Wenn wir uns begegnen, grüßen wir einander; das ist wie die Eingangspforte für den gemeinsamen Moment oder die gemeinsame Zeit, die man verbringen kann – oder manchmal muss. Früher gab es in unseren Tiroler Breitengraden nur diese eine Grußformel „Griassti“, abgeleitet von Grüß Dich (Gott). Niemand sagte „Hallo“ oder „Hoi“ oder „Hoila“; auch „Ciao“ war besonders nach der Faschistenzeit eher verpönt bei eingefleischten (Süd)Tirolern. Heutzutage höre ich so oft „Tschüss“ und kaum mehr „Pfiati“ und „Griassti“. „Pfiati“ hat sich aus „Behüt Dich (Gott)“ entwickelt. Was gibt es Schöneres, als diese Begegnung unter einen guten Stern, unter eine gute Führung zu stellen? Jenseits von Kirche und Religion geht es mir um die bewusste Verwendung von Sprache, von Wörtern, von Formulierungen, von Gesten und Mimiken. Jedes Wort hat Kraft. Und es liegt mir fern, jemandem etwas vorzuschreiben. Jedoch schmerzt mein Tiroler Herz, wenn ich fast nur mehr das aus deutschen Landen kopierte „Tschüss“ höre statt unserer Tiroler Grußformeln PFIATI und GRIASSTI. Wo ist unsere Tiroler Identität geblieben? Müssen wir jedem Wandel statt geben oder wollen wir uns unserer Wurzeln besinnen und ganz bewusst einander herzlich grüßen?!
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Wie steht es um die Beteiligung Südtirols am grenzüberschreitenden Kooperationsprogramm Interreg Italien-Schweiz 2021-2027? Antworten darauf gab es im Rahmen des Begleitausschusses, der vor Kurzem im Kloster Marienberg tagte. Acht Projekte verschiedenster Art mit Südtiroler Partnern konnten im Rahmen des Programms finanziert werden. Der neu eingeführte Kleinprojektefonds stellt eine wichtige Neuerung für das Programm dar, vier Projekte sind bereits in Umsetzung, heißt es aus der Abteilung Europa. „Ziel dieses Programms ist es, Brücken zwischen unterschiedlichen Gebieten und Kulturgemeinschaften in Italien und der Schweiz zu schlagen und positive und nachhaltige Synergien zu schaffen, um die Entwicklung auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene oder etwa im Bereich der Umwelt voranzutreiben“, erläutert Europalandesrätin Magdalena Amhof. Die im Rahmen vergangener Ausschreibungen ausgewählten Projekte, an denen Südtiroler Projektpartner teilhaben, widmen sich der besseren Betreuung von älteren Menschen und Jugendlichen, einem nachhaltigeren Mobilitätsnetz sowie Innovation und technologischer Entwicklung im medizinischen und landwirtschaftlichen Bereichen. Insgesamt, so wurde im Rahmen des Begleitausschusses berichtet, seien rund 4,9 Millionen Euro und 940.000 Schweizer Franken in sechs Projekte investiert worden. Nun kommen zwei weitere Projekte mit Südtiroler Beteiligung dazu, die im Rahmen der Sitzung des Begleitausschusses zur Finanzierung zugelassen wurden. Insgesamt sind 74 Projekte eingereicht, 33 davon wurden angenommen. Vor allem handelt es sich um Vorschläge im Bereich der Innovation und der Forschung, des Schutzes der Artenvielfalt und der Anpassung an den Klimawandel sowie der sanitären Dienste. Bei den Projekten mit Südtiroler Beteiligung geht es um ein Vorhaben zur Förderung der ladinischen Sprache (DIGI RLG) und ein weiteres, das die Innovation im medizinischen Bereich in den Mittelpunkt stellt (Alpine-XR). Letzteres sei sogar auf Platz eins der neuen Rangordnung gelandet. Zufrieden zeigte sich der Begleitausschuss mit dem 2024 eingerichteten Kleinprojektefonds, der auf Südtiroler Seite mit zwei Millionen Euro dotiert sei und von der Bezirksgemeinschaft Vinschgau gemeinsam mit der Region Unterengadin-Münstertal verwaltet wird. Auf Schweizer Seite stünden weitere 250.000 Schweizer Franken zur Verfügung. Im Rahmen dieses Fonds seien bislang vier Projekte in Angriff genommen worden, an denen Südtiroler und Schweizer Partner mitwirken. „Insgesamt ist die Beteiligung Südtirols am Programm positiv, doch es gibt noch Luft nach oben. Der neue Fonds für kleine Projekte ist ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen den Partnern vor Ort zu unterstützen, damit lokale und innovative Antworten auf gemeinsame Herausforderungen gefunden und erprobt werden können“, resümierte Martha Gärber, die Direktorin der Abteilung Europa, im Rahmen der Veranstaltung. Das Programm Interreg Italien-Schweiz wird von der Region Lombardei verwaltet und verfügt insgesamt über ein Budget von 103 Millionen Euro. In einem 750 Kilometer langen Grenzbereich zwischen den beiden Staaten sind Kooperationsprojekte möglich, die Auswirkungen auf etwa acht Millionen Bewohner haben, die dort leben. Das Programm soll die Zusammenarbeit zwischen Regionen fördern und wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbesserungen herbeiführen.
