Dienstag, 17 November 2020 14:48

Bauplatz: Haus am Hang - Herausforderung und Privileg zugleich

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Es ist ein außergewöhnliches Einfamilienhaus in der Kirchgasse in Taufers i. M.
Die besondere Architektur besticht durch die gelungene Einbettung des Hauses in das Gelände, durch treffend gewählte, natürliche Materialien, durch ein einzigartiges Wohnklima in Räumen mit grandiosem Ausblick und durch optimale Funktionalität.

Text: Magdalena Dietl Sapelza | Fotos: Martin Pinggera

Auf den ersten Blick könnte man meinen , dass es sich beim markanten Gebäude in sonniger Hanglage am Kirchweg in Taufers i. M. um ein landwirtschaftliches Gebäude handelt, um einen Stadel oder dergleichen. Doch beim genaueren Betrachten wird sofort klar, dass sich hinter der Ummantelung mit Lärchenholz -Streben ein außergewöhnlich attraktives und funktionelles Wohnhaus verbirgt, das allen Ansprüchen des modernen Wohnens gerecht wird und das höchste s38 bau1Wohlfühlqualität bietet. „Durch die Lärchenlatten fügt sich der Baukörper sehr gut in die Landschaft ein. Die Latten dienen tagsüber als idealer Blickschutz von außen. Und von innen aus gesehen öffnet sich ein fast ungetrübter Panoramablick über den Ort Taufers und das Münstertal“, beschreibt Architekt Martin Pinggera vom Architekturbüro „Modunita architects“ in Müstair.

Bereits mit seinem ersten Vorschlag für den Bau des Massiv-Holzhauses traf Pinggera im Herbst 2018 auf Anhieb den Geschmack der Bauherren.
„Die Ideen von Martin haben uns sofort gefallen, und wir haben ihm dann auch freie Hand gelassen“, sagt Bauherrin Vera Spiess. Pinggera erhielt dannnicht nur den Zuschlag für die definitive Planung der Gebäudestruktur, sondern er wurde auch mit der Planung der gesamten Innenausstattung betraut. „Wir durften bis ins kleinste Detail planen, vom Schlafzimmer bis zum Briefkasten“, meint Pinggera.

Die Entscheidung, dem jungen Architekten alles zu übergeben und ihm viel Freiheit zu lassen, sei die beste Entscheidung gewesen, unterstreicht Vera. Und es war die beste Voraussetzung zur Schaffung einer stimmigen Einheit. „Wir haben laufend die einzelnen Baufortschritte besprochen“, erklären die Bauherren. Auf der Suche nach der besten Lösung wurde vor Ort kurz diskutiert und gemeinsam entschieden. „Wir sind immer zu einem Konsens gekommen, denn das absolute Vertrauen zwischen dem Architekten Martin und uns war immer gegeben“, so die Bauherren. „Er war für uns jederzeit erreichbar und hat die Bauaufsicht optimal wahrgenommen“.
Pinggera kümmerte sich um sämtliche bürokratische Angelegenheiten im Zusammenhang mit Baugenehmigungen, Ausschreibungen und vieles mehr. Und er war nach dem Baubeginn im April 2019 fast tagtäglich vor Ort. Martin und Dietrich Spiess koordinierten die Arbeitsschritte und besprachen mit den jeweiligen Handwerkern selbst die kleinsten Details. Es wurde also dafür gesorgt, dass bei den Bauabläufen alles Hand in Hand ging und alles penibel miteinander abgestimmt wurde.
s38 bau2Im Dezember 2019 konnten Vera und Hannes nach nur siebenmonatiger Bauzeit ihr neues Heim beziehen. Am Hl. Abend wurde mit dem großen, rustikalen Tisch noch ein letztes Einrichtungsteil für den Wohnraum geliefert. Pinggera ließ es sich nicht nehmen, beim Aufstellen selbst dabei zu sein und dem Schmied und dem Tischler tatkräftig beim Tragen zu helfen. Anschließend stieß er am Tisch mit ihnen und mit den Bauherren Vera und Hannes mit einem guten Glas Sekt auf das gelungene Gesamtwerk an. „Wir fühlen uns absolut wohl in unserem neuen Haus“, so die Bauherren.
Das ist das größte Kompliment für den Projektanten und für alle am Bau beteiligten Unternehmen.

