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Ein Lehrpfad als Maturaprojekt - Spazierend lernen um den Haidersee

  • Vorspann: Der Lehrpfad “Spazierend lernen um den Haidersee” ist das Maturaprojekt 2025 von Jana Angerer. Insgesamt 24 Schautafeln rund um den Haidersee sieht das Projekt vor. Auf der Karte (s. rechts) hat Angerer die Punkte eingezeichnet, wo die Schautafeln den Spaziergängern etwa vom Wasserlauf der Etsch, dem Pumphaus, der Einspeisstation, dem Drache „Eisi“, dem Schlund oder der Pflanzenwelt am Haidersee erzählen könnten. Das Maturaprojekt wäre eine Bereicherung für den Haidersee.
  • Dachzeile: Spezial: Obervinschgau
  • Redakteur: Jana Angerer
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Der Haidersee gehört zu den landschaftlichen Wahrzeichen des Obervinschgaus. Umgeben von Schilfgürteln und mit Blick auf die Ortlergruppe ist er heute ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber. Doch der See erzählt auch von einer Zeit, in der Eis, Fischerei und harte Handarbeit den Alltag der Menschen bestimmten.
Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg war das Eisschneiden am Haidersee wichtig. Ohne Kühlschränke wurden Lebensmittel durch Räuchern, Einsalzen oder Einwecken haltbar gemacht. Hotels in St. Valentin nutzten Natureis aus dem See, um Fleisch bis zu drei Wochen zu kühlen. Mit Pickeln, Eisenstangen und langen Sägen wurden Eisplatten von etwa 1,5 Metern Länge und 60 Zentimetern Breite aus dem See geschnitten, mit Hakenstangen geborgen und eingelagert. Auch entfernte Orte wurden so mit Eis versorgt.
Am Haidersee gibt es ein sogenanntes Eislöch, ein natürliches Kaltluftgebiet, in dem selbst im Sommer deutlich niedrigere Temperaturen herrschen. Früher nutzten Fischer diesen natürlichen Kühlraum zur Lagerung ihres Fangs, besonders das Kloster Allerengelsberg, das einst die Fischereirechte besaß. Aufgrund der großen Entfernung half es, den Fisch frisch zu halten.
Auch als Lebensraum besitzt der Haidersee große Bedeutung. Die ausgedehnten Schilfbestände bieten zahlreichen Wasservögeln Schutz und Nistplätze. Haubentaucher, Reiherenten und Blässhühner fühlen sich hier ebenso wohl wie verschiedene Zugvogelarten. Unter der Wasseroberfläche leben Renken, Hechte, Barsche und Seeforellen. Gemeinsam mit den artenreichen Wasserpflanzen macht diese Vielfalt den See zu einem ökologisch wertvollen Naturraum.
Nicht zuletzt spielte der Haidersee auch für die Entwicklung des Wintersports eine wichtige Rolle. Bereits vor 1900 trafen sich auf den Filiaunas-Wiesen die ersten Skipioniere zu Wettkämpfen im Skispringen, Langlauf und in der Abfahrt. Daraus entstand 1905 der Skiclub Obervinschgau – der erste Skiclub Südtirols und einer der ältesten im gesamten Alpenraum. Heute setzt der ASV Vinschger Oberland diese lange Tradition fort.
So vereint der Haidersee Natur, Geschichte und Brauchtum. Wer an seinen Ufern unterwegs ist, begegnet nicht nur einer eindrucksvollen Landschaft, sondern auch Spuren der Vergangenheit. Künftig sollen entlang des Rundwegs Informationstafeln aufgestellt werden, die über Geschichte, Eisschneiden, Tier- und Pflanzenwelt sowie weitere Themen informieren. So können Besucher den See nicht nur erleben, sondern auch besser verstehen.

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75 Jahre Musikkapelle Reschen - Ein Klang, der Generationen verbindet