Der weltweite Biodiversitätsverlust ruft zum Handeln auf. Innerorts kann durch Flächen mit heimischen Wildpflanzen die Biotopvernetzung gefördert werden. Neun Gemeinden aus dem Vinschgau, inklusive einer Gemeinde aus Österreich haben im Rahmen des Interreg-Projektes „Blühende Terra Raetica“ anhand kleiner Pionierflächen die Anlage und Pflege naturnaher Flächen im öffentlichen Raum kennen gelernt. Die Verwendung von einheimischen Wildpflanzen wird bereits in einigen Ländern erfolgreich praktiziert. Die Verfügbarkeit regionaler Pflanzen und Samen steht allerdings noch vielerorts in Kinderschuhen. Heimische und vor allem regionale Pflanzen sind bestens an die lokalen Bedingungen angepasst. „Mag’ sein, dass der Anblick von Wiesenpflanzen im Vergleich zu züchterisch veränderten Kulturformen uns Menschen nicht direkt in’s Auge sticht, doch wenn wir erst einmal die Gelegenheit haben zu sehen und zu hören, wieviel Leben in einer Fläche aus Wildpflanzen steckt, dann sehen wir den Wert einer Pflanzung mit anderen Augen“, so die Naturgartenplanerin Ingrid Völker, welche das Projekt geleitet hat. Somit haben öffentliche Flächen Vorbildcharakter und laden auch Privatleute zum Nachahmen ein. Vor allem Tiere und Pflanzen der Magerstandorte sind vom Verlust ihres Lebensraums betroffen. Die Entwicklung artenreicher Magerstandorte erfordert etwas Geduld und nur eine entsprechende Pflege führt zu nachhaltigem Erfolg. Die Mitarbeiter der lokalen Bauhöfe wurden über 2 Jahre bei der Anlage und Pflege begleitet. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, diese Bereiche zu entdecken, zu beobachten und zu genießen. Wer Ideen hat, wo künftig weitere naturnahe Flächen im Rahmen eines möglichen Folgeprojekts entstehen könnten, ist ausdrücklich eingeladen, diese Vorschläge an die jeweilige Gemeindeverwaltung oder die Bezirksgemeinschaft Vinschgau (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., 0473/736800) weiterzugeben. Jede Anregung kann dazu beitragen, die Biotopvernetzung vor Ort weiter zu stärken und den Siedlungsraum noch lebenswerter zu gestalten.
Die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder (Bild) vom Team K schlägt Alarm und weist auf eine schleichende Privatisierung hin. Denn der Sanitätsbetrieb lagert den Reinigungsdienst an eine private Firma aus. „In den Krankenhäusern Bozen sowie Brixen und Sterzing ist dieser Prozess bereits vollständig abgeschlossen; dort erbringt die Firma Markas sämtliche Reinigungsdienste – zu einem jährlichen Auftragsvolumen von rund 14 Millionen Euro. In den Krankenhäusern Meran und Schlanders sowie Bruneck und Innichen besteht aktuell noch ein Mischsystem: Ein Teil der Reinigungskräfte ist direkt beim Südtiroler Sanitätsbetrieb angestellt, während ein weiterer Teil über die Firma Markas beschäftigt wird. Aber laut der erteilten Antwort von Landesrat Messner ist vorgesehen, den gesamten Reinigungsdienst in den Krankenhäusern Meran und Schlanders auszulagern“, schreibt Rieder in einer Presseaussendung. Für Maria Elisabeth Rieder nicht der richtige Weg: „Damit gehen Schritt für Schritt stabile, geschützte und tariflich geregelte Arbeitsplätze verloren. Tätigkeiten, die bisher im öffentlichen Dienst verankert waren, werden zu extern erbrachten Niedriglohnjobs, in denen weniger qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oftmals unter unsicheren Bedingungen tätig sind. Es ist besorgniserregend, dass ein so zentraler Bereich wie die Krankenhausreinigung schleichend privatisiert wird. Wo früher sichere Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst bestanden, entstehen nun Niedriglohnverhältnisse ohne verlässliche Rahmenbedingungen.“ (r/eb)
Die Vereinten Nationen (UNO) setzen im Jahre 2026 die ökologische und soziale Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Das Jahr 2026 wurde zum Internationalen Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums erklärt. Die Bedeutung von Weidelandschaften für die Ernährungssicherheit, Biodiversität und nachhaltige Entwicklung soll mehr Beachtung erfahren, denn vor allem in trockenen und gebirgigen Regionen der Erde leben weltweit Millionen Menschen von Viehzucht und Hirtentum. Es geht um die Förderung nachhaltiger Bewirtschaftung, den Schutz traditioneller Lebensweisen und die Stärkung der Rechte von Hirten und Nomaden. Außerdem hat die UNO das Jahr 2026 zum internationalen Jahr der Freiwilligen für nachhaltige Entwicklung erklärt. Die Rolle von Ehrenamtlichen bei der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung soll damit gewürdigt werden. Ehrenamtliche leisten weltweit wichtige Beiträge bei der Bildung, Gesundheit, Katastrophenhilfe und beim Klimaschutz. Diese Arbeit soll Sichtbarkeit und Anerkennung erfahren. Freiwilligenarbeit soll gefördert, internationale Netzwerke sollen gestärkt werden. 2026 ist wieder ein Rilke-Jahr (1875 – 1926). Letztes Jahr stand der 150. Geburtstag und dieses Jahr steht der 100. Todestag im Mittelpunkt der Gedenkfeiern. Rainer Maria Rilke mahnt in einem Gedicht zu Geduld und meint u.a. Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen. Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein. (hzg)