Das Haus und der dazu gehörende Stadel am Kirchweg in Taufers i. M. ist seit rund 25 Jahren im Besitz der Bauherren. 2018 haben diese entschieden, an diesem schönen und sonnigen Ort eine Einfamilienhaus zu erstellen.
Ursprünglich hatte man daran gedacht, soviel wie möglich von der alten Struktur zu erhalten. Doch das Vorhaben erwies sich angesichts des sehr schlechten Zustandes als nicht machbar. Am ursprünglichen Baukörper war viel zu viel - auch unsachgemäß - herumgebastelt worden. Die Mauern waren faul und brüchig. Deshalb fiel letztendlich die Entscheidung, das alte Gebäude abzureißen und es von Grund auf neu aufzubauen. Dabei waren Bauherren und Architekt jedoch bestrebt, den ursprünglichen Charakter des Hauses in Größe und Form auch im Sinne des Ensembleschutzes zu erhalten. Der Neubau wurde identisch wie das herkömmliche Gebäude in den Hang eingebettet. Die Pläne wurden dann auch ohne Beanstandungen der Baukommission in Taufers i. M. und vom Amt für Landschaftsschutz genehmigt.

„Der Neubau in der Hanglage war für und als Architekturbüro eine Herausforderung und ein Privileg zugleich“, erklärt Pinggera. „Es galt einerseits, den Bau der Topografie des Hanges mit dem angrenzenden Lärchenwald anzupassen und andererseits gleichzeitig ein angenehmes Wohn- und Raumklima zu schaffen.“

Im Architekturbüro wurde ein gelungenes Konzept für den dreistöckigen Bau entwickelt. Dieses bringt nun Privatsphäre und Offenheit hervorragend in Einklang. Für den Bau wurden hochwertige und natürliche Materialien gewählt, wie zum Beispiel massives Lärchenholz, Fichtenholz, Zirmholz, Marmor und Natursteinplatten aus Plima Granit.
Die Wand und Deckenverkleidungen wurden mit glattem Gips verputzt. Das sorgt zusätzlich zur Lichteistrahlung für eine angenehme Leichtigkeit. Alle Bedachungs-und Spenglerarbeiten wurden in Kupfer ausgeführt.

s38 bau3Mit der Ausführung der Arbeiten wurden renommierte Unternehmen aus dem Vinschgau und aus dem Münstertal betraut, darunter die Firma Foffa-Conrad-Holzbau (Valchava), Rainer Bau (Prad), die Schlosserei Stephan Hohenegger (Taufers i. M), Fliesen Daniel Parth (Laas), Holzbodenleger Gorfer Egon (Naturns), Tischlerei Hansjörg Schgör (Taufers i. M.), Dielen Fliri Valentin (Taufers i. M), Electro Auer (Goldrain), Heizung und Sanitäranlagen Bliem (Burgeis), Büro Patscheider & Partner (Mals), BSV- Fenster Türen (Schlanders) um nur einige zu nennen (siehe Anzeigen).
Die Handwerker aller Betriebe haben ihr Fachwissen eingebracht und zur vollsten Zufriedenheit gearbeitet.

