So langsam kommt Schwung in die Bude. Daniel Alfreider, der Mobilitätslandesrat sagt dem Vinschgerwind, dass man beim Sammeln der Unterlagen sei. Es geht um die Trassenfindung für die Zuganbindung. Die geologischen Untersuchungen seien, so Alfreider in allen drei beteiligten Landesteilen, in der Schweiz in Nordtirol und in Südtirol so gut wie abgeschlossen und nun gehe es um die Zusammenschau der Ergebnisse und so letzlich um eine gemeinsame Trassenfindung. Nach gediegener Auswertung aller geologischen Expertisen werde die Zielformulierung heuer im Herbst bekannt gegeben. Unlängst hat LH Arno Kompatscher die Richtung vorweggenommen und damit determiniert. Bei der Tunneleinweihung in Kastelbell hat er davon gesprochen, dass er für eine Weiterführung der Bahntrasse in die Schweiz sei und dass man dieses Ziel verfolge. Alfreider sagt, dass es sich um ein Megaprojekt handle und dass man sich von vornherein einig sein müsse, wohin die Reise gehe. Dann könne man mit einer Zunge bei den entsprechenden Stellen in Bern, in Rom, in Mailand, in Wien und in Brüssel vorsprechen. Auch weil in den beteiligten Ländern unterschiedliche Voraussetzungen anzutreffen seien, könne man sich vorstellen, so Alfreider, eine eigenen Gesellschaft, ähnlich wie man es beim Brenner-Basis-Tunnel gemacht habe, zu gründen, um die Vorstellungen darin bündeln zu können. Die Spannung steigt also in Richtung Trassenfindung, die demnächst bekannt gegeben wird. (eb)
In Burgeis hat das Apart-Hotel „Lapis Monti“, welches seit längerer Zeit zum Verkauf angeboten worden ist und auch Kaufinteressenten gehabt hat, zu einem Kaufpreis von rund 2 Millionen Euro einen neuen Besitzer. Mit Hannes Noggler, dem Sohn des amtierenden Regionalratspräsidenten Sepp Noggler, übernimmt ein bisheriger „Almnomade“ das Hotel und wird so in Burgeis sesshaft. Auf dem Internetportal grüßt bereis die Familie Noggler unter anderem mit „Die Familie Noggler führt das Anwesen mit viel Herzblut ...“, gezeichnet auch mit Hannes und Elin. In Burgeis wird die Wiederinbetriebnahme des Aparthotels mit großem Wohlwollen zur Kenntnis genommen, zumal der eine oder andere Zimmervermieter seine Tore geschlossen hat und auch von daher jeder zusätzliche Gast willkommen ist. Das ***S Hotel verfügt über mehrere Apartements, deren Attraktivität in die Ferienregion zurückspiegelt. In Burgeis verlauten ließ der Landtagsabgeordnete Sepp Noggler, dass er mit dem Ankauf des Apart-Hotels nichts zu tun habe. (eb)
Vorspann: Nach vielen Vorgesprächen sind die Investoren-Vertreter Franz Holzknecht und Harald Amrhein am 15. Juni vor die Tarscher Bevölkerung getreten. Vorgestellt wurde die Vision des skitechnischen Zusammenschlusses Tarscher Alm-Ulten. Der große Investor im Hintergrund heißt Dalimil Mika.
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Redakteur: Erwin Bernhart
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Die Presse war nicht geladen. Offensichtlich sagen dann die Leute ungeschminkt ihre Meinung, so die Meinung der Organisatoren. Das Kulturhaus in Tarsch war am Montag, den 15. Juni proppenvoll. Auffallend viele junge Leute, ebenso die BM von Latsch und von Ulten, die Geschäftsführung des Skigebietes Schwemmalm ebenso wie die Vertreter der Liftgesellschaft im Tourismusverein Latsch. Es muss wohl ernst sein. Die Fraktion Tarsch, mit Fraktionspräsident Herbert Schwarz an der Spitze, hat in den Vorfeldgesprächen mit den Investorenvertretern bereits klar zum Ausdruck gebracht, unter welchen Vorzeichen sie als Grundbesitzerin einem Ausbau des Skigbietes mit möglichen Zusammenschluss mit dem Skigebiet Ulten zustimmen könnten: kein zusätzlicher Verkehr durch die engen Gassen von Tarsch, Errichtung der erforderlichen Kanalisierung, von Stromkabinen usw. Bei der Bürgerversammlung in Tarsch hat man diese Forderungen wiederholt. Die Investorenvertreter Franz Holzknecht, ehemaliger Geschäftsführer des Skigebietes Schwemmalm, und Harald Amrhein haben das Traum-Projekt erläutert, welches in groben Zügen eine Verbindung von der Talstation der Seilbahn St. Martin zur Talstation des Skiliftes Latsch I vorsieht, einen Neubau des Zubringers Latsch I, einen Neubau eines Liftes hinauf zum Tarscher Joch und dann einen Verbindungslift auf Ultner Seite hinunter zum Weiberhimmel. Jedenfalls sind auf Latscher Seite sämtliche Lifte und Pisten im aktuellen Skipistenplan enthalten. Das ist für die Verbindung auf Ultner Seite nicht der Fall. Vor nicht allzu langer Zeit hat ein Treffen der Investorenvertreter mit Vertretern der Landesregierung stattgefunden und dabei wurde, neben Wohlwollen dem Projekt gegenüber, genau auf jenen „weißen Fleck“ in Richtung Ulten warnend