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Leserbriefe 8-2026

Naturns und die Fürsorge seiner Bürger


Die Marktgemeinde Naturns ist (oder war) weitum als überaus fortschrittlicher Ort im Untervinschgau bekannt. Wohl auch deshalb wurden in den vergangenen Jahrzehnten, beinahe überall, auch in als Gefahrenzonen bekannten Ortsbereichen, ein Wohnblock nach dem anderen errichtet, sogar direkt neben der Schutzmauer des Martscheingrabens. Nunmehr ist eine Erweiterungszone im Ortsteil Kompatsch angedacht. Angeblich muss dafür, das nunmehr zum Sündenbock gewordene Luambachl mit Schutzbauten abgesichert werden. Es gibt allerdings seit Jahrhunderten weder mündliche oder schriftliche Überlieferungen, dass jemals ein Murenabgang Schäden angerichtet hat. Uns wenigen Anrainern wurde kürzlich bei einem Informationstreffen das Bauvorhaben von verantwortlichen Vertretern der Wildbachverbauung vorgestellt. Ein überdimensionales Projekt, mit Verbauungen einschließlich Rückhaltebecken, nur mit Hilfe von Helikoptereinsatz möglich, zu allem Überfluss muss eine etwa 20 m hohe gesunde Fichte gefällt werden, eine Schande in Anbetracht eines ohnehin kargen Schutzwald am Naturnser Sonnenberg. Ein unabhängiger Geologe würde für ein Gutachten dieses Projekt ablehnen, eine Säuberung des Flusslaufs wäre ausreichend, davon bin ich überzeugt. Wir leben in einem Gebirgsland und, wie auch der Landeshauptmann mehrmals erklärt hat, „die Natur ist stärker“. Zu glauben wir Menschen könnten 100%ige Sicherheit durch Schutzbauten erreichen, ist an Inkompetenz sowie Überheblichkeit kaum überbietbar. Uns Anrainern wurde in der Einladung zu dieser Aussprache erklärt, dieses Bauvorhaben würde den Wert unserer Immobilien steigern, und das hat in mir sofort Misstrauen geweckt. Näherliegend ist die Vermutung an Spekulationen, welcher Art auch immer und weniger die private Werterhöhung einiger Gebäude.
Ein weiteres Beispiel großer Fürsorge für uns Naturnser und die vielen Touristen, ist die vor sechs Jahren errichtete Brücke „Axamer Steg“ am Bahnhof Naturns. Mit dem lobenswerten Vorwand, als Entlastung der alten Brücke, für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Leider aber wurde die ohnehin nicht üppig bemessene Fläche mit zwei Hindernissen als Architektenästhetik, um etwa 40% reduziert. Linksseitig mit einem Blumenbeet, eingerahmt mit höchst gefährlichen Metallplatten, rechtsseitig mit einem hölzernen Sitzsockel, dessen Holzverkleidung erst kürzlich erneuert wurde, vermutlich aus Sorge um die Sicherheit(?). Zudem hat man die Verwaltung schriftlich, mit E-Mails und auch mehrmals mündlich über die Gefahr dieser Metallplatten gewarnt, man schaltet jedoch auf Stur und ignoriert die Warnungen, obwohl ein Sturz mit Aufprall auf diese Metallumrahmung tödlich sein kann. Sind demokratisch gewählte Mandatare nicht verpflichtet Gefahren von der Bevölkerung fern zu halten? Wem sind unsere Volksvertreter verpflichtet, Architektenspielereien oder den von ihnen gewählten Bürgerinnen und Bürger? Zudem, in der Mitte der Brücke ergeben diese zwei Hindernisse zwangsweise vier Engstellen mit 1,5 m Breite, sind mehrere Fußgänger unterwegs, eventuell eine Person mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl, wo bleibt da noch Platz für Radfahrer? Für mich ist der Bahnhof Naturns genau 2 km entfernt und das überbrücke ich als Rentner ohne Auto mit dem Fahrrad. Mir ist inzwischen mit reichlich viel Erfahrung bekannt, wie unangenehm ein Fahren mit dem Fahrrad über diese Brücke sein kann, ohne sich selbst und Fußgänger zu gefährden. Überdies, die Bahnstrecke ist inzwischen fertig elektrifiziert und die neuen, am Jahresende in Betrieb gehenden Zuggarnituren, verfügen eine Kapazität von über 300 Personen, die Brücke „Axamer Steg“ ist bereits mit etwa 10 bis 20 Personen überlastet. Ein gesundes Größenverhältnis oder Heilmittel gegen die zunehmende Politikverdrossenheit?