Das Gebäude und die Außenfläche sind mit Mauern und beweglichen Metalltoren eingehaust. Neben dem Eingang im Erdgeschoss befinden sich Keller- und Abstellräume sowie die Garage mit drei Stellplätzen. Drei Parkplätze stehen zusätzlich im Freien zur Verfügung. Im Obergeschoss befinden sich Schlafzimmer und Bäder.
Das Dachgeschoss bildet als großer offener Wohnraum das Herz und das Zentrum. Der Raum ist mit massiven, naturbelassenen Holzböden ausgelegt. Große Fensterfronten, ausgeführt in Dreifachverglasung, ermöglichen den unvergleichlichen Ausblick, der für so manchen AHA-Effekt sorgt. Interessant sind die Mauern aus Sichtbeton, in denen sich die Faserung der Holzverschalungen spiegelt. Dem Wohnraum vorgelagert ist eine überdachte Terrasse auf der Westseite und ein Balkon entlang der Südseite. Terrasse und Balkon sind mit Holzdielen aus Zirmholz ausgelegt. Der große Wohnbereich ist geteilt von einer eleganten Küche mit allen technischen Raffinessen. Funktionell sind die dahinter liegenden integrierten Stauräume. Es handelt sich um eine kleine sogenannte „Speis“, die der Hausfrau/dem Hausmann sehr entgegen kommt. Denn dort lassen sich alle möglichen Dinge deponieren, die es in der Küche braucht, von Lebensmitteln bis hin zu Geräten. Der große rustikale Esstisch aus Massivholz wirkt einladend und bietet vielen Gästen Platz.
Auf der Rückseite der Küche an der Ostseite des Wohnraumes lässt sich in Abgeschiedenheit auf der gemütlichen Sofa-Lounge ein Fernsehabend genießen.
Kurzum, der nach allen Seiten offene große Raum vermittelt insgesamt ein Gefühl der Freiheit, und sorgt für ein rundum Wohlfühlgefühl.
Das Haus wurde so geplant, dass die Sonne die Räume im Winter aufheizt und dass deren Einstrahlung im Sommer winkelbedingt abgeschwächt ist. Ausgestattet ist das gesamte Haus mit Fußbodenheizung, die an die Energieversorgung des Tauferer Fernheizwerkes der SEG angeschlossen ist.

Das Haus ist nicht nur was die Planung, die Innenausstattung und die Materialien betrifft ein Highlight, sondern es ist auch mit der modernsten Überwachungstechnik ausgestattet. Über das Smarthome System Loxone, installiert von der Firma Electro Auer, kann alles im Haus aus der Ferne überwacht und gesteuert werden. Die Hausfrau kann beispielsweise einem Postboten die Tore öffnen, wenn dieser ein Paket abgeben will. Sie wird auch informiert, wenn sich ungebetene Gäste im Haus Zutritt verschaffen. Sie kann die Heizung, die Beleuchtung und die Beschattung aus der Ferne regulieren und wird sofort informiert, wenn sich irgendwo Rauch entwickelt oder wenn ein Wasserschaden auftritt (siehe Infokasten).

Vom Wohnraum aus öffnen sich an der Nordseite Glastüren ins Freie. Der dahinter liegende Hang eignet sich bestens, um terrassenförmig von Trockenmauern gestützte Gartenbeete anzulegen. Dort hat auch die uralte Rebe ihren Platz gefunden, die als höchst gelegene Rebe des Landes gilt und jahrzehntelang neben den Haus auf einer Höhe von 1250 Metern Meereshöhe sogar Früchte getragen hat. Die historische Rebe war im Zuge der Bauarbeiten gesichert und versetzt worden. Auch das gute Gedeihen der Rebe unterstreicht die optimale klimatische Lage am Kirchweg. Nun wird sie weiterhin gepflegt, in der Hoffnung, dass sie schon bald wieder Früchte trägt.

 

Technische Daten:
Einfamilienhaus in Wohnbauzone A Kirchweg, Taufers i. M.
Klimahaus Standard A
Architekt und Bauleiter: Martin Pinggera vom Architekturbüro
Modunita architects Müstair
Planung: 2018
Baubeginn: April 2019
Bauende: Dezember 2019
Die am Bau beteiligte Unternehmen kommen aus dem Vinschgau
und dem Val Müstair

 

Smart Home

s38 bauloxoneDas technische System dient der Sicherheit und erhöht die Lebensqualität. Es handelt sich um eine Vernetzung von Haustechnik und Haushaltsgeräten (z.B. Lichtquellen, Jalousien, Heizung, Herd, Kühlschrank und Waschmaschine), sowie um Vernetzung von Komponenten der Unterhaltungselektronik (zentrale Speicherung und Nutzung von Video- und Audio-Inhalten).Von einem Smart Home spricht man auch, wenn sämtliche im Haus verwendeten Leuchten, Taster und Geräte untereinander vernetzt sind, Geräte Daten speichern und einer eigenen Logik folgen können.


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