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Ein gutes Leben im Dorf

  • Dachzeile: Stilfs/StilZ Festival

Am zweiten Festivaltag in Stilfs wurde auf der Terrasse des Hotels Sonne ab 10 Uhr eine Denkwerkstatt installiert und von Manfred Schweigkofler und Daria Habicher moderiert. Neben Musik von Wolfgang Paulmichl und der Männersinggruppe Stilfs, gab es am Ende der Kurzreferate und Round Table Gespräche eine Wort-Spinnerei als Zusammenfassung des jungen Poetry Slammers Nathan Laimer aus Meran. Unter dem Titel „Aperitivo mit Zukunft: Was braucht ein gutes Leben im Dorf?“, standen zwei Kurzreferate im Zentrum. Der Soziologen Davide Brocchi gab philosophische Anregungen über das gute Leben und die Geografin Lena Zimmermann berichtete über die Ergebnisse ihrer Gespräche mit Bürgern aus Stilfs. Nach Davide Brocchi steht das Dorf für ein menschliches Maß: es ist überschaubar, man kennt und grüßt sich, lokale Bräuche und Traditionen sind wichtige Bindemittel. Dörfer sind Labore für Demokratie, die Mitgestaltung und für Visionen, die von unten kommen. Solidarität und Nachbarschaftshilfe stärken die Gemeinschaft. Die guten Beziehungen unter den Menschen, die sozialen Strukturen sind wichtiger als viel Geld. Wer in der Nähe von Bäumen lebt, der lebt gesünder und zufriedener, so Brocchi. Und was oft vergessen wird: hier gibt es frisches, sauberes Wasser, kostenlos. Wichtig ist, dass die Dorfgemeinschaft weltoffen bleibt und zusammen überlegt: was soll bewahrt werden, was muss sich ändern? Er warnte vor einer Solidarität des Misstrauens und rief dazu auf, offen über Gefühle zu reden, das Unsagbare auszusprechen und auch Widerstand zu leisten. Um ein gutes Leben zu gestalten, muss man eine Kultur des Vertrauens und der Solidarität aufbauen. Lena Zimmermann meinte, dass die Zugehörigkeit, die Ruhe im Dorf, die Steilheit, die Gassen, die Feste und die Bräuche den Ort prägen. Es sind nicht einfach Landschaften, sondern emotionale Räume mit vielen Geschichten und Erlebnissen, die Rituale, die Gemeinschaft schaffen und die Dorfgemeinschaft stärken. Zufriedenheit, Offenheit und Eigenverantwortung machen das gute Leben aus, so das Ergebnis der Round Table Gespräche. (hzg)

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Sie bringen Licht in den Alltag älterer Menschen

  • Dachzeile: Vinschgau

Sie begleiten Seniorinnen und Senioren zum Arzt, führen sie spazieren, erledigen mit ihnen Botengänge, helfen beim Kochen, kommen auch nur zu einem „Ratscherle“. Kurzum sie erfüllen so manchen Herzenswunsch. Die Rede ist von einem engagierten BetreuerInnen-Team, das alten Menschen Assistenzleistungen anbietet. Diese richten sich nach den Bedürfnissen der Betreuten. Durch die Assistenzleitungen werden die Menschen gestärkt und mit ihnen auch deren Angehörige, die Zeit für sich gewinnen. Das als „Sonnenstrahl“ im Jahre 2018 von der Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung GWR in Spondinig ins Leben gerufene Projekt bringt Licht in das Leben älterer Menschen. Im Rahmen von Interreg V (Italien Schweiz) und in Absprache mit den Sozialdiensten der Bezirksgemeinschaft Vinschgau war das Projekt gestartet worden. Visionäre und treibende Kräfte für die neue Form der Altenbetreuung waren damals Roland Angerer und GWR-Chef Friedl Sapelza. Mittlerweile ist das Projekt „Sonnenstrahl“ in die Pflegelandschaft der Vinschger Sozialdienste integriert worden und trägt den Namen „Einfache Hauspflegeleistungen“. Die Planung läuft nach wie vor über VISO Plus/GWR in Spondinig mit den Verantwortlichen Friedl Sapelza, Stefanie Trafoier und Koordinatorin Siglinde Angerer. Die Dienstleistungen können Seniorinnen und Senioren im Raum Laas bis Reschen in Anspruch nehmen.
Kürzlich traf sich das 12-köpfige Team (11 Frauen und ein Mann) zu einem Mitarbeitertag in Taufers i. M. Die MitarbeiterInnen arbeiten in Teilzeit, haben flexible Arbeitszeiten und sind sozialversichert. Im Jahr 2025 leisteten sie 7.200 Stunden bei 131 Menschen. Diese Form der Betreuung entlastet die Heime und ist angesichts der steigenden Zahl an alten Menschen eine wichtige Initiative, um den demografischen Wandel bewältigen zu können. Und der Bedarf wächst. Es gibt eine Warteliste. Die Zuwendungen erhöhen die Lebensqualität der alten Menschen und wirken gegen die Einsamkeit. Erklärtes Ziel ist es, dazu beizutragen, dass SeniorInnen so lange wie möglich in ihren vier Wänden leben können. (mds)

