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„Politik beschäftigt sich mit allen Facetten des Lebens“

  • Vorspann: „Politik beschäftigt sich mit allen Facetten des Lebens“, sagt die Prader Vizebürgermeisterin Michaela Platzer. Die 39-jährige wurde von Jungbürgermeister Rafael Alber (40) bereits in der vergangenen Legislatur ins Amt berufen und das dynamische Team wurde bei der vergangenen Wahl bestätigt. Wie es als einst in die Schweiz Ausgezogene war, in die Gemeindepolitik zu gehen und wie es ihr als Mutter gelingt, Politik aktiv mitzugestalten, darüber hat sie der Vinschgerwind befragt.
  • Dachzeile: Interview mit Michaela Platzer
  • Redakteur: Bruno Telser (Interview)

Vinschgerwind:Sie sind vor 10 Jahren als Quereinsteigerin in die Politik gegangen und prägen seit fünf Jahren die Gemeindepolitik als Vizebürgermeisterin mit. Wie kam es dazu und wie fühlt sich das an?
Michaela Platzer: Damals wurde ich gebeten, für den Gemeinderat zu kandidieren. Ehrlich gesagt war ich etwas blauäugig und hatte nicht lange überlegt. Einzig klar war für mich mein Wunsch, mich für mein Heimatdorf einzusetzen. Dafür, dachte ich mir, könnte die Politik der richtige Ort sein. Fast alle in meinem Umfeld hatten mir davon abgeraten. Aber ich habe an meiner Überzeugung festgehalten. Als ich dann gewählt wurde, kam irgendwann schon der eine oder andere Zweifel. Manchmal bin ich aber nicht nur zielstrebig, sondern sogar ein bisschen verbissen. So habe ich an meiner Entscheidung festgehalten und mir gesagt: Du hast dich dafür entschieden, jetzt wirst du deinen Platz schon finden. Nur den Mut nicht verlieren! Das hat sich gelohnt. Der damalige Bürgermeister Karl Bernhard hat mich in organisatorische Themen eingebunden, und ich bin sozusagen Schritt für Schritt hineingewachsen. Nach fünf Jahren im Gemeinderat wurde ich wiedergewählt, und Rafael Alber hat mir das Amt der Vizebürgermeisterin angeboten. Ein Amt, das ich nun bereits in der zweiten Amtsperiode mit Freude ausübe. Es ist nicht immer leicht, aber es ist erfüllend. So weiß ich heute, dass es für mich richtig war, damals meinem Bauchgefühl zu folgen.

Vinschgerwind:Es wird eine stärkere Beteiligung von Frauen in der Politik gefordert. Was waren ihre Beweggründe, den Schritt zu gehen und was machen Frauen anders in der Politik?
Damals wollte ich, wie gesagt, mich einfach nur für mein Heimatdorf einsetzen. Erst mit der Zeit habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, dass Frauen und generell Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Altersgruppen und Kompetenzen in politischen Gremien vertreten sind. Vielfalt macht Politik besser. Ich bin kein Fan davon, Politik in „Männer machen dies, Frauen machen das“ aufzuteilen. Für mich hängt gute politische Arbeit vor allem von sozialer Kompetenz, Charakter und Fachwissen ab. Gleichzeitig ist es eine Tatsache, dass Politik immer noch männerdominiert ist und Rollenbilder nach wie vor in vielen Köpfen stecken. Was wir Frauen anders machen? Unsere Empathie und soziale Kompetenz und unser organisatorisches Geschick prägen und tragen unsere politische Arbeit. Diese Fähigkeiten kann man nicht so einfach „nachlernen“. Für mich bedeutet Politik zuzuhören, Themen aus mehreren Perspektiven zu betrachten, sachlich zu bleiben, belastbar zu sein und auch mal etwas auszuhalten, sich einzusetzen, ohne sich zu verschließen, offen für andere Meinungen zu bleiben und vor allem zukunftsorientiert zu handeln. Wenn mir da vielleicht auch so mancher widersprechen würde. Technische Fachkompetenz ist zwar wichtig, aber sie ist erlernbar und man kann jederzeit Expert:innen hinzuziehen. Wenn ich sage, dass Frauen viele dieser Kompetenzen mitbringen, dann meine ich: Die Führung einer Dorfgemeinschaft ähnelt in gewisser Weise dem Familienleben, nur in einer viel größeren Dimension. Es geht darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich Menschen in jeder Lebensphase wohlfühlen, entwickeln und wachsen können. Um das klarzustellen: Ich sage nicht, dass es keine empathischen oder sozial eingestellten Männer gibt. Ganz im Gegenteil. Ich bin überzeugt, dass es Mann und Frau, jung und alt, jede und jeden mit den eigenen Fähigkeiten braucht, um eine Dorfgemeinschaft gut zu führen. Ich glaube, dass Frauen oft einen schärferen Blick für soziale Anliegen haben, weil sie viele dieser Themen selbst oder durch ihre Kinder und Familienangehörigen unmittelbar mitbekommen. Und für mich bleibt das Soziale das Fundament, auf dem Politik bauen sollte. Was bringen denn all diese perfekt geplanten Bauprojekte, wenn später in der Nutzung die Probleme beginnen?

Vinschgerwind:Um anderen den Schritt vielleicht zu erleichtern und weil man gerne „Schlechtes“ hört- was ist denn das Schöne daran eine/n politische/n Beruf/ung auszuüben, vor allem als Frau und Mutter?
Für mich ist es einfach das, was es einem zurückgibt. Die Momente, in denen man Menschen in schwierigen sozialen Situationen wirklich helfen kann. Der persönliche Dank, der oft leise, aber sehr ehrlich zurückkommt. Auch wenn viele vom sozialen Bereich abraten, ich glaube, er ist einer der wertvollsten Bereiche in der Politik. Ja, er kostet Energie und man hat oft das Gefühl, sich im Kreis zu drehen, weil man von Behörden, Diensten und Abläufen abhängig ist. Und ja, man fragt sich manchmal: Wo bleibt eigentlich der Mensch und sein Bedürfnis? Aber wenn es gelingt, jemanden in die richtige Richtung zu begleiten und damit oft gleichzeitig vielen anderen zu helfen, ist dieser Erfolg durch nichts zu ersetzen. Auch wenn ihn vielleicht nur ein Drittel der Menschen sieht. Es ist nicht wie ein Bauwerk, das sofort sichtbar ist. Es ist leiser, unscheinbarer, aber genau das macht es so besonders: die kleine Gruppe, die die Veränderung spürt, nachdem man lange und geduldig gearbeitet hat. Und man wächst selbst enorm. Man bekommt Einblicke in Lebensbereiche, die man sonst nie so intensiv kennenlernen würde. Politik beschäftigt sich mit allen Facetten des Lebens. Im normalen Berufsleben ist man meist nur in einer Sparte unterwegs. Als Mutter fällt es mir schwerer, das Positive hervorzuheben, weil es ein ständiger Balanceakt ist. Ich versuche so zu arbeiten, dass mein Sohn nicht zu kurz kommt, also vormittags und abends, wenn er schläft. Dafür braucht es ein Ausschuss-Team, das Verständnis hat. Zum Glück habe ich das. Es gibt einen großen Nachteil, und darüber spricht man selten offen: Als ich das Amt der Vizebürgermeisterin angenommen habe, war mir klar, dass ich Prioritäten setzen muss. Mein Kind sollte nicht zu kurz kommen, und ich wollte meine politische Aufgabe gut erfüllen. Deshalb habe ich mich entschieden, in den politischen Wartestand zu gehen, um mich voll den Anliegen der Bürger:innen widmen zu können. In einer Gemeinde unter 10.000 Einwohnern kann jedoch nur der Bürgermeister, nicht aber Ausschussmitglieder über die Gemeinde rentenversichert werden, wie in größeren Gemeinden. Meine politische Tätigkeit birgt für mich also auch noch diese Entbehrung.

Vinschgerwind:Sie engagieren sich unter anderem für die sozialen Belange in ihrer Gemeinde. Insbesondere für die Basis einer Gemeinschaft, die Jugend. Können Sie ein Fazit ziehen und wo liegen ihre größten Sorgen?
Ich wollte den Bereich Jugend unbedingt übernehmen, weil ich dort nach wie vor enormes Potenzial sehe. Wir haben eine heranwachsende Generation, die motiviert, engagiert und aktiv ist. Junge Menschen, die leben, ausprobieren und herausfinden wollen, wer sie einmal sein möchten. Diese Phase ist prägend, hier werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Oft vergleichen wir ihre Lebenswelt mit unserer eigenen Jugend, aber die Rahmenbedingungen haben sich massiv verändert. Die Möglichkeiten sind größer, aber die Risiken auch.
Gerade im Jugendbereich beobachte ich mit Sorge einige Entwicklungen: Konsum verbotener Substanzen, gefährliche Trends in sozialen Medien, fragwürdige Vorbilder, die online große Fangemeinschaften aufbauen, respektlose oder verletzende Reaktionen, die aus Nachahmung entstehen und nicht zuletzt und nicht nur in diesem Bereich, auch soziale Einzelschicksale. Diese Fälle zeigen meist deutlich, wie verletzlich junge Menschen und wie sehr sie auf ein stabiles Umfeld angewiesen sind. Gemeinsam, im kontinuierlichen Austausch mit Diensten, Einrichtungen und Behörden versuchen wir, die Situationen so gut wie möglich zu begleiten. Uns ist bewusst, dass Wege oft langwierig sind und der Anschein entsteht, dass nichts passiert. Und vor allem die Sorgen vieler Eltern verstehe ich.
In diesem Bereich versuche ich noch stärker als sonst auf die Zusammenarbeit aller Netzwerkpartner zu setzen und die Rahmenbedingungen für ein gutes Miteinander zu schaffen. Die Schule, die Jugendarbeit, Vereine, die Behörden und nicht zuletzt die Eltern sind gefragt. Nur wenn wir gemeinsam aufmerksam bleiben, Verantwortung übernehmen und die Jugendlichen ernst nehmen, können wir sie bestmöglich unterstützen und schützen.

Vinschgerwind:Jung, weitsichtig, engagiert und weiblich. Optimale Vorrausetzungen als Kandidatin für ein zukünftiges Landtagsmandat innerhalb der Volkspartei. Könnten Sie sich vorstellen für den Vinschgau in den Landtag zu ziehen?
Zurzeit ist das für mich keine Option. Ich habe auf lokaler Ebene noch einige Ziele, die ich erreichen möchte und das habe ich den Prader:innen und Lichtenberger:innen versprochen. Solange ich das Gefühl habe, dass ich hier vor Ort etwas bewegen kann und noch nicht alles umgesetzt ist, was mir wichtig ist, möchte ich mich darauf konzentrieren.
Außerdem reicht mir die Herausforderung als Vizebürgermeisterin momentan aus. Die Arbeit für die lokale Bevölkerung erfüllt mich, auch wenn ich dabei manchmal an meine Grenzen komme. Ich bin jemand, der in Aufgaben hineinwächst und Herausforderungen liebt, aber die Rahmenbedingungen müssen passen. Und im Moment passen sie hier, in meiner Gemeinde. Nur eines gilt es zu regeln, die soziale Absicherung!

2028 ist Baubeginn für die Weißkugelhütte

  • Dachzeile: Graun

Bei einer Bilanzänderung im Gemeinderat von Graun teilte BM Franz Prieth am 9. Februar unter anderem mit, dass mit 80.000 Euro beim neuen Schwimmbad „Curunes“ ein Glasvorbau beim Eingang gemacht werden muss. Denn aufgrund der Luftabsaugung mit anschließender Entwässerung im Schwimmbadbereich komme es zu einem „kalten Zug“ im Eingangs- und Umkleidebereich. Deshalb sei eine zweite Schleuse vonnöten. Große Freude herrscht im Gemeinderat von Graun über die Zusage von Geldmitteln für den Umbau des Museums in Graun. Gemeinderat Valentin Paulmichl gab seiner Freude Ausdruck und lobte seine Mitstreiter, die sich seit Jahren für eine Museumsadaptierung einsetzen, darunter BM Franz Prieth und die Referentin Andrea Maas und besonders auch Manfred Köllemann. Mit den zugesagten 376.000 Euro kann heuer im Herbst noch die energetische Sanierung vom Projekt von Architekt Jürgen Wallnöfer in Angriff genommen und mit der zugesagten Million Euro für 2027 der interne Umbau bewerkstelligt werden. „Wenn zum Umbau des Museums noch das neue Turmareal dazukommt, fügen sich zwei Puzzlesteine aneinander“, sagte Paulmichl. Tatsächlich gehe es beim Turmareal voran, das Land habe einen Wettbewerb ausgeschrieben. Vorgesehen ist unter anderem eine Tiefgarage mit 80 Stellplätzen.
Auch bei der Weißkugelhütte sei das Land in der Planungsphase, berichtete BM Prieth unter Allfälligem. Nach eine längeren Phase der Ruhe habe man beim LH bezüglich Hüttenbau kürzlich „angeklopft“ Vorgesehen seien Gesamtkosten von rund 9 Millionen Euro und darin seien sämtliche Infrastrukturleitungen vom Tal hinauf enthalten. GEplant ist die neue Hütte am „Bergl“ mit 60 Betten und einem Restaurant mit 60 Plätzen. Baubeginn ist voraussichtlich 2028.
Vom Gemeinderat einstimmig beauftragt wurde der Gemeindeausschuss, den Verkauf des gemeindeeigenen Stromnetzes an das VEK in die Wege zu leiten und abzuwickeln. Weil eine Woche vor der offiziellen Ratssitzung eine informelle Sitzung das Stromnetz betreffend stattgefunden hat, beschränkte sich BM Franz Prieth mit einem kürzesten Rückblick. 2015 haben die Gemeinde Graun gemeinsam mit der EGO das Stromnetz um 2,1 Millionen Euro gekauft und in 10 Jahresraten von 113.000 Euro abbezahlt. In den vergangenen Jahren hat das Vinschgauer Energiekonsortium das Netz betreut und ausgebaut, unter anderem mit einer zweiten Stromleitung für die Versorgung der Liftanlagen, was mit dem Liftneubau aufgrund des Zusammenschlusses notwendig geworden war. Mittlerweile, so BM Prieth, seien die Leitungen dermaßen ausgelastet, dass eine dritte Leitung notwendig sein werde. Sämtliche Investitionskosten habe das VEK bisher übernommen. (eb)

Acht Projekte mit Südtiroler Beteiligung

  • Dachzeile: Interreg Italien-Schweiz:

Wie steht es um die Beteiligung Südtirols am grenzüberschreitenden Kooperationsprogramm Interreg Italien-Schweiz 2021-2027? Antworten darauf gab es im Rahmen des Begleitausschusses, der vor Kurzem im Kloster Marienberg tagte. Acht Projekte verschiedenster Art mit Südtiroler Partnern konnten im Rahmen des Programms finanziert werden. Der neu eingeführte Kleinprojektefonds stellt eine wichtige Neuerung für das Programm dar, vier Projekte sind bereits in Umsetzung, heißt es aus der Abteilung Europa.
„Ziel dieses Programms ist es, Brücken zwischen unterschiedlichen Gebieten und Kulturgemeinschaften in Italien und der Schweiz zu schlagen und positive und nachhaltige Synergien zu schaffen, um die Entwicklung auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene oder etwa im Bereich der Umwelt voranzutreiben“, erläutert Europalandesrätin Magdalena Amhof.
Die im Rahmen vergangener Ausschreibungen ausgewählten Projekte, an denen Südtiroler Projektpartner teilhaben, widmen sich der besseren Betreuung von älteren Menschen und Jugendlichen, einem nachhaltigeren Mobilitätsnetz sowie Innovation und technologischer Entwicklung im medizinischen und landwirtschaftlichen Bereichen. Insgesamt, so wurde im Rahmen des Begleitausschusses berichtet, seien rund 4,9 Millionen Euro und 940.000 Schweizer Franken in sechs Projekte investiert worden.
Nun kommen zwei weitere Projekte mit Südtiroler Beteiligung dazu, die im Rahmen der Sitzung des Begleitausschusses zur Finanzierung zugelassen wurden. Insgesamt sind 74 Projekte eingereicht, 33 davon wurden angenommen. Vor allem handelt es sich um Vorschläge im Bereich der Innovation und der Forschung, des Schutzes der Artenvielfalt und der Anpassung an den Klimawandel sowie der sanitären Dienste. Bei den Projekten mit Südtiroler Beteiligung geht es um ein Vorhaben zur Förderung der ladinischen Sprache (DIGI RLG) und ein weiteres, das die Innovation im medizinischen Bereich in den Mittelpunkt stellt (Alpine-XR). Letzteres sei sogar auf Platz eins der neuen Rangordnung gelandet.
Zufrieden zeigte sich der Begleitausschuss mit dem 2024 eingerichteten Kleinprojektefonds, der auf Südtiroler Seite mit zwei Millionen Euro dotiert sei und von der Bezirksgemeinschaft Vinschgau gemeinsam mit der Region Unterengadin-Münstertal verwaltet wird. Auf Schweizer Seite stünden weitere 250.000 Schweizer Franken zur Verfügung. Im Rahmen dieses Fonds seien bislang vier Projekte in Angriff genommen worden, an denen Südtiroler und Schweizer Partner mitwirken.
„Insgesamt ist die Beteiligung Südtirols am Programm positiv, doch es gibt noch Luft nach oben. Der neue Fonds für kleine Projekte ist ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen den Partnern vor Ort zu unterstützen, damit lokale und innovative Antworten auf gemeinsame Herausforderungen gefunden und erprobt werden können“, resümierte Martha Gärber, die Direktorin der Abteilung Europa, im Rahmen der Veranstaltung.
Das Programm Interreg Italien-Schweiz wird von der Region Lombardei verwaltet und verfügt insgesamt über ein Budget von 103 Millionen Euro. In einem 750 Kilometer langen Grenzbereich zwischen den beiden Staaten sind Kooperationsprojekte möglich, die Auswirkungen auf etwa acht Millionen Bewohner haben, die dort leben. Das Programm soll die Zusammenarbeit zwischen Regionen fördern und wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbesserungen herbeiführen.

Altgediente tauschen politische Erinnerungen aus

  • Dachzeile: Mals

Dass der Manfred Zangerle, einstmals SVP-Bezirksobmann im Vinschgau, zum Senatskandidaten gekürt und dann abgesägt worden war, dass die Wasserleitung für die Beschneiungsanlage am Watles in einer Nacht- und Nebelaktion über’s Wochenende verlegt worden ist, waren nur einige Erpisoden, die eine Gruppe altgedienter SVP-Mandatare in Erinnerung gerufen hat. Der ehemalige Baulöwe Hias Paulmichl hatte die Gruppe in die Pizzeria Lamm in Mals geladen und seiner Einladung sind die allermeisten gefolgt. „Wegen der alten Zeiten“, lachte man. Der „Schlosser Hans“ aus Burgeis, der Hans Moriggl, erinnerte sich lebhaft daran, dass man aufgrund einer Rettungsaktion vom damaligen Bozner VizeBM Michele Di Pupo beim späteren Landesrat einen Stein im Brett hatte. Die Burgeiser Feuerwehr hatte nämlich den verunfallten Di Pupo auf der Malser Haide aus dem Schnee gerettet. Di Pupo hatte damals versprochen, wenn er helfen könne, sei er bereit. Diese Hilfe hat Moriggl im Namen der Verantwortlichen im Skigebiet Watles dann bei der Erweiterung des Watles in Richtung Zerzatal, also für einen Zusammenschluss mit der Haideralm eingefordert. Di Pupo hat damals sein Versprechen gehalten, allerdings sind andere in der SVP umgefallen, so dass das Ansinnen in der Landesregierung letztlich abgelehnt worden sei. Der „Lina-Martl“, der Martin Patscheider aus Schlinig, erinnerte sich genauso lebhaft wie der Hans Moriggl. Wenn die „Alten“ erzählen, spürt man die rückblickende Begeisterung im Mitgestalten, an der Politik. Aber auch Enttäuschungen, die einige bewogen haben, aus der SVP auszusteigen bzw. das „Partei-Kärtchen“ nicht mehr zu beziehen. Von einer Schwäche der Partei, bzw. von einer Unvollkommenheit der Südtiroler Volkspartei sprach und krittelte Manfred Zangerle. Es habe eine Zeit gegeben, in der die Basis, sprich die Mitglieder, die Ortsobleute, die Bezirksobmänner in der Partei noch mitzureden und Beachtung gefunden hatten. Diese Zeiten seien wohl vorbei. In der Pizzeria Lamm in Mals fand keine Senioren-Revoution statt, sondern ein gemütliches und dann doch leidenschaftliches Erinnern an politische Kämpfe, Erfolge und auch Niederlagen. (eb)

Bei der Futterqualität ist noch Luft nach oben

  • Dachzeile: Burgeis/Vinschgau

Die Grünlandbewirtschaftung war Schwerpunkt der diesjährigen Berglandwirtschaftstagung in der Fürstenburg in Burgeis. BRING, der Beratungsring Berglandwirtschaft unter der Leitung von Christian Plitzner, konnte mit Andreas Klingler von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein einen kompetenten Fachmann in Sachen Grünlandbewirtchaftung aufbringen und in seinen Ausführungen machte Klingler die Bedeutung der Einflüsse auf die Futterqualität deutlich: die klimatologischen Einflüsse und Änderungen seien dafür ebenso verantwortlich wie der Schnittzeitpunkt und die Düngungsform. In seine Bewirtschaftsempfehlungen schloss Klingler eine standortgerechte Bewirtschaftung und ein genaues Beobachten des Reifegrades von Indikatorpflanzen wie etwa Goldhafer und Knaulgras ein. Auf die Wichtigkeit der Almwirtschaft in Zusammenhang mit dem Wasserhaushalt wies Klingler ebenso hin wie auf satellitengestützte Datenerhbeungen wie SatGras (in Südtirol WebGras). Einig waren sich Klingler und der BRING-Berater Thomas Prünster darin, dass eine deckende Grasnarbe grundlegend für die Vermeidung von unerwünschten Arten wie Ampfer sei und eine Nachsaat sollte nur mit qualitativ hochwertigem Saatgut erfolgen. Bei der Qualität des Grundfutters gebe es in Südtirol noch viel Potenzial nach oben. Prünster stellte klar, dass Ampfer in den Wiesen nicht mit einer Übersäuerung bzw. mit der Ausbringung von Gülle oder Jauche zu tun habe. Unerwünschte und gitftige Pflanzen, wie die Herbstzeitlose, haben bereits zu Todesfällen von Tieren geführt. Die Zunahme von unerwünschten Pflanzen sei, so Prünster „katastrophal“ und könne nur durch frühzeitiges Erkennen eingedämmt werden. Prünster wies auf das Projekt „Wasserpilot“ der Laimburg hin. Ziel sei es, den genaueren Bedarf an Wasser pro Hektar mittels Beregnung zu ermitteln.
Die Jungbäuerin Marie Gögele hat unter dem Titel „Milch im Fokus“ ihr Maturathema (Matura 2025) vorgetragen. Durch genaue Futteranalyse und durch eine Neuzusammenstellung der Futterrationen konnte auf dem „Tschagghof“ bei Meran eine signifikante Steigerung der Milchleistung festgestellt werden, so dass die Herstellungskosten pro Kilogramm Milch auf die Hälfte gesenkt werden konnten. (eb)

Besten-Wettbewerb am Berufsbildungszentrum Schlanders

  • Dachzeile: Schlanders

Fünf Malerlehrlinge und drei Gesellen des Berufsbildungszentrums Schlanders wurden im Rahmen des diesjährigen Besten-Wettbewerbs für ihre herausragenden schulischen Leistungen ausgezeichnet. Bei einer kleinen Feier am Montag, 9. März 2026, erhielten sie als Anerkennung einen von der Sto-Stiftung zur Verfügung gestellten Werkzeugkoffer mit hochwertigen Werkzeugen und Materialien für Maler und Lackierer.
Vizedirektor Benedikt Zangerle bedankte sich in seiner Begrüßung bei der Sto-Stiftung für die wertvolle Unterstützung und die Prämierung der engagierten Schülerinnen und Schüler. Florian Mayr, Obmann der Maler und Lackierer im lvh, würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen dem Berufsbildungszentrum Schlanders und den Ausbildungsbetrieben und lobte die Initiative der Sto-Stiftung, besondere schulische Leistungen sichtbar zu machen und zu fördern.
Die Vertreter der Sto-Stiftung, Frau Ingeborg Totzke und Herr Antonio Romano, freuten sich über die erneute Teilnahme der Schule am Wettbewerb und überreichten den ausgezeichneten Lehrlingen ihre Preise. Den ersten Platz belegte Lorenz Fränzl. Auf Platz zwei folgte Eileen Lamprecht. Die weiteren Plätze gingen an Mirco Peterlunger, Florian Kofler und Felix Oberfrank. Alle Preisträger erhielten eine Anerkennungsurkunde sowie einen hochwertigen Werkzeugkoffer, der sämtliche Malerutensilien in bester Qualität enthält.
Die Sto-Stiftung engagiert sich seit vielen Jahren in der Förderung des Nachwuchses in der Bau- und Ausbaubranche. Mit Projekten und Workshops bringt sie unter dem Motto „Kopf und Hand“ Lehrlinge der Baubranche und Architekturstudierende zusammen. Ziel ist es, engagierte und talentierte junge Menschen zu unterstützen und sie zu ermutigen, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.
Auch die besten Malergesellen des Schuljahres 2024/25 wurden im Rahmen der Feier ausgezeichnet: Christina Wild, Samuel Geneth und Giovanni Baviera erhielten eine Urkunde sowie einen Unikat-Rucksack mit Farbset.
Die Veranstaltung klang bei einem Buffet mit Glückwünschen und angeregten Gesprächen zwischen Eltern, ArbeitgeberInnen, Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern aus.

Bezirksausschuss ohne Malser Vertretung

  • Dachzeile: Stilfs/Vinschgau/Mals

Die amtierende Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch wird in die konstituierende Sitzung des Bezirksrates mit einem von den Bürgermeister:innen abgesegneten Vorschlag für die Ausstattung des Bezirksausschusses gehen. Die erste Sitzung des neuen Bezirksrates hat im September stattzufinden. Bei der traditionellen und einmal im Monat stattfindenden Bürgermeisterrunde vor einer Woche in Stilfs, in Memoriam Franz Heinisch, ließ Gunsch ihren Vorschlag unter den Kolleg:innen wirken. Mit der BMin von Schlanders Christine Kaaserer, mit dem Latscher BM Mauro Dalla Barba, mit dem BM von Martell Georg Altstätter ist der Untervinschgau im Bezirksausschuss gut vertreten und damit sind Querschüsse aus dem Untervinschgau so gut wie unterbunden. Roselinde Gunsch vertritt als Tauferer BMin den Obervinschgau und sie hat den Prader BM Rafael Alber als zweiten Vertreter für den Obervinschgau vorgeschlagen. Zurückgezogen hat sich der Malser BM Josef Thurner, der im Ausschuss des damaligen Bezirkspräsidenten Dieter Pinggera als Vize gedient hatte und dies auch, trotz Murren aus dem Untervinschgau, unter der bisherigen kurzen Amtszeit von Roselinde Gunsch gemacht hat. Dass Thurners Vizepräsidentschaft an einem seidenen Faden hing, war spätestens dann klar, als Roselinde Gusnch als Präsidentin weitermachen wollte. Denn in der Vergangenheit war es politische Kultur und Tradition, dass sich ein Präsident aus dem Obervinschgau mit einem Vize aus dem Untervinschgau umgibt und umgekehrt. Diese Traditionslogik war nach dem Rücktritt von Dieter Pinggera durchbrochen worden. Als Pinggeras Nachfolgerin übernahm nämlich Roslinde Gunsch interims die Präsidentschaft im Bezirks und der Malser BM Josef Thurner blieb als Vizepräsident. Damit waren beide Posten plötzlich im Obervinschgau, mit der vorhersehbaren Konsequenz, dass bei der Neubesetzung einer von beiden weichen wird müssen.
Thurner hat sich in der Bürgermeisterrunde mit dem Argument zurückgezogen, als vielbeschäftigter BM mit parallel laufender Viehwirtschaft kaum Zeit für den Bezirksausschuss erübrigen zu können. Mit dieser Argumentation entzieht sich Thurner dem Verdacht, dass ihm die Vorgangsweise im Bezirk gewaltig ärgert. Allerdings befreit sich Thurner mit seinem Zeit-Argumentation nicht vom Vorwurf, im Vorfeld politisch zu wenig Krallen ausgefahren und sich nicht selbst als möglicher Bezirkspräsident ins Spiel gebracht zu haben.
So wird der neue Bezirksausschuss der Bezirksgemeinschaft Vinschgau wohl erstmals seit seinem mehr als 60-jährigen Bestehen ohne Malser Beteiligung auskommen müssen. (eb)

Biss(l) Südtirol – Vielfalt, die verbindet

  • Dachzeile: Matsch/Glieshof
  • Weitere Fotos - 1:

Im Rahmen ihrer Matura haben die drei engagierten Maturantinnen, Stefanie, Lisa und Marie Lorén das Projekt Biss(l) Südtirol ins Leben gerufen. Ziel war es, Aperitif-Häppchen zu entwickeln, die nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch den unterschiedlichen Ernährungsbedürfnissen gerecht werden. So entstanden kreative vegetarische, vegane, laktosefreie und glutenfreie Köstlichkeiten.
Biss(l) Südtirol verbindet das, was unsere Heimat ausmacht: regionale Produkte, vielfältige Geschmäcker und Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Im Mittelpunkt stand die Idee eines Aperitivos, bei dem jeder mitessen kann – unabhängig von Unverträglichkeiten oder Ernährungsweisen. Mit Zutaten aus Südtirol, Inspiration aus den heimischen Tälern und viel Liebe zum Detail entwickelten die drei Maturantinnen ein Konzept, das Genuss und Inklusion vereint.
Die Aperitiv-Häppchen wurden gemeinsam mit Fabian Pazeller kreiert und ausgiebig getestet. Dabei wurde besonderer Wert auf Qualität, Geschmack und eine ansprechende Präsentation gelegt. Traditionelle Zutaten wurden neu interpretiert und zu modernen, vielseitigen Häppchen verarbeitet.
Die feierliche Präsentation des Projekts fand im Hotel Glieshof im Bergsteigerdorf Matsch statt. Dort wurden ausgewählte Aperitiv-Häppchen serviert und den Gästen vorgestellt. Begleitet wurden die Kreationen von passenden Weinen der Kellerei Girlan, die das kulinarische Erlebnis abrundeten. Für die musikalische Umrahmung sorgte Sybille Siller und schuf eine stimmungsvolle Atmosphäre. Der Fotograf Alfred Tschager hielt die besonderen Momente der Veranstaltung mit seinen Bildern fest und sorgte für den perfekten Schnappschuss.
Mit Biss(l) Südtirol ist es den drei Maturantinnen gelungen, ein Projekt zu verwirklichen, das Regionalität, Kreativität und gesellschaftliche Sensibilität vereint. Es zeigt eindrucksvoll, dass bewusste Ernährung, Genuss und Gemeinschaft Hand in Hand gehen können. (Margareth Lanz)
Stefanie Heinisch, Lisa Heinz und Maria Lorén Punt

Das zweite Malser Stiegenfest

  • Dachzeile: Mals/Konzert am Holzweg
  • Weitere Fotos - 1: Loni Moser, Norbert Pleifer und die Nachbarn luden zum zweiten Malser Stiegenfest.