Walter Pöder, Naturns

 

Sonnenzeit


s12 3057Seit uralten Zeiten wusste der Hahn ohne das Schlagen der Kirchenuhr, wann Zeit zum Krähen war, in allen Kulturen richtete sich alles Leben rund um den Globus nach dem Lauf der Sonne. Und der Mensch gewann durch die Beobachtung von Licht und Schatten das Gefühl für die Zeit und entwickelte auf dieser Grundlage immer genauere Methoden der Zeitmessung. Der Stand der Sonne war das Maß für Jahreszeiten, Tage und Stunden. Und aus dem Bedürfnis nach genauer Zeitdarstellung entstanden weltweit in kunstvollen Varianten gestaltete Sonnenuhren, die vom unbestechlichen Ruf der Sonne künden. Die Kulturzeitschrift Arunda 25 „Die Spur der Sonne“ dokumentiert die beeindruckende Vielfalt an Sonnenuhren in Südtirol.
Nun aber, nach dem Eingreifen des Menschen mit der Einführung der sog. Sommerzeit, gehen all diese dem Universum verpflichteten Uhren „falsch“. Die biologische Uhr des Menschen wird gestört, die Kühe sollen auf Befehl eine Stunde früher Milch geben, der Hahn kennt sich überhaupt nimmer aus - welch eine Beleidigung der kosmischen Gesetze! Und das nennt sich „ora legale“ – welch arrogante „Legalität“!

Erich Daniel, Schlanders

 

Verkaufter Primizkelch

s14 primizMit Dank an Herrn Tappeiner für den Nachruf auf Vigil „Gilli“ Klammsteiner im Wind Nr. 7 vom 2. April 2026. Als ehemaliger Schüler vom Johanneum/Dorf Tirol und gläubiger Katholik möchte ich in diesem Zusammenhang eine Begebenheit erzählen, die mich regelrecht schockiert hat. Beim „Gilli“ ist nach seinem Tod einiges schiefgelaufen, nicht nur beim Partezettel. Der Priester Vigil Klammsteiner ist am Dienstag, den 17. Februar 2026 verstorben. Ich kannte ihn persönlich durch meine berufliche Tätigkeit, als er Pfarrer von Trafoi war. Schon circa ein Monat nach seinem Tod, am 21. März 2026, wurden auf einem öffentlichen Flohmarkt in Südtirol viele persönliche, ja sogar sehr persönliche Gegenstände von Vigil „Gilli“ Klammsteiner angeboten und auch verkauft. Der Verkäufer (aus Marokko) erkannte offensichtlich ihren materiellen und spirituellen Wert nicht. So wurde der Primizkelch von Vigil Klammsteiner unter anderem für ein paar lumpige Euro! verkauft. Der Kelch besteht aus massiven Silber, Gold und Emaille - handgefertigt damals vom Goldschmied Willi Wiemann/ Meran. Ein materieller Wert von mindestens 4000 € . Wie kann ein Primizkelch faktisch „im Müll“ landen? In meiner fast 35-jährigen Tätigkeit als Flohmarktler“ habe ich vieles gesehen und erlebt, aber so etwas ist für mich als religiösen Menschen sehr schwer zu verkraften.

Matthias Oberhofer, Schlanders

 

Beschämend...


