche Zutat darf derzeit in Ihrer Küche nicht fehlen?
Bevor ich hergekommen bin, hab‘ ich den ersten Rhabarber gemacht, jetzt geht es mit den Erdbeeren los, die Felsenbirnen sind gerade reif! Ich mag sehr gerne Obst, arbeite aber auch viel mit Kräutern. Von Brennnessel über Franzosenkraut hin zur Melde, Vogelmiere, natürlich auch Schnittlauch, Petersilie oder Koriander: Das sind lauter Kräuter, die ich händeweise benutze und in fast jede Speise gebe, ob Eierspeisen, Kartoffelpüree, Suppen oder auf ein weichgekochtes Ei.

… wenn Sie den Blick über den Vinschgau schweifen lassen, was wünschen Sie denn diesem Tal?
Ich würde mir wünschen, dass es eine größere ökologische Vielfalt hat. Dass es nicht nur Monokulturen von Äpfeln und Wein gibt, sondern tatsächlich wieder Gemüse- und Obstbauern. Kleine Produzenten, Käsemeister, Fleischmacher, die die Ausgangsprodukte kennen. So können sie dem Nachbarn Köstliches servieren und ihn stärken, auch finanziell, und somit auch sich selber.
Interview: Maria Raffeiner

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