Die Römer haben ihre Spanische Treppe. Aber was ist das schon gegen die Malser Stiege am Holzweg, die vom Oberdorf, der Dr. Heinrich Florastraße zum Unterwaal führt? Das schreibt Norbert Pleifer, Kulturmanager in Innsbruck. Der gebürtige Nauderer Norbert Pleifer betreibt seit 1981 das Kulturzentrum Treibhaus, eine wichtige Anlaufstelle für Musikveranstaltungen, Kabarett, Theater und andere Kunstformen in Innsbruck. Seit sieben Jahren ist Mals seine zweite Heimat, wo er mit Loni Moser wohnt. Vor seiner Haustür führt die Malser Stiege vom Oberdorf zum Unterwaal, von Pleifer als Holzweg getauft. Im letzten Jahr gab es auf dieser Stiege mit den 52 Stufen das erste Malser Stiegenfest, zusammen mit der Nachbarschaft und vielen Freunden. Es wurde ein großes Fest mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Am 30. August luden Pleifer und die Nachbarn zum zweiten Stiegenfest. Es war wiederum ein ganz spezielles Fest bei wunderbarer Musik. Bei herbstlichen Temperaturen spielte das Trio Cobario Wiener Weltmusik mit Einflüssen aus verschiedenen Klangtraditionen, von der spanischen, irischen, slawischen und orientalischen Folklore bis zur Klassik. Der Teufelsgeiger Herwig Schaffner faszinierte mit seiner Geige und die beiden Gitarreros Georg Aichberger alias Giorgio Rovere und Peter Weiss verzauberten das Publikum mit ihren Gitarren. Das Trio hatte bereits Auftritte in 33 Ländern auf mehreren Kontinenten, aber noch nie auf einer Stiege. Bei Lampenlicht begeisterten die Berufsmusiker mit ihren feinen, zarten Klängen und den lebendigen Rhythmen, die das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen animierten. Neben Eigenkompositionen spielten sie aus Vivaldis Vier Jahreszeiten den Sommer und gaben mehrere Zugaben. Zur Musik gab es bei einem guten Glas Wein noch reichlich Zeit zum Hoangarten. (hzg)

Der Tanzclub Latsch-Vinschgau schafft schöne Momente

  • Dachzeile: Latsch/Vinschgau

Eines steht fest: Der Tanzclub Latsch-Vinschgau verbindet Generationen und Landesteile und das seit 2012. Denn zu den Tanzabenden kommen Jung und Junggebliebene und es kommen Tanzbegeisterte aus dem gesamten Vinschgau, aus dem Burggrafenamt und darüber hinaus. Das verbindende Element ist das Tanzen. Im Culturforum Latsch kommen die Leute zusammen, um Langsamen Walzer, Tango, Wiener Walzer, Foxtrott, Slowfox und lateinamerikanische Tänze auf dem Parkett zu tanzen. Die Gemeindeverwalter von Latsch um BM Mauro Dalla Barba wissen um die kulturelle Bedeutung des Tanzens und ebnen für die Einzigartigkeit der Tanzveranstaltungen die Wege in der Gemeinde Latsch.
22 Tanzveranstaltungen hat der Tanzclub Latsch Vinschgau im vergangenen Jahr 2025 veranstaltet und im Schnitt haben 75 Personen daran teilgenommen. „Es gab einen Tanzabend, an dem 108 Mitglieder teilgenommen haben. Das ist unser Rekord.“ Das war unter anderem am 11. Jänner 2026 anlässlich der Vollversammlung des Tanzclubs Latsch Vinschgau im Culturforum Latsch zu vernehmen. Der Vorstand um Präsidentin Patrizia Kiem konnte mit Genugtuung auf ein erfolgreiches Tanzjahr 2025 zurückblicken und das Jahr 2025 mit einer Mitgliederzahl von sage und schreibe 185 abschließen. Zu den abwechselnd von den Discjockeys Hubert Folie, Stefan Doliana, Tommy Weiss und Roland Kröss zusammengestellten Musikstücken wird gern getanzt. Von den Vorstandsmitgliedern und deren Partnern hergerichteten Banketten mit Buffets und Getränken wird gern genascht und an den vor allem von Claudia Bertoletti gefertigten Dekorationen auf den Tischen können sich Tänzerinnen und Tänzer erfreuen. Bei einem Workshop im Vereinshaus von Tarsch konnten 2025 einige Schritte verbessert oder neu eingeübt werden. Höhepunkt beim Tanzclub war der Silvesterabend, an dem ins neue Jahr 2026 getanzt wurde.
Die bei der Vollversammlung anwesenden Mitglieder des Tanzclubs bedachten die Einsatzfreude, das Engagement und die vielen Tätigkeiten der Vorstandsmitglieder und vor allem der Präsidentin Patrizia Kiem mit viel Applaus und zollten damit große Anerkennung für die Arbeit, die den Tanzbegeisterten Stunden des Schwebens, des Genusses, der Gemütlichkeit und der Unterhaltung bereiten. (eb)

Die Landesregierung sagt, wo’s lang geht

  • Dachzeile: Schloss Goldrain/Vinschgau

Es sei sehr fruchtbringend, in die Peripherie zu gehen, eröffnete LH Arno Kompatscher die Pressekonferenz im inspirierenden Kapellensal von Schloss Godlrain nach der Sitzung der Landesregierung mit den BM und Vertretern der Bezriksgemeinschaft des Tales. Gemeinsam mit Bezirkspräsidentin Roselinde Gunsch und Landesrat Peter Brunner wurden die Vinschgaupunkte erläutert. Bei der Energie, sagte Brunner, werde ab April noch ein technischer Energietisch eingerichtet und man wolle Trinkwasserwerke überprüfen. Beim Nationalpark, so Brunner, wolle man den bisherigen Stillstand mit der Genehmigung der Leitlinien(linee guide) in allen drei Parkteilen im Herbst noch genehmigen. Bis dahin soll der Umweltminister, so sei es ausgemacht, für Südtirol ein eigenes Dekret für Bauangelegenheiten verabschieden.
Der Vinschgau habe keinen Over-Tourism, sagte LH Arno Kompatscher. Deshalb können alle Vinschger Gemeinden ihre Tourismuszonen verlängern (oder auch nicht). Latsch sei nicht auf der Liste, weil die Gemeinde aktuell gar keine Tourimuszone habe. Zur Mobilität bzw. zur Verlängerung der Bahn über Mals hinaus soll es bis Jahresende die Definition der Trasse geben. In der Schweiz und in Österreich gebe es andere Geschwindigkeiten. Übersetzt: Die haben so gut wie nichts getan. Der LH erneuerte das Angebot in Richtung Schweiz: Südtirol werde die Hälfte der Tunnelkosten übernehmen. Zum Krankenhaus Schlanders sagte der LH, dass es in Südtirol ein Krankenhaus mit 7 Standorten gebe. Der 3. Stock am KH Schlanders ei deshalb noch geschlossen, weil es in der Internen Medizin an Ärzten mangele. Den Wald wolle man als Mischwald ausbauen, was gegen Naturgefahren helfe.
Zu einer möglichen Umfahrung von Schluderns-Glurns-Mals sagte der LH, dass sich die Gemeindeausschüsse umd Gemeinderäte die Trassenverläufe genau anschauen sollen. Denn „wir bauen nicht gegen den Willen der Bevölkerung“.
Am Stilfserjoch würde die aktuelle Rechtssprechung eine mögliche Eintrittsgebühr zulassen. Die Festung in Gomagoi werde das Land ausbauen.
Bei den Großkraftwerken sei man beim Vorbereiten der Ausschreibung, hoffe aber auf eine Konzessionsverlängerung. (eb)

Die perfekte Welle

  • Dachzeile: Naturns

Im neuen Naturparkhaus hat die Naturnser Politik den perfekten Rahmen für einen „Aperitivo lungo“, sprich für die Bürgerversammlung gefunden. Bis auf den letzen Platz waren die hohen Stufen im Vorführungssaal gefüllt und BM Zeno Christanell konnte nach einem musikalischen Intro durch eine Bläsergruppe der MK Naturns und nach einem Drink vor dem Naturparkhaus eine beinahe perfekte Welle reiten. Denn, so sagte es Christanell, die Gemeinde Naturns sei gut aufgestellt, die Verwalter arbeiten emsig, haben viel vor und Projektumsetzungen gelingen nur im Konsens mit der Bevölkerung. Christanell ließ Zahlen sprechen, etwa den aktuellen Haushalt von 15,2 Millionen Euro und einen Finanzbedarf von rund 30 Millionen Euro, wenn man alle 250 Punkte im Bürgermeisterprogramm umsetzen möchte. Am Ende des Jahres 2025 werde man bei einem Schuldenstand von 1,14 Millionen angelangt sein. „Wir sind höchst solide unterwegs“, sagte Christanell. Für die Gemeindedienste (Trinkwasser, Abwasser, Müllentsorgung) zahle ein 4-Personenhaushalt pro Jahr im Schnitt um die 672 Euro. Und zu den Großprojekten sagte Christanell: „Wir schaffen Strukturen für unsere Leute. Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ Ein großer Applaus am Ende des Vortrages brandete auf. Die Frage nach dem Deckungsgrad im Schwimmbad, beantwortete die zuständige Referentin Astrid Pichler mit sem Hinweis, dass die Gemeinde seit Jahren schon bis zu 400.000 Euro zuschießen müsse. Das werde wohl auch so bleiben. Nach der auffordernden Feststellung, dass es in Sachen Radwege noch Luft nach oben gebe, wies der zuständige Referent Florian Gruber auf die engen Straßen im Dorf hin, die keinen großen Radwegausbau möglich machten. Außer man lasse die Autos draußen. Und auf die Frage, wer denn die brusthohen Scheißmalven beim Wanderweg in Richtung Klettergarten mähen solle, sagte die zuständige Referentin Barbara Pratzner, dass das die Gemeinde übernehmen werde. Dann wurde die Tiefgarage bei der Gemeinde angesprochen. BM Christanell wies auf den Schiffbruch hin, den man diesbezüglich erlebt habe, darauf, dass man die Situation falsch eingeschätzt habe. Aber man werde einen Techniker mit der Ausarbeitung von 3-4 Szenarien beauftragen und dann neu über jedes einzelne diskutieren. (eb)

Dominik Plangger + Claudia Fenzl und Robin’s Huat begeistern

  • Dachzeile: Kasino LIVE

Ein voller KASINO Kulturclub und ein begeistertes Publikum: Das Konzert von Dominik Plangger & Claudia Fenzl am Samstag, 14. März 2026 im KASINO Kulturclub der BASIS Vinschgau Venosta wurde zu einem besonderen Heimspiel für den aus Stilfs stammenden Liedermacher.
Gemeinsam mit der Geigerin Claudia Fenzl präsentierte Dominik Plangger einen intensiven Konzertabend zwischen gesellschaftskritischen Liedern, eingängigen Melodien und persönlichen Geschichten aus seinem Leben als Musiker zwischen Südtirol und Wien. Der Liedermacher, der aktuell auf Tour durch den gesamten deutschsprachigen Raum ist, zeigte dabei einmal mehr seine besondere Fähigkeit, Musik, Humor und Anekdoten zu einem nahbaren und lebendigen Konzerterlebnis zu verbinden.
Für einen besonderen Moment sorgte auch der Support-Act Robin’s Huat: Der junge Singer-Songwriter aus Schlanders kehrte für mehrere Stücke gemeinsam mit Dominik Plangger und Claudia Fenzl auf die Bühne zurück. Zusammen interpretierten sie unter anderem Vinschger Korrnrliader wie „Mail Maadele, mai Tschurale“ und sorgten damit für große Begeisterung im Publikum.
Der Abend endete mit langanhaltendem Applaus und bestätigte einmal mehr, wie stark die Verbindung zwischen Dominik Plangger und seiner Heimat geblieben ist.