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Die transformative Kraft der Kunst

  • Dachzeile: Schlanders/Bibliothek
  • Weitere Fotos - 1:

Am 21. Juli wurde in den grauen Kellermauern im Eingangsbereich der Bibliothek Schlandersburg eine Ausstellung mit bunten, lebendigen Bildern der Schlanderser Künstlerin Elisabeth Zwick eröffnet. Die Bilder verändern den Raum, sie geben ihm Licht und Leben, erzeugen Vielfalt und Veränderung. Diese Veränderung, die transformative Kraft sucht Elisabeth Zwick auch in der Kunst, die sie als ihr Zuhause beschreibt. Durch die Kunst kann sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringen. Elisabeth Zwick, geboren 1968, ist eine Reisende, eine Suchende, eine Nomadin. Sie machte eine Ausbildung in Malerei und Zeichnen in Bozen, besuchte später die Marmorfachschule in Laas, ging nach Taiwan und lernte Mandarin-Chinesisch, bereiste China als Dolmetscherin und Reiseführerin und lebte dann mehrere Jahre in England. Sie beschäftigte sich mit der chinesischen Malerei und Kalligrafie und war stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Später machte sie eine Ausbildung zur Kunsttherapeutin. Heute ist sie Malerin, Lehrerin und Kunsttherapeutin. Auf großformatigen Leinwänden erschafft sie mit Acryl und Mixed Media bunte vielschichtige Welten. In der Kunst verarbeitet Zwick eigene Gefühle, aber auch Gestalten und Stoffe aus der Mythologie, aus Märchen und der zeitgenössischen Literatur. In der Schlandersburg sind zwei Bilderserien zu bestaunen. Einmal sind es die „The Weird Sisters“ (Die seltsamen Schicksalsschwestern), d.h. die Hexen aus Shakespeares „Macbeth“ und zum Zweiten die Ballade „Der Zauberlehrling“ von Goethe. Es geht einerseits und die Frage nach der Freiheit und Selbstbestimmung bzw. dem Schicksaal und der Fremdbestimmung und anderseits um die Frage der Kontrolle und des Kontrollverlustes in einer komplexen, von uns Menschen technisch aufgerüsteten Welt. Die Kunst soll Unsichtbares sichtbar machen, Orientierung im Chaos geben und Licht in die Finsternis bringen. (hzg)

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Das Hotel - der Traum vom Paradies

  • Dachzeile: Tartsch/Bunker 23
  • Weitere Fotos - 1: Werke von Elisabeth Hölzl; Gabriel Plangger, Othmar Prenner und Philip Silvestro Geier

Die Kunst- und Designausstellung im bunker23 entdeckt DAS HOTEL als DEN TRAUM VOM PARADIES, als Sehnsuchtsort und als Spiegel unserer Gesellschaft. Zwischen dem legendären Grand Hotel Bristol in Meran, das vor 20 Jahren einem Kaufhaus und einer Parkgarage gewichen ist und der Ruine des visionären Sporthotels Paradiso in Martell spannt die Ausstellung einen inspirativen Bogen, der Raum für poetische, kritische und fantastische Werke schafft. In der Ausstellung, kuratiert von Daniel Costa und Othmar Prenner wird das Hotel zum Berührungspunk zwischen Kunst, Design und einem Markt der oft nach Authentizität und Gestaltungsmut dürstet. Die Ausstellung mit 40 lokalen und internationalen Künstlerinnen führt die Besucher:innen durch die verschiedenen Räume und Gänge des Bunkers, und gibt Einblicke in verschiedenste Aspekte und Bereiche des Hotels. Zu sehen ist auch der poetisch berührende Film vom Carmen Tartarotti “Paradiso del Cevedale” sowie der kürzlich erschienene Film “Hotel Paradiso” von Korabi Film, die beide auf sehr komplementäre Art und Weise über das von Gio Ponti in den 30er Jahren gebaute Hotel Paradiso im hinteren Martelltal erzählen. In einer Nische des Bunkers ist ein verlesener Text von Gerald Pirner zu hören, der mit den klingenden Worten beginnt “Am Ende der Welt eine blutrote Ruine…”
Teil der Ausstellung ist eine Zusammenarbeit, in der die Textilkünstlerin Kira Kessler mit der Kunstweberei Nagler im Gadertal ein gewobenes Kunstwerk und ein daraus abgeleitetes Produkt für das Hotel Greif in Bozen kreiert hat. Zu sehen ist das Kunstwerk im Bunker und demnächst eine 6m lange Version davon im Stiegenaufgang des Hotel Greifs in Bozen.

 

07.06. - 25.10.2026 - jeden Sonntag 13:00-18:00 - Führung sonntags 16:00 - Gruppenführungen auf Anfrage: +39 39 133 900 51

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