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Kanonentransporte und Fundstücke

  • Dachzeile: Prad
  • Weitere Fotos - 1: Publikum im aquaprad

„König aller Alpenspitzen
in des Österreich`s weiten Gau`n
Deiner Krondiamanten blitzen
durfte ich von Ferne schau´n.“
Dichter unbekannt 1899
1899 schreibt ein unbekannter Autor seine Ode an den Ortler und preist dabei die Schönheit und Pracht des höchsten Gipfels der Ostalpen.

Am 27. November widmete sich der Ortler Sammlerverein Erster Weltkrieg in seinem neuen Dokumentarfilm dieser höchsten Erhebung, die dem Verein auch den Namen gibt. Im 50-minütigen Film wurden die Erstbesteigung 1804 ebenso wie das Lawinenunglück von 1914 beleuchtet.
Im Zentrum standen jedoch die Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg: Die historischen Begebenheiten, dokumentiert im umfangreichen Bild- und Aktenmaterial, wurden den heutigen ausgeaperten Überresten gegenübergestellt. Hervorzuheben sind dabei vor allem die mühsamen Kanonentransporte über die Gletscher und Ferner und das mühsame Alltagsleben auf über 3.800 Metern, die eintönige Ernährung und die Gefahren des Krieges.
Als Rahmenprogramm stellten Vereinspräsidentin Melanie Platzer und das geschätzte Mitglied Franz Angerer mehrere Überreste und Quellen aus dem Bestand des Vereines vor. Neben dem Gedicht bereicherten Fotos- und Schriftstücke aus den Archiven in Bern, Rom, Wien und Bozen die Präsentation. Als Höhepunkt übergab Franz Angerer einen Richtbogen für ein 9 cm Geschütz, welches am Ortler eingesetzt war, an den OSV. Das Stück hat Seltenheitswert und der Verein kann sich glücklich schätzen, dieses in der Zukunft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Als Abschluss konnten vom „König aller Alpenspitzen“ noch besondere Fundstücke bestaunt, berührt und besprochen werden.

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Die Geschichte der heiligen drei Könige

  • Dachzeile: Naturns
  • Weitere Fotos - 1:
  • Weitere Fotos - 2:

Am 28. Dezember lud das Prokulus Museum in Naturns zu einem besinnlich-heiteren Stelldichein mit der Theologin und Leiterin der Caritas Hospizbewegung Renate Rottensteiner, um einen historisch-kritischen Blick auf die Geschichte der heiligen drei Könige zu werfen. Eine der vielen gotischen Fresken in der St. Prokulus Kirche zeigt die Huldigung der Sterndeuter aus dem Morgenland, welche dem Stern von Bethlehem folgten, um das neugeborene Jesuskind zu ehren und ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenke zu bringen. So ist die Darstellung der heiligen drei Könige im Evangelium nach Matthäus.
Unter dem Titel „Magisch angezogen und hoffnungsvoll unterwegs“ zeigte die Theologin dabei auf, dass es über diese Könige wenig gesichertes Wissen gibt: Weder deren genaue Anzahl, deren Alter noch die Herkunft sind bekannt - tatsächlich wird im Evangelium nicht von Königen, sondern von „magoi“, also Magiern, gesprochen. Dennoch sind sie wesentlicher Bestandteil in der Erzählung über die Geburtsgeschichte von Jesus und beinhalten auch für die moderne Zeit aktuelle Themen, durch welche der heutige Zuhörer direkt angesprochen wird. Dies vor allem durch den politischen und sozialen Ansatz: Die heiligen drei Könige waren die ersten Nicht- Juden (Heiden) und zudem Fremde aus einem anderen Land (Ausländer), die Jesus huldigten und die Ankunft des Messias früher erkannten als die religiösen Führer in Jerusalem. Somit sind die heiligen drei Könige nicht nur ein traditioneller religiöser Brauch, sondern beinhalten eine sehr aktuelle und gesellschaftlich relevante Botschaft. Sie symbolisieren eine Welt, die gemeinsam auf das Licht, den Stern, schaut, ungeachtet von Hautfarbe, Kultur oder Religion. Damit liegt es an uns, die Geschichte als eine Einladung zu sehen, über die Grenzen hinauszublicken, Vorurteile abzulegen und die Vielfalt der Welt zu feiern.
Musikalisch umrahmt wurde der Vortrag vom Flötenensemble der Musikschule Naturns unter der Leitung von Sibylle Pichler.
Anna Pfitscher

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Brenta - Bären im Blick

  • Dachzeile: Prad am Stilfserjoch

Horst Eberhöfer aus Prad sorgte einst als Wilderer im Nationalpark für Furore. 2003 beschrieb er seine Leidenschaft sogar im gleichnamigen Buch. Mittlerweile geht er nicht mehr mit seinem Gewehr auf die Pirsch, sondern mit der Kamera. Aus dem einstigen Wilderer ist ein preisgekrönter Naturfotograf und Naturschützer geworden. Fünf Jahre lang hatte Eberhöfer die Braunbären im Brenta-Gebiet beobachtet und abgelichtet. Und auch dieses Mal hat er dazu eine Publikation gestaltet. Entstanden ist der außergewöhnlich berührende Bildband „Ursus Brenta - Rückkehr der Bären in den Alpen“, eine Publikation, die Kunststatus hat. Über seine Begegnungen mit den Bären erzählte Eberhöfer Ende des Jahres 2025 bei der Buchvorstellung in „aquaprad“ auf Einladung des Prader Bildungsausschusses. Obmann Werner Altstätter zeigte sich über die „Uraufführung“ im Heimatort des Autors sehr erfreut. Eberhöfer präsentierte den vielen Interessierten im Saal anhand einer multivisuellen Show nicht nur beeindruckende Bilder, sondern brachte ihnen auch das Wesen der Bären näher. Diese seien keine blutrünstigen Monster, als welche sie in manchen Medien beschrieben werden. Bären habe ein Recht auf der Welt zu sein, genau wie die Menschen. Allerdings müsse ihnen mit Respekt begegnet werden. Wenn Bären einen Menschen rechtzeitig bemerken, ergreifen sie die Flucht. „In Bärengebieten würde ich den Touristen ein Glöckchen umhängen“, meint Eberhöfer. Und im Übrigen sei im Trentino der Tourismus wegen der Bären nicht geschrumpft, wie vielfach behauptet wird, sondern sogar angewachsen. Bei einem plötzlichen Aufeinandertreffen zwischen einem Bären und einem Menschen gelte es Ruhe zu bewahren und sich sofort niederzulegen. Der Bär werde dann schnuppern und bald verschwinden. Das Brenta - Gebiet mit den Mischwäldern und Höhlen ist, laut Eberhöfer, ein ideales Gebiet für Bären, ganz im Gegensatz zu Südtirol. Er ist jedenfalls überzeugt: „Wir können mit den Bären leben!“ (mds)

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