E-CarSharing in Taufers im Münstertal

  • Dachzeile: Taufers

Ab sofort steht der Gemeinde ein modernes E-Auto für dienstliche Zwecke zur Verfügung, gleichzeitig kann es auch von der Bevölkerung gebucht werden. Am Freitag, 20. März 2026 wurde der Start des neuen Dorfautos offiziell gefeiert.
Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung durch die BMin Roselinde Gunsch und Daniela Trintinaglia, der Präsidentin von AlpsGo, wurde das Fahrzeug in Betrieb genommen. Der vollelektrische VW ID.3 des Südtiroler E-CarSharing-Anbieters steht ab sofort an der gemeindeeigenen Ladestation am Rathaus bereit und kann als kostengünstiges „Teil-Auto“ flexibel gebucht werden. Im Rahmen der Präsentation hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich kostenlos zu registrieren und eine Probefahrt zu unternehmen. Das CarSharing-Auto ist für registrierte Nutzerinnen und Nutzer rund um die Uhr verfügbar. Buchung und Zugang erfolgen über die AlpsGo-App. Die Registrierung ist entweder ohne Fixkosten oder im Abo-Modell möglich. Im Abo fallen 3 € pro Stunde und 0,28 € pro Kilometer an. Die einmalige Anmeldegebühr von 19 € wird für Besitzer:innen des Südtirol Passes oder Alperia-Kund:innen teilweise oder vollständig als Fahrtguthaben angerechnet. Ab 24,50 € ist die Miete für einen oder mehrere Tage möglich.
Mit dieser Initiative leistet Taufers im Münstertal einen konkreten Beitrag zum Ausbau des Südtiroler E-CarSharing-Netzwerks und unterstützt gleichzeitig die Ziele des Südtiroler Klimaplans. Der Fokus liegt auf die sinnvolle Ergänzung des öffentlichen Verkehrs, hoher Nutzerfreundlichkeit und der intelligenten Verknüpfung der Verkehrsmittel. Dank einer öffentlichen Förderung durch das Land Südtirol bleibt der finanzielle Aufwand für die Gemeinde überschaubar.
Die BMin Roselinde Gunsch zum neuen Mobilitätsangebot: „Gemeinden brauchen heute attraktive, alltagstaugliche Mobilitätslösungen. Unser neues Dorfauto soll von unseren Mitarbeitern dienstlich genutzt werden, gleichzeitig kann es eine Alternative zum eigenen privaten Auto unserer Bürger darstellen – vielleicht kann sich so der eine oder andere Haushalt zumindest ein Dritt- oder Zweitauto einsparen.“
Daniela Trintinaglia, Präsidentin von AlpsGo, ergänzte: „Wir sind stolz, unser kommunales CarSharing-Angebot jetzt auch in Taufers im Münstertal in Betrieb zu nehmen. Mit dem neuen Standort reiht sich die Gemeinde in das landesweite E-CarSharing-Netz ein – inzwischen stehen bereits über 60 Elektroautos an 34 Stationen in 19 Südtiroler Gemeinden zur Verfügung“.

Ein ganzes Dorf genießt & feiert

  • Dachzeile: Plauser Vereine & Gastbetriebe luden zum 4. Plauser Genussfest’l
  • Weitere Fotos - 1:

Nach 6-jähriger Pause verwandelte sich das Dorfzentrum von Plaus am Sonntag, 10.08.2025 wieder zum Genussparadies. Zur Eröffnung des „4. Plauser Genussfest’l“ gab es eine Feldmesse mit anschließendem Fassanstich durch den Plauser Bürgermeister Jürgen Klotz. Den ganzen Tag hindurch sorgten verschiedene Musiker & Musikgruppen für Unterhaltung: stimmungsvolle Töne von Christian Theiner, zünftige Ziachorgl Musik von zomquetscht, rockige Klänge von straight flash und zu guter Letzt Die Jungen Pseirer mit traditioneller Volksmusik & Schlager.
Für die kleinsten Besucher gab es eine tolle Kinderanimation.
Organisiert von den örtlichen Vereinen wie der Freiwilligen Feuerwehr Plaus, dem ASV Plaus, den Plauser Minis (Ministranten) und den Plauser Gastbetrieben in Zusammenarbeit mit der Tourismusgenossenschaft Naturns, wurde das 4. Plauser Genussfest’l zum genüsslichsten Höhepunkt dieses Sommers! Neben den kulinarischen Köstlichkeiten, begeisterte vor allem auch der traditionelle Strudelumzug die zahlreichen Besucher.
Der Bauernmarkt mit Produkten und Handwerkern aus der Umgebung lud zum Verkosten und Bestaunen ein. Als Special Guest hinter der Cocktailbar war Roland Gruber, alias AK – der Erfinder des Hugo Getränks zu entdecken! Ein weiteres Highlight des Festes war wiederum der Genuss- & Sinnesparcour (Un)sicht Bar mit dem Blindenzentrum St. Raphael Bozen: in einem abgedunkelten Lokal konnten die Festbesucher erlesene Weine und Fruchtsäfte verkosten. Der Erlös kommt dem Blindenzentrum St. Raphael zugute.
Das Organisationskomitee vom Plauser Genussfest’l blickt auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurück und freut sich bereits darauf, wenn es heißt „auf zum 5. Plauser Genussfest’l“!

Erfolgreiche Euroskills

  • Dachzeile: Vinschgau/Schlanders
  • Weitere Fotos - 1: r. v.l. Christoph Auer, Jonas David Hofer und Raffael Stenico

Gold holte der Grödner Raffael Stenico, der im Bewerb der Maurer an den Start ging und vom Experten Josef Telser betreut wurde. Mit einem Exzellenzdiplom in der Tasche kehrte Christoph Auer Mitte September von den Euroskills 2025 aus Herning in Dänemark zurück. Auer war in der Berufsgruppe der Maler und Lackierer, für das Team Italy gestartet. Beide bereiteten sich am Berufsbildungszentrum Schlanders auf den Wettbewerb vor. Die Freude dort ist deshalb natürlich groß. Betreut wurde Auer, der bereits bei den Worldskills für Italien an den Start ging, wiederum vom Experten Bruno Giongo aus Schlanders.
Zeitgleich mit den zwei Euroskills-Teilnehmern bereiteten sich auch die drei Teilnehmer für die Landesmeisterschaft, die vom 18. bis zum 20. September in Bozen stattfand, vor: Sandra Hofer aus Vierschach und Noah Pillon aus Mölten gingen in der Berufsgruppe der Maler und Lackierer an den Start. Hofer setzte sich als Landesmeisterin der Maler und Lackierer durch. (ap)

Eröffnung der Ausstellung: Widerstand ist alles

  • Dachzeile: Eröffnung der Ausstellung: Widerstand ist alles
  • Weitere Fotos - 1: Künstlerin  Julia Frank  aus Laatsch stellt ihr Werk vor

Das Museum Vinschger Oberland ist anlässlich des Museumsjahres 2025 Teil der Ausstellungsreihe „Widerstand ist alles“. In diesem Zusammenhang wird an den Tiroler Volksaufstand 1525/26 mit den Bauernkriegen und deren Anführer Michael Gaismair erinnert. Gaismair, der für soziale Gerechtigkeit gekämpft und mit Zivilcourage Widerstand gegen die Willkür der Obrigkeit geleistet hatte, war von der Geschichtsschreibung lange missachtet worden. In der momentan herausfordernden Zeit mit Kriegen, mit Populismus und Spaltung der Gesellschaft und mit Tendenzen zur Autokratie bekommen Widerstand und Zivilcourage eine ganz aktuelle Bedeutung.
Die organisatorischen Fäden für die Ausstellung in Graun zogen der dortige Museumsverantwortliche Valentin Paulmichl unterstützt vom Chronisten Wolfgang Thöni und dem Koordinator der Museenkooperation MUSUI Alexander Lutt vom Vintschger Museum in Schluderns.
In die Ausstellungsreihe „Widerstand ist alles“ mit eingebunden sind das Museum im Ballhaus in Imst und Klause Altfinstermünz bei Nauders. Für die Ausstellung wurden Künstlerinnen und Künstler gewählt, die sich mit dem Thema Widerstand individuell auseinandersetzen bzw. auseinandergesetzt haben, und zwar: Ursula Beiler, Julia Frank, Erich Horvath, Christoph Mathoy, Chris Moser, Elmar Peintner, Melanie Thöni, Milan Batista, Karl Plattner und Schwarz Josef. Kuratorin Sylvia Mader stellte die Kunstschaffenden vor. Landesrat Philipp Achammer und und der Grauner Bürgermeister Franz Prieth gratulierten zur gelungenen Initiative. (mds)

Die Ausstellung in Graun ist jeden Freitag und Samstag von 16.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
www.musui.it

Erste Musikkonferenz Südtirols

  • Dachzeile: Schlanders/Basis

Zum ersten Mal in dieser Form, zum ersten Mal mit diesem Anspruch und zum ersten Mal mit einer derart breiten Resonanz: Mit „Brenner:o in Stere:o“ ist am 29. November in der BASIS Südtirols erste Musikkonferenz erfolgreich über die Bühne gegangen. Rund 80 Akteurinnen und Akteure aus Musik, Veranstaltungswesen, Management, Verlage, Agenturen und Institutionen nutzten die Gelegenheit sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Es wurde klar, die Musikbranche im Land ist keine Liebhaberei, sondern ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor. Ein kreativer Motor und ein gesellschaftlicher Impulsgeber. Entsprechend dicht war das Programm, das von Förderinstrumenten über internationale Erfahrungsberichte bis hin zu kritischen Themen wie Machtstrukturen und Gendergerechtigkeit reichte. Vorgestellt wurde unter anderem der South Tyrol Music Fund. Internationale Gäste berichteten von ihren Arbeitsmodellen und Karrierewegen, Südtiroler Akteurinnen und Akteure gewährten Einblick in ihre Praxis zwischen Bühne, Management und Verlag. Auch neue Festivalformate aus dem benachbarten Ausland wurden präsentiert – samt ehrlichen Erzählungen über Aufbauarbeit, Ehrenamt und die Rolle der Szene selbst. Anklang fand die sogenannte „Human Library“: Hier kamen Besucherinnen und Besucher direkt mit den Referent:innen ins Gespräch – offen, persönlich, ohne Distanz. Am Abend sorgte ein Clubbing für einen musikalischen Ausklang, der den Konferenztag stilgerecht abrundete.
Der Kurator der Veranstaltung Hans Zoderer zeigte sich mit der Premiere durchaus zufrieden. Die starke Beteiligung, das hohe fachliche Niveau und die intensive Atmosphäre hätten die Erwartungen übertroffen, hieß es am Rande der Konferenz. Klar sei auch: „Brenner:o in Stere:o“ soll keine einmalige Sache bleiben. Das Projekt soll weitergeführt und – wenn möglich – jährlich organisiert werden. Gefördert wurde die Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Tra Poli“ durch die Region Trentino–Südtirol und die IDM. Für die Südtiroler Musikszene war diese erste Musikkonferenz vielleicht mehr als nur ein Treffen, sondern ein Aufbruch. (uno)

Erstes „Dorfgespräch“ im Val Müstair

  • Dachzeile: Val Müstair
  • Redakteur: Annelise Albertin
  • Weitere Fotos - 1: Sta. Maria

Erstes „Dorfgespräch“ im Val Müstair - grosse Beteiligung und lebhafte Diskussionen: Auf Einladung der Gemeinde Val Müstair fand am Samstag, 25. Oktober 2025, das erste „Dorfgespräch“ statt – ein Workshop, der von EspaceSuisse, dem Schweizerischen Verband für Raumplanung und Umweltfragen, moderiert wurde. Ziel der Veranstaltung war es, die Bevölkerung für anstehende Veränderungen im Tal zu sensibilisieren, Chancen und Risiken realistisch einzuschätzen und gemeinsam Entwicklungsziele zu formulieren.
Die Einladung stiess auf unerwartet grosses Interesse: 62 Einheimische – darunter erfreulich viele der jüngeren Generation – folgten dem Aufruf und beteiligten sich engagiert an den Diskussionen. In kleinen Arbeitsgruppen zu jeweils fünf bis sechs Personen wurden zentrale Fragen erörtert: Was macht unser Tal einzigartig? Warum ziehen Menschen weg – und was könnte sie zur Rückkehr bewegen? Wie funktioniert die Dorfgemeinschaft, wo gibt es Verbesserungsbedarf?
Ein wichtiges Thema war der steigende Anteil an Zweitwohnungen. Während ihr Anteil 2013 noch bei rund 32 Prozent lag, beträgt er heute bereits 48,5 Prozent. Damit verbunden ist ein akuter Mangel an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für junge Menschen und Familien. In den Diskussionen wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass alte Häuser leer stehen, während gleichzeitig neue gebaut werden – ein Widerspruch, der zum Nachdenken anregt.
Für lebhafte Gespräche sorgten auch die etwas provokativen Fragen zu einem autofreien Sta. Maria und der Idee, einen Testlauf möglicherweise bereits im nächsten Jahr durchzuführen. Obwohl in der Einladung darauf hingewiesen wurde, dass es beim «Dorfgespräch» nicht um die vom Kanton festgelegte Strassenführung der Umfahrung Sta. Maria geht, sondern um Themen wie Lebensqualität und öffentliche Räume, führten diesen Fragen dazu, dass die Umfahrung Sta. Maria zur Sprache kam. Insbesondere die Einwohner*innen von Sta. Maria erwähnten erneut das schon oft diskutierte Ampelsystem und den Einbezug der Umbrailpass-Strasse in die Umfahrung.
Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum. Diese sollen nun ausgewertet und in die weitere Entwicklungsplanung des Tales einfliessen. Die Gemeinde zeigte sich erfreut über das grosse Interesse und das konstruktive Engagement der Teilnehmenden.

Europäischer Glanz in Schlanders

  • Dachzeile: Schlanders
  • Weitere Fotos - 1:  die beiden Bezirkspräsidenten im hds Adi Erlacher und Dietmar Spechtenhauser

Schlanders ist europäische Hauptstadt des Einzelhandels, „vanguard city“. Genau dieser Titel wurde kürzlich einen Tag lang gefeiert, eine Dorfbegehung mit ausgewählten Teilnehmern, darunter einigen Gemeinderatsmitgliedern, gemacht, ein gemeinsame Mittagessen eingenommen und am Nachmittag gab es europäische Grußworte und in einem Dialog zwischen den Europäischen Hauptstädten des Einzelhandels Schlanders, Barcelona, Caldas da Rainha (Portugal) stellten die beiden letztgenannten ihre Programme und Identitäten in der Basis in Schlanders vor. Einheimische Grußworte kamen von BMin Christine Kaaserer, online von Philip Moser vom hds und online von zwei Damen aus dem Umfeld der europäischen Kommission. Dass die Bemühungen der derzeitigen Bezirks-hds-Führung nicht ganz falsch liegen, zeigten Ergebnisse einer Studie der OECD, die in Teilen in der Basis am 17. April vorgestellt worden ist. Es gelte durch Initiativen, durch Erreichbarkeit und durch Identität den lokalen Handel zu stärken. Nun trägt Schlanders für ein Jahr den europäischen Titel „vanguard Citiy“ und entlag eines 7-Thesenpapiers, der „Schlanderser Erklärung“ will man dieses Jahr für die Sichtbarkeit des Einzelhandels nutzen. (eb)

Faschingskrapfen für die Schmetterlingskinder

  • Dachzeile: Vinschgau/Südtirol

Seit dem 7. Januar ist bei Mein Beck erneut die beliebte Spendenaktion zugunsten der Schmetterlingskinder im Gange. In allen Filialen und Marktständen werden bis 28. Februar, dem Internationalen Tag der seltenen Krankheiten, Schoko-Faschingskrapfen mit bunter Schmetterlingsdeko verkauft. Ein Teil des Erlöses geht an den Verein DEBRA Südtirol, der Familien mit Epidermolysis bullosa unterstützt. „Diese Unterstützung ist für die betroffenen Familien enorm wichtig. Sie hilft ganz konkret im Alltag und setzt ein starkes Zeichen der Solidarität“, sagt Anna Faccin, Präsidentin von DEBRA Südtirol.
Auch für Mein Beck ist die Aktion eine Herzensangelegenheit. „Wir möchten mit dieser Initiative nicht nur helfen, sondern auch das Bewusstsein für diese seltene Erkrankung stärken“, erklärt Ulrike Lesina Debiasi, die das Unternehmen gemeinsam mit Manfred Öggl führt.
Mein Beck Projektkoordinatorin Daniela Urthaler betont die besondere Bedeutung des Aktionszeitraums: „Dass die Spendenaktion bis zum Tag der seltenen Krankheiten läuft, macht sichtbar, wie wichtig Aufmerksamkeit und Unterstützung für Betroffene sind.“ Daniela Stelzer aus der Mein Beck Marketingtabteilung ergänzt: „Unternehmen können auch heuer wieder die Faschingskrapfen gesammelt für ihre Teams vorbestellen.“
Der Verein DEBRA Südtirol begleitet Menschen mit EB und ihre Familien seit mittlerweile über 20 Jahren mit direkter Hilfe. Die Krankheit ist nicht heilbar und bringt hohe körperliche, emotionale und finanzielle Belastungen mit sich. Umso wichtiger ist die Unterstützung durch gemeinsame Aktionen wie diese, um die Lebensqualität im Alltag der Schmetterling und deren Familienmitglieder zu erhöhen.

