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Mitten durchs Wohnzimmer

  • Dachzeile: Kastelbell/Trumsberg

Das Ansinnen der Agrargemeinschaft Trumsberg um den Vorsitzenden Bertram Stecher, einen ehemaligen Steig zwischen dem Trumser Albl und der Stierbergalm wieder zu reaktivieren, führt in der Gemeinde Kastelbell zu Protest und zu Maßnahmen. Die Jäger im Jagdrevier Kastelbell um Revierleiter Manuel Oberhofer sehen eine wichtige Wildruhezone in Gefahr. Im ohnehin viel von Gästen und Freizeitsportlern begangenem Revier seien solche Ruhezonen enorm wichtig. Rund um diese Gemengelage hat sich in den vergangenen Wochen eine halböffentliche und letzthin eine öffentliche Debatte entwickelt, in die die Forst bzw. der Forstbezirk Vinschgau und die Forststation Latsch, der AVS, der Jagdverband, der Natur- und Umweltschutz, Wildbiologen und mit dem für Land-, Berg-, Forst- und Almwirtschaft und für die Jagd zuständigen Referenten Thomas Plack und dem Oppostionsführer im Gemeinderat, Benjamin Pixnerr, auch Gemeindevertreter involviert wurden.
Die Debatte gipfelte vorerst in einem Gipfeltreffen, in einer Onlinesitzung der genannten Behörden am Montag, den 23. Februar. Organisiert und vorangetrieben hat diese Sitzung Manuel Oberhofer. Erst auf Zuruf soll auch die Agrargemeinschaft Trumsberg dazu eingeladen worden sein. Despektierliches Desinteresse zeigte BM Gustav Tappeiner, der angekündgt hat, an der Onlinesitzung nicht teilzunehmen und stattdessen Thomas Plack schickte. Das sei anders zu lösen und zwar im Gespräch zwischen den Kontrahenten, also zwischen der Agrargemeinschaft und dem Jagdrevier, soll Tappeiner gesagt haben.
Auf Trumsberg sagt man, dass man da ein großes und unnützes Tam-Tam mache. Denn die Forst sagt, dass ein Steig, der mit Reithau und Schaufel ausgebrochen werde, kein Problem sei. Man habe 2019 das Trumser Albl neu errichtet und die Alm werde mittlerweile wieder bestoßen. Mit einem Verbindungsweg zwischen den Almen werde eine neue Attraktivität geschaffen. Genau das will man im Jagdrevier verhindern. Denn die Wanderer würden sich genau durch das Wohnzimmer des Wildes - durch die notwendige Ruhezone nämlich - bewegen. Das sagen auch die Wildbiologen und Zustimmung kam auch vom Dachverband für Natur und Umweltschutz. Zum einen. Zum anderen habe der AVS Untervinschgau gesagt, dass man keine neuen Wanderwege plane. Und: Man könne doch den vorhandenen Weg rund 300 Meter oberhalb des geplanten benutzen. Der sei zu gefährlich, sagen die Trumsberger.
Am 26. Februar kam die Angelegenheit durch Benjamin Pixner im Gemeinderat zur Sprache. Pixner wollte wissen, was der Ausschuss zum Ganzen sage. Referent Thomas Plack und BM Gustav Tappeiner winkten ab: Das Ganze betreffe nicht die Gemeindeverwaltung. Das sei Sache zwischen dem Grundbesitzer (Agrargemeinschaft Trumsberg) und den Jägern. (eb)

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...mit allen Sinnen

  • Vorspann: Das Projekt „Kräuterlehrpfad“, welches das Kräuterschlössl in Goldrain verwirklicht und in dem letzlich alle Sinne angesprochen werden sollen, hat alle Sinne in der bäuerlichen Nachbarschaft geweckt. Im Vorfeld hat es Eingaben von allen Seiten gehagelt. Aber der Latscher BM hat alle Hühneraugen zugedrückt.
  • Dachzeile: Goldrain
  • Redakteur: Erwin Bernhart
  • Redakteur Bild:

Urban und Annemarie Gluderer bauen seit mehr als 20 Jahren auf biologischer Basis Kräuter an. Bei den Kunden kommt das gut an, das Geschäft floriert. Weniger gut kommen Einsatz und Kampflust der Familie Gluderer für die biologische Anbauweise bei den Nachbarbauern und überhaupt in bäuerlichen Kreisen an. So ist es nicht verwunderlich, dass das jüngste Projekt, ein „Kräuterlehrpfad“, nicht nur in Latsch die Geister spaltet. Urban und Annemarie Gluderer möchten mit dem Interreg-Projekt „Herbia“ am Kräuterschlössl das Angebot um Hofführungen erweitern. Dazu ist eine Bauleitplanänderung, in der das Landwirtschaftsgebiet um eine Zone für „Freizeitgestaltung“ ergänzt wird, vom Architekten Florian Holzknecht bei der Gemeinde Latsch eingereicht worden. Die Einleitung des Verfahrens wurde kurz nach Allerheiligen 2025 vom Gemeindausschuss einstimmig eröffnet. Mit teilweise gleichlautenden Stellungnahmen sprachen sich die Nachbarbauern und der Goldrainer Ortsbauernrat gegen das Ansinnen aus. In der Landeskommission wurde keine Entscheidung getroffen, dafür soll die Gemeinde darüber diskutieren. Der Athesia-Vinschger hat berichtet, dass bereits gebaut werde. Der Gemeinderat hat kürzlich in einer informellen Sitzung dem Ansinnen des Kräuterschlössls breiten Raum eingeräumt. BM Mauro Dalla Barba soll dabei gesagt haben, dass man sich im Vorfeld auf höchstens ein Gebäude, eine Hütte, geeinigt habe. Es soll heftigst diskutiert, Projekt und Abstände unter die Lupe genommen worden sein. Es brauche keinen Gemeinderat, wenn schon in der Zeitung stehe, dass bereits gebaut werde, schimpften manche Gemeinderäte. BM Dalla Barba wies ganz klar darauf hin, dass bei einer Freizeitanlage rigorosere Abstandsregelungen zur Anwendung gebracht werden. Das berge natürlich Konfliktpotenzial, das ohnehin bestehe, aber das nicht verstärkt werden solle. Ein Ablehnen der Umwidmung ohne stichhaltige Begründung gehe nicht gut, soll ein Gemeinderat eingeworfen haben. BM Dalla Barbas Resümee war so, dass sich die Goldrainer Kräuterbauern selbst ein Eigentor geschossen haben, indem sie den Gemeinderat mit dem Zeitungsartikel regelrecht „verarscht“ hätten. Ziel sei es nun, dass man die Diskussion und die Gründe der Ablehnung in sachlicher Form zusammenschreiben und der zuständigen Landeskommisson und den Antragstellern übermitteln werden. BM Mauro Dalla Barba sagt dem Vinschgerwind auf Nachfrage, dass die Arbeiten beim Kräuterschlössl über einen „Bagatelleingriff“ legalisiert seien.

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