  • Dachzeile: Spezial: Obervinschgau
  • Redakteur: Franz Prieth

Die Musikkapelle Reschen feiert heuer ihr 75-jähriges Bestehen – ein Anlass, der nicht nur die Geschichte eines Vereins würdigt, sondern auch die Entwicklung einer ganzen Dorfgemeinschaft widerspiegelt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 ist die „Rescher Musi“ aus dem kulturellen Leben der Gemeinde Graun nicht mehr wegzudenken.
Die Anfänge der Kapelle liegen in einer schwierigen Zeit: Das Dorf Reschen war durch die Seestauung geprägt und der gesellschaftliche Zusammenhalt musste vielerorts neu aufgebaut werden. Gerade in dieser Phase des Umbruchs setzte ein starkes Zeichen des Miteinanders ein: Unter der Initiative von Padöller Anton und Moriggl Franz wurde die Musikkapelle gegründet. Zehn engagierte Männer legten den Grundstein für das, was sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem lebendigen und erfolgreichen Verein entwickeln sollte. Von Beginn an war die Musik mehr als nur gemeinsames Musizieren – sie wurde zum verbindenden Element der Dorfbevölkerung. Mit großem Einsatz wurden Instrumente beschafft, oft gebraucht und mit viel Idealismus finanziert. Auch die Bevölkerung unterstützte die Kapelle tatkräftig. Ein wichtiger Meilenstein gelang 1960 mit der Anschaffung der ersten Tracht, die nicht nur den äußeren Auftritt prägte, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl stärkte.In den darauffolgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Musikkapelle Reschen kontinuierlich weiter. Zahlreiche Konzerte, Wertungsspiele und Auslandsreisen zeugen von der musikalischen Qualität und dem Engagement der Mitglieder. Ob bei Festzügen in Deutschland, bei Auftritten in Italien oder beim renommierten Oktoberfestumzug in München – die Kapelle vertrat ihre Heimat stets würdig und knüpfte dabei viele Freundschaften.
Ein weiterer bedeutender Schritt war die Eröffnung des neuen Probelokals im Jahr 2000, das den Musikantinnen und Musikanten ein modernes Zuhause bietet. Nur ein Jahr später wurde das 50-jährige Bestehen mit einem großen Jubiläumskonzert gefeiert. Mit der Einführung der historischen Obervinschger Tracht im Jahr 2002 wurde zudem das Bewusstsein für Tradition und kulturelles Erbe weiter gestärkt.
Heute zählt die Musikkapelle Reschen rund 70 aktive Mitglieder und ist ein Paradebeispiel für gelebte Kameradschaft über Generationen hinweg. Besonders stolz ist man auf die intensive Jugendarbeit, die den Fortbestand des Vereins sichert und neue musikalische Impulse bringt.
Das 75-jährige Jubiläum ist somit nicht nur ein Blick zurück auf eine beeindruckende Geschichte, sondern auch ein Ausblick in eine vielversprechende Zukunft. Die „Rescher Musi“ bleibt ein klingendes Symbol für Zusammenhalt, Tradition und die Freude an der Musik. Besonders hervorzuheben ist dabei der starke Rückhalt in der Bevölkerung, der die Kapelle seit jeher begleitet und ihr Wirken nachhaltig stärkt.

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Klostergärten - Heilkräuter als Volksmedizin

  • Dachzeile: Natur&Landschaft
  • Redakteur: Wolfgang Platter am Tag des Hlg. Ulrich, 4. Juli 2026
  • Weitere Fotos - 1: Kamille
  • Weitere Fotos - 2: Johanniskraut
  • Weitere Fotos - 3: Schwarze Königskerze
  • Weitere Fotos - 4: Purpur-Sonnenhut
  • Weitere Fotos - 5: Krautkohl
  • Weitere Fotos - 6: Mischkultur aus verschiedenen Salaten
  • Weitere Fotos - 7: Frauenmantel
  • Weitere Fotos - 8: Färberdistel als Färberpflanze
  • Weitere Fotos - 9: Lein als Faserpflanze

Klöster sind seit jeher Orte des Wissens. Wissen wird in Büchern aufgeschrieben und konserviert. Zu Klöstern gehören von Anfang an Bücher und Bibliotheken. Deshalb verwahren Klöster mit ihren Büchern auch Schätze des Wissens und der Erfahrung. Das Wissen im medizinischen Bereich bezog sich im Altertum und im Mittelalter ganz wesentlich auf die Kenntnis von Heilkräutern und deren Wirkungsweisen. Klostergärten waren und sind deshalb auch Orte, in denen der Anbau und die Verwendung von Heilkräutern Tradition haben.

Die Gärten der Benediktiner-Klöster
Zu den maßgeblichen historischen Dokumenten, welche den Heilpflanzenanbau in den Klöstern der Benediktinerinnen und Benediktiner prägten, gehören der St. Galler-Klosterplan von 820 n. Chr. und das Gedicht „Hortulus“ von Walahfrid Strabo (um 840).
Der St. Galler-Klosterplan enthielt die folgenden 16 Heilpflanzen: Lilie, Rose, Salbei, Raute, Minze, Fenchel, Liebstöckl, Beifuß, Kerbel, noch einmal Salbei, Koriander, Dill, Schnittlauch, Quendel, Bohnenkraut und Polei-Minze.
Im „Hortulus“ von Walahfrid Strabo werden 24 Heilpflanzen aufgezählt. Diese wurden traditionell für die mittelalterliche Klostermedizin genutzt.