Fleckvieh bringt gute Preise

  • Dachzeile: Lichtenberg/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Matthias Prünster  vom Rinderzuchtverband
  • Weitere Fotos - 2: Michael Kuppelwieser vom Beratungsdienst Berglandwirtschaft BRING
  • Weitere Fotos - 3: Der wieder bestätigte Vorstand: v. l. Markus Thanei,  Monika Telser, Angelika Spechtenhauser und Simon Fliri  (es fehlt Urban Hirschberger)

Am Mittwoch, 25. Februar trafen sich die Vinschger Fleckviehzüchter zur Jahresvollversammlung im „Gasthof Adler“ in Lichtenberg. Es standen Neuwahlen an. Nach der Begrüßung durch den Obmann Markus Thanei und die Verlesung des Protokolls der Versammlung 2025 informierte Matthias Prünster vom Rinderzuchtverband über die gemeinsame Zuchtwertschätzung der europäischen Fleckviehpopulation (Deutschland, Österreich, Tschechien, Kroatien). Diese Schätzung bewertet die Stiere, die Milchleistungen, die Fitness usw. „Wichtig ist es international Netzwerke zu knüpfen, um erfolgreich zu sein“, so Prünster. Die Fleckviehzucht macht laufend Qualitätsfortschritte und steht im Vergleich in Südtirol sehr gut da. Vier Südtiroler Stiere in der Aufzuchtstation in Fiume (Veneto) sind in der künstlichen Besamung im Einsatz. Das Fleckvieh ist die Hauptrasse in Südtirol. Die Doppelnutzung (Milch und Fleisch) macht die Rasse attraktiv. Die Milchleistungen können sich mittlerweile sehen lassen und auch die Verkaufspreise der Tiere. 2025 wurde ein Jungrind um 3.300 Euro verkauft, ein Kalb um 863 Euro, ein Jungrind um 1.490 Euro, und für die teuerste Kuh wurde um 5.082 Euro bezahlt. Michael Kuppelwieser von BRING referierte über das „Stallklima - großer Faktor für Leistung“. Zucht und Milchleistungen stehen und fallen mit der Durchlüftung des Stalles. Vier bis sechsmal in der Stunde soll die Luft ausgetauscht werden. Um das zu erreichen, gibt es die Möglichkeit gezielt Luftöffnungen einzubauen, Auslauf ins Freie zu schaffen, Türen und Tore zu öffnen. Es gibt auch unterschiedliche Ventilatoren, oder Schlauch - oder Rohrbelüftungen, die je nach Vermessung der Stallgröße exakt gesetzt werden. Die Kühe bringen mehr Leistung, wenn gut gelüftet ist. „Kühe lieben es kalt und fühlen sich in einer Temperatur um den Gefrierpunkt bis maximal zehn Grad am wohlsten“, erklärt Kuppelwieser. Auch auf Bodenhöhe müsse die Lüftung greifen, den dort sammelt sich das Ammoniak an, das liegende Tiere einatmen und das speziell auch kleine Kälber schädigen können. „Auch Kälber verdienen einen guten Platz“, so Kuppelwieser. Bei den anstehenden Neuwahlen wurde mangels Kandidaten der bestehende Ausschuss widerbestätigt. Diesem gehören an: Obmann Markus Thanei (Matsch), Monika Telser (Tanas), Angelika Spechtenhauser (Allitz), Simon Fliri (Naturns) und Urban Hirschberger (Schleis). Der Vorstand hofft auf Vorschläge der Mitglieder und auf aktive Mitarbeit, zum Beispiel beim Sealamorkt, wo Fleckvieh gezeigt wird. Ein Wunsch wäre die Formierung einer Jungzüchtergruppe. (mds)

Großer Bahnhof in Sulden

  • Dachzeile: Sulden
  • Weitere Fotos - 1: Finanzer Claudio Angeli, der seit 1989 die Pistenrettung in Sulden versieht

Wenn sich der Brigade-General Gavino Putzu mit großem Gefolge nach Sulden begibt, dann unterstreicht diese Geste die Bedeutung der Angelegenheit. Denn am 6. Oktober 2025 wurde in Sulden ein Abkommen zwischen den Seilbahnen Sulden und der SAGF (Soccorso Alpino Guardia di Finanza) feierlich unterschrieben. Damit wird eine exzellente Zusammenarbeit für ein weiteres Jahr gewährleistet, nämlich der Pistendienst in Sulden mit Rettungsdienst, Erster Hilfe, Bergemaßnahmen usw. von Seiten der Mitglieder am Sitz des SAGF in Schlanders.
Den Dienst der Bergrettung und Pistenbetreuung von Seiten der Guardia di Finanza hat vor rund 40 Jahren erstmals in Südtirol das Skigebiet Sulden in Anspruch genommen. Sehr zur Zufriedenheit der Seilbahnverantwortlichen. Seilbahnpräsident Erich Pfeifer hat in Sulden gesagt, dass die „Zusammenarbeit in unserem interessanten und herausfordernden Gebiet“ anhalten solle, denn die der Pistendienst sei eine Qualität für die Sicherheit. Auch Brigade-General Gavino Putzu, als Kommandant zuständig für die Region Trentino-Südtirol, lobte die Zusammenarbeit mit Sulden und weit darüber hinaus. Die Zusammenarbeit zwischen Finanzwache und einheimischen Rettungsorganisationen funktioniere wie eine Schweizer Uhr. Putzu betonte, dass der SAGF gut aufgestellt sei und dass man in der Vergangenheit enorme Investitionen getätigt habe und weiter tätigen werde.
Neben Brigade-General Gavino Putzu waren Colonello Giuseppe Dinoi, Kommandant der Finanzbehörde in Südtirol, Capitano Ariana Olivieri, die die Kompanie in Meran befehligt und Maresciallo Andrea Sandri, der Kommandant der SAGF Schlanders in Sulden anwesend, somit die gesamte Befehlskette.
Gut ausgebildet und topfit sind die Mitglieder des SAGF. In der Alpin-Militärschule in Predazzo durchlaufen die Anwärter einen einjährigen Ausbildungslehrgang, der von Felsklettern über Skifahren, von Rettungstechniken in den Felswänden und auf Skipisten und vieles mehr beinhaltet. Der Soccorso Alpino der Guardia di Finanza ist in Südtirol mit 3 Helikoptern und 5 Stationen vertreten. Rund 12 Mitglieder beherbergt die Station Schlanders. Jeweils 2 versehen abwechselnd den Pistendienst in Sulden von der Baisistation auf Madritsch aus. Claudio Angeli zum Beispiel hat in Sulden alle Wetter und Vorkommnisse schon mitgemacht. Denn er versieht diesen Pistendienst bereis seit 1989. (eb)

Hegeschau Bezirk Vinschgau

  • Dachzeile: Schlanders/Kulturhaus
  • Weitere Fotos - 1: Bei der Eröffnungsfeier der Hegeschau 2026 spielten die Grauner Jagdhornbläser Hirschruf.

Die Jäger sind Lebensraumverbesserer und Tierschützer, das meinte Günther Rabensteiner, der Landesjägermeister am 14. März bei der Eröffnung der Hegeschau im Kulturhaus Schlanders. Günther Hohenegger, der Bezirksjägermeister konnte viele der insgesamt 903 Jäger und 63 Jägerinnen im Bezirk Vinschgau begrüßen, genauso wie die Revierleiter, Jagdaufseher, Vertreter der Forst, vom Nationalpark, vom Jagdverband, der Carabinieri, sowie Werner Wallnöfer als Vertreter der Gemeinde Schlanders, Senator Meinhard Durnwalder und den Landesjägermeister Günther Rabensteiner. In seinem Bericht betonte der Bezirksjägermeister, dass die Abschusspläne großteils erfüllt wurden, viele Rehkitze gerettet werden konnten und auch die Kühlzellen im ganzen Bezirk auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurden. Erlegt wurden 1592 (94% des Abschussplanes) Stück Rotwild, 479 (86%) Stück Rehwild, 391 (95%) Stück Gamswild, 173 Füchse und 33 Stück Steinwild. Durnwalder informierte in seinen Grußworten über den Stand des nationalen Jagdgesetzes, über das aktuelle Gesetzesdekret zum Verbot von Klappmessern und über das schwierige Thema Wolfabschüsse. Der Landesjägermeister sprach über die gute Zusammenarbeit mit dem Bauernbund, der Forst und den politisch Verantwortlichen, er dankte allen Jägern, Revierleitern und Jagdaufsehern. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier von den Grauner Jagdhornbläsern Hirschruf. Am 13. März wurde der Film „Jagderlebnisse und Wildbeobachtung“ von Leo Lanthaler gezeigt. Am 15. März spielten die Jagdhornbläsergruppen Spielegg aus Kastelbell und Similaun aus Schnals. Für das leibliche Wohl an den drei Tagen der Hegeschau sorgte die Jagdhornbläsergruppe Weisskugel aus Matsch. (hzg)

Herausforderungen für die Landwirtschaft

  • Dachzeile: Latsch/Weltladen

Beim letzten Vortrag in diesem Jahr der Veranstaltungsreihe vom Weltladen Latsch ging es am 21. November um die Zukunft der Landwirtschaft, den Pflanzenschutz und die Künstliche Intelligenz (KI). Gezeigt wurde zuerst der Film „Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft“ aus der ZDF-Reihe plan b. Dargestellt wurden Projekte aus Deutschland, Kamerun und Spanien, wobei durch den Einsatz von KI bei Robotern, Drohnen und Apps schneller Pflanzenkrankheiten erkannt und gezielter bekämpft werden konnten. Die Essensmengen in einer großen Kantine wurden besser geplant und die Lebensmittelverschwendung deutlich reduziert. Durch die KI konnte das Saatgut genauer aussortiert und die Ernteerträge gesteigert werden. Vorgeführt wurde ein Ernteroboter. Durch den Einsatz von KI und speziellen Sensoren wurde der Wasserverbrauch deutlich reduziert. Nach dem Film hielt Hannes Schuler, seit 2021 Professor für Agrar- und Forstentomologie an der Uni Bozen einen Vortrag über die Herausforderungen der Landwirtschaft und alternative Ansätze zum Pflanzenschutz. Der Klimawandel, das veränderte Konsumverhalten und die weltweite Bevölkerungszunahme sind die größten Herausforderungen. In Zukunft muss die Landwirtschaft mehr produzieren, ohne die Flächen zu erweitern. Sie muss die Ökosysteme schützen und die Treibhausgasemissionen reduzieren. Rund 30% der Lebensmittel gehen verloren. Gesunde Pflanzen sind der Schlüssel zu gesunden Lebensmitteln und die Zukunft der Landwirtschaft hängt eng mit den Pflanzenschutzmitteln zusammen, meinte Schuler. Der Klimawandel führt zu steigenden Temperaturen, zur Abnahme der winterlichen Kälteperiode und es häufen sich Extremwetterereignisse. Durch die Klimaerwärmung und das Mobilitätsverhalten werden viele invasive Schadinsekten eingeschleppt. Schuler nannte die Essigfliege, Marillenblattlaus, die marmorierte Baumwanze, die amerikanische Rebzikade, Blutlaus, den japanischen Käfer und den Teezweigbohrer. Schuler betonte, dass noch viel Forschungsarbeit notwendig ist, um diese invasiven Insekten zu bekämpfen. (hzg)

Interner Aufruf zum Zusammenhalt

  • Dachzeile: Latsch
  • Weitere Fotos - 1: der ehemalige Präsident des Tourismusverbandes Vinschgau und der aktuelle Präsident des TV Schlanders-Laas Karl Pfitscher und der Grauner BM Franz Prieth
  • Weitere Fotos - 2: der Latscher BM Mauro Dalla Barba

Bei der Eröffnungsfeier der neuen Räume für Vinschgau Marketing in Latsch war neben der Freude der Tourismusbeteiligten über das allmählich in Schwung kommende Vinschgau Marketing ein starker Aufruf zu Zusammenhalt zu vernehmen. Vinschgau-Marketing-Präsident Matthias Tschenett hatte neben den Tourismuspräsidenten und Tourismusdirektoren von Sulden bis Schnals und neben vielen Tourimustreibenden und -interessierten explizit auch den Grauner BM Franz Prieth eingeladen. Tschenett lobte die Arbeit der Vinschgau-Marketing-Mitarbeiter Silvia Tumler und Manuel Platzgummer, lenkte den Blick auf lichtdurchflutete Räume am Eck des Lacus in Latsch und gab die Hoffnung auf eine künftige Zusammenarbeit des gesamten Vinschgaus zum Ausdruck. Es war dann dem erfahrenen Zeremonienmeister und ehemaligen HGV-Landeschef Manfred Pinzger zu verdanken, dass das Wort rasch und reibungslos reihum gereicht worden ist und sich so Franz Prieth mit an Gewissheit grenzender Zuversicht für eine gemeinsamen Marschrichtung äußern konnte. Dazu seien vertiefende Gespräche notwendig. Der Latscher BM Mauro Dalla Barba betonte, dass in Zeiten des unbegrenzten Internets es eigentlich unerheblich sei, wo sich denn ein Büro, in diesem Fall die Räumlichkeiten von Vinschgau Marketing, befände, er aber froh sei, dass Vinschgau Marketing in Latsch Heimat gefunden habe. Es wüssten alle, so Dalla Barba in Richtung Oberland und wohl auch in Richtung interne Reihen, wo der Vinschgau beginne und wo der Vinschgau aufhöre. In den Reigen der Redner klinkte sich dann auch Pinzger ein, der von einer künftigen vernünftigen Zusammenarbeit sprach. Auch der bislang lauteste Kritiker der touristischen Trennlinie im Tal, der Präsident des Tourismusvereines Schlanders-Laas Karl Pfitscher, forderte Zusammenarbeit und gemeinsame Vorgangsweisen. Diesem Wunsch schloss sich auch der Präsident des TV Latsch-Martell Roman Schwienbacher an. So ist denn aus einer einfachen Eröffnungszeremonie für die neuen Marketing-Büros ein Manifest für Zusammenarbeit auf der Tourismusebene geworden. (eb)

