Dienstag, 13 November 2018 00:00

30% Mehrkosten

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s14 6813Maria Stein/Pfunds - Am Inn an der Gemeindegrenze Prutz/Ried entsteht eines der größten Fließkraftwerke Europas. Beim Fensterstollen bei Maria Stein werden vor Ort Betonteile („Tübbinge“) gegossen. Bei einer Baustellenbesichtigung hat das Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) die Adaptierung des Zeit- und Kostenplanes mitgeteilt: 30 % Mehrkosten.

von Andreas Waldner

Nach Verzögerungen hat das GKI den Zeit- und Kostenplan angeglichen:

Im Rahmen einer Baustellenbesichtigung am Dienstag (30.10.) präsentierte GKI-Geschäftsführer Johann Herdina den aktuellen Baufortschritt. Die Bauarbeiten für das neue Gemeinschaftskraftwerk Inn kämen wieder gut voran, nachdem im ersten Halbjahr 2018 massive Schneemassen und geologische Schwierigkeiten für erhebliche Verzögerungen gesorgt hatten. Die beiden über 1.000 Tonnen schweren Tunnelvortriebsmaschinen legen derzeit wieder gemeinsam bis zu 50 Meter an einem Tag zurück. In Summe sind bereits zwei Drittel des 23,2 Kilometer langen Triebwasserwegs ausgebrochen. Bis Dezember 2019 sollen die Vortriebsarbeiten abgeschlossen sein. Auch auf der Wehrbaustelle in Ovella wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Die Innumlegung Ende September verlief erfolgreich. In den nächsten Wochen stehen die Herstellung der Baugrubenumschließung sowie der anschließende Baubeginn des Dotierkraftwerks am Programm. Die Arbeiten am neuen Krafthaus zwischen Prutz und Ried sind unterdessen abgeschlossen. Aktuell laufen die Rekultivierungsarbeiten. Auf den begrünten Flächen wurden u.a. alte Obstsorten eingepflanzt. Aufgrund des neuen Zeitplans müssen auch die Errichtungskosten weiter angepasst werden. 2015 wurde noch von einem Investitionsvolumen von 461 Millionen ausgegangen. Diese Summe wurde bereits 2017 auf 534,5 Millionen Euro korrigiert. Aktuell gehen die Gesellschafter von 604,9 Mio. Euro aus, was insgesamt Mehrkosten von 30 Prozent gegenüber dem ursprünglichen Plan bedeutet. „Dabei ist auch eine Risikoreserve eingeplant, wobei wir aber davon ausgehen, dass wir nicht die ganze Risikovorsorge benötigen“, zeigt sich Herdina optimistisch. Nach Inbetriebnahme wird das neue Kraftwerk über 400 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr erzeugen. Das entspricht dem Stromverbrauch von rund 90.000 Haushalten. Mit der Übernahme der Anteile der Verbundgesellschaft hält die TIWAG nunmehr 86 Prozent an der Gesellschaft. Die Kartellbehörde hat den Schritt per 5. Juli 2018 genehmigt. Die Engadiner Kraftwerke behalten ihren Anteil von 14 Prozent entsprechend dem Schweizer Erzeugungsanteil unverändert bei.

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