Die Landgutverordnung von Karl dem Großen
Unter Historikern ein Begriff ist die Landgutverordnung des Frankenkaisers Karl des Großen. Sie ist aus dem späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert aufgeschrieben. Als Handschrift „Capitulare de villis vel curtis“ ist sie eine Dienstanweisung für die Betriebsführung der Königsgüter auf den reisenden Höfen (Pfalzen). Den Hintergrund bildete vielleicht eine Hungersnot in den Jahren 792/93. Beschrieben werden die Aufgaben der Verwalter sowie die Geräte, Tiere und Pflanzen, die auf den Gutshöfen gebraucht werden. Das rund 70 Kapitel umfassende Dokument sollte die Eigenversorgung sicherstellen und die landwirtschaftliche Produktion im Frankenreich optimieren. Das Kapitel 70 enthält verbindliche Aweisungen, welche Gewächse in den königlichen Gütern anzubauen waren. Die Liste enthält 73 Nutzpflanzen, sowie 16 verschiedene Arten von Obstbäumen und 23 Heilkräuter. Diese Gewächse sollten in allen kaiserlichen Landgütern und Königshöfen angepflanzt werden, um die Ernährung, die medizinische Grundversorgung und den Handel zu sichern. Bei den Obstbäumen wurden Kern- und Steinobst angeführt, aber auch Nüsse, Exoten und weitere Gewächse. Ein paar Beispiele: Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche, Pfirsich, Walnuss, Haselnuss, Mandel, Edelkastanie, Feige, Quitte, Maulbeerbaum, Speierling, Mispel, Lorbeerbaum, Pinie.
Bei den Kräutern und Nutzpflanzen wurde unterteilt in Gemüse und Hülsenfrüchte, Küchen- und Heilkräuter, Blumen und Duftpflanzen, Färber- und Faserpflanzen. Beispiele für Gemüse und Hülsenfrüchte: Kürbis, Gurke, Melone, Salat, Mangold, Sellerie, Lauch, Zwiebel, Knoblauch, Kichererbse, Bohne. Zwei Beispiele für Färber- und Faserpflanzen sind Färberwaid (Isatis tinctoria) und Bockshornklee (Trigonella foenum graecum).

Der Garten von Kloster Marienberg
Der Garten von Kloster Marienberg ist terrassiert an der Außenseite der Klostermauern gegen die Morgensonne angelegt. Der derzeitige Gärtner im Kloster Marienberg ist P. Urs Stadelmann. Ich habe P. Urs in den letzten Juni-Tagen besucht und dabei u.a eine neue und interessante Methode des Anbaues von Speisekartoffeln im Garten kennengelernt. Pater Urs pflanzt die Kartoffeln nicht in Furchen und häufelt auch nicht. Er gräbt für jede einzelne Kartoffel ein einzelnes Loch von ca. 30 Zentimetern Tiefe, schüttet nach dem Aushub einen Kübel Wasser in das Pflanzloch, legt die Kartoffel ein, verfüllt das Loch plan mit Erdreich und rechnet den Gartenboden flach an. P. Urs sagt, er könne von seinem Fenster im Kloster, gleichsam aus der „Vogelperspektive“ die Bodenfeuchte auch nach Wochen ohne Bewässerung noch als runden Kreis im Erdreich erkennen. Er müsse nicht bewässern und er ernte im Herbst große und gesunde Kartoffeln. Dass Kartoffeln ja aus der Pflanzknolle wachsen und Reservestoffe mitbringen, auch auf trockenen Böden fruchten, ist an sich bekannt. Aber dass der Einsatz von Gießwasser auf einen Kübel beschränkt werden kann, war mir neu. Die Genügsamkeit an Wasser mag wohl auch mit der sandig-tonigen Konsistenz des Bodens im Marienberger Terrassengarten, seiner Körnung und Kapillarität zusammenhängen.

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Impressionen von Gianni Bodini 14-2026

  • Dachzeile: Foto
  • Redakteur: Gianni Bodini
  • Redakteur Bild:

In der Krypta von Marienberg - Was ich schon lange vermutete, habe ich vor Kurzem erleben dürfen: zur Sonnenwende dringen die ersten Sonnenstrahlen,
nur für wenige Minuten in den finsteren Raum. Diese magische Stimmung habe ich versucht im Bild festzuhalten.

Foto und Text: Gianni Bodini - www.fotobybodini.it

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