Lååsr Liachtl setzt Zeichen

  • Dachzeile: Laas

Das Lååsr Liachtl hat heuer die tolle Gesamtspendensumme von 23.746,82 Euro erreicht. 20 verschiedene Vereine und private Gruppen haben in der Adventszeit jeweils einen Abend am Standl übernommen und für elf verschiedene Spendenempfänger gespendet. Das Team vom Wohn-und Pflegeheim, das KosmetikStibele by Julia mit Getränke Schweitzer sowie das Team der Pizzeria Odler mit Mittelschule Laas spendeten an KfS- Familie in Not. Die Fa. Lasa marmo, die Loosr Tuifl und Bistro Gepa Bar zusammen mit Salon Fabulous sowie Haarstudio Opal und GC-HefePur für einen 4jährigen Jungen, namens Jakob. Die Gruppe 3 vom Weißen Kreuz Schlanders gab ihren Reinerlös an das Tierheim Naturns weiter, die Kaufleute und Gastwirte Laas zusammen mit Salon Fabulous, dem Haarstudio Opal und der Bistor Gepa Bar spendeten ihren Reinerlös an die hinterbliebene Familie von Alois Gufler. Für den BNF spendeten der AVS und die AVS-Jugend, die Relaxgruppe, sowie die BJ Laas. Für die Witwe eines Trentiner Revierleiters spendete der Jagdverein Laas. An die Krebshilfe ging die Spende der ASC Laas Läufergruppe. Die Volksbühne Laas sowie der ASC Laas Fußball übergaben ihre Spenden an die Kinderkrebshilfe Peter Pan.
Eine Vertreterin des Wünschewagens nahm dankend die Spende des KfS entgegen. Für das Kinderdorf Brixen spendete die Volksbühne Laas und KVW Laas/Allitz und die Studienfreundinnen Brixis konnten ihre Einnahmen an die Hilfsorganisation Debra Schmetterlingskinder übergeben. An die Vinzenzgemeinschaft gingen die Spenden der Pizzeria Odler, Mittelschule Laas und Volksbühne Laas.
Allen, die einen Abend übernommen, die das Standl besucht und großzügig unterstützt haben, allen Musikern und Musikgruppen, die ehrenamtlich aufgetreten und damit die Abende um einiges adventlicher machten, gilt ein aufrichtiges Vergelts Gott.

lvh-Informationsabend zu Kfz-Themen

  • Dachzeile: Vinschgau

Vinschgau: Themen rund um Mobilität und Fahrzeugzulassung sind im Grenzgebiet besonders akut.
Das Thema Fahrzeugzulassung ist in Grenzgebieten stets aktuell, entsprechend groß war das Interesse an einer Informationsveranstaltung des lvh, die kürzlich von der Bezirksobfrau der Frauen im Handwerk Untervinschgau, Rita Egger, initiiert wurde.
Gemeinsam mit den Bezirksobleuten Günther Platter (Obervinschgau) und Hermann Raffeiner Kerschbaumer (Untervinschgau) sowie der Berufsgemeinschaft der Kfz-Mechatronik/innen im lvh, lud Egger zu einem Treffen, das sowohl für die Frauen im Handwerk als auch die lokalen Kfz-Betriebe, sowie die lvh-Mitglieder der Bezirksausschüsse von großem Interesse war.
Vor allem zwei Fachreferate standen im Mittelpunkt: Markus Kolhaupt, Abteilungsdirektor Mobilität, und Giovanna Valentini, Amtsdirektorin im Amt für Führerscheine, informierten über die neuesten Regelungen. Besondere Aufmerksamkeit erweckten dabei die Fragen und Antworten rund um das Thema der Lesbarkeit der Kennzeichen, das Werkstätten mit Revisionslinien immer wieder vor knifflige Herausforderungen stellt. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Handwerk, Verwaltung und Politik gerade in Grenzregionen ist, um praxisgerechte Lösungen zu entwickeln und rechtliche Sicherheit für Betriebe und Bürger zu gewährleisten.

Marmorschüler machen Laas bunt

  • Dachzeile: Laas
  • Weitere Fotos - 1: Die Schüler:innen stellen ihre Marmorwerkzeuge teilweise selbst in der hauseigenen Schmiede her

Die Berufsfachschule für Steinbearbeitung „Johannes Steinhäuser“ präsentiert sich großzügig mit professionell ausgestatteten Werkstätten, Kran, Brückensäge, Brenn- und Druckraum. Die Zeichen- und Modellierräume sind funktionell und praxisnah gestaltet. In den Werkstätten ist dank leistungsstarker Absauganlage ein Arbeiten ohne Staubmaske möglich.
Gearbeitet wird vor allem mit Göflaner und Laaser Marmor. Material und Werkzeug stellt die Schule kostenlos zur Verfügung. Die Schüler:innen arbeiten mit gesetzten Schwerpunkten, zu einem vorgegebenen Thema ziemlich frei und können eigene Interpretationen mit einfließen lassen. Mit 30 Schüler:innen ist es eine kleine Schule. Unterschiedliche Altersgruppen und Nationalitäten arbeiten zusammen, begegnen sich auf Augenhöhe, lernen voneinander, unterstützen sich und verfolgen ein gemeinsames Ziel. Das eigene Projekt will mit den vorhandenen Ressourcen umgesetzt werden. Diese positive Stimmung spüren die Gäste vom „Tag der offenen Tür“, Lehrer:innen und Schüler:innen. Letztere machen die Schule und das Dorf Laas bunt, füllen es mit Leben und Kreativität der weiten Welt.
Der Praxis- und Theorieanteil der Vollzeitausbildung zum Steinmetz ist in den ersten drei Klassen ausgewogen und endet mit einem Berufsbefähigungszeugnis. Eine weiterführende 4. Klasse führt zum Berufsbildungsdiplom Steinbildhauer und zur Matura. Ein Teil an Theorie wird dabei am Hauptsitz, dem BZS Schlanders vermittelt. Als weiterführenden Ausbildungsweg bietet die Schule zudem zwei Spezialisierungslehrgänge an, die Spezialisierung Steinbildhauer und die Meisterklasse Steinbildhauer. Diese fokussieren sich auf die Praxis. Die fachtheoretische, handwerkliche, praxisnahe Schule mit Gestaltung als zentralen Punkt bietet eine Basis für verschiedenste Berufsrichtungen. (chw)

Mit Humor gegen Hass und Hetze

  • Dachzeile: Schlanders/Metropoltheater München

Wut und Hass verbreiten sich laut und hemmungslos. Doch wie reagiert man auf Hassmails, rassistische, ausländerfeindliche, islamfeindliche Kommentare, Vorwürfe und Anschuldigungen? Hasnain Kazim, ehemaliger Journalist beim deutschen Wochenmagazin „Der Spiegel“, 1974 in Oldenburg in Niedersachsen geboren, ist Sohn indisch-pakistanischer Einwanderer. Seit seinem 17. Lebensjahr erhält er fremdenfeindliche und beleidigende Emails wie etwa: „Herr Kazim, Sie sind ein Schmierfink, der antideutsch denkt und schreibt! Komm du Schreiberling zu mir, dann zeige ich dir, was ein echter Deutscher ist!“ Diese Zeilen schrieb ein Karlheinz S. und Hasnain Kazim antwortete ihm: „Lieber Herr S! Ich freue mich sehr über Ihre Einladung, sehr gerne komme ich zu Ihnen mit meiner Familie (Großeltern, Eltern, Geschwister, drei Ehefrauen, 8 Kinder, 17 Cousinen, 17 Cousins und 22 ihrer Kinder). Wir würden am 4. Dezember vorbeischauen und mit Ihnen Advent feiern. Wir alle freuen uns sehr, von Ihnen zu lernen, was ein echter Deutscher ist!“. Weitere Beispiele von Hassmails: „Du bist zugewanderter Gast und hast gefälligst dankbar zu sein, in Deutschland aufgenommen worden zu sein.“ „Kazim, raus aus Deutschland, geh‘ zu deinen Eselfickern!“. „Du bist ein Islamist.“ Hasnain Kazim beschließt auf die Vorwürfe mit Humor, Witz und Ironie zu antworten. 2018 hat Kazim das Buch „Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte“ herausgegeben. Das Metropoltheater in München hat Auszüge aus dem Buch unter der Regie von Jochen Schölchauf auf die Bühne gebracht. Am 22. April wurde die szenische Lesung mit den Schauspielern Thorsten Krohn, Thomas Schweiberer, Bijan Zamani und Lucca Züchner im Kulturhaus von Schlanders präsentiert. Auch der Autor Hasnain Kazim war anwesend und sprach bei der gut besuchten Einführung in einem Gespräch mit Gertrud Wellenzohn über seine Motivation auf Beleidigungen mit Humor zu reagieren, um die Würde des Menschen zu verteidigen. (hzg)

Neuer Lehrgang für PflegehelferInnen gestartet

  • Dachzeile: Vinschgau/Laas

21 motivierte Teilnehmende aus dem Bezirk Vinschgau haben kürzlich mit dem ersten Modul die einjährige Ausbildung zu PflegehelferInnen im Wohn- und Pflegeheim St. Sisinius in Laas begonnen. Der Lehrgang wird in Zusammenarbeit mit dem Verband der Seniorenwohnheime Südtirols, der Stiftung Elisabeth/Bildungshaus Lichtenburg und den Seniorenwohnheimen des Vinschgaus organisiert. Zur feierlichen Eröffnung ist auch Martina Ladurner (Verband der Seniorenwohnheimen Südtirol) nach Laas gekommen und betonte die besondere duale Form dieses Lehrganges, welcher Arbeit und Ausbildung gleichzeitig ermöglicht und zur Gewinnung von neuem Pflegepersonal beiträgt. Die Studienleiterin Helene Trippacher und die Lehrgangsleiterin Sylvia Verdross von der Stiftung Elisabeth zeigten sich über die zahlreichen Anmeldungen aus dem Vinschgau sehr erfreut und fühlten sich in ihrem Ansinnen bestätigt, mit einer qualitativ hochwertigen und dualen Ausbildung, Quereinsteigerinnen und anderen Interessierten einen Abschluss in einem überschaubaren Zeitraum und vor Ort zu ermöglichen. Der Lehrgang umfasst 520 Stunden Unterricht in Präsenz, 90 Stunden an Arbeitsaufträgen für die Praxis am eigenen Arbeitsplatz und Heimarbeit, 16 Stunden Arbeitssicherheitskurs, 150 Stunden externes Praktikum im Krankenhaus Meran oder Schlanders und ein 450 Stunden umfassendes internes Praktikum. Die Abschlussprüfung findet dann im Oktober 2026 statt und befähigt zur Berufsausübung als PflegehelferIn. Sibille Tschenett als Direktorin von Laas und Schluderns und wesentliche Initiatorin gemeinsam mit Jürgen Pircher vom Seniorenheim Partschins, um den Lehrgang auch im Vinschgau anzubieten, wünschten allen Teilnehmenden einen erfolgreichen Start und sicherten die größtmögliche Unterstützung von Seiten der Seniorenwohnheime im Vinschgau zu. (lu)

Pfitscher ist HGV-Chef 65 Plus

  • Dachzeile: Schlanders/Bozen

Im Rahmen der Neuwahl der HGV-Gremien wurde Karl Pfitscher vom Gasthof Schwarzer Adler in Schlanders erstmals zum Vorsitzenden der Vereinigung HGV 65 Plus gewählt. Vor drei Jahren wurde die Gruppe ins Leben gerufen und ist seit Mai 2025 als Vereinigung statutarisch im HGV verankert. Damit erhält der Vorsitzende Sitz und Stimme im neuen HGV-Landesausschuss und kann dort die Anliegen der Wirteseniorinnen und -senioren einbringen. Neben Pfitscher, welcher den Bezirk Meran/Vinschgau vertritt, gehören dem Ausschuss Paul Pizzinini vom Aman Rosa Alpina in St. Kassian für den Bezirk Pustertal/Gadertal, Heinrich Clara vom Hotel Clara in Vahrn für den Bezirk Eisacktal und Gottfried Schgaguler vom Hotel Schgaguler in Kastelruth für den Bezirk Bozen und Umgebung an.
Die Gruppe HGV 65 Plus wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen, um die spezifischen Anliegen der Altgastwirtinnen und Altgastwirte zu bündeln und innerhalb des HGV und in der Gesellschaft gezielt zu vertreten. Primäres Ziel ist es, den Austausch untereinander zu fördern und ein starkes Netzwerk aufzubauen.
„Es war uns ein großes Anliegen, auch den Wirteseniorinnen und -senioren eine Stimme im HGV zu geben. Sie sind unsere Wegbereiter und bringen wertvolle Erfahrung und Weitsicht mit“, betont HGV-Präsident Manfred Pinzger. „Die rege Teilnahme an Veranstaltungen und die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigen, dass wir mit HGV 65 Plus auf dem richtigen Weg sind und eine wertvolle Plattform geschaffen haben“, sagt HGV-Direktor Raffael Mooswalder.
Der neu gewählte Vorsitzende Karl Pfitscher blickt mit Freude und Zuversicht auf die kommenden vier Jahre: „Wir haben ein engagiertes Team, das sich mit Herzblut für die Belange unserer Altgastwirtinnen und Altgastwirte einsetzt und schöne Erlebnisse schafft.“

Präsident der Blutspender im Vinschgau

  • Dachzeile: Schlanders

Über 1.000 Menschen im Vinschgau spenden regelmäßig ihr Blut, um Leben zu retten. Organisiert wird dieser wertvolle Dienst durch die Vereinigung der Freiwilligen Blutspender (AVIS). Seit April 2025 ist Peter Paul Hofer aus dem Pustertal der Landespräsident der Freiwilligen Blutspender. Zusammen mit dem Vizepräsidenten Diego Massardi aus Bozen, besuchte Hofer am 9. Jänner den Bezirkspräsidenten von AVIS Vinschgau, Roland Wallnöfer. Gemeinsam trafen sie sich im Krankenhaus Schlanders mit Stefano Barolo, dem Facharzt für Innere Medizin und verantwortlichen Arzt der Dienst für Transfusionsmedizin und Hämovigilanz, ein systematisches Überwachungs- und Meldesystem, das die Sicherheit von Blutspenden und Bluttransfusionen gewährleistet. Auch die Pflegekoordinatorin Michaela Stecher, ihre Stellvertreterin Rosa Kurz und Marion Viertler, die Sekretärin von AVIS Vinschgau, waren bei dem Treffen anwesend. Besichtigt wurde der Spenderraum mit den drei Blutentnahmestühlen bzw. Liegesesseln und der Frühstücksraum. Die Arbeitsweise und die Koordination mit dem Krankenhaus wurden besprochen. Peter Paul Hofer informierte, dass Blutplasmaspenden in den Krankenhäusern in Meran, Bozen und Bruneck entgegengenommen werden. Seit kurzer Zeit gibt es auch eine eigene App (AVISNet), damit die Mitglieder einfach, intuitiv und praktisch mit dem Sekretariat der Blutspender kommunizieren können. Der Bezirkspräsident Roland Wallnöfer teilte mit, dass am Samstag, den 7. Februar um 18:00 Uhr im Bildungshaus Schloss Goldrain die 68. Jahresversammlung stattfinden wird. Alle Mitglieder sind dazu recht herzlich eingeladen. (hzg)