Was sich vor kurzem ein Fußballtrainer einer Jugendmannschaft aus Prad an gemeinen Äußerungen gegenüber einem engagierten Schiedsrichter erlaubt hat, ist beschämend. Dass die Fairness im Sport einen hohen Stellenwert haben muss, scheint diesem Herrn unbekannt zu sein.

Siegmar Trojer, Schlanders

 

HAIKU – Gedicht

Iatz wo du bliahsch
du wildr Pfearschrbam,
guat merk is miar.

©Helga Maria Gorfer

Kommentare und Anfragen
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Wie war das mit Anne Frank?

  • Dachzeile: Juvi - Jugendtheater Vinschgau

Mit dem Projekt „Stage up!“ haben sich fünf Girls derselben Altersstufe bei Juvi - Jugendtheater Vinschgau zusammengefunden, die gemeinsam den Lehrgang besucht haben. Sie deponierten bei ihrer Kursleiterin Nadia Schwienbacher den Wunsch ein richtiges Theaterstück zu entwickeln, indem eine weibliche Persönlichkeit behandelt werden sollte. Und so kam man ziemlich schnell zu Anne Frank - dem jüdischen Mädchen, dessen Tagebücher weltberühmt wurden. In dem Stück taucht die Gruppe, bestehend aus 5 Oberschülerinnen und einer Lehrerin dann direkt in die Materie ein. Ein Klassenausflug, der in die Geschichte führt und das Leben der Gruppe nachhaltig verändert! „Als Jugendtheater Vinschgau freuen wir uns über Eigeninitiativen junger Leute und wollen, wenn möglich, diesen auch ihren Platz geben“, so kommentierte die Obfrau Nadja Senoner. Durch die kompetente, geduldige und ausdauernde Führung der Theaterpädagogin Nadia Schwienbacher konnte das Vorhaben letztendlich realisiert werden.
Am 25. und 26. April ist es soweit! Seid dabei!

 

Jugendtheater
in der Aula der WFO Schlanders
Am 25. April 2026 um 19.30 Uhr
Am 26. April 2026 um 17.00 Uhr

Reservierungen unter 3489387131,
über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
oder die Ticketline Leo über  die Website

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Reges Interesse beim Infoabend Betrugsfälle

  • Vorspann: Der von der Raiffeisenkasse Obervinschgau in Zusammenarbeit mit der Raiffeisen Landesbank, dem Raiffeisen Informationssystem und den Carabinieri kürzlich organisierte Informationsabend zum Thema Betrugsfälle „Schutz deiner Daten und deines Geldes vor Betrugsmaschen“ hat zahlreiche interessierte Besucher ins Vereinshaus von St. Valentin gelockt.
  • Dachzeile: Raiffeisenkasse Obervinschgau