hingewiesen. Dizipliniert und sachlich sei, so sagt es der Präsident des Tourismusvereines Latsch-Martell Roman Schwienbacher, den Medien, diskutiert worden. Man sei deshalb positiv überrascht. Größere Bedenken kamen von Seiten der Ladnwirtschaft. Denn für eine Lift- oder Bahnverbindung vom Zuggleis bei der Seilbahn St. Martin bis hinauf zur Talstation oberhalb von Tarsch sind mindestens 48 Grundparzellen betroffen. Innerhalb Juli soll von den Investoren eine neue Gesellschaft mit Sitz in Latsch gegründet werden, die sich dann mit den Grundbesitzern, mit dem Bürokratischen, mit der Weiterführung der bereits laufenden Machbarkeitsstudie beschäftigen soll. In Aussicht gestellt ist, dass der Zubringerlift Latsch I bereits im nächsten Jahr abgetragen, neu aufgestellt und mit 2028 in Betrieb gehen könnte. Das wäre für den Tourismusverein und der darin inkludierten Liftgesellschaft so etwas wie das rettende Element. Denn eine Revision 2030 könne man sich nicht mehr leisten. In Tarsch nicht zugegen war der Hauptinvestor Dalimil Mika aus der Tschechei, der es offenbar vorzieht, vorerst im Hintergrund zu bleiben. Der in Tschechien bekannte Rechtsanwalt und Gerichtsvollzieher (tschechisch „soudni exekutor“) ist in seiner Heimat kein unbeschriebenes Blatt, so die gesicherten Recherchen. Mika ist mit seiner Familie Besitzer des Skigebietes Papresk und war dort wegen des Baues eines illegalen Speicherbeckens angeklagt und bekam im Vorfeld dafür von den Umweltverbänden den Negativpreis eines „Ropak“ („Umweltsünder des Jahres“).
Mit der Bürgerbeteiligung ist es so eine Sache. Gerade in der Gemeinde Naturns, die auf eine große Tradition von Bürgerbeteiligung zurückblickt und deren aktuelle politische Vertreter sich die Bürgerbeteiligung groß auf die Fahnen geschrieben haben. Allerdings: Es regt sich Unmut in Naturns. Und gezielt auf die Neugestaltung des Rathausplatzes hin. Und das nicht zum ersten Mal. Denn laut Gerti Raffeiner Egger und Karl Zerzer von der neu gegründeten Initiativgruppe „Unser Dorfplatz“ wisse der Großteil der Bevölkerung nichts davon, dass das Thema Neugestaltung Rathausplatz nach der Annullierung des Beschlusses im Gemeinderat wieder aufgegriffen wurde und dass daran weitergearbeitet wird. Zur Erinnerung: Der Gemeinderat hatte auf Antrag des Ausschusses um BM Zeno Christanell zu Beginn des Jahres 2023 eine städtebauliche Umstrukturierung des Rathausplatzes mehrheitlich beschließen lassen. Nachdem auch Renderings in Umlauf gebracht worden sind, die eine teilweise oberflächliche Verbauung des Rathausparkplatzes vorgesehen hatten, regte sich heftigster Widerstand bis hin zu einer Unterschriftensammlung durch 18 Promotoren für ein abschaffendes Referendum, welches mit mehr als 500 Unteschriften auch genehmigt worden ist. Im Gemeinderat wurde der heftigst kritisierte Ratsbeschluss im letzten Moment mehrheitlich annulliert, so dass der Gegenstand der Volksbefragung weggefallen ist und diese somit nicht abgehalten werden konnte. Politische Narben sind geblieben. Heuer hat der Gemeindeausschuss den städtebaulich anerkannten Architekten Jürgen Wallnöfer beauftragt, eine Studie über die Umgestaltung des Rathausparkplatzes zu erstellen. Derweil wurde in Naturns eine Arbeitsgruppe „AG Erreichbarkeit“ installiert, die sich mit den Vorschlägen Wallnöfers befasst. Und genau in dieser Arbeitsgruppe liegt der Hund begraben. Denn, so Raffeiner Egger und Zerzer unisono, diese Arbeitsgruppe sei keine Bürgerbeteiligung im guten Sinne. Denn wenn diese Gruppe aus drei Gemeindeausschussmitgliedern, drei Gemeinderäten, dem BM, je einem Vertreter der Kaufleute und der Gastwirtschaft und dann 4 Bürger:innen bestehe, könne man nicht von einer gediegenen Bürgerbeiligung sprechen. Das Thema Rathausparkplatz sei in der Bevölkerung sehr emotional gefühlt und deshalb sei eine breite Einbindung der Leute notwendig. Greti Raffeiner Egger ist in der Arbeitsgruppe, die sich bisher dreimal getroffen habe. Ein nächstes Treffen sei für Ende September geplant. Allerdings, so Raffeiner Egger, zeichne sich in der Arbeitsgruppe eine Präferenz für den Vorschlag von Wallnöfer ab, der eine Tiefgarage mit oberiridschen Bauten vorsehe. Zu erkennen seien große Ähnlichkeiten mit jenem Vorhaben von vor drei Jahren, gegen welches man damals mit einer Volksbefragung ankämpfen wollte. „Im Grunde hat sich nichts geändert“, sagt es Karl Zerzer frei heraus. Zerzer weist auch auf eine Studie hin, die belege, dass im verkehrsstarken Juli die vorhandenen Parkplätze nur bis zu 60% ausgelastet seien. „Die Neugetaltung des Rathausplatzes wird von uns begrüßt“, schreibt die Initiaivgruppe „Unser Dorfplatz“ in einem Positionspapier. (eb)