Rollende Metzgerei innovative Initiative zur Nahversorgung

  • Dachzeile: Prad/Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: v. l. Simon,  Christian und Elias Gruber vor dem Start mit der Frischfleisch-theke am frühen Morgen in Prad

Am Dienstag, den 17. Februar 2026, sind Christian Gruber und sein Sohn Elias zum ersten Mal mit dem Verkaufstourenmobil von der Metzgerei Gruber in Prad aus gestartet. Die erste Station war Eyrs. Dann ging‘s in Etappen weiter bis nach Tscherms und Lana. In den Kühlregalen des Fahrzeugs lagen einheimisches Frischfleisch vom Kalb und vom Rind, Fleisch vom Strohschwein und „Gigger“ aus betriebseigenem Hof sowie Fertiggerichte, wie Knödel, Lasagne und einiges mehr. Ab sofort steuert ein Team der Familie Gruber mit der rollenden Metzgerei wöchentlich nach einem festgelegten Terminplan Vinschger Orte an, in denen es keine Metzgerei mehr gibt.
Das Angebot ist ein wichtige Initiative für die Nahversorgung. „Wir müssen erst noch ausloten, wie die ganze Sache angenommen wird. Vieles muss sich erst noch einpendeln“, erklärt Elias Gruber. „Das Ganze ist nicht nur für uns neu, sondern auch für die Menschen in den Orten, die unser Angebot, so hoffen wir, auch nutzen werden.“
Fleischprodukte und Fertiggerichte können im Vorfeld auch über die sozialen Medien oder über Telefon in der Metzgerei Gruber in Prad bestellt und dann im Verkaufstourenmobil abgeholt werden. Die rollende Metzgerei wird sich an den festgelegten Tminplan halten.
(mds)

Infos:
Tel.: +39 0473 616 054
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Sanierte Sesvennhütte öffnet im Februar

  • Dachzeile: Schlinig
  • Weitere Fotos - 1: Indira Habicher und Georg Messner

Nach 170 Tagen Bauzeit - oft unter widrigen Bedingungen - konnten die Sanierungsarbeiten der Sesvennahütte am Schliniger Talschluss auf 2.256 Metern Meereshöhe abgeschlossen und die Vorbereitungen für die kommenden Wintersaison begonnen werden. Ab Februar 2026 ist die Hütte wieder in Betrieb, die Reservierungen können bereits jetzt vorgenommen werden“, heißt es in einer Aussendung des Alpenvereins Südtirol AVS. Rund 70 Bergsteigerinnen und Bergsteiger finden künftig in Drei- bis Fünfbettzimmern oder im Matratzenlager Platz zum Übernachten. Die Hütte wurde den heutigen modernen Wohn-Standards angepasst. Die Vorgaben in den Bereichen Brandschutz, Hygiene und Wärmedämmung wurden umgesetzt.
Es ist inzwischen auch gelungen mit dem jungen Vinschgern Indira Habicher und Georg Messner ein motiviertes Pächterpaar zu finden. Ende Oktober wurde der Pachtvertrag unterschieben. Die Beiden sind voller Elan und freuen sich auf die neue Aufgabe. Derzeit suchen sie noch nach einem Koch oder einer Köchin. Ihnen sind das „bewusste Sein“ und die „achtsame Begegnung mit Mensch und Natur“ wichtig. Sie wollen die Hütte zu einem Treffpunkt machen. Es soll ein heimeliger Ort zum Abschalten und Energietanken werden für jene, die die Schlafplätze nutzen und für Wanderer und Tagesgäste. Gepflegt wird auch die gute Nachbarschaft mit der nahen Pforzheimer Hütte, die als Jugendprojekt vom Forum Prävention geführt wird. Die Sesvennahütte wird über ein kleines E-Werk und eine Photovoltaik Anlage mit Speicher nachhaltig mit Energie versorgt. In einer Festholzheizung wird das nicht verwendete Altholz der Baustelle verheizt. (mds)

Saniertes Schützenheim eingeweiht

  • Dachzeile: Prad/Gargitz
  • Weitere Fotos - 1: Schützenscheibe und Schützenuhr als Geschenk zur Einweihungsfeier
  • Weitere Fotos - 2: die Böllerschützen aus Deutschland

Am Samstag, den 30. August, haben die Prader Schützen ihr renoviertes Schützenheim in Gargitz feierlich eingeweiht. Das Gebäude, 1905 als öffentliches k. u. k. Schützenheim errichtet und nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise als Sozialwohnung genutzt, war in die Jahre gekommen und wurde in den letzten sieben Jahren von den Schützen in viel Eigenarbeit, mit Materialkosten auf Gemeinderechnung, saniert. Schon 1958 war Prad eine der ersten wiedergegründeten Kompanien im Land, ohne festen Sitz und hielten ihre Treffen damals vornehmlich in Gasthäusern ab. 1994 war es Kommandant Engelbert Agethle, der den Auftrag gab, das Heim wiederzubeleben. Heute zählt die Kompanie 35 aktive Mitglieder. Bei der Einweihung segnete Pfarrer Konrad Gasser das Haus, die Feier wurde vom Klang der Böllerschüsse aus der Umgebung der deutschen Partnergemeinde Neu-Ulm begleitet. Die Böllerschützen waren eigens aus Burlafingen, Biberach, Attenhofen, Wullenstetten und Hittigstetten angereist und sorgten mit ihren Salven für einen festlichen Rahmen. Mit von der Partie auch Archivar und Ehrenmitglied Ludwig Veith, welcher erst vor kurzem die Verdienstmedaille erhielt und am vergangenen Freitag mit einer kleinen Feier geehrt wurde (wir berichten darüber im nächsten Vinschgerwind). (uno)

Sprachrohr für den Umweltschutz seit 50 Jahren

  • Dachzeile: Mals/Vinterra/Umweltschutzgruppe

Bei der Mitgliederversammlung der Umweltschutzgruppe Vinschgau am 7. Februar im Bistro Vinterra in Mals trafen sich rund 35 Mitglieder, um Rückblick auf das vergangene Jahr zu halten und die neuen Vorhaben in diesem Jahr vorzustellen und zu diskutieren. Josef Gruber, der derzeitige Vorsitzende, sowie die Vorstandsmitglieder Eva Prantl, Ingrid Karlegger, Karl Zerzer, Helmuth Schönthaler und Stephan Platzgummer berichteten über die vielfältigen Tätigkeiten im letzten Jahr. Im Mittelpunkt standen dabei die Biodiversität, die Mobilität, die Patenschaften für verschiedene Schutzgebiete, die Tätigkeiten der Fachgruppe Prader Sand und die Teilnahme an landesweiten Veranstaltungen. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau mit den insgesamt 230 Mitgliedern und offiziell aktiv seit dem Jahre 1981, informell gibt es die Gruppe bereits seit dem Jahre 1975, also seit 50 Jahren, hat sich wiederum als wichtiges Sprachrohr für verschiedene Umweltanliegen ausgewiesen. Josef Gruber berichtete, dass insgesamt 12 Presseaussendungen gemacht und sieben Anfragen an Gemeinde- und Landesverwaltungen gerichtet wurden. Einige geplante Veranstaltungen, wie die Rad-Kundgebung am Stilfserjoch mussten abgesagt werden. Vielfältig ist auch das Programm für 2026. Der Ökologiepreis Vinschgau wird wiederum zusammen mit anderen Vereinen und Verbänden ausgeschrieben. Einzelpersonen, Gruppen, Betriebe und Initiativen, welche im Vinschgau eine herausragende umweltfreundliche Tätigkeit ausüben oder ein ökologisch beispielhaftes Projekt betreiben, können vorgeschlagen werden. Wie Rudi Maurer von der Fachgruppe Prader Sand mitteilte, wird ein Schwerpunkt in diesem Jahr der Schutz des Flussregenpfeifers auf der Prader Sand sein. Geplant ist außerdem am 11. Juli ein Klima-Aktionstag am Stilfser Joch in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Zum Thema Nachhaltiges Bauen will man zusammen mit dem Heimatpflegeverband eine Wanderausstellung, eine Lehrfahrt und Infoveranstaltungen organisieren. Auch die anderen Initiativen werden weitergeführt. (hzg)

Startklar für die Euroskills

  • Dachzeile: Vinschgau
  • Weitere Fotos - 1: Tutor Bruno Giongo und Christoph Auer, Euroskills-Teilnehmer

Die 9. EuroSkills-Berufsmeisterschaften werden vom 10. bis 13. September 2025 in Herning in Dänemark ausgerichtet. Mit dabei: Christoph Auer, der in der Berufsgruppe der Maler und Lackierer, für das Team Italy startet. Betreut wird Auer, der bereits bei den Worldskills für Italien an den Start ging, wiederum vom Experten Bruno Giongo aus Schlanders. Die Generalprobe am Berufsbildungszentrum Schlanders ist geglückt: Dort bereitete sich Auer auf die EuroSkills vor. Trainiert wurden alle Fertigkeiten, die einen Maler auszeichnen: von Farben mischen, lackieren, spritzen über tapezieren bis hin zu handwerklich künstlerischen Fähigkeiten und Kreativität. 22 Stunden – aufgeteilt auf vier Wettbewerbstage – bleibt den Kandidatinnen und Kandidaten Zeit, um die Herausforderungen in den Bereichen Tapete, Tür, Design, Freiarbeit und den Speed-Wettbewerb zu meistern.
Die heurige neunte Ausgabe der Euroskills wird die bisher größte Berufs-Europameisterschaft sein, und Österreich die größte Konkurrenz bei den Malern und Lackie-rern. Die persönlichen Erwartungen? „Ein Treppchenplatz“, sagt Auer zum Vinschgerwind, „und neue Erfahrungen sammeln.“
Zeitgleich mit Christoph Auer bereiteten sich unter den Argusaugen von Giongo auch die drei Teilnehmer für die Landesmeisterschaft, die vom 18. bis zum 20. September in Bozen stattfindet, vor: Sandra Hofer aus Vierschach, Noah Pillon aus Mölten und Melanie Reiterer aus Jenesien gehen da in der Berufsgruppe der Maler und Lackierer an den Start.
Ein besonderer Dank geht an Virginia Tanzer, der Direktorin des Berufsbildungszentrums Schlanders, welche wiederum die Räumlichkeiten im Juli und im August in der Schule für die Vorbereitungen zur Verfügung gestellt hat. (ap)

Startschuss für ESF-Projekt CON-TAKT

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau

Der Name wurde bewusst gewählt: CON-TAKT ist ein innovatives soziales Projekt und will in Kontakt treten. Es ist ein Projekt, das die Integration stärken und die soziale Beratung ausbauen soll. Ziel ist es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht nur zu stabilisieren, sondern ihnen eine Perspektive zu eröffnen. Das gilt für Migranten, für Menschen mit Behinderung und Menschen mit psychischen Erkrankungen gleichermaßen.
Der Startschuss für CON-TAKT fiel offiziell am 20. April 2026. Nach den Projekten MeWo und MeWO Inclusio ist CON-TAKT das 3. ESF-Projekt in Folge. Das Projekt ist gewachsen und die Partner sind zum Team geworden: Mit der Bezirksgemeinschaft Vinschgau, dem GWR Sarntal, der Caritas und Eurac research, als unabhängiger Partner für das Monitoring zuständig, wird auf Erfahrungswerte aufgebaut. Barbara Wopfner, die Projektleiterin, erklärte bei der Vorstellung in der Bezirksgemeinschaft Vinschgau: „Mit MeWo ist ein großer Teil in die Beratung und Bildung geflossen. Mit MeWo Inclusio 2.0 haben wir das Projekt erweitert. In CON-TAKT geht es darum, ein gutes Miteinander zu finden, in Kontakt zu treten und auf den Rhythmus unserer Klienten zu achten.“ Konkret werden mit dem Projekt beispielsweise Wohnsituationen stabilisiert, Arbeitssicherheitskurse mit Übersetzung oder Sprachkurse angeboten, Begleitungen ins KH vorgenommen, Hilfestellungen bei Curriculums schreiben oder bei der Erneuerung von Dokumenten bei der Quästur gegeben. Auch eine spezialisierte Beratungsstelle für Männer, wo Konfliktbewältigung, Gewaltprävention und familiäre Belastungen aufgegriffen werden, soll eingerichtet werden. Insgesamt sind Sprachförderung, Wohnprojekte und individuelle Unterstützungsmaßnahmen der Rahmen, in dem man sich die kommenden zwei Jahre bewegen wird. (ap)

 

Soziale Innovation
ESF Projekt (ESF Plus)
Budget 898.177 €
Dauer: 2026 - 2028
Projektpartner: BZG Vinschgau (Projektleitung), GWR Sarntal, Eurac research (Monitoring), Caritas

Unternehmen im Klassenzimmer

  • Dachzeile: Schlanders/Vinschgau
  • Redakteur: Theresa Hickmann
  • Weitere Fotos - 1:

Du bist Controller/in und verfügst über ein 100.000 € Budget. Was machst du? Influencer-Marketing, eine neue Maschine kaufen, die Preise erhöhen oder Rabatte starten? Diese Frage wurde von den Mitarbeitern der Pedross Sockelleisten AG an die Schülerinnen und Schüler der WFO in Schlanders bei der zum ersten Mal veranstalteten Hausmesse am 10. März 2026 gestellt.
Neben der Firma Pedross aus Latsch stellten fünf andere Betriebe vielseitige Berufe vor. Mittelpunkt der Hausmesse war das Aufzeigen verschiedener Berufsbilder und Perspektiven – zweitrangig war dann das Präsentieren der eigenen Unternehmen. Die Erst-, Dritt-, und Fünftklässler/innen der WFO besuchten einen jeweils halbstündigen Vortrag der sechs Betriebe und hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen. Mit dabei waren der Südtiroler Bauernbund Bezirksbüro Schlanders, die Raiffeisenkasse Schlanders, Dolce Vita Hotels, DAS GERSTL, die Universität Innsbruck und die Firma Pedross Sockelleisten. Vor Beginn der einzelnen Vorträge fanden zwei Impulsvorträge statt. Zum einen vom Direktor der Raiffeisenkasse Schlanders Michael Grasser und dem Mitarbeiter Fabian Tumler, zum anderen vom Professor Robert Steiger von der Universität Innsbruck.
Wichtig sei es „sich bewusst zu machen, dass sich die Welt verändert“, so Professor Steiger. Kürzere Aufenthaltszeiten von Gästen in Hotels führen zu steigendem Verkehrsaufkommen. Der Klimawandel und die immer teurer werdende Beschneiung der Skigebiete ist ein weiteres genanntes Problem. Auch die Übergabe von Hotels wird zunehmend zur Herausforderung, wenn die nächste Generation den Betrieb nicht weiterführen möchte. Denn, „wenn immer mehr verkauft wird, wird die Kontrolle abgegeben“ und die „Eigenständigkeit“ an außenstehende Shareholder aufgegeben, so Steiger. Auch Michael Grasser sprach von „spannenden Zeiten“, die durch die aktuellen marktpolitischen Entwicklungen, Kriegssituationen oder Zinsentwicklungen bemerkbar sind. Internationale Auswirkungen der künstlichen Intelligenz machen sich auch in ihrem Berufsfeld bemerkbar. All diese Veränderungen zeigen, wie dynamisch und anspruchsvoll das wirtschaftliche Umfeld aktuell ist. Insgesamt war es ein abwechslungsreicher Vormittag, der zum Nachdenken anregte und spannende Einblicke in die Vielfalt der Berufswelt bot.

Vision Schule Schlanders

  • Dachzeile: Schlanders/WFO

Mit dem Übergang des Kasernenareals an Land und Gemeinde und dem Neubau der TFO Schlanders direkt neben dem Berufsbildungszentrum Schlanders, eröffnen sich vollkommen neue Möglichkeiten für Schule und Gemeinde in den kommenden Jahren. Dies schreibt Verena Rinner, die Direktorin des Oberschulzentrums Schlanders im Einladungsschreiben zu einem Treffen am 16. Oktober in der Aula der WFO Schlanders. Eingeladen zu einer offenen Diskussion über eine gemeinsame „Vision Schule Schlanders 2040“ waren alle Schulen, der Gemeindeausschuss, Gemeinderäte und Vertreter von Basis Vinschgau. Rinner konnte beim Treffen die Schulreferentin Kunhilde von Marsoner, Vize-BM und Schulleiter der TFO, Jürgen Tragust, Lukas Trafojer, Direktor des Schulsprengels Schlanders, Vizedirektor Benedikt Zangerle vom Berufsbildungszentrum, Andreas Paulmichl, Schulleiter der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Kortsch, Marylin Egger, Vize-Direktorin des OSZ, Franz Steiner, Schulleiter der WFO, Hannes Götsch von der Basis, sowie mehrere Lehrpersonen, Gemeinderäte und Elternvertreter begrüßen. In der Diskussion wurde betont, dass es darum geht den Schulstandort Schlanders zu stärken, indem die Oberschulen räumlich zusammengeführt werden, um viele Räume gemeinsam zu nutzen z.B. ein Sekretariat, eine gemeinsame Mensa und Bibliothek. Rinner erinnerte, dass es bereits Vorgespräche gab, die WFO neben der TFO ins Kasernenareal zu verlegen. Franz Steiner meinte, dass langfristig auch das Lyzeum ins Kasernenareal verlegt werden sollte, um alle Schulen in Bahnhofsnähe zu haben. Lukas Trafoier erinnerte daran, dass die Mittelschule 1960 gebaut wurde. Heute gibt es andere pädagogische Konzepte mit variablen Lerngruppen, die ein anderes Raumkonzept erfordern, damit die Schule Lern- und Lebensraum sein kann. Hannes Götsch von der Basis berichtete, dass es Ideen für universitäre Einrichtungen im Kasernenareal gibt. Um die ganzen Visionen für ein Schul- und Bildungszentrum in Schlanders zu bündeln, werden sich die Schulen und Basis nochmals zusammensetzen und konkrete Vorstellungen erarbeiten und dann der Gemeindeverwaltung präsentieren. (hzg)

Waldbrand war die größte Herausforderung

  • Dachzeile: Schluderns
  • Weitere Fotos - 1: vorne: v.l. Engelbert Kofler und Andreas Lingg wechseln von den Aktiven zu den Veteranen

Im Jahr 2025 leiteten die Männer der FF Schluderns 6612 Einsatzstunden. Sie bekämpften Brände, halfen bei Verkehrsunfällen, nahmen an Probeübungen und Fortbildungsveranstaltungen teil. Sie übernahmen Ordnungsdienste bei Veranstaltungen und einiges mehr. 987 Stunden waren sie mit der Waldbrandbekämpfung beschäftigt, so beim Waldbrand bei Prad, wo sie sie mit Nachlöscharbeiten beauftragt waren. Diese Bilanz zog der Kommandant Harald Thanei bei der Vollversammlung am 17. 01. 2026. Er dankte den FF-Männern für ihren Einsatz und auch deren Arbeitgebern, die bei Notfällen das Ausrücken während der Arbeitszeit ermöglichen. Thanei rief dazu auf, den Finnentest für Atemschutzgerätträger zu nutzen. Im Notfall müsse man wissen, wie alles funktioniert. Und er kündigte an, mehr Feuerwehrproben zu organisieren als bisher. Bezirksinspektor David Waldner sprach lobende Worte für die Männer und kündigte zum Thema Waldbränden an, dass alle Feuerwehren mit neuem Brandschutzmaterial ausgestattet werden, da der Verschleiß im Jahr 2025 groß war. BM Heiko Hauser hob das Interreg-Projekt zu Waldbrandgefahr als wichtige Aktion hervor. Ein Höhepunkt war die Ehrung verdienter Mitglieder. (mds)

Wilde Jahre - ein Südtiroler Geschichtsbuch

  • Dachzeile: Bibliothek Schlandersburg/Buchvorstellung
  • Redakteur: Angelika Ploner
  • Redakteur Bild:
  • Weitere Fotos - 1: Sanierung Alter Widum Tartsch von Architekt Christian Kapeller Jury-Statement: „Erhalten ist hier keine Nostalgie, sondern Haltung....In der langen Geschichte dieses Hauses liegt kein Ende, sondern ein Übergang.“ Foto: Renè Riller
  • Weitere Fotos - 2: Neue Feuerwehrhalle Vetzan von der Arbeitsgemeinschaft um Architekt Lukas Wielander, Martin Trebo, Martin Egger und Manfred Mayr. Jury-Statement: „Die neue Feuerwehrhalle in Vetzan überzeugt durch ihre konsequente Einfachheit und eine hohe Sorgfalt im Detail....Die durchgängige Palette reicht bis in die kleinsten Bauteile und tritt in einen bewussten Dialog mit den funktionalen Elementen des Feuerwehrbetriebs.“ Foto: Renè Riller
  • Weitere Fotos - 3: Gartenheim Latsch  von Architekt Alexander Tartarotti Jury-Statement: „Dieses Gebäude sprengt das Konzept des freistehenden Wohnhauses....Vor allem stellt die Wahl des Bautyps mit einem übereinandergesetzten Einfamilienhaus eine Neuinterpretation des Doppelhauses dar.“ Foto: Tim Love Weber Photography
  • Weitere Fotos - 4: BASIS Vinschgau Venosta von Architekt Thomas Hickmann  Jury-Statement: „BASIS Vinschgau trägt in vielerlei Hinsicht zum zeitgenössischen architektonischen Diskurs bei. Hier entsteht eine neue Öffentlichkeit – nicht vollständig geplant, sondern praktiziert, erlebt, verhandelt. Aus der ehemaligen „Drusus Kaserne“ wird eine Infrastruktur des Austauschs.“ Foto: Jürgen Eheim

Paul Rösch, der ehemalige Direktor des Touriseums und Ex-BM von Meran und Patrick Rina, der Journalist und Historiker, stellten am 3. März in der Schlandersburg ihr Buch „Wilde Jahre. Tourismus in Südtirol 1961–1983“ vor. In lockerer Atmosphäre erzählten die beiden Autoren über das Buchprojekt, die vielen Gesprächsrunden im ganzen Land und die rasanten Entwicklungen in den Nachkriegsjahrzehnten in Südtirol. Es ist nicht nur ein unterhaltsames und informatives Buch über die Entwicklung des Tourismus, sondern ein Südtiroler Geschichtsbuch über die größten gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen vom armen Bauernland zum reichen Tourismusland. Mit der Feuernacht und den Bombenjahren nach 1961 geriet Südtirol in den Fokus der internationalen Presse und wurde auch als Urlaubsland entdeckt. Es begann ein Aufbruch und ein sagenhafter Aufbau von Frühstückspensionen, Restaurants und Hotels. Aus Bauern wurden Hoteliers. Visionäre und Pioniere im ganzen Land bauten Hotels, Lifte, Schwimmbäder und Wanderwege. Paul Hanny war einer der Pioniere in Sulden, Leo Gurschler ein tragischer Pionier im Schnalstal, der ein Hoteldorf aufbaute und mit dem Bau einer Gletscherseilbahn den Sommerskilauf ermöglichte. 1983 zerbrach er an einem Schuldenberg und machte Selbstmord. Zwischen 1961 und 1983 gab es einen großen Aufschwung, eine starke Zunahme des Wohlstands und der landschaftlichen Veränderungen. Neben dem Sommertourismus wurde auch der Wintertourismus angekurbelt. Später entstand ein neuer Renner: die Törggelezeit im Herbst. Im Buch wird die Rolle der Frauen beschrieben, die Bedeutung der Trachten, der Volksmusik, der Tiroler Küche mit mediterranen Einflüssen, die neuen Freizeitaktivitäten und Brauchtumsabende. In Wort und Bild werden die Werbestrategien, der Souvenirhandel und die Vermarktung der Kultur und Landschaft, aber auch die Risse, Schattenseiten und das Problem Overtourismus behandelt. Ergänzt werden die lokalen Entwicklungen durch mehrere Beiträge von Adina Guarnieri, welche die globalen Veränderungen in dieser Zeit skizziert. (hzg)

Woher die 15 Millionen kommen

  • Dachzeile: Mals/Watles

Anlässlich der Umwandlung des Tourismusvereines Obervinschgau in eine Genossenschaft am 9. Oktober (Sh. Vinschgerwind Nr. 21) stellte der Präsident der Touristik und Freizeit Ronald Patscheider den versammelten Touristikern die Zahlen am Watles und die Vorstellungen vor, wie man den neuen Lift Prämajur-Höferalm zu finanzieren gedenkt. Patscheider hob hervor, dass es für die kommende Wintersaison keine Preiserhöhungen geben werde. Lediglich die Saisonskarte muss an die Ortler Skiarena angepasst werden. Das Geschäfsjahr 2024/2025 werde man mit einem Umsatz von rund 3 Millionen Euro abschließen können. Die Einnahmen werden im Wesentlichen über den Ticketverkauf (1,667 Millionen Euro) und über die Gastrobetriebe (1,268 Millionen Euro) generiert. Rund 40.000 Euro steuert das Langlaufzentrum in Schlinig bei. Zieht man die Personalkosten ab, beläuft sich der Umsatz auf 2,34 Millionen Euro. Nachdem die Landesregierung das Beitragsvolumen für den Neubau des Liftes Prämajur-Höferalm auf rund 7 Millionen Euro erhöht hatte (sh. Vinschgerwind Nr. 20), zeichnet sich das Finanzierungsmodell klarer ab. Die Gesamtkosten, so Patscheider belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro - aufgeteilt auf die Baukosten von 13,5 Millionen und 1,5 Millionen Mehrwertsteuer. Zu den 7 Millionen Euro vom Land sollen 4 Millionen vom Tourismusverein kommen und 4 Millionen Euro werden von der Gemeinde Mals - nach Änderungen der Durchführungsbestimmungen für Wirtschaftsförderung von Seiten des Landes - erwartet. Mit rund einer halben Million Euro ist der Tourismusverein bereits in Vorleistung gegangen, so dass noch 3,5 Millionen aufzubringen sind.
Jedenfalls muss der Lift im Frühjahr 2026 - also nach der Saison 2025/2026 gebaut werden, ansonsten stehe, so Patschieder, der Lift still. Denn die provisorische Betriebsgenehmigung gehe nur bis Juni 2026 und dafür habe man rund 200.000 Euro ausgeben müssen. „Ab 22. März wird gebaut“, sagt Patscheider. Und bis dahin muss die Finanzierung unter Dach und Fach sein. Und bis Weihnachten 2026 soll der neue Lift fertig und in Betrieb sein.
Patscheider sagte den Touristikern auch, dass mit dem Neubau die Probleme am Watles nicht gelöst seien. Es werden tragfähige Ideen, ein Anschluss ans Oberland, ein Anschluss an den Bahnhof Mals oder Ähnliches, angedacht und angegangen werden müssen. (eb)

Zurück auf Kurs – Schifffahrten am Reschensee

  • Dachzeile: Reschen/Graun
  • Weitere Fotos - 1:

Nach ganzen vier Jahren der Zwangspause aufgrund des zu niedrigen Wasserstands im Reschensee, ist die MS Hubertus im Juli wieder in See gestochen.
An Bord des historischen Ausflugsschiffs erlebt man nicht nur eine Panoramafahrt, bei der sich Wassersportler:innen und die Obervinschger Landschaft aus einer völlig neuen Perspektive bestaunen lassen. Kapitän Elias Winkler erzählt außerdem allerhand Wissenswertes über die Geschichte derSeestauung 1950 und der damit versunkenen Dörfer Graun, Reschen und Arlund.
Treffpunkt für die Rundfahrten ist das Turmareal in Graun. Jetzt in der Hochsaison legt die MS Hubertus sechsmal täglich zwischen 10:00 und 16:00 Uhr ab. Ab Ende August werden die Abfahrtszeiten witterungsabhängig nach und nach reduziert, bis die Saison voraussichtlich am 12. Oktober endet.

Tipp: Für Gruppen von zehn bis maximal 48 Personen kann eine individuelle Fahrt gebucht werden – ideal für Familienfeiern, Geburtstage, Jahrgangstreffen oder Firmen-Events. Nähere Infos unter schifffahrt-reschensee.com oder direkt bei Kapitän Elias unter +39 347 852 3590.

Schon gewusst? Die MS Hubertus Interregio wurde im Jahre 1937 erbaut und diente fast 70 Jahre lang der Personenbeförderung am Tegernsee in Bayern. Im Rahmen des Projekts „Interregio 2000“ erwarb die Gemeinde Graun das Schiff.
Zunächst führte Arthur Winkler als Kapitän zahlreiche Fahrten über den Reschensee durch, nun ist Enkel Elias in seine Fußstapfen getreten.
Katja Telser