Ivo Martinolli, Leiter Innovation & Operation der Raiffeisen Landesbank, zeigte in seiner Präsentation die Annehmlichkeiten, Chancen aber auch die Risiken der digitalen Finanzgeschäfte auf. Durch diverse Schutzmechanismen gelingt es europaweit die Betrugsraten bei Überweisungen und Lastschriften auf 0,001 % und bei Kartenzahlungen auf 0,034 % einzugrenzen. Dabei betonte Martinolli, dass Nutzer durch umsichtiges Verhalten wesentlich dazu beitragen können, um nicht Opfer von Betrügern zu werden. Für ein sicheres Online-Banking gilt: „Keine Links in E-Mails oder anderen Nachrichten von nicht bekannten Absendern öffnen, regelmäßige Kontrolle der Kontoumsätze, sichere Internetverbindungen nutzen und Betriebssystem, Browser und Virenschutz aktuell zu halten, sichere und starke Passwörter zu nutzen und diese niemanden weiterzugeben“, beachtet.
Patrick Olivetto, Spezialist für Cyber Security vom Raiffeisen Informationssystem zeigte die gängigsten Betrugsmaschen auf. Der Erstkontakt bzw. der „Köder“ wird von den Betrügern mittels Phishing, Fishing, Smishing, Vishing, gelegt oder über E-Mail und direkten Telefonanruf hergestellt. Dabei setzen die Täter die Kunden unter Druck und fordern sie auf, technische Handlungen auf Systemen mit Eingabe von Passwörtern zu tätigen. Dabei nutzen die Betrüger falsche Identitäten und geben sich als Mitarbeiter der Bank, NEXI oder gar als Behörden aus. Die beste Vorsorge gegen Betrugsmaschen ist die Sensibilisierung gegen solche Risiken, wie dieser Informationsabend, betonte Olivetto.
Mar. Ord. Matthias Holzner von der Carabinieristation Reschen wies auf die Gefahren durch Haustürbetrüger hin. Besonders Senioren sind vielfach davon betroffen. Bei dieser Art treten die Betrüger als Carabinieri oder andere Behörden in gefälschten Uniformen auf. Dabei werden Angst und Zeitdruck sowie eine erfundene Notlage z. B. „Ihre Tochter hatte einen Unfall“ als psychologische Manipulation genutzt, um Bargeld oder andere Wertgegenstände zu fordern. Erzeugung von Panik, Zeitdruck und emotionale Erpressung sind die Hauptwaffen der Betrüger. Oftmals wird das Szenario auch mittels Telefonbetrug abgespielt und die Opfer unter Druck gesetzt. Holzner betont, dass Carabinieri oder andere Vertreter der Behörden niemals Geld oder Wertgegenstände einfordern. Bei Verdacht solle sofort die Notrufnummer 112 angerufen werden sollte, denn Besonnenheit und Wachsamkeit ist der beste Schutz gegen Betrüger.
Abschließend erklärte der Direktor der Raiffeisenkasse Obervinschgau, Markus Moriggl, dass dieser Abend für alle, egal ob jung oder alt, wichtig ist, denn präventives Wissen schützt und durch aufgeklärtes, besonnenes und kluges Verhalten kann man als Bankkunde den Betrügern einen Schritt voraus sein und bedankte sich bei den Referenten für die interessanten Ausführungen. Zudem wurden die Besucher hingewiesen, dass nützliche Informationen zum Thema Betrugsfälle und Vorbeugung auf der Homepage der Raiffeisenkasse unter www.raiffeisen.it abgefragt werden können

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Zeit für Chronos, Kairos und Äon

  • Dachzeile: Vom Wind gefunden

In der Bibel, im Buch Kohelet, Kapitel 3 heißt es: Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz. Wir unterscheiden heute oft zwischen Arbeitszeit und Freizeit, wir kennen die Zeit der Kindheit, die Lehrjahre oder Ausbildungszeit und eine Zeit im Ruhestand. Auch die alten Griechen hatten bestimmte Vorstellungen von der Zeit. Sie kannten drei verschiedene Zeitbegriffe: Chronos, Kairos und Äon. Unter Chronos verstanden die Griechen die chronologische, die fortlaufende Zeit, die permanent vergeht. Chronos repräsentiert das quantitative Zeitempfinden. Zeit, die in gleichbleibendem Tempo verrinnt und somit messbar ist. Es sind die Stunden, Tage, Monate und Jahre. Kairos hingegen ist ein günstiger Zeitpunkt, eine gute Gelegenheit. Kairos gibt der Zeit eine besondere Wichtigkeit, es ist ein qualitatives Zeitempfinden. Man muss die Gelegenheit, die Gunst der Stunde am Schopf packen, denn der richtige Augenblick ist flüchtig. Kairos ist die Zeit der Ernte, der Genüsse, der Freuden, der Veränderung oder der Sünden. Etwas unklar ist der Begriff Äon oder Aion. Er bezeichnet ein Zeitalter, die kosmische Zeit oder die Ewigkeit. Es ist die unendliche Zeit. Es können Momente sein, die sich zeitlos anfühlen oder Gefühle, die nicht vergehen. (hzg)

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