Der Lederer Altar in Latsch

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Der spätgotische Flügelaltar mit dem fast sieben Meter hohen Choraltar zählt zu den wertvollsten, noch bestens erhaltenen Altären Südtirols. Im Jahre 2009 wurden aufwändige Restaurierunsarbeiten abgeschlossen.   links und rechts: Reliefs der Flügelinnenseiten:  die Beschneidung Jesus und die Anbetung der  drei Könige. Der spätgotische Flügelaltar mit dem fast sieben Meter hohen Choraltar zählt zu den wertvollsten, noch bestens erhaltenen Altären Südtirols. Im Jahre 2009 wurden aufwändige Restaurierunsarbeiten abgeschlossen. links und rechts: Reliefs der Flügelinnenseiten: die Beschneidung Jesus und die Anbetung der drei Könige.

Der Lederer Altar in der Spitalkirche Heilig-Geist in Latsch wurde vom schwäbischen Meister
Jörg Lederer um 1520 errichtet. Der gotische Altar gilt als einer der schönsten Flügelaltäre in Südtirol.

von Peter Tscholl

Jörg Lederer (1470 – 1550) war ein deutscher Bildhauer. Über seine Existenz und seine Lebensumstände ist relativ wenig bekannt. Seine Beziehung zum Vinschgau bezeugen mehrere seiner Kunstwerke. So zum Beispiel schuf er den Flügelaltar in Schlanders, von dem nur mehr Einzelfiguren existieren, den Flügelaltar in Hinterkirch bei Reschen, der sich heute in Budapest befindet, den Flügelaltar in der Martinskirche in Göflan und den Flügelaltar der Pfarrkirche von Partschins, von dem sich Reste in der Spitalskirche von Meran befinden. Zu seinen Meisterwerken zählt der Flügelaltar in der Spitalkirche in Latsch. Dieser Altar ist ein Höhepunkt spätmittelalterlichen Kunstschaffens in Tirol.
Der Altaraufbau mit Predella, zentralem Mittelschrein, seitlichen Flügelaltären und abschließendem Gesprenge folgt dem klassischen Aufbau eines spätgotischen Schnitzaltars. Die ursprüngliche Predella, der Unterbau des Altars ging leider verloren und wurde im Jahr 1870 durch einen barocken Tabernakel ersetzt. Hoch oben im abschließendem Gesprenge steht eine Christopherusskulptur. Sie steht in Zusammenhang mit dem ursprünglichen Hospitalsbetrieb und dem damit verbundenen Pilger- und Verkehrsstrom.
Im Zentrum des Flügelaltars ist der Gnadenstuhl der hl. Dreifalftigkeit dargestellt, an seiner Seite sind Johannes der Täufer und der heilige Wolfgang zu sehen. Die beiden Schreinwärter, der Hl. Georg und der Hl. Florian stellen die Verbindung zu den Flügeltafeln her.
Laut dem Historiker Hermann Theiner aus Latsch verwendete Lederer in seinen Werken die Holzschnitte des damaligen Ausnahmekünstlers Albrecht Dürer. Einer der Schreinwächter, der hl. Georg, trägt beispielsweise die Züge des jungen Maximilian nach einem Porträt Dürers.
Die Reliefs der Flügelinnenseiten zeigen die Verkündigung, die Beschneidung, die Geburt Christi und die Anbetung der drei Könige. Die gemalten Tafelbilder der Flügelaußenseiten haben Szenen aus der Passionsgeschichte zum Inhalt: Jesus am Ölberg, die Darstellung Jesus Christus vor Pilatus, die Geiselung und Dornenkrönung. Als Maler der Tafelbilder ist Jörg Mack aus Kaufbeueren nachgewiesen.

Der Grundstein für die Spitalkirche in Latsch wurde 1337 gelegt. Bauherrn waren die Herren von Annenberg. Nachdem das Geschlecht der Annenberger ausstarb, ging die Kirche zunächst auf die Grafen von Mohr über, seit 1759 ist sie im Besitz der Gemeinde Latsch.

Die Spitalskirche und der Lederer Altar sind leider aufgrund von Corona zur Zeit noch nicht öffentlich zugänglich. Besichtigungen sind nur im Rahmen einer Führung möglich.

Laces
L’altare alato della chiesa dell’ospedale di Laces è uno dei capolavori dello scultore tedesco Jörg Lederer. Questo altare è un punto di forza dell’arte tardo-medievale in Tirolo.
Diverse sue opere d‘arte testimoniano il suo rapporto con la Val Venosta. Ad esempio, realizzò l‘altare alato di Silandro, di cui oggi esistono solo singole figure, l‘altare alato di Hinterkirch presso Resia, oggi a Budapest, l‘altare alato della chiesa di San Martino a Covelano e l‘altare alato della chiesa parrocchiale di Parcines, i cui resti si trovano nella chiesa dell‘ospedale di Merano.

 

Informationen: Tourismusbüro Latsch 0473 623109 info